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Der Politikthread (2 Betrachter)

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Du kannst natürlich auch an den extremen Rändern fischen oder Miniparteien wählen und damit deine Stimme verschenken, wenn Du willst.

Das kommt wie schon gesagt, auf die Personen an. Genug Parteilose werden auf regionaler Ebene gewählt, auch mit Unterstützung einiger, größerer Parteien, wenn deren Kandidaten bereits "raus" sind.
Unter sonstigen Parteien tummeln sich derzeit 8% der Wähler*innen. Da könnte durchaus auch mal eine Partei über die 5% schwappen, mit welcher vorher niemand gerechnet hatte. Piraten oder "Die Partei" haben das bei Europa-Wahlen schon geschafft.

Verstehe gar nicht wieso es einem "Verschenken der Stimme" entspricht. In einer Demokratie kann doch jeder wählen was er möchte. Auch wenn es die Rentner-Partei oder die Bibeltreue Christen sind...
 
Weil es keinerlei Auswirkung auf die effektive Politik hat.

Böse Zungen behaupten, es würde grundsätzlich keinen Unterschied machen, welche der großen Parteien man wählt. Letztlich muss sich jeder Mensch für eine Partei entscheiden. Finde es unnötig hier zu pauschalisieren. Wer politisch wirklich etwas bewegen will, sollte einer Partei beitreten oder einer Lobby/Verbänden beitreten.
 
Wobei du mit einer Stimme an Kleinstparteien doch im Grunde die Großen stärkst. Denn mit jedem Prozentpunkt, der an Kleinstparteien geht, erhalten die, die es in den Bundestag schaffen, in Relation zu ihrem eigenen Ergebnis mehr Sitze. Sollten wir z.B. Richtung 9% Stimmen für Sonstige kommen, reichen für eine Regierungskoalition plötzlich rund 41% der Stimmen, wenn ich mich nicht irre.
 
Ehrlich gesagt hat er recht ... in der heutigen Niedrigzinsphase gibt es eigentlich nichts Besseres, als Kredite auf einen extrem langen Zeitraum zu strecken bei entsprechender Zinsbindung. Wir haben im letzten Jahr Geld zu 0,8% aufgenommen. Rechne das mal über 15 oder 20 Jahre mit der Inflation ... da schenkt die Bank dir faktisch Geld.

Das Problem in Deutschland ist, dass fast niemand begreift, dass Schulden nichts Schlechtes sind. Im Gegenteil, wohl kalkuliert sind Schulden gerade heute in der Niedrigzinsphase das Beste, was man aus ökonomischer Sicht machen kann, sowohl als Privatmann als auch als Staat.

Und 60k ist in München vermutlich wirklich ein Mittelverdiener :lehrer:
 
Nene, ein zersplittertes Parlament mit am Ende noch 15 Parteien tut niemandem gut und führt nicht wirklich zur Bildung von stabilen Regierungen und vereint handlungsfähigen Oppositionen.
Und dazu würde so ein Parlement einen riesigen Wasserkopf an Verwaltung mit sich bringen. Alle Fraktionen brauchen Mitarbeiter*innen im Bundestag, eigene Stäbe und Verwaltungsmitarbeiter*innen, müssen bezahlt werden etcpp.
So ein Parlament würde einen monströsen, absolut kontraproduktiven Rattenschwanz mit sich ziehen.

EDIT: Ob es wirklich 5% sein _müssen_ oder vllt. 3% (oder ähnlich) eine bessere Hürde wären, ist eine andere Frage.
 
Um Gottes Willen, es gibt gute Gründe für die 5%-Hürde, schaut Euch mal die Verhältnisse in der Weimarer Republik an (oder in anderen europäischen Parlamenten heute). Es sieht jetzt schon nach Dreier-Koalitionen aus, wollt ihr 5er oder mehr-Koalitionen, wie in Israel? Nee nee, daß ist schon gut so und bewährt :lol:
 
Gäbe es denn nen Kompromiss? Bspw. wenn ihnen vom Stimmenanteil mindestens ein Sitz zusteht, kriegen sie den auch, aber um an einer Regierung beteiligt werden zu können muss man mindestens Fraktionsstatus haben?

EDIT: Nee, is auch Quatsch. Sonst gibts nachher ganz viele Parteiaustritte und Überläufer, die falsche Mehrheiten erzeugen, für die im Prinzip niemand gestimmt hat.
 
Ich überlege gerade, ob man alle Spitzenkandidaten der Kleinstparteien zusammen einen außerparlamentarischen Fraktionsstatus einräumen könnte, sodass sie, wenn sie sich einig werden, zumindest kleine Anfragen stellen oder Reden halten können. Aber wenn ich darüber nachdenke, wie Republikaner, NPD, KDP, Basis, Tierschutzpartei, Team Todenhöfer und die Partei von diesem Esoterikjesus zusammensitzen und um eine gemeinsame Linie ringen, wäre das doch vielleicht eher was fürs RTL 2-Nachmittagsprogramm :ugly:
 
Och, um die Sitzungen zu sehen, würd ich noch Geld bezahlen :D

EDIT: Ich fände Überlegungen, den Kleinstparteien irgendeine Form von Mitgestaltung zuzugestehen, eigentlich ganz attraktiv... Denn es gibt ja schon Menschen, die sie gewählt haben und es wäre gerecht, wenn sich das irgendwo niederschlägt - aber halt nicht in Form von Sitzen im Parlament, das wäre zu viel des Guten.

