Nein, natürlich nicht.
Meine Smartphone-Nutzung hab ich auf ein Mindestmaß reduziert, Ortungsdienste, Bluetooth und WLAN sind nur an wenn ich sie gerade brauch und jede App hat nur die absolut notwendigsten Systemberechtigungen. Natürlich weiß ich, dass Google meinen Standort trotzdem trackt.
Auf meinem PC daheim läuft Linux, damit Microsoft nicht mehr über mich erfährt als nötig und dank einer ganzen Reihe von Firefox-Extensions ist auch das Tracking im Internet soweit reduziert wie menschenmöglich.
Ich glaube, wir leben schon längst in einer George Orwell 1984-Überwachungsdystopie, die meisten Leute registrieren das nur nicht oder es ist ihnen schlicht egal. Und ich glaube, dass sich das schon sehr bald rächen wird.
Früher wurden Revolutionen angezettelt, um diktatorischen Staaten gewaltsam die Überwachung ihrer Bürger auszutreiben, heute geben die Menschen sogar noch ihr hartverdientes Geld dafür aus, um sich durch Siri, Alexa und Google Homes überwachen zu lassen. Für ein kleines bisschen mehr Bequemlichkeit sind Menschen bereit, sich Wanzen ins Wohnzimmer zu stellen...
Seit Snowden wissen wir, wie weit die Überwachung im Internet wirklich geht. Und der US Patriot Act erlaubt es der US-Regierung, jederzeit ohne Möglichkeit eines Widerspruchs auf alle Daten zuzugreifen, die bei facebook, Google oder sonstwo gespeichert sind. Vermutlich dauert es nicht mehr lang, bis Verschlüsselung von Daten generell unter Strafe gestellt wird.
Ich bin raus. Ich kann meine Datenspur im Netz nicht verhindern, aber ich kann bestimmen, wieviel ich über mich bei welchem Anbieter preisgebe. Wenn Spotify beispielsweise weiß, was für Musik ich höre, dann kann ich mit diesem Eingriff in meine Privatsphäre besser leben, als wenn Vater Staat weiß, mit welchen Menschen ich wann Kontakt habe. Die Daten werden dezentral auf den Smartphones gespeichert (aber erst nach Protesten von Datenschützern - ursprünglich sollten alle Daten zentral auf einem Server liegen!), was das Risko eines Missbrauchs sehr reduziert. Aber nein, auch in Zeiten einer Pandemie bin ich nicht bereit, meine Freiheit aufzugeben.
Denn nichts hindert Regierungen daran, das Tracking ihrer Bürger nicht einfach fortzusetzen, wenn Corona nur noch eine verblassende Erinnerung ist.