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Der Politikthread

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Ich denke, das könnte allenfalls eine kurzfristige Erscheinung sein. Politiker verdienen ja nicht schlecht. Wenn der Job lukrativ ist und eine Stelle nicht unwahrscheinlich, wird auch das Angebot auf dem Arbeitsmarkt steigen. Und somit auch qualifizierte Bewerber für die jeweiligen Positionen.
 
Ich persönlich denke, dass solche Quoten in der Regel mehr Nachteile als Vorteile haben. Kommen so mehr ungeeignete Kandidaten auf die Posten? Wahrscheinlich. Schadet es dem Image der Quotenleute? Definitiv. Sorgt es für böses Blut zwischen den Gruppen? Oftmals ja. Interessen sind auch nie 50/50 in der Gesellschaft oder den Geschlechtern verteilt. Versucht man das per Zwang zu ändern macht man es meist nur schlimmer.
Bei 709 Mandaten aktuell im Bundestag hätte ich lieber ein paar Frauen mehr, als die Seehofers und Scheuers, die da rumlaufen. Du fragst nach Qualifikation? Ich bei den Männern ebenso, die es ohne Quoten etc. in den Bundestag geschafft haben. Welch Vorteil. Nicht.
Da wird man unter 40 Millionen Frauen in Deutschland schon 355 Frauen finden, die ganz klug und geeignet sind.

Und was du sonst noch ansprichst, in anderen Ländern hatte es nicht die negativen Effekte, die du beschreibst.

Und um es mit Viviane Reding zu halten: "Ich mag keine Quoten. Aber ich mag sehr, was sie bewirken. Und vielleicht ist es nötig, das zu tun, was Quoten tun."
 
Das wollte ich doch damit gar nicht sagen.

Das zeigt doch eben nur, dass es ohne Quote eben auch unqualifiziertes Personal gibt, da ständig das Argument kommt, dass mit Quote Frauen ins Parlament ziehen würden, die nicht qualifiziert genug wären.
 
Wenn aus aus 30% genau so viele erwählt werden wie aus 70% ist die chance zumindest höher mehr Nicht Qualifizierte darunter zu haben

Sowas kann dann bei Männern eben genauso gut zu Verdruss führen, da faire Chancen nicht mehr gegeben sind
 
Naja. Fällt mir echt schwer, nicht zynisch zu werden. Wir können die Vorteile, die wir als Männer in der Geschichte der Menschheit hatten und weiterhin haben, kaum von der Hand weisen. Jetzt die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen, weil man nur noch die Hälfte der politischen Ämter bekleiden soll, finde ich etwas überzogen.
 
Naja. Fällt mir echt schwer, nicht zynisch zu werden. Wir können die Vorteile, die wir als Männer in der Geschichte der Menschheit hatten und weiterhin haben, kaum von der Hand weisen. Jetzt die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen, weil man nur noch die Hälfte der politischen Ämter bekleiden soll, finde ich etwas überzogen.

Also sollen wir jetzt benachteiligt werden weil wIr lange bevorteilt wurden?
Das ist also GLEICHberechtigung....

Davon ab gehts nicht um die Hälfte der Ämter, sondern eine Anzahl an Ämtern die der Anzahl der Kandidatinnen angemessen ist, damit jede! Person die gleichen Chancen hat.
 
Mensch Gerri, da wird doch keine Person mehr bevorzugt, sondern eben keine mehr benachteiligt.
Gesellschaft: 50/50 Frauen/Männer
Parlament: 30/70 Frauen/Männer
Wenn die Politik eben nicht im Stande ist, sich an die gesellschaftlichen Verhältnisse anzupassen, muss man eben nachhelfen. Siehe das Zitat von Vivane Reding.

Außerdem geht es auch um eine Art Mentalitätswechsel. Es ist doch völlig absurd, das Argument heranzuziehen, dass wenn Ämter "nur" noch von 50% Männern besetzt werden, ein Qualitätsverlust stattfindet.
Siehe Ruanda, nach dem Genozid dort gab es eine starke Frauenbewegung und das Parlament sollte weiblicher werden, also hat man eine Quote von 30% eingeführt. Im Parlament sitzen aber mittlerweile 60% Frauen, weil man gemerkt hat, dass Frauen politisch doch was drauf haben. In Ruanda. Ganz freiwillig. Und ordentlich gewählt. In Ruanda.

Und vielleicht braucht's genau wegen solcher Argumente, wie sie hier ständig aufgeführt werden, eine Quote.

Und wenn du tatsächlich glaubst, es kommen nur die Personen ins Parlament oder besetzen posten, weil sie qualifiziert sind, ist das mitnichten so. Geschacher und Proporz hat einen höheren Stellenwert.
 
Durch die politische und gesellschaftliche Diskriminierung der Frau seit Jahrtausenden, ist es schwer diese Tradition so einfach zu brechen. Und es kann sinnvoll sein, einen erwünschten Zustand zu erzwingen, damit er zur Normalität wird. Es ist nicht der beste Weg, aber vielleicht der schnellste.
Vielleicht nehme ich es auch falsch wahr, aber gerade bei Frauen in hohen Positionen, hört man doch immer wieder, dass sie "ungefickt" sind oder dass sie sich "hochgefickt" haben. Man sieht so viel Missgunst in der Gesellschaft, wenn Frauen höher gestellt sind als Männer. Vielleicht ist es nötig, dass das nicht mehr die Ausnahme ist.
 