Wieso aber nicht irgendein Vorrecht, Anfragen stellen zu können oder zumindest einen Weg zu haben, Einfluss auf das Geschehen im Parlament zu nehmen in einem Umfang, in dem es der Normalbürger nicht kann - eben als Abbild der geringfügigen Unterstützung durch den Souverän.

Denn es gibt ja schon sinnvolle Kleinstparteien, aber aufgrund des Mottos "5% or bust" haben die quasi Null Sichtbarkeit außerhalb den paar Monaten Wahlkampf.
Da ist es enorm schwer bis unmöglich, eine Kleinstpartei hin zum Format zu bringen, das einen Weg ins Parlament öffnen könnte.

Wenn es da irgendeine Form von Anteilhabe gäbe, könnte das dazu führen, dass sich sinnvolle (und imo auch solangsam nötige) neue Kräfte formieren und im besten Falle dazu, dass sich die Randgruppenschwurbler, Extrem-Nazis und -Kommunisten etc. selbst entzaubern und zerlegen.
 
Zuletzt bearbeitet:
und im besten Falle dazu, dass sich die Randgruppenschwurbler, Extrem-Nazis und -Kommunisten etc. selbst entzaubern und zerlegen.

Ich denke, das würden eher mehr werden. Man sieht ja, was aus den rechtsradikalen Parteien unterhalb der 5% wird. Die bekommen keine Geld vom Staat, keine Aufmerksamkeit und vermodern langsam in der Bedeutungslosigkeit. Wenn die jetzt Alle schon mit 2% in Landes- und Bundesparlamenten Einfluß nehmen können, werden die sich eher länger als kürzer halten und die Aufsplitterung würde noch belohnt. Nee, ich halte die 5% schon für eine gut gewählte Grenze. Gibt ja heute schon genug Möglichkeiten, politischen Einfluß zu generieren, siehe FFF oder die Gewerkschaften oder diverse NGOs.

Edit: bei der letzten Bundestagswahl hat es gerade mal eine(!) Kleinstpartei geschafft, 1% der Stimmen zu erlangen und das wirklich mal so gerade (BV Freie Wähler 1,00%). Also ich sehe da nicht so eine gewaltige demokratische Ungerechtigkeit.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nene, ein zersplittertes Parlament mit am Ende noch 15 Parteien tut niemandem gut und führt nicht wirklich zur Bildung von stabilen Regierungen und vereint handlungsfähigen Oppositionen.
Und dazu würde so ein Parlement einen riesigen Wasserkopf an Verwaltung mit sich bringen. Alle Fraktionen brauchen Mitarbeiter*innen im Bundestag, eigene Stäbe und Verwaltungsmitarbeiter*innen, müssen bezahlt werden etcpp.
So ein Parlament würde einen monströsen, absolut kontraproduktiven Rattenschwanz mit sich ziehen.

EDIT: Ob es wirklich 5% sein _müssen_ oder vllt. 3% (oder ähnlich) eine bessere Hürde wären, ist eine andere Frage.


Wobei der Wasserkopf ja jetzt schon immer größer wird. Gut möglich dass demnächst ne vierstellige Zahl Abgeordneter im Parlament sitzen, weil die sich nicht auf ne sinnvolle Reform einigen konnten. Und wir haben afaik schon jetzt das weltweit größte Parlament eines westlichen Staates. Inklusive Italien. Größer als das gesamte EU Parlament.

Aber irgendwie passt das ja auch zu einem Land, das sich seit Jahrzehnten aufs Labern und Nichtstun fokussiert.
 
10% hürde wäre noch einfacher, dann müsste man gar keine kompromisse mehr eingehen. Genau darum geht es doch, 3% wäre konplizierter als 10%, keine frage, aber auch demokratischer denn die eine oder andere partei müsste endlich kompromisse eingehen, kein wunder steht unser land still, niemand zwingt die regierung sich anpassen zu müssen. Die 5% ist absurd, das gefallen nur cdu und spd wähler. Klar ganz abschaffen wird konpliziert aber 5% ist zu hoch und einfach nicht demokratisch, weiss nicht mal ob das noch verfassungsgemäß ist.
 
Jetzt sei mal nicht so kritisch bitte, gehört sich nicht. ALLEN WIRD UNBÜROKRATISCH GEHOLFEN, wie damals zur Coronahilfe. :lol:

Aber mal im ernst, die bauen da jetzt nicht wirklich alles wieder auf? Kennen die nicht den Wikipedia Hochwasser Eintrag der die letzten 20 extrem Hochwasser an der Ahr auflistet? Würdet ihr einer Ameisenfamilie empfehlen entlang des Badewannengullis die Hütte aufzubauen?

