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Der Politikthread

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Und um Cycrons zurück zum Anfang von vor ein paar Seiten zu kommen: und wie würde jetzt durch Reichensteuer oder Reichenabgabe den hungernden in Afrika geholfen werden? Ich frage das zum zigsten Mal. Glaubt ihr die Staaten würden in dem Moment sagen, jawoll ab damit nach Afrika? Wo sie selbst überschuldet bis sonst wohin sind?
 
Amazon ist vielleicht auch nicht das beste (wenn auch nicht falsche) Beispiel, um zu verdeutlichen was @eape meint. Ich versuche es mal anhand einer sehr viel kleineren Firma, nämlich einer Arztpraxis, mit denen ich beruflich viel zu tun habe.
Da ist es oft so, dass der Arzt seine med. Fachangestellten nicht nach dem schon mickrigen Tariflohn sondern noch schlechter bezahlt, er er sich selbst jeden überschüssigen Cent einsteckt. Das führt dazu, dass der Arzt mit seinem Porsche vorfährt, während die Fachangestellte nicht weiß, wie sie am Ende des Monats die Rate für ihren gebrauchten aufbringen soll. Dann macht so ein Arzt auch mal 150.000 im Jahr, und seine MFA kriegen keine 1500 im Monat.

Ist es ungerecht, dass der Arzt mehr verdient?
Absolut nicht. Er hat viel mehr Lehrjahre absolviert, trägt das unternehmerische Risiko etc.

Aber muss man auf Biegen und Brechen die Lücke zwischen Chef und Personal maximieren?
Sicherlich nicht. Der Arzt könnte auch mit 120.000 ein Leben in großem Wohlstand führen, müsste wahrscheinlich nicht mal groß Abstriche machen, während die 30.000 mehr für seine beiden Angestellten jeweils fast eine Verdopplung bedeuten würden. Macht halt nur kaum ein Arzt.
 
Das muss man sich einfach mal Vorstellen!
- Das Land Zimbabwe bewegt sich mit seinem durchschnittlichen Jahres Einkommen von 1635$ irgendwo zwischen Bangladesh und Kenia. (Quelle)
- In Madagaskar (Platz 10 der ärmsten Länder der Welt) beträgt das durchschnittliche Jahres Einkommen bei ca ~440$. (Quelle) (Quelle)
- Schlusslicht markiert das Land Burundi, wo 80% der Bevölkerung von weniger als 1,25$ am Tag leben müssen und 90% von der Landwirtschaft lebt. (Quelle)

Sprich zwischen Zimbabwe und denen ganz unten Bewegen wir uns bei einem Einkommensunterschied von Faktor 4-5 X.
Und zwischen Joe mit seinem Jahreseinkommen von 45.800$ (der der fast zur 1% gehört) und dem Durchschnittseinkommen in Zimbabwe bewegen wir uns bei einer Faktor von 28 X. Und Joe käme trotzdem als einer derer die fast zu der einen Prozent gehört nicht bis an sein Lebensende an seine Millionen, obwohl er besser verdient als 98,68% aller Menschen auf dieser Welt, obwohl er 140 mal [28 x besser als in Zimbabwe + 5 x besser als in Burundi] besser verdient als die Ärmsten dieser Welt. Ihm geht es soviel besser. Er wird trotzdem nie im Leben ein Millionär.

Und Obwohl er fast zu der einen Prozent gehört er 140 mal besser Verdient als die Ärmsten dieser Welt, gibt es Menschen die 1000x (Milliardäre) beziehungsweise 160.000x (Jeff Bezos) besser verdienen als er.
 
Ich dachte es geht um die extreme Armut in der Welt. Das ist man momentan, wenn man nich mehr als 1,90$ pro Person und Tag verdient. Das sind gerade mal knapp 60$ im Monat. Man geht davon aus, dass es im Jahr 2030 nach wie vor 500 Millionen dieser Ärmsten gibt. Und wir wollen dann unseren Helfen. Also sind wir an dem Punkt doch uns die Nächsten?

