Oh Mann, ich ertrage diese unreflektierte Feierei des "freien Marktes" nicht. Furchtbar. Rot-rot-grün am Start bedeutet direkt Verbote und Sozialismus, und allen geht es schlecht,, ist klar!
Dass dem nicht so sein wird, damit haben sich andere Leute fernab des Stammtisches schon beschäftigt und die Wahlprogramme der einzelnen Parteien analysiert.
Erkenntnis 1: Wenn ein Paar mit 2 Kindern wählen geht, bekämen sie bei einem Bruttoeinkommen von 60.000 Euro im Jahr am meisten bei der Linke im Vergleich zur aktuellen Besteuerung.
Erst ab 120.000 Euro Jahreseinkommen würde die Abgabenlast steigen. Was meiner Meinung nach gerade in Ballungsgebieten zu niedrig ansetzt, vor allem aufgrund explodierender Miet- und Immobilienpreise (freier Markt, knappes Angebot, teurerer Hausbau wegen Energievorschriften und weiterer Bürokratie, zuviel Bürokratie bis zur Baugenehmigung etc.). Also muss ich ab 120.000 Euro halt FDP wählen. Selber schuld, wer ärmer ist.
Wer die oben gezeigte Tabelle gerne ettwas ausführlicher betrachten möchte, folgt dem Link:
https://www.zew.de/fileadmin/FTP/ZEWKurzexpertisen/ZEW_Kurzexpertise2105.pdf?v=1625748330
Erkenntnis 2: Der Staatshaushalt kann die Entlastungen für weniger einkommensstarke Haushalte tragen. Wenn die böse Vermögenssteuer käme. Damit dies funktioniert, müssen die Millionäre aber ab der ersten Million mit 1 % weniger über die Runden kommen, und ab 50 Millionen Euro Vermögen sogar mit 5 % weniger. Ein großer Einschnitt für den eigenen Lebensstil als aufgezwungene Solidarität für diejenigen, die es einfach nicht geschafft und eigentlich auch nicht verdient haben, im Vergleich zu jetzt entlastet zu werden.
Quelle:
https://www.zew.de/presse/pressearchiv/wer-koennte-von-welcher-regierungsbeteiligung-profitieren
Bei CDU und FDP kommt die vermeintlich so wichtige "Schwarze Null" im Haushalt nur über ein angenommenes Wirtschaftswachstum.
Das zitierte ZEW hat auch für die Süddeutsche Berechnungen vorgenommen:
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/bundestagswahl-wahlprogramme-steuerpolitik-1.5347154
https://www.zew.de/fileadmin/FTP/ZE...ter_zur_ZEW-Kurzexpertise_05.pdf?v=1626117786
Erkenntnis 3: Wer CDU oder FDP wählt, sorgt (anhand der Wahlprogramme) dafür, dass die Kluft zwischen Arm und Reich noch größer wird.
Wer sich noch ein wenig mehr in das Thema einlesen möchte, dem empfehle ich folgenden Blog:
https://www.reiches-deutschland.de/
Anmerkung 1: Hier geht es nur um die Betrachtung der Wahlprogramme. Mir ist bewusst, dass Steuereinnahmen von vielen wirtschaftlichen Faktoren abhängig sind, die in der Realität neue Fakten schaffen können, so dass die Berechnungsgrundlagen in den Wahlprogrammen nicht mehr aktuell sind. Hinzu kommt, dass keine Partei allein ihr Wahlprogramm durchsetzen kann (und will).
Anmerkung 2: Im Endeffekt läuft es für mich auf einen Punkt hinaus: Es wird allerhöchste Zeit, die ungesunden Verflechtungen von Politik und Wirtschaft zu entknoten, den Staat souveräner und handlungsfähiger zu machen (das hat nix mit Sozialismus zu tun, by the way), um neue Strukturen zu schaffen, in denen die Mehrheit der Menschen in Deutschland sorgenfrei leben kann. Das Kapital dazu wäre vorhanden. Leider sehe ich neben den nachweislich unfähigen Politikern in der Regierung auch ein Kompetenz- und Sympathie-Vakuum bei allen größeren nichtregierenden Parteien, denn so deutlich wie aktuell waren die Missstände dem Wähler noch nie aufgezeigt worden, so dass die oppositionellen Parteien eigentlich "Kapital draus schlagen" müssten.
Und am meisten graut es mir vor den alten CDU-Wählern, die sie wählen werden, weil sie ja vermeintlich wissen, was sie von der CDU bekommen werden, und lieber dieses "kalkulierte Risiko" wählen aus Angst vor vermeintlich großen Veränderungen.
Anmerkung 3: Ich rufe hier nicht dazu auf, rot-rot-grün zu wählen. Ich will lediglich aufzeigen, dass die Angst vor Sozialismus in diesem Zusammenhang einfach unbegründet ist.