Man braucht auch kein Wiki https://www.kreis-ahrweiler.de/kvar/VT/hjb1983/hjb1983.25.htm
Das ist ein Katastrophengebiet. "Nene der Vulkan ist seit 10 Jahren ruhig, bauen se mal dort ihr Hotel auf, alles gut"

1348,16. Aug., Bachern: Kaufvertrag über Wiesenland zu B., dabei Sicherungsklausel gegen Landverlust durch Flußbettverlagerung infolge von Ahrhochwasser1a).

1410, 27. Okt., Wadenheim: Landübertragung als Pfand wegen erlittenen Schadens durch Hochwasser1 b).

Green: Die Greener Mühle wird durch Hochwasser weggerissen (zwischen 1410 und 1804 wird sie achtmal teilweise oder ganz durch Hochwasser zerstört)2).

1488, Ahrweller: »Die wilde Ahr hat die Brücke zerbrochen« (Ratsprotokoll)3).

1547, Hemmessen: Durch Hochwasser wird die Mühle zu H. beschädigt4).

1582,8. Nov., Hemmessen: Die Landmühle und der Mühlenteich werden durch Hochwasser beschädigt4).

1590, Mai, Hemmessen: Ende Mai schwoll die Ahr durch ein großes Unwetter mit Platzregen höher als seit Menschengedenken an. Der Mühlenteich der Landmühle wurde schwer beschädigt1c) 4).

Green: Die Greener Mühle wird durch Hochwasser zerstört2).

1598, Unteres Ahrtal: Tobias Stifell, Kellner zu Land-skron: »Mitten durch das Tal fleußt ein schön fließendes Wasser, die »Arre« oder »Ähre« genannt, davon die Wiesen befruchtet, »belettet« (= mit Hochwasserschlamm überzogen) und gewässert werden .. .«5).

Ahrtal, 6. Juli 1598: Hochwasser nach Gewitter (Rhein-Zeitung 12. 7.1959)

1601, 30. May, Antweiler: An diesem Tag . .. »Wilcher dömal ist gewes des Herren Himel Fahrtes Abendt« erhob sich unversehens am Nachmittag ein Ungewitter mit Regen und Hagel, verfinsterte sich der Himmel, die Schleusen des Himmels öffneten sich und unvorstellbare Wassermassen stürzten hernieder, so daß die entsetzten Bewohner an den Weltuntergang glaubten. Die Chronik berichtet weiter: »... und neben anderen groissen Schade mitt sich genomen 16 Gebeuten Heusern Scheuren und Stellen und in die 9 Personen ertrunken. Das Wasser aber ist dermaßen vergift gewesen das es die Fisch der Ahr in die 2 Meil erstickt«. (Zit. n. Rhein-Zeitung vom 2. Juli 1975).

1603, Hemmessen: »durch die dauernden Ahrüber-schwemmungen hervorgerufene Verwüstungen der Mühlenklausen und -teiche belaste die Dörfer derart mit Bauholz, Schanzen und Fronden, daß ihnen Wälder, Buschen und Rahmhecken zu Schaden kämen«. Beschwerde der Bürger von Ramersbach, die mahl-und fronpflichtig bei der herzoglichen Landmühle zu Hemmessen waren.6)1n)

1606, 5. Mai, Hemmessen: Verkauf eines freiadeligen Hauses und Hof zu H., die durch die Ahr völlig zerstört und weggeschwemmt sind10).

1618, Wadenheim: »wegen verschiedener Wiesenverwüstungen durch Hochwasser.«10)

1659, Hemmessen: Die Hemmesser Mühle wird durch Hochwasser zerstört und weiter oberhalb, an heutiger Stelle wiederaufgebaut4) 1q).

1663-1671, Ahrweiler: »Desgleichen weilen durch den schädlichen Ahrfluß und dessen fast immerwährenden Überschwemmungen und einreißungen vielen und zwar von den allerbesten Morgen, sowohl Landts als benden (= Wiesen) fundity evertirt und weggenohmmen werden ... « (Bericht des Bürgermeisters von Ahrweiler 1671 )7).

1677, 2. Feb., Hemmessen: Die Hemmesser Landmühle wird durch Hochwasser weggerissen.1d)4)

1680, Hemmessen: H. und die Kurfürstliche Landmühle werden durch Hochwasser bedroht1e) 4).

1686. Hemmessen: Die Landmühle wird durch Hochwasser erheblich beschädigt4).

1687. Februar, Ahrweiler: Große Überschwemmung durch Schneeschmelze, mehrere Brücken, davon 2 zu Ahrweiler, werden weggerissen1).

6. April, Wadenheim, Hemmessen: Landmühle zu H. und einige Häuser sind von Hochwasser bedroht1 r)

1719,1. Aug., Heppingen: »1719 prima Augusti fuit talis pluvia in Heppingen, daß die Mauer vom Garten Vice Satrapae (Amtsverweser) vom Wasser umge-worffen, die Stein 25 schritt hinweggetrieben, die Allee aus der Erde geworffen, die pöst (Pfosten) auß dem Garten biß nach Lorsdorf getrieben, das paviment domus Satrapae auffgehoben, 2 Knechte haben sich die bäum salvirt, die amtsverwalterin mit angreiffung eines Nast (Astes) an einem bäum sich Kümmerlich salvirt so lang biß endtlich durch hülff und darreichung ist gerettet worden, uno verbo es ist sehr erschröcklich und erbärmlich zuzusehen gewesen. Der schöne Garten ist ganz ruiniert«8).

