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Der "Ich könnte kotzen" Thread

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Hey Leute, ich habe da mal eine kurze Frage:

Ich hatte in den letzten Jahren immer wieder Kontakt mit einer Jugendfreundin, so einfaches Geschreibsel.. Knartsch mit dem Partner, wie gehts dir, wie gehts dem Kind..
Vor 1-2 Jahren wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert, sie wurde mit vollem Programm behandelt und schien wohl wieder gesund zu sein.

Jetzt schreibt sie mir gestern dass bei ihr Metastasen in Kopf, Leber und Lunge entdeckt wurden.
Sie will aber keine ärztliche Behandlung mehr, sondern alternativ über Misteltherapie, Nahrungsergänzung und Heiler gehen.
Sie schafft das.

Ich würde ihr gerne schreiben dass ich das für absoluten Schwachsinn halte und sie bitten, wenigstens ihrem Kind zuliebe, den harten, medizinischen Weg zu probieren.

Würdet ihr sowas sagen oder euch raushalten?

Kannst du ihr ruhig schreiben aber bei der Diagnose ist es gut möglich dass sie von den Ärzten eh keine Chance mehr bekommen hat :/
 
Puh, also ich kenne mich da nicht so gut aus, aber wenn Sie vor 1,5 schon Brustkrebs hatte und nun Metastasen in Lunge, Kopf und Leber hat, es also schon so durch den Körper gestreut hat, dann ist die Chance (vermutlich) leider eh nicht so gut.
Wie man damit umgeht, da ist wohl jeder anders.
2 Freunde meines Vaters sind ebenfalls an Krebs gestorben, der eine wollte sich behandeln lassen und hat so lange gekämpft -mit allen Mitteln- wie er konnte. Der andere hat die Behandlungen abgelehnt und wollte das Martyrium nicht durchmachen. Und ich kann beide Seiten verstehen, da muß man dann teilweise schon echt sehr viel durchmachen.
Da würde ich sagen muß man den Wunsch der jeweiligen Person akzeptieren, wie sie mit ihrem Leben und der Zeit umgehen wollen
 
Kannst du ihr ruhig schreiben aber bei der Diagnose ist es gut möglich dass sie von den Ärzten eh keine Chance mehr bekommen hat :/
Egal wie die Diagnose ist, mit richtiger medizinischer Behandlung kann man zumindest die Progression verlangsamen und/oder Schmerzen im Zaum halten.

Bullshit wie Misteltherapie und Nahrungsumstellung, um einen Tumor zu "behandeln", führt nur zu mehr Leid und einem schnelleren Tod.

@Tequila1101 Ich würde es ihr so sagen. Es geht halt um Leben und Tod, da muss man imo als nahestehender Mensch alles versuchen, Vernunft in den Schädel zu bekommen.
Unbehandelter Krebs ist extrem leidvoll für den Betroffenen und die Angehörigen. Früher oder später würde sie so oder so in medizinische Behandlung kommen. Und wenn das erst passiert, wenn der komplette Körper voller Metastasen ist, sie ausgemergelt und in ständigen, unaushaltbaren und nicht mehr behandelbaren Schmerzen "leben" muss, ist niemandem geholfen.

Man muss ja auch nicht jede Hardcore-aggressive Behandlung neuer Methoden als Studienteilnehmer mitmachen und kann sich bei entsprechender Prognose auch in eine rein palliative Behandlung begeben, um die Lebensqualität zu verbessern.
 
Die Ärzte haben wohl auch schon direkt das Behandlungsprogramm mit Kopfbestrahlung und Medikamenten vorgestellt, da habe ich vorhin nochmal nach der Heilungssaussicht gefragt -wird wahrscheinlich nicht sehr rosig sein.

Ich denke mir ja auch dass ich es bei so einer Diagnose, wahrscheinlich eher nochmal krachen lassen würde, als weiter zu leiden.
Aber mich stattdessen von Heilern und Mistelzweigtherapien belabern bzw. zur Kasse bitten zu lassen, kann ich nicht verstehen.

@Marcello
Du hast es aber mit deinem letzten Satz gut auf den Punkt gebracht, wie man mit seiner Zeit umgehen will, ist seine Sache.
Ich denke, dass werde ich ihr nicht vermiesen.
 
Da würde ich sagen muß man den Wunsch der jeweiligen Person akzeptieren, wie sie mit ihrem Leben und der Zeit umgehen wollen
IMO endet das aber, wenn sich Leute in Notsituationen von Quacksalbern mit (teuren) esoterischen Bullshit-Methoden einlullen lassen. Da sollte man gegen angehen und aufklären.

Wie gesagt: Wenn jemand nicht mehr mit Zähnen und Klauen gegen den unvermeidlichen Tod kämpfen will - auf jeden Fall unterstützen. Am besten trotzdem in ärztlicher Behandlung, um die Schmerzen und sonstigen körperlichen Auswirkungen zumindest nicht mehr so stark spüren zu müssen. Nicht jede Krebstherapie (v.a. von schlechten Prognosen) bringt an sich Leid und Nebenwirkungen. Hoffnungslose Fälle können auch nur Morphine bekommen und ansonsten auf den Tod zu warten.

Aber bitte keine Lieben in die Falle von Betrügern laufen lassen, die Hoffnung verkaufen und nichts bieten können.
 
Hey Leute, ich habe da mal eine kurze Frage:

Ich hatte in den letzten Jahren immer wieder Kontakt mit einer Jugendfreundin, so einfaches Geschreibsel.. Knartsch mit dem Partner, wie gehts dir, wie gehts dem Kind..
Vor 1-2 Jahren wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert, sie wurde mit vollem Programm behandelt und schien wohl wieder gesund zu sein.

Jetzt schreibt sie mir gestern dass bei ihr Metastasen in Kopf, Leber und Lunge entdeckt wurden.
Sie will aber keine ärztliche Behandlung mehr, sondern alternativ über Misteltherapie, Nahrungsergänzung und Heiler gehen.
Sie schafft das.

Ich würde ihr gerne schreiben dass ich das für absoluten Schwachsinn halte und sie bitten, wenigstens ihrem Kind zuliebe, den harten, medizinischen Weg zu probieren.

Würdet ihr sowas sagen oder euch raushalten?
Sagen! Ärzte werden ihr schon mitteilen wie die chancen aussehen und welche alternative es gibt um das leid zu mildern. Mistelzweige gehören dagegen wohl weniger dazu. Aber es ist natürlich auch ihr leben.
 
Egal wie die Diagnose ist, mit richtiger medizinischer Behandlung kann man zumindest die Progression verlangsamen und/oder Schmerzen im Zaum halten.

Bullshit wie Misteltherapie und Nahrungsumstellung, um einen Tumor zu "behandeln", führt nur zu mehr Leid und einem schnelleren Tod.

Natürlich ist das Bullshit aber vllt will sie nicht mehr leiden. Solang sie nicht dem Hirngespinst aufsitzt, dass solche Pseudotherapien ihr mehr Heilung versprechen, ist es ihre Entscheidung und die sollte man respektieren, v.a. als Freund.
 
Musste das kürzlich auch bei einem Bekannten erleben.
Wenn der Krebs gestreut hat und der Körper bereits voll ist, muss man sich ernsthaft die Frage stellen in wie weit man Chemo- und Bestrahlungstherapien über sich ergehen lassen möchte.
Die Nebenwirkungen dieser Behandlungen sind ja auch nicht zu unterschätzen.
Was hat man von den paar zusätzlichen Tagen Lebenszeit, wenn man sich nur noch elend fühlt und den halben Tag kotzen muss...

Wie @el_barto schon schrieb, macht da eine gute palliative Behandlung wahrscheinlich mehr Sinn.
 
Natürlich ist das Bullshit aber vllt will sie nicht mehr leiden. Solang sie nicht dem Hirngespinst aufsitzt, dass solche Pseudotherapien ihr mehr Heilung versprechen, ist es ihre Entscheidung und die sollte man respektieren, v.a. als Freund.
Und genau deswegen schreib ich doch, sollte sie in medizinische Behandlung. Denn nur die kann dafür sorgen, dass man möglichst wenig leiden wird.

Unbehandelter Krebs führt sicher nicht zu einem sanften Tod, sondern zu schlimmen, schlimmen, oft monatelangen Qualen, die vielgestaltig sein können. Metastasen im Kopf werden irgendwann zu Symptomen wie Epilepsie führen und früher oder später zu schlimmstmöglichen Kopfschmerzen, während die Metastasen im Rest des Körpers ausbreiten und dort in vielen Organen eigene Symptome hervorrufen, die alle durch Schmerzen begleitet werden, wenn die Dinger wachsen.
Und das sind irgendwann keine Schmerzen mehr, über die man hinwegsehen kann. Und das muss nicht mal heißen, dass der Tod bald kommt. Das kann sich lange in diesem Stadium hinziehen, während man langsam dahinsiecht.

Wer einfach nur nicht mehr leiden will, muss einfach in medizinische, palliative Behandlung. Ansonsten wird dieses Ziel sicher nicht erreicht.
 
Auf den ersten Blick wirkt alles so klar. Meine erste Reaktion war ja auch gleich „Hör mir auf mit dem Scheiss“, aber eure Argumente pro und contra greifen alle.

Die Ärzte sagten dass sie nicht mehr gesund wird.
 
Ich habs mir nicht verkneifen können und ihr gesagt dass wenn sie mit alternativen Behandlern verkehrt, bitte trotzdem noch wachsam und realistisch bleiben soll.
Darauf kam ein relativ kühles "Ich weiss was ich mache, ich habe ein gutes Gefühl dabei, ich werde wieder gesund"

Ist ok für mich, ich konnte es loswerden und sie hat es nicht tangiert.

Naja, damt schließt sich auch hier der Kreis. Ich könnte kotzen dass es Menschen gibt, die sich mit Kundenhoffnung im Angesicht des Todes die Taschen stopfen. Danke für eure Meinungen.
 
Ich habs mir nicht verkneifen können und ihr gesagt dass wenn sie mit alternativen Behandlern verkehrt, bitte trotzdem noch wachsam und realistisch bleiben soll.
Darauf kam ein relativ kühles "Ich weiss was ich mache, ich habe ein gutes Gefühl dabei, ich werde wieder gesund"

Ist ok für mich, ich konnte es loswerden und sie hat es nicht tangiert.

Naja, damt schließt sich auch hier der Kreis. Ich könnte kotzen dass es Menschen gibt, die sich mit Kundenhoffnung im Angesicht des Todes die Taschen stopfen. Danke für eure Meinungen.

Ich denke man klammert sich in dieser Situation an jeden Strohhalm der sich bietet...

Dein Input war richtig aber es ist noch zu früh und Sie kann ihn noch nicht akzeptieren als was er gedacht war.
 
Ich hätte gerne ein Shampoo, das extra stark in den Augen brennt. Für richtige Männer.
Ich kann da dieses empfehlen.
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Haben Pil und ich früher auch immer benutzt. :grins:
 
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