Du musst als Souls-Neuling mit ein paar Dingen zurecht kommen, die heute recht außergewöhnlich sind. Im Gegensatz zu vielen Spielen, bei denen man Progress auf dem Silbertablett serviert bekommt, muss man bei Souls(likes) für den Fortschritt arbeiten.
Es ist nicht so, dass die Spiele komplett gegen dich arbeiten und unfair sind. Gerade die Fromsoft-Spiele sind extrem gut darin, dir durch das rasiermesserscharfe Gameplay genau zu zeigen, wo es hapert. Jeder Tod ist dein Fehler, weil du zu langsam warst, du greedy, zu forsch. Dabei wird vorpreschen genauso bestraft wie zu defensives Vorgehen.
Dafür gibt es kaum Spiele, bei denen der Erfolgsmoment so süß ist wie bei Soulslikes. Deine Erfolge sind meist kein Zufall, sondern Ergebnis deines Lernprozesses. Du verstehst das Spiel und seine Mechaniken immer besser - und diese Erfahrung sind dann auch zwischen den Spielen zu verwenden.
Bei Dark Souls 3 werd ich mich noch lange an meinen Sieg über den Dancer of the Boreal Valley erinnern. Stundenlang dagegen angerannt, jedesmal wieder auf die Bretter geschickt worden. Nach und nach hab ich aber gemerkt, wie immer mehr ihrer Tricks und Moves immer durchsichtiger für mich wurden und ich hab es richtig spüren kommen, wie der Moment näher rückt. Beim Sieg dann eines der wenigen Male der letzten Jahre, wo ich richtig geschrien hab. So richtig aus der Seele raus.
Ähnlich beim finalen Endboss von Sekiro. Das war auch so ein toller Moment.
Und genau DIESE Momente können imo nur Soulslikes abliefern.
Ist der Weg dahin Quälerei? Viele sehen es so. Ich ehrlich gesagt nicht. Man muss sich auf eine zentrale Sache einlassen: Bei 95% der heutigen Spiele ist der Tod im Spiel ein Versagen, ein Zustand, den man nicht erreichen sollte, der nicht zum Gameplayloop dazu gehört. Zu Soulslikes gehört der Tod jedoch zum zentralen Loop dazu. Das muss einem klar sein. In Souls zu sterben ist kein Versagen, sondern Teil deiner Reise durch das Spiel und auch Teil des Fortschritts - du als Spieler sammelst Erfahrungspunkte.