1721, 18. Mai, Beul, Wadenheim: Überschwemmung1g).

1727, Mayschoß: »In dissem Jahr ist ein schlechtes ansehen gewesen wegen undterschitlichen Wasser flusen«9).

1739, 16. Jan., Ahrweiler: Eisstau verursacht eine derartige große Überschwemmung, daß auch ältere Bürger sich an ein solch gewaltiges Ahrhochwasser nicht zu erinnern vermochten. Das Wasser reicht über die »Ahrporz« bis in die Stadt. Die steinerne Brücke in der Nähe des Ahrtors wird zerstört1h)3).

1760,2. - 6. Januar, Beul, Wadenheim: hochgehende Ahr1i)

1761, Green: Das Dorf wird durch Hochwasser teilweisezerstört10).

1763. Mayschoß: »letzten Decembergabesgroßgewässer in dem Ahrfluß

1764. den 14 October noch größer«11).

1764, Mayschoß: Dießselbig Jahr ist die ahr so groß gewesen, daß sie auff den Auell (Auel = freier Platz an der Chaussee in Mayschoß) ist gegangen gegen Kirchen theill unt unser h. Ambtmann halt die Köh auß den stallen mueßen thuen in die gerichts stup«s).

1784,9. Dez., Wadenheim: Ahrhochwasser1!'.

1788, 24. Juni, Mayschoß: »Dießes Jahr auf S. Jo-hans abent ist ein groß Ahr gewesen, daß sie bis an Meyschoß an S. Petrus hilligen haußgen ist gegang«7).

1788, 23. Juli, Müsch, Dernau: Ahrhochwasser7).

1789. 20. - 26. Januar, Hemmessen: Ahrhochwasser15).

1790. Wadenheim: Die Ahr ist für Wadenheim ein sehr gefährlicher Nachbar, da sie durch keinerlei Uferausbau eingeschränkt ist. Eine gerade abgeschlossene Landvermessung ergab, »daß der Fluß vor und nach annähernd 500 Morgen aus dem Wadenheimer Kernland und den Kernwiesen und auch etwa 30 Häuser mit Scheunen und Ställen weggespült und zum »Steinhaufen« gemacht hat«1k).

1795,3. Februar, Beul: Hochwasser mit Eisgang, die Brücken an der ganzen Ahr werden fortgerissen11).

1804, 21. Juli, Ahrgebiet: Größtes und folgenschwerstes Hochwasser der Ahr, über das detailierte Berichte vorliegen. Durch Frick12) wurden Ablauf und Schäden dieser Katastrophe aufgrund von Meldungen und Berichte der französischen Behörden anläßlich der 150. Wiederkehr dargestellt. Alle Unterlagen befinden sich im Staatsarchiv Koblenz. Durch Gewitterregen führte die Ahr bereits seit Tagen Hochwasser, als am 21. Juli 1804 ein erneutes Unwetter in der Hoch- und Ahreifel sich mit riesigen Niederschlägen entlud. Alle zur Ahr führenden Nebenflüsse, vor allem der Trier-, Adenauer- und Kesselinger Bach, schwollen innerhalb kürzester Zeit stark an. Eine alles wegreißende Flutwelle füllte die Täler und ließ das gesamte Ahrsystem über die Ufer treten. Grommes7) hat anhand von Hochwassermarken ermittelt, daß der Höchststand dieses Hochwassers in Antweiler 2,50 m und in Dernau 1,85 m höher gewesen ist als das Katastrophenhochwasser von 1910.

Ahrhochwasser.gif


Ahrhochwasser 1804. Lith. von Nicolas Ponsart

Im gesamten Einzugsbereich der Ahr verursachte das Unwetter und das anschließende Hochwasser riesige Sachschäden und forderte 63 Menschenleben. 129 Wohnhäuser, 162 Scheunen und Stallungen, 18 Mühlen, 8 Schmieden und nahezu alle Brücken, insgesamt 30, wurden von den Wassermassen weggerissen. Weitere 469 Wohnhäuser, 234 Scheunen und Ställe, 2 Mühlen und 1 Schmiede wurden beschädigt. 78 Pferde und Zugrinder kamen in den Fluten um, Obstbäume wurden entwurzelt, Weinberge abgespült, die gesamte Ernte vernichtet und Wiesen und Felder in der Talaue hoch mit Sand und Kies überschüttet.

Zur Behebung der Schäden wurde durch den Präfekten des Departement ein Arbeitsdienst eingerichtet, bei dem über 800 Männer, teilweise von der Mosel kommend, eingesetzt waren. An Steuergeldern wurden 120 000 Francs und Bauholz aus den Wäldern für 40 000 Francs zur Verfügung gestellt. Kaiser Napoleon gab aus seiner Privatschatulle 30 000 Francs, die Kaiserin weitere 4 800 Francs zur Linderung der Not, 45 000 Francs erbrachte eine Spendenaktion.

Mayschoß und Laach: Ein ausführlicher Bericht in Französisch, Deutsch und Latein findet sich in der Mayschoßer Chronikg).

