Fahren mit Strom ist ja schön und gut. Ich bin auch voll bei euch, dass das die Zukunft sein muss, wenn wir die Erde schonen wollen.
Aber ganz ehrlich, dieser Strom wird auch nicht ausschließlich klimaneutral produziert. In 2020 lag der Anteil der erneuerbaren Energien in Deutschland bei knapp über 50%. Das ist sehr gut, keine Frage.
Aber stellt euch mal vor, jeder Verbrennungsmotor wird gegen einen Elektro-Antrieb ausgetauscht. Dieser ganze Strom muss ja zusätzlich noch irgendwie produziert werden. Gerade in den Herbst-/Wintermonaten wo z.B. viele Solarzellen keine optimale Leistung erzielen, wird es dann enger werden mit der Stromversorgung. Und man darf nicht außer Acht lassen, dass die ganzen Geräte, die den erneuerbaren Strom (Solarzellen, Windräder, etc.) produzieren, ja auch alle erst mal produziert werden müssen. Das ist alles andere als klimafreundlich.
Wie lange halten eigentlich diese ganzen Batterien in den Fahrzeugen, bis sie Sondermüll sind und ersetzt werden müssen?
Selbst wenn man einen alten Verbrenner hat, wäre es klimafreundlicher, diesen bis zur Schrottreife weiterzufahren als ein neues E-Auto produzieren zu lassen.
Ach ja, und werdet bitte zum Vegetarier, damit wir nicht mehr so viele pupsende Schweine und Rinder haben, die zusätzlich das Ozonloch vergrößern.
Ich muss die Punkte mal einen nach dem anderen abklappern:
1.) Strom wird aktuell nicht ausschließlich aus erneuerbaren Energien erzeugt. Absolut richtig. Richtig ist aber auch, dass der Strommix immer "grüner" wird. Schau dir dazu mal beispielhaft für Deutschland die Entwicklung der vergangenen 20 Jahre an:
https://energy-charts.info/charts/energy/chart.htm?l=de&c=DE&interval=year&year=-1
Und richtig ist auch, dass bereits mit dem aktuellen Strommix ein durchschnittliches E-Auto über sein gesamtes Autoleben bedeutend weniger CO² ausstößt, als ein durchschnittlicher Verbrenner.
2.) Der Strom für E-Autos muss zusätzlich erzeugt werden. Absolut richtig. Aber das ist imo kein Gegenargument. Ist ja nicht so, dass das Öl für die Verbrenner aus dem Nichts kommt. Wichtig ist natürlich, dass parallel zur Elektrifizierung der ganzen Wirtschaft noch viel schneller erneuerbare ausgebaut werden. Erneuerbare zu produzieren ist nun sicherlich auch nicht ohne jeden Einfluss auf die Umwelt möglich, aber was ist denn die Alternative? Kohle, Gas und Öl? Sind weitaus schädlicher.
3.) Wintermonate und kaum Solar. Ist richtig, nur läuft dafür gerade dann die Windkraft gut. Es ist tatsächlich so, dass wir in den Wintermonaten viel häufiger zu "viel" Strom haben, als in den Sommermonaten. Z.B. mal hier in 2019 reinschauen (falls die Verlinkung nicht richtig funktioniert, unten links den "Import Saldo" aktivieren):
https://energy-charts.info/charts/energy/chart.htm?l=de&c=DE&interval=month&year=2019
Negativer Import Saldo = Nettoexporte; Positiver Import Saldo = Nettoimporte.
4.) Haltbarkeit von Akkus in Autos. Es gibt ja doch schon recht viele insbesondere Teslas, die 300, 400.000 Kilometer mit dem ersten Akku gefahren sind. Auch die Garantien, die die Hersteller geben (typischerweise 8 Jahre bzw. 160.000 oder 200.000 km) sprechen dafür, dass die Lebensdauer einigermaßen lang sein wird. Such mal jemanden, der dir auf die Kupplung, das Getriebe oder den Motor so eine umfangreiche Garantie einräumt. Und in Sachen Akkurecycling entsteht gerade eine ganze Industrie (wird aber sicher noch etwas dauern, bis das so richtig funktioniert). In E-Autos nicht mehr taugliche Akkus muss man auch nicht zwangsläufig entsorgen bzw. recyclen. 2nd Life als stationärer Speicher ist ja z.B. auch bei einem Akku, der nur noch 70% der ursprünglichen Kapazität schafft möglich. Um den ganzen Flatterstrom zwischenzuspeichern
5.) Verbrenner bis zur Schrottreife fahren ist umweltfreundlicher, als ein E-Auto kaufen: Kommt drauf an. Z.B. darauf, wie grün der Energiemix ist, mit dem man das E-Auto fährt (oder gar z.B. der allergrößte Teil des für das E-Auto verwendeten Strom aus der eigenen PV Anlage kommt), wie groß der Akku des E-Autos ist, wie viel Sprit (und Öl) der alte Verbrenner frisst, wie viele Kilometer gefahren werden etc. So pauschal ist das eine Aussage, die wohl vor fünf Jahren noch gestimmt hat, heute aber nicht mehr zwangsläufig.
6.) Schweine und Rinder haben keinen Einfluss auf das Ozonloch, da sie kein FCKW ausstoßen. Richtig ist natürlich, dass fleischhaltige Ernährung zu einem wesentlich höheren CO² Ausstoß (Methan usw. da jetzt einfach mal mit gemeint) führt, als vegetarische. Also geh gerne mit gutem Beispiel voran
die Benzin und Diesel Preiserhöhung ist nur dafür da um das Geld für die E-Auto Förderung wieder reinzuholen.
Das "nur" passt schon alleine deswegen nicht, weil die CO² Steuer nicht nur, nicht annähernd nur, Benzin und Diesel trifft.