Zuletzt bearbeitet:
Mir ist schon klar das es nicht nach Qualifikation läuft, ich denke das kann jeder gut sehen.

Ich hab auch nichts dagegen wenn 80% Frauen wären, aber eben, wenn es schon ne Quote gibt, auch nur wenn 80% der Anwärter/innen Frauen sind.

Mehr will ich eigentlich garnicht sagen. Die Quote sollte steigen und fallen mit den Leuten die in die Parteien drängen. Wär doch ganz simpel.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ist eben eine Frage der Repräsentanz, gesellschaftlich sind es 50% Frauen und 50% Männer, warum also das nicht auch parlamentarisch?

Weil das Geschlecht kein Kriterium sein sollte und es egal ist, wer einen vertritt.

Das ist mMn genau der Denkfehler, es geht doch nicht darum, dass im BT genau so viele Männer/Frauen sitzen wie es in der Bevölkerung gibt. Woher dieser Anspruch? Warum die Annahme, dass Geschlecht X nicht vertretend für Geschlecht Y im BT sitzen würde? Und warum gerade dieses Merkmal? Dann auch bitte das Verhältnis von Rechtshändern/Rothaarigen/Fettleibigen/Buddhisten/Leuten mit IQ <90 und Einbeinigen beachten.

Den letzten Satz kann man sich in dem Zusammenhang dann auch sparen. Aber gut, anscheinend muss man immer eine Spitze droppen.

War natürlich ne Spitze, aber nicht komplett ohne Hintergrund. Denn auch dann wird es Leute geben, die sich nicht vertreten fühlen.

Parlamente sollen aber nicht die einzelnen Parteien abbilden, sondern die Gesellschaft.
"Die Abgeordneten [...] sind Vertreter des ganzen Volkes." Art. 38 (1) GG

Ja, wer gewählt wird, vertritt entsprechend das Volk. Egal wer das ist. Das ist ne Errungenschaft, dass da einfach jeder zugelassen ist.
Nicht "Der Bundestag [...] ist derart spiegelbildlich mit Menschen zu besetzen, dass sämtliche Merkmale entsprechend ihrer Verteilung in der Gesamtbevölkerung gleichwertig vertreten sind."

Stattdessen für dieses (gute) Ziel in etwas so unfassbar Hochrangiges wie das Wahlsystem krass manipulativ eingreifen?
Ich versteh gar nicht, wie man da keine Bauchschmerzen haben kann. Sowas muss doch nicht vom Staat auf die Bürger, sondern vom Bürger in den Staat gehen. Der Staat muss die neutrale Plattform sein, auf der sich jeder Mensch gleich welcher Merkmale frei tummeln kann.

Und die Parteien können das doch einfach für sich selbst abmachen. Jede für sich oder einen Pakt untereinander. Macht doch, kommt vielleicht sogar super an.


Bei 709 Mandaten aktuell im Bundestag hätte ich lieber ein paar Frauen mehr, als die Seehofers und Scheuers, die da rumlaufen.

Ja, ich auch. Ich glaube auch kein Stück, dass ich den Zustand in diesem Land schlechter finden würde, wenn mehr Frauen an den Hebeln sitzen würden. Darum geht es mir hierbei nicht mal.


P.S.: Und ja, mir ist klar, dass die Welt nicht untergeht, selbst wenn das jetzt in jeder Wahl in D so wäre. Aber einen Eingriff in die Wahl finde ich einen (zu) immens hohen Eingriff, den es immer zu scheuen gilt
 
Weil das Geschlecht kein Kriterium sein sollte und es egal ist, wer einen vertritt.

Das ist mMn genau der Denkfehler, es geht doch nicht darum, dass im BT genau so viele Männer/Frauen sitzen wie es in der Bevölkerung gibt. Woher dieser Anspruch? Warum die Annahme, dass Geschlecht X nicht vertretend für Geschlecht Y im BT sitzen würde? Und warum gerade dieses Merkmal? Dann auch bitte das Verhältnis von Rechtshändern/Rothaarigen/Fettleibigen/Buddhisten/Leuten mit IQ <90 und Einbeinigen beachten.
Warum Denkfehler? Wir haben dabei eben unterschiedliche Ansichten, wobei nichts davon ein Fehler sein muss.

Warum die Annahme? Weil es, ich lehne mich mal weit aus dem Fenster, so gut wie immer Frauen waren, die für Rechte von Frauen gekämpft haben.
Oder warum, denkst du, sprechen sich selbst konservative Vertreterinnen im In- und Ausland für mehr Frauen in den Parlamenten/Unternehmen aus? Genau, weil nur Frauen wissen, wie es ist, als Frau benachteiligt zu werden. Wären Männer in der Lage, daran etwas zu ändern? Mit Sicherheit. Tun sie leider nur sehr zaghaft, wenn überhaupt.