@Cycron deine Rechnung haben wir glaub alle schon vor 3 Tagen verstanden. Ändert aber nichts daran dass du jetzt diesbezüglich auch keine weiteren Antworten liefern kannst wie das realistisch laufen soll durch die Reichensteuer. Wird Trump die 1:1 durch reichen und anderen Ländern helfen? Hätte das Obama gemacht? Ich sage mal frech nein. Würden das die Linken, die Grünen, die AFD und Co?
 
Zuletzt bearbeitet:
@Mandos Ich rede gerade tatsächlich nicht zu dir. ;)

BTW: Geht es ja bei der Debatte um eine Reichensteuer in der USA um "nur" 2% das für jeden Dollar ab und über der 50 Millionen erwirtschaftet wird und um nochmals 3% auf jeden Euro ab und über das Vermögen ab einer Milliarde.

Sprich deine ersten 50 Millionen Dollar bleiben von dieser Reichensteuer verschont. Erst jeder weitere Dollar über diese 50 Millionen wird zusätzlich mit 2% versteuert. Das Gleiche nochmal mit zusätzlichen 3% beim Grenzwert ab einer Milliarde.


Ein ähnliches Konzept gibt es auch in Deutschland nur dass man hier halt so eine Steuer ab der 40 Millionen abkassieren will.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Das ist mir schon alles klar. Ich halte mich aber an der Komponente Mensch oder eher Regierung auf. Wenn wir humanitär denken wollen, und darum scheint es ja im Großen zu gehen, dann müssen wir uns um die Ärmsten kümmern. Immerhin ist ein Hartz4ler hier minimal 10x so gut gestellt wie einer der in absoluter existenzieller Armut lebt bzw knapp vor der Grenze ist aus ihr zu entkommen.

Das ist für mich der ganze Aufhönger bei der Diskussion hier. Eine Reichensteuer hilft denen um die es geht doch überhaupt nicht, da sie nicht bei Ihnen landen wird. Hier ist es IMHO eher nur so dass eher wir einzelnen in der Masse etwas machen können in dem wir direkt Geld an Organisationen die sich darum kümmern fließen lassen. Aber doch bitte nicht durch die Staatskasse. Im übrigen bringt die Marktwirtschaft in afrika früher oder später Internet was ganz wichtig ist. Auch wenn da Eigeninterresse von Facebook, Google, Chinesen und Co ist. Den Menschen dort hilft es zunächst mal. Sie können nur aus der Armut raus, wenn sie letzten Endes aus eigener Kraft Geld verdienen können.

Meine Daten habe ich im übrigen von "our world in data" dort Suchbegriff extreme poverty eingeben.
 
Wie gesagt, die Armut ist auch relativ.
Ein Harz4 Bezieher mag zwar das 10-Fache an Bares zur Verfügung haben als Menschen anders wo. <<
Doch würde er mit nur einem 10tel davon in Deutschland sich weder ein Dach übern Kopf leisten können geschweige davon Überleben können. Er wäre mit 70-80 Euro im Monat Obdachlos und könnte damit allerdings mit ach und krach den Hunger entkommen.


Edit: Und natürlich bin ich auch schon lange Verfechter dafür, dass Deutschland und viele andere Länder mehr und vor allem gescheitere Entwicklungshilfe leisten.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Schon klar, aber worauf magst du denn jetzt eigentlich hinaus? Also was ist dein Ansatz der Lösung? Du hast das Ganze mit deinem 20 Milliarden um 800 Mio zu helfen losgetreten. Daraufhin hat zb Zimtzicke zu Recht argumentiert, dass das für Dtl aktuell ein leichtes wäre 5 Milliarden aus aktuellen Einnahmen abzudrücken. Was aber eben nicht geschieht bzw geschehen wird. Was würde sich da durch Reichensteuer in Dtl oder sonst wo für die 800 Mio ändern? Die zig tausende Menschen die jeden Tag vor Hunger sterben. Konsequenterweise müssen wir unsere Hartz4ler (sorry dass ich diese Gruppe immer erwähne, aber das sind aktuell vom System in Deutschland her für mich die größte Gruppe der "Armen") mal außen vor lassen. Denn die sterben nicht zu Hauf jeden Tag. Das Sterben vor Hunger in Afrika muss es doch sein was uns beschäftigt und eine Lösung verlangt. Aus meiner Sicht der Weltgemeinschaft.
 