Bodendorf: Pastor Fey berichtet über das Hochwasser in einem bisher unbekannten Tagebuch (1802 -1805): »Den 21. (Juli) bin ich mit He(rrn) Dechant Radermacher über den Berg nach Remagen gegangen und oben auf dem Berg fang es dergestalten an zu regnen, daß wir beide bis an die Haut naß in Remagen angekommen. In selber Nacht ist auch die Ahr so angewachsen, daß das abgeschnittene Korn von den Fudern abgetrieben, alle möglich Hausgeräthe, Bauhölzer und todte Menschen auf dem Felde gefunden worden, die mit der Aar dahin getrieben«.

Antweiler:»1804.21, Juni Nachmittags 3 Uhr stürzte das Wasser bei einem erschrecklichen Gewitter von Norden in Strömen aus den Wolken, wodurch die Ahr und alle kleineren Bäche dergestalt gewachsen, dass hier zu Antweiler 6 Häuser, 12 Scheunen und Stallungen, 2 Oehlmühlen, 1 Schmiede fortgerissen, 8 Häuser samt soviel Scheunen und Stallungen bis an die Dächer in Sand vergraben wurden. In Müsch wurden 10 Häuser mit ihren Gebäuden gänzlich beschädigt und 4 Menschen sind daselbst ertrunken. Auf dem ganzen Ahrstrom aber sind 65 Menschen, 147 Häuser, 190 Scheunen, 20 Mühlen, 8 Schmieden, 50 Brücken, nebst vielem Vieh in den Fluten zugrunde gegangen; 428 Häuser, 269 Scheunen, 8 Mühlen, wurden gänzlich beschädigt. Dieser wilde Strom hin-terliess in einer Höhe von 8, 10, ja sogar bis zu 20 Schuh hier Steinhaufen, dort einen Kot, dessen Geruch die Luft vergiftet. In diesem wütenden Strom, welcher die Kirche und alle Häuser zwischen der Ahr und Hägerbach, 4 ausgenommen, hoch unter Wasser setzte, welche über das hl. Häuschen über der Ahr ging, blieb das Bildnis des hl. Johannes Nepomuce-nus, so von Holz und nirgends festgemacht, auch vorn mit keinem Gegitter versehen war, wunderlich mit ihrem Häuschen und die Brücke stehen.«27).

Markierungen.gif


Vielerorts entlang der Ahr erinnern Markierungen an die gefürchteten Hochwässer und lassen die Wasserstände vergleichen. Hier das Hoch wasser vom 11. Juli 1980 mit noch steigender Tendenz

1810, Ahrmündung: »Würde aber einmal wieder eine große Wasserentladung in der oberen Eifel, in welcher die Ahr entspringt, wie in den Jahren 1804 und 1810 entstehen, so ist zu befürchten .. .«13>.

1818, Mayschoß: »Annus 1818: Den 17. May am Feste der h. Dreifaltigkeit regnete es den ganzen Tag sehr stark, die Ahr schwoll an, stand bis an die Rent-meisterei und wirklich fürchtete man ein 1804tes Jahr nochmals zu gewärtigen ... Es waren auch auf der Oberahr alle Brücken weggerissen. Weil jedoch die Ahr sonst kein Gehölz mit sich führte, so ging es doch ohne merklichen Schaden her«9).

1838. 25. Juni, Bengen: Der Bengener Bach führt Hochwasser, das Dorf wird überschwemmt.

1839. 13. Juli, Bengen: erneute Überschwemmung14).

1844, 23. Juni, Ahrweiler, Bengen: Infolge eines schweren Gewitters trat Hochwasser an der Unteren Ahr ein. Bei Ahrweiler wurden zahlreiche Weinberge in die Tiefe gerissen und große Erd- und Schuttmassen verfrachtet. Viele Ahrweiler Winzerfamilien stürzte das Unwetter ins Unglück3). Der Bengener Bach trat ebenfalls über die Ufer. Zwei Fuß hoch strömte das Wasser durch die Straßen von Bengen und schwemmte aus den Höfen Mist und Gerätschaften weg. Ein Haus wurde zerstört, in der Kirche stand das Wasser bis zum Hochaltar14).

1848, Juli: Hochwasser der Ahr durch Wolkenbruch im Trierbachtal. Grommes hat für dieses Hochwasser einen Pegelstand wie bei dem von 1910 ermittelt7). Die Ortschronik von Dernau berichtet für dieses Jahr von einem weiteren Hochwasser, verbunden mit starkem Eisgang, am Ostersonntag 1848. Dieses Hochwasser verursachte große Schäden, u. a. stürzten einige Fachwerkwände von Häusern an der Hauptstraße ein15).

1859, 11. Juni: Vermutlich Ahrhochwasser durch Wolkenbrüche. Für die Ahr bisher kein Beleg. Ausführliche Schilderung für das Brohltal, wo große Schäden durch das Unwetter und das Hochwasser entstanden. Dabei heißt es: Das Unwetter von Juni 1859 hatte übrigens im ganzen Kreis Ahrweiler schwere Schäden von mehr als einer halben Million Thaler verursacht und viele Menschenleben gefordert16).

