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Der Politikthread (9 Betrachter)

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Ja mir ist bewusst, ihr Umweltnazis seht das so. Mag da auch gar nicht drüber diskutieren. Könnt euch ja alle n Windrad in den Garten stellen :)

Das hat nichts mit Umweltnazis zu tun. Die Wissenschaft sieht das so. Entweder wir fahren die weltweiten CO² Emissionen innerhalb der nächsten ~30 Jahre auf netto null oder wir haben ein sehr großes Problem.


Dürfte nicht nur an den Jobs liegen, auch am Strompreis. Noch ist Ökostrom teurer, und bis er effektiv und belastbar günstiger wird (auch in Bezug auf die Versorgungssicherheit), wird das noch etwas dauern. 2020 halte ich für sehr optimistisch. Viele sind für die Rettung der Umwelt einfach zu geizig und zu kurzsichtig.

Ich habe ja schon seit Anfang an 100%igen Ökostrom (Neuanlage, keine Umwidmung) und ich hätte es auch gerne, wenn man dafür mehr Steuergeld locker macht, nicht jeder kann sich das leisten. Auch wenn andere Länder (noch) nicht mitmachen, einer muß anfangen. Und ich bin überzeugt, das es sich langfristig lohnen wird. Aber da bin ich wohl in der Minderheit und langfristige Betrachtungsweisen sind heutzutage nicht mehr gefragt.


Ich halte das für eine geniale Masche. Man hat den Leuten eingebläut, dass erneuerbare Energie teuer ist. Und dann ist das halt so :D
Tatsächlich ist das eigentlich gar nicht so. Einschließlich aller Folgekosten (inkl. Klimawandel) sind die erneuerbaren ein Sonderangebot. Aber selbst ohne die Folgekosten mit einzurechnen, haben komplett abgeschriebene Kohlekraftwerke heute Probleme, noch am Markt zu bestehen. Wind und PV gehen in Kürze für 4 oder 5 Cent ans Netz. Die Hälfte davon muss man bei Braunkohle schon alleine für die