Ein kleiner Erfahrungsbericht, aufs wesentliche reduziert (weil ich aktuell im Spätdienst sitze) und die durchaus interessante Diskussion mit Spannung verfolge.
Meine Partnerin hat sich immer sehr vehement gegen Abtreibungen ausgesprochen. Frauen, die quasi eine Zehnerkarte in der Abtreibungsklinik haben, hat sie regelrecht gehasst. Da wir auch Kinder haben, kennen wir diese magischen Momente, wenn man auf Ultraschallbildern die Entstehung eines neues Lebens sieht. "Wie kann man nur abtreiben?!" fragt man sich da.
(OK, vor der Geburt des ersten Kindes waren wir uns beide einig, dass wir kein behindertes Kind zur Welt bringen wollen würden. Wie hier schon gesagt wurde, würde sich damit ALLES ändern. Und am wichtigsten: Wer kümmert sich darum, wenn wir nicht mehr da sind? Das wollten wir definitiv nicht)
Wir sind beide 36 Jahre alt, unser großer kommt in die Schule (wie die Zeit vergeht!), und alles läuft mehr oder weniger wie es soll. Die Familienplanung ist abgeschlossen.
Vor wenigen Monaten dann der Schlag in die Magengrube. Schwanger und im selben Atemzug die Äußerung, dass es nicht geht. OK, alles andere hätte mich auch gewundert, wie gesagt, Familienplanung abgeschlossen. Ich wollte mich eh sterilisieren lassen, aber solange ich mit dem Azubi Gehalt mehr schlecht als recht über die Runden komme, geht das finanziell nicht (Die Krankenkasse übernimmt solch einen Eingriff nicht). Sobald ich ausgelernt habe, ist es das erste was ich mache. So fruchtbar wie wir beide sind ... Eine vierte Schwangerschaft wollte sie ihrem Körper nicht antun, was ich auch verstehen kann. Außerdem gab es viele Gründe, sich dagegen zu entscheiden. Ob Platz (es ist jetzt schon zu eng), finanziell, Zukunft, so viele Faktoren die da rein spielen ...
Natürlich haben wir verhütet. Aber wie man sieht, hat man eben keine Garantie. Wir brauchen uns eigtl nur angucken und zack schwanger.
Von daher kann man sich vorstellen, wie man daran zu knabbern hat, gerade als Frau, die Abtreibungen stets verteufelt hat.
War schwierig, keine schöne Zeit.
Ist kein einfaches Thema und es gibt wie immer mehr als nur schwarz / weiß.