1870, 22. Juli, Dernau: Hochwasser, das Wasser stand bis zur Hauptstraße15).

1874,20. - 22. Juli: »Anno 1874 ist vom 20. Julius biß 22.ten ein so gewaltiges Wasser geweßen mit donnerschlägen, daß eß auff der ar und die ar herauf? ville dörff und Hoffen und Müllen fordgetrieben hat mit allen Brücken die gantze ar hinauf, und bei 500 Menschen ertrunken sein, ohne daß Viehe, weiß man nicht. Und die gantze ahrfrüchten, Korren und allerhand fruchten, wie sie umb Jakobie Tag seind und die ganze Statt arwyler hatte in Wasser gestanden und biß an den Kirchhoff, daß Keller und Häuser seind eingefallen, daß gantze ar Tal iß überschwembt bis an den rein«.

Bruchhäuser17) zitiert den Bericht, den er auf der Innenseite eines Buches gefunden hat, ohne Orts- und Quellenangabe. Für das Jahr 1874, einem relativ jungen Datum, gibt es keine anderen Belege für ein derart gewaltiges Hochwasser. Nach Stil und Ausdrucksweise, ist der Bericht in das 18. oder frühe 19. Jahrhundert zu stellen; die Jahresangabe bei Bruchhäuser wäre somit falsch (Lese- oder Druckfehler). Dem Umfang des Schadens wie auch dem Datum (20. - 22. Juli) nach dürfte es sich vermutlich um einen Bericht über das Hochwasser von 1804 handeln.

Lantershofen: Wolkenbruch mit starker Abspülung im Bereich des Lantershofer Bachs27).

1880, Anfang Januar, Bodendorf: »Unser Ahrfluß war auch zugefroren von Blankenheim wo derselbe seinen Anfang nimmt bis nach Neuenahr. Als das Eis losbrach, sind alle Brücken fortgeschwemmt worden von Insul bei Adenau bis Ahrweiler und unterhalb Ahrweiler noch die Brücke zu Bachern Heppingen Green und Bodendorf. Schwere Eichen und Tannenbäume, schweres Brücken und Bauholz kam die Ahr heruntergetrieben und wurde vieles Gehölz auf unserer Ahrwiese angeschwemmt, welches den Eigentümer wieder zurückerstattet worden ist. Das Eis und Hochwasser halt auf der ganzen Ahrstrecke großen Schaden angerichtet an Gebäuden Äckern und Wiesen und Bäumen. Die schwersten Bäume wurden umgetrieben und zerbrochen wie ein Strohhalm.

März: In Folge des starken Frostes und schnell eintretenden Thauwetters stieg die Ahr so hoch an, daß sie den Höhenstand des Jahrhunderts nur zweimal erreicht hatte, und verursachte wieder viel Schaden«18).

1882, November, Bodendorf: »November fing mit kaltem trockenen Wetter an bis zum 10. Dann mit Unterbrechungen Regen bis zum 27. wo die große, ja größte Überschwemmung des Rheines und seinen Nebenflüssen stattfand, dieses Jahrhunderts. Ich werde hier ein kleines Bild von der Noth und dem Elend entwerfen«.

Es folgen Berichte aus Trier, Offenbach, Frankfurt, Landau, Neustadt a. d. H., Speier, Mainz, Neunkirchen, Diez, Coblenz, Neuwied, Bonn, Wesseling, Cölln.

December: »Eine neue Überschwemmung ist wieder eingetreten ... Die reichen gesegneten Gefilde an Neckar Rhein und Main und Moßel sind wieder von einer Überschwemmung heimgesucht worden, die beispiellos ist und selbst die Katastrophe vom November weit hinter sich läßt.... Unsere Gemeinde hatt auch Geld und einen Wagen mit Lebensmittel und Kleidungsstücken nach unserer Nachbarsgemeinde Kripp geschickt«18).

1885, Sinzig: Unwetter mit Überschwemmung, ohne nähere Angaben17,27).

1888, 23. und 24. Juni 1888, Ahrgebiet: Durch Gewitterregen in der Eifel treten die Ahr und der Brohl-bach über die Ufer und richten große Schäden an. Im Bereich von Ahrweiler werden 3 Brücken beschädigt oder zerstört3),7).

Bodendorf: »Durch das Hochwasser der Ahr ist überall großer Schaden angerichtet worden .. .«18).

Dernau, 24. Juni: Durch wolkenbruchartige Gewitter wurde der ganze Ort unter Wasser gesetzt. Weinbergsmauern stürzten ein, Terrassen und die Muttererde wurden abgeschwemmt, alle Keller geflutet, die Vorräte verdarben15).

1890. 23. Januar: Ahrhochwasser durch Schneeschmelze7).

1891. 30. Juni: Ahrhochwasser7).

1893, 2. Februar: Ahrhochwasser durch Schneeschmelze7).