Worauf willst du eigentlich hinaus?

Weil wir mehr und gescheitere Entwicklungshilfe leisten sollten, Ursachen des Welthungers beseitigen sollten (Ausbeutung, Krieg, Umwelt Faktoren). Dies unsere verfickte Politik allerdings seit Jahrzehnten aber nie so wirklich richtig angegangen ist. (ich aber längst dafür bin, da mal was zu machen).

Darf ich jetzt nicht für eine Reichensteuer und gegen das auseinander driften von Arm und Reich sein?


Sorry ich versteh dich nicht.

Why not both?
 
Wir können ja einen Schritt nach dem anderen machen. Wird die Schere zwischen arm und reich regional kleiner, begünstigt das natürlich auch fairere Bedingungen auf dem globalen Markt.
Außerdem steigen die Ausgaben für die Entwicklungshilfe und natürlich würde sie wahrscheinlich bei höheren Steuereinnahmen noch weiter steigen? Auch wenn wir den Welthunger noch nicht besiegt haben, ist es ja nicht so, dass es keine wohltätigen Projekte finanziert durch Steuereinnahmen gäbe.
 
Ich find ja auch dieses fragen danach wie man das bewerkstelligen soll sinnbefreit. Bin ich Politiker und muss jetzt hier meine Agenda offen legen anhand der Ich über die nächsten 20 Jahre die Umverteilung in Deutschland voran treiben möchte?

Das ist etwas das in allen Bereichen immer wieder auftaucht. E-mobilität, Klimawandel etc. Man muss doch nicht den Weg und das Ziel sofort kennen um zu erkennen das man sich in einem kranken System befindet!? Hier wurde doch jetzt auch schon unzählige Male von beiden Seiten erwähnt das wir ein Problem haben. Natürlich sind wir inzwischen schon bei den Kindern in Afrika angekommen denn ja, es ist ein weltweites Problem. Hier redet ja keiner nur von Deutschland was ja auch daran zu erkennen ist das der Name Bezos gefallen ist der mit Deutschland einfach mal nix am Hut hat.

Die gesamte Welt muss sich fragen wo sie hin will, alle Länder und alle Politiker müssen überlegen ob es auf lange Sicht Sinnhaft ist immer mehr Reichtum bei immer weniger Menschen anzuhäufen und immer mehr Menschen in immer mehr Armut zu drängen. Sonst kann sich Obama seine "wann will man geboren werden" rede in ein paar Jahrzehnten in die Haare schmieren weil wir uns aktuell zuweilen zurück entwickeln.
 
Die reichsten 10% in Deutschland besitzen 56% des geschätzten Vermögens in Deutschland - Die Welt
Und wiederum 59% dieses Vermögens (33% des geschätzten deutschen Gesamtvermögens) liegen beim oberen 1% - Hans Böckler Stiftung
Und davon geschätzt wieder knapp die hälfte und zwar 48% (16% des geschätzten deutschen Gesamtvermögens) bei den 0,1% - Hans Böckler Stiftung

Edit: Während sich die unteren 50% (ja jeder zweite) der Deutschen sich 1,3% des deutschen Gesamtvermögens teilen. - Die Welt

Man erkennt hier einen ganz klaren Trend wo und in welch absurder Summe sich das Vermögen ballt und konzentriert.
Wie es so viele verschiedene Grafiken versuchen zu zeigen:

Anhang anzeigen 112680
Anhang anzeigen 112681
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Was für mich in allen Bereichen eben immer wieder auftaucht ist, dass wir für unser Handeln selbst verantwortlich sind. Entweder ich tue selbst etwas, oder ich sitze da und schimpfe über andere und erwarte dass die etwas tun. gutes Beispiel mit dem Klimawandel. Und das sehe ich hier halt auch. Auf die Reichen zeigen, die wie aus mehreren Quellen erlesbar, sich eben nicht nur aus Steuerbetrügern und Ausbeutern zusammensetzen, sondern eben auch etwas zurück geben. Selbst der gescholtene Bezos hat mit seiner Ehefrau zusammen 2 Milliarden gespendet. Aber die Beispiele gehen hier halt komplett unter. Umgekehrt sollte hier jeder 25 Euro im Jahr haben um ein Leben zu retten. Würde mich interessieren wieviel der in Dtl nach Reichensteuer rufenden das tun. Oder nicht, in voller Überzeugung dass es ja nicht ihre Aufgabe ist. Das wäre halt mal wirklich etwas selbst unternommen und gemacht.
 
