Der YouTuber "Drachenlord" muss in Haft, weil er sich von seinen Hatern provozieren ließ und zuschlug. Was treibt Tausende an, einen Sonderschüler jahrelang mit Hohn und Hass zu verfolgen? Eine Reise in einer Parallelwelt.
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Die Richterin nennt es "empörend, dass Leute sich daran ergötzen, jemanden psychisch so fertig zu machen und zu provozieren, um ihn in den Knast zu bringen und dass sie sich dann hinterher als Retter der Nation aufspielen". ´
In einem Video konnten alle im Saal sehen, was sie meint: Die Medizinstudenten kommen angetrunken vom Christkindlsmarkt nach Altschauerberg, Winkler entdeckt sie vor dem Haus und kündigt nach einem Wortgefecht vom Fenster aus erregt an, nach unten zu kommen.
Warum er das dann tut, ist eine der großen Fragen und eines der Probleme.
Beim Warten auf Winkler rückt der eine angehende Mediziner den anderen ins richtige spärliche Licht, checkt, ob die Kamera läuft und sagt voller Vorfreude. "Wir bringen ihn in den Knast!". Die erhoffte Show beginnt.
Der wutschnaubende Winkler rennt in kühl und berechnend vorgetragene verbale Giftpfeile der beiden Männer. Das "Rainerle", wie sie ihn nennen, redet sich immer mehr in Rage – und stößt sie schließlich. Sie haben sadistisch ihre vermeintliche Überlegenheit demonstriert – und Beweismaterial auf der Kamera.
Taschenlampe ins Gesicht geschlagen
Das mündete in einer der Anklagen wegen Körperverletzung oder gefährlicher Körperverletzung. Einem anderen Mann hat Winkler durchs Tor eine Taschenlampe ins Gesicht gehauen, als der ihn verhöhnt und den Finger durchs Tor in Winklers Reich gesteckt hatte. Einen "Haider" traf an einem anderen Tag ein Backstein am Arm. Einem weiteren Zeugen schlug Winkler ins Gesicht und die Brille kaputt: Da hatte Winkler einen Palliativpfleger gestellt, nachdem der über den Zaun gestiegen war.
Winkler ist am Tag nach seiner Verurteilung wieder auf Sendung. Er hatte alles gestanden, aber sagt, es sei "sehr frustrierend, wenn man nicht weiß, wie man sich verteidigen soll," Er sehe nicht ein, dass er eingesperrt werde, weil er sich verteidige.
Es bestätigt die Bedenken in den Worten der Richterin, ihm noch einmal eine Strafe zur Bewährung zu geben: "Das ist mir zu heiß, ich kann nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass Sie keine Straftaten mehr begehen." Winkler hat zwar sein Haus verkauft, aber von YouTube will er nicht lassen. Kein überzeugender Plan, meint die Richterin.