5. Juli: Starker Wolkenbruch im Bereich von Adenau27)

1910.gif


Hochwasser 1910: Fortgerissenes Gerüstmaterial vom Eisenbahnbau führte zu zusätzlichen Staus, die fast alle Ahrbrücken wegrissen

Hochwasser1.gif


Hochwasser 1910: Ein über meterhoher Sturzbach ergoß sich durch den Straßentunnel bei Altenahr und riß die gesamte Straße fort

1901, Februar, Bodendorf: »Als Tauwetter eintrat, schwoll die Ahr zu einem reißenden Strome an, der an den Uferbauten (= Uferbefestigungen) verschiedene Beschädigungen anrichtete und tiefe Löcher im Bett ausspülte«. »Am 6. März ... fiel in den noch ziemlich hochgehenden Fluß ...«

Dezember: »Die Ahr ging mit Hochwasser, durch die Schneeschmelze in der Eifel, die Brücke wurde losgerissen und somit mußten die Wegearbeiten jenseits der Ahr, da keine Verbindung mehr war, eingestellt werden. ..««

Januar 1902: »Die Verbindung mit dem jenseitigen Ahrufer ist wieder durch den Nachen hergestellt, damit die dort begonnenen Wegearbeiten fertiggestellt werden können18).

1906, März, Bodendorf: »Das Hochwasser geht überall zurück«.

Juli: »Der erst kürzlich wiederaufgebaute Steeg über die Ahr wurde vom Hochwasser fortgeschwemmt, wird aber sobald wie möglich wieder errichtet, da doch eine Kommunikation mit der anderen Seite jetzt zur Erntezeit vorhanden sein muß«18).

1908, April, Bodendorf: »Die Ahr führt verschiedentlich Hochwässer« durch starke Schneefälle in Februar und März und anhaltenden Regen im April.

Mai: »Am Ende des Monats hatte die Ahr infolge starker Gewitterregen in der Eifel einen so hohen Wasserstand wie seit Jahren nicht... Es ist unterhalb derselben (im Vorjahr gelegte Sohlschwellen) gerade an der Fuhrt eine solche Auskolkung entstanden, daß es nicht mehr möglich ist, dort durchzufahren«18).

1910, 12. und 13. Juni, Ahrgebiet: Dieses größte und folgenschwerste Hochwasser nach 1804 ist durch Ulrich19) ausführlich dargestellt worden. Grommes7) gibt für den Müscher Pegel einen Hochwasserscheitel von 5,0 m an, der jedoch durch Rückstau überhöht erscheint. Ulrich hat seinen Aufsatz durch zahlreiches Bildmaterial illustriert, weitere Aufnahmen finden sich in verschiedenen anderen Veröffentlichungen24). In Ursache und Wirkung war das Hochwasser von 1910 eine Wiederholung des von 1804. Wie damals tobten an den Unglückstagen nach vorhergehenden, anhaltenden Regenfällen heftige Wolkenbrüche zwischen Hoher Acht und Hochkelberg. Hohe Niederschläge fielen in kurzer Zeit in den Einzugsgebieten aller von hier zur Ahr entwässernden Bäche. Wie 1804 führten vor allem der Trierbach und Adenauerbach riesige Wassermengen — geschätzt wurden 33 000 000 cbm im gesamten Einzugsgebiet der Ahr — in einer gewaltigen Flutwelle zum Hauptfluß. Dieser schwoll ebenfalls sprunghaft an und trat alles mitreißend über seine Ufer. Durch Hölzer, Baugerät und anderes Material der gerade im Bau befindlichen Eisenbahnlinie Dümpelfeld - Lissendorf wurde das Hochwasser und seine Wirkung, vor allem im oberen und mittleren Ahrtal noch verstärkt. Das mitgeschwemmte Material staute sich an allen, den Abfluß hindernden Brücke und Bauwerken, die unter dem gewaltigen Wasserdruck zerbrachen und zerstört wurden.

Die Katastrophe forderte insgesamt 52 Menschenleben, zumeist Bahnarbeiter. Diese wurden teilweise mit ihren Baracken fortgerissen und ertranken. Alle Ortschaften im Tale des Trierbach, Adenauerbach und der oberen und mittleren Ahr erlitten erhebliche Schäden, nahezu alle Brücken wurden zerstört.

Bodendorf: »Das Frühjahr ließ sich ganz gut an, aber der Sommer war mehr oder weniger verregnet. Ja in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni ging ein gewaltiger Wolkenbruch über unser Thal nieder, der ganz grausiges Hochwasser der Ahr verursachte und eine gewaltige Überschwemmung das Thal heimsuchte. Die durch diese Überschwemmung entstandenen Schäden wurden durch im ganzen Reich gesammelte Gelder gedeckt. Am Ahrbett machte das Wasser großen Schaden, so daß wohl ein vollständiger Neubau der Uferbefestigungen notwendig wird«18). »Am 13. Juni d. J. war die große Überschwemmung im Ahrtal. An der Oberahr sind ungefähr 70 Leute ertrunken; es waren dies meist Ausländer, die an dem Bahnbau arbeiteten. In Bodendorf hat die Überschwemmung großen Schaden gemacht. Das überall in den Wiesen üppig stehende Gras war alle überschwemmt und beschlammt. Es sind große Geldsammlungen veranstaltet worden. Sr. Majestät gab 10 000 Mark. Auch hier in Bodendorf sind die Geschädigten unterstützt worden, viele wurden fast schadlos gehalten«20).