@Cycron Gibst du dich mal und liest auch mal was andere schreiben. Gates will bis zu seinem Tod 95 Prozent seines Vermögens gespendet haben. Aktuell hat er 27 Milliarden gespendet. Buffet hat 20 Milliarden gespendet bisher. Wie Zuckerberg will er 99 Prozent abgeben. Ich denke das kommt so mehr Menschen zugute wie wenn mehr Steuern gezahlt würden.
 
@Cycron Gibst du dich mal und liest auch mal was andere schreiben. Gates will bis zu seinem Tod 95 Prozent seines Vermögens gespendet haben. Aktuell hat er 27 Milliarden gespendet. Buffet hat 20 Milliarden gespendet bisher. Wie Zuckerberg will er 99 Prozent abgeben. Ich denke das kommt so mehr Menschen zugute wie wenn mehr Steuern gezahlt würden.

Wenn das jeder der Superreichen so machen würde, wäre auch alles mehr oder weniger gut. Macht aber nicht jeder. Und ein Buffett zum Beispiel sagt selbst, dass der Staat ihn (viel!) höher besteuern sollte.

https://www.forbes.com/sites/carter...e-taxes-gates-buffett-bloomberg/#7d57a3887792
 
Und genau da sagst du ja exakt das was hier angesprochen wird. Viele wünschen sich Veränderung, machen aber nix. Da muss also die Politik eingreifen. Sind wir uns ja letztlich doch einig.

Ja sind wir uns, da genau das wieder das abschieben von Verantwortung ist die ich meine. Aber ist prima, dann kann man dann auch mal wieder über die Politik motzen. Bei der Diskussion bin ich dann aber raus.
 
@Cycron Gibst du dich mal und liest auch mal was andere schreiben. Gates will bis zu seinem Tod 95 Prozent seines Vermögens gespendet haben. Aktuell hat er 27 Milliarden gespendet. Buffet hat 20 Milliarden gespendet bisher. Wie Zuckerberg will er 99 Prozent abgeben. Ich denke das kommt so mehr Menschen zugute wie wenn mehr Steuern gezahlt würden.


1. Sie können das ja nach einer "Rich Tax" immer noch tun.
2. Und wie Steffko schon richtig anmerkt: Machen es leider noch lange nicht alle Superreichen.
3. Wollen die von dir genannten wohltätigen Superreichen, dass der Staat sie stärker besteuert:
Appell von US-Milliardären an die Politik - "Besteuert uns stärker!" - Spiegel Online

"Im Interesse unserer Republik"

Zu den Unterzeichnern zählen demnach unter anderem der US-Milliardär George Soros, Facebook-Mitbegründer Chris Hughes, Erben von Walt Disney oder die Besitzer der Hotelkette Hyatt. Sie loben ausdrücklich auch die Steuerpläne von Senatorin Warren. Danach sollen Steuern für diejenigen angehoben werden, die mehr als 50 Millionen Dollar an Abgaben zahlen. Diese würde die 75.000 reichsten Familien des Landes treffen.

Die Einnahmen der Vermögensteuer könnten für den Kampf gegen den Klimawandel oder zur Stärkung der Wirtschaft genutzt werden, heißt es in dem Aufruf. Zudem könnten dadurch Chancengleichheit gefördert und die demokratischen Freiheiten gestärkt werden. Die Einführung einer solchen Steuer sei "im Interesse unserer Republik".



Zudem finde ich es etwas absurd in einer Gesellschaft einzelne Individuen die großen Sozialen Fragen und Probleme lösen zu lassen.
 
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