Warum gerade dieses Merkmal? Weil es 50% der Gesellschaft sind und es ein absolut übergeordnetes Merkmal ist. Anders als deine anderen aufgelisteten Beispiele an Merkmalen, die ausnahmslos von Frauen und Männern ebenso vertreten werden können.
Und ich glaube fast, dass das Verhältnis von Dicken, Rothaarigen und Leuten mit einem im IQ von unter 90 im Bundestag schon ganz repräsentativ ist. :D

Und nein, ein Eingriff ins Wahlsystem ist ganz normal und kein so großes Ding, wie du es darstellst. Das wird ständig gemacht und verändert. Im Ausland sogar noch deutlich mehr und gravierender.
 
Es gibt so viele Dinge, wo Frauen und Männer sehr unterschiedlich denken, weil es sie auch unterschiedlich stark betrifft oder die Prioritäten anders gesetzt sind, da macht es schon Sinn, dass Frauen und Männer mindestens gleich im Parlament vertreten sind.

Warum sollten ausgerechnet konservative alte Säcke zu 70% darüber entscheiden, ob und wie sich eine Frau über Abtreibung informieren kann und darf?
 
Ok, also deiner Meinung nach haben Parlamente grundsätzlich das Ziel die Gesellschaft _abzubilden_
Während ich denke, dass die gewählten Leute einfach das Volk vertreten (Zusammensetzung egal)

Und die Entwicklung der Frauenanzahl im BT ist ja auch gar nicht so schlecht wie es gemacht wird.
Eine klare Aufwärtsbewegung. In 30 Jahren von 10% auf 37%. Coole, vor allem natürliche und freie (!) Entwicklung.
(Nur der frische BT jetzt ist n Ausreißer mit dem AfD-Gesindel z.B.)

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(Leute unter 30 sind auch total unterrepräsentiert und sind ein großer Teil der Bevölkerung. Ein vielleicht besseres Beispiel als die Einbeinigen oben, aber egal jetzt.)

Und nein, ein Eingriff ins Wahlsystem ist ganz normal und kein so großes Ding, wie du es darstellst. Das wird ständig gemacht und verändert. Im Ausland sogar noch deutlich mehr und gravierender.

Das ist aber ein intensiver Eingriff, keine Lappalie wie du es darstellst.
Bei anderen Ländern wirst du es besser wissen und daher frage ich mal. Wie üblich sind denn Vorschriften über Personeneigenschaften in den anderen freien Demokratien so? Kenne mich nicht aus.
 
Und mal durchaus ernst gefragt: müsste man dann nicht auch das Ganze in m/w/d unterteilen? Und eben den Diversen (sagt man das so?) eben einen Anteil zugestehen?
 
ja, darauf zielte meine Spitze im ersten Beitrag ja auch ab, durchaus mit ernstem Interesse

vielleicht sind das ja unter 0,5% und daher können diejenigen, die meinen, das Parlament sei spiegelbildlich zu besetzen, darüber hinwegsehen.

Ansonsten wäre das ja schon zu berücksichtigen...und würde so mancher Partei Probleme bereiten
 
Es gibt so viele Dinge, wo Frauen und Männer sehr unterschiedlich denken, weil es sie auch unterschiedlich stark betrifft oder die Prioritäten anders gesetzt sind, da macht es schon Sinn, dass Frauen und Männer mindestens gleich im Parlament vertreten sind.

Warum sollten ausgerechnet konservative alte Säcke zu 70% darüber entscheiden, ob und wie sich eine Frau über Abtreibung informieren kann und darf?

Es gibt so viele Dinge, wo Juden und Atheisten sehr unterschiedlich denken, weil es sie auch unterschiedlich stark betrifft oder die Prioritäten anders gesetzt sind....


Ich finde es nicht den richtigen Ansatz Wahlbeteiligte zu rastern.

Wenn nur konservative alte Säcke gewählt werden, sollen die auch entscheiden, ja. Ist ja zum Glück nicht so und wird hoffentlich auch nie so.
 
Das sind weit unter 1% (ca. 0,2%). Keine Ahnung, ob ihr das wirklich ernst meint. Wenn doch, dann könnt ihr ja ausrechnen, wie viele Menschen auf den Wahllisten transsexuell (bzw. "divers") sein müssten.

Aktuell erfüllen die Parteien links von der Mitte die Frauenquote sowieso bereits ganz gut. Es geht darum, dass ab der CDU bis rechts-außen der Anteil so bei 20-25% liegt und da kann man sich schon darüber streiten, ob da eine Diskriminierung der Frau erfolgt und ob die Parteien den Frauen genug Raum bieten, hier erfolgreich zu sein.
 
ist dann auch die Frage, ob Frauen, die eh schon so wählen, weniger stark dem Karrieredrang in einer Partei nachgehen, usw.
aber egal


Ich denke, solange die gleiche Berechtigung (= rechtliche Möglichkeit) gegeben ist, es aber lediglich an der allumfassenden Umsetzung scheitert, muss das Korrektiv in einer sauberen Demokratie dann aber doch der Wähler sein und nicht der Staat

reicht jetzt auch, I rest my case
 
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