»Am 13. Juni dieses Jahres war die große Wasserkatastrophe an der Ahr, verursacht durch Wolkenbrüche, welche an der Oberahr zwischen der Hohen Acht und Hillesheim zur Nachtzeit niedergingen«21).

1918, 15. - 27. Januar, Ahrgebiet: Hochwasser durch Schneeschmelze, Höchststand am 16. Januar7).

1920,11. Januar, Antweiler/Ahr: »11. 1., 6.10 Uhr: Wasserstand Müsch 2,30,6.00 Uhr nachm. stark steigend«. Telegramm an die Bürgermeister der Orte ahrabwärts (Original in der Ortschronik von Bodendorf18). Das Hochwasser hielt etwa 8 Tage an, Höchststand am Pegel Müsch 2,90 m7).

1922, Bodendorf: »So verging der Januar bis in der letzten Woche für einige Tage Regenwetter kam und Hochwasser brachte; ... Zu Anfang Mai hatten wir ein sehr schädliches Hochwasser welches unsere neue eiserne Brücke zum Teil umwarf und viel Schaden an dem Gelände und Mühlenwehr verursachte«22).

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Hochwasserkatastrophe 1910: Zerstörte Häuser in Müsch

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Hochwasserkatastrophe 1910: Zerstörte Brücke bei Dernau

1924. November, Bodendorf: »Der Anfang November brachte ein starker Niederschlag mit großem Hochwasser in Rhein, Ahr und Mosel was ganz besonders viel Schaden an der Mosel und Rhein machte. Durch das Eindringen in die Keller wurde viel Most der noch in Gährung war sehr viel geschädigt«22).

1925. 31. Dezember/1. Januar 1926, Reimerzho-ven: Durch Schneeschmelze und Regen Ahrhochwasser, Höchststand am Pegel Reimerzhoven in der Nacht vom 31.12. 25 auf 1.1. 2623).

Bodendorf: »Vor Weihnachten trat Tauwetter ein und viel Regen bis zu Neujahr hatten war in Rhein und Ahr ein fürchterliches Hochwasser das sehr starken Schaden anrichtete«22).

1936, Mai und August, Bodendorf: »Das Jahr 1936 brachte uns 3 schwere wolkenbruchartige Unwetter. Im Mai ging ein Wolkenbruch über dem Reichsberg und im Remagener Berg nieder, der in der Remagener und Bodendorfer Gemarkung große Verheerungen anrichtete. Im »Bachtal« kam ein Schlammstrom den Weg herab, brach teils durch die Gärten in die Hinterhäuser und füllte die Gebäude mit schmutzigem Wasser. Besonders waren die Gebäude von Peter Kramprich (Friseurstube), Joseph Bauer, Jakob Effelsberg, Wtw. Welsch und Bierbrauer an der Linde, Ginzier, Fuchs und Schmickler in Mitleidenschaft gezogen. Stundenlang pumpte unsere junge Feuerwehr die Keller aus. Da die verschlammte Feuerspritze nur schwer arbeitete, wurde die Sinziger Feuerwehr mit ihrer Motorspritze zur Hilfe gezogen. Gärten und Felder zwischen Dorf und Bahn glichen noch stundenlang, stellenweise tagelang einem glänzenden Schlammweiher. Schlimm sah es in den Weinbergen am »Finkenstein«, im »Petersdahl« und im »Babus« aus. Noch zweimal waren im August 1936 ähnliche Unwetter, die wiederum großen Schaden in der Flur von Remagen und Bodendorf anrichteten«20).

1938, 14. Januar, Bodendorf: »Infolge rascher Schneeschmelze führt die Ahr Hochwasser«.

1952, 23. Dezember, Bodendorf: »Die starken Regenfälle der letzten Tage bringen an Rhein und seinen Nebenflüssen Hochwasser«.

1953,22. Februar: »Frühlingswetter und 15° C bringt Schneeschmelze in der Eifel und Hochwasser der Ahr«.

1955,24. März: »Durch den ständig sich wiederholenden Schneefall und folgende Schneeschmelze hat die Ahr Hochwasser. Neuer Sportplatz und Straße bis Haus Lenz überschwemmt«.

1961,1. Februar: »Infolge der Schneeschmelze führt die Ahr enormes Hochwasser, das die Keller am Ahrweg aus dem angeschwollenen Mühlenteich mit Grundwasser füllte und den Sportplatz sowie die Straße bis zum Cafe Lenz für 2 Tage überflutete«.

1961,3. Juni: »Der enorme Regen in den letzten Tagen hat für Rhein und Ahr Hochwasser gebracht. Der Sportplatz steht wiederum unter Wasser und ebenso die Bäderstraße bis zum Haus Wirte-Koch. Die Anwohner vom Goldguldenweg und dem mittleren Teil der Bäderstraße haben Grundwasser im Keller stehen«.

1962,1. April: »Die Regenfälle der letzten Tage und die Schneeschmelze bringen an Rhein, Mosel, Nahe und Ahr erneut Hochwasser«. (Alle Zitate aus der Bodendorfer Schulchronik, die bis zum 2. Mai 1962 geführt wurde)20).
 
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