Ich bin heute früh mal schnell die Kombination Honda S2000 auf Red Bull Ring nass gefahren: GT League, J-Sports-Meeting Runde 9, 6 Runden Rennlänge.
Und ich bin dezent enttäuscht. Die "nassen Bedingungen" würde ich als "Nieselregen nach dem großen Schauer" beschreiben. Das heißt, es gibt vereinzelte Pfützen auf der Strecke, aber die Gischt und der Regen behindern die Sicht kaum. Und wirken sich auch kaum aufs Fahrverhalten aus. Das, was mir am meisten auffiel, ist, dass es keine quietschenden Reifen mehr gibt. Dafür ist die Gischt manchmal so laut, als ob man gerade durch die Waschanlage fährt.
Die Pfützen sind reine Optik und wirken sich nicht aufs Fahrverhalten aus. Man kann auch problemlos auf den eigentlich nassen Curbs mit einer Fahrzeugseite anbremsen, ohne dass das Fahrzeug unruhig wird oder sich der Bremsweg verlängern würde. Generell fährt man einfach einen Tick langsamer über den Kurs, ab und zu untersteuert es mal, es gibt kein plötzliches Übersteuern, für das der S2000 in der Anfangszeit durchaus berüchtigt war. Man fährt auch keine Regenlinie, sondern folgt der Ideallinie wie im Trockenen.
Nun kann ich mangels Erfahrung auf der echten Strecke nicht beurteilen, ob es auf dem Red Bull Ring tatsächlich eine Regenlinie gibt, denn der Red Bull Ring ist ja viel Stop and Go, aber ich könnte mir schon vorstellen, dass es durch die bergige Lage des Kurses zu anderen Fahrlinien im Regen kommen könnte, die schneller sind als die trockene Ideallinie.
Ich hoffe, da wird in Sachen Reifensimulation ordentlich nachgebessert, sobald die neue Partnerschaft mit Michelin ab Oktober in Kraft tritt. So wie momentan sind die nassen Bedingungen ein nettes Gimmick, aber meiner Meinung nach keine Fahrspaß- und/oder Fahrkönnen-erweiternde Erfahrung.
Dies ist mein Ersteindruck. Ich werde in den kommenden Tagen und Wochen den nassen Red Bull Ring mit verschiedensten Fahrzeugkategorien ausprobieren, vielleicht ändert sich dann meine Meinung noch, und falls ja, hoffentlich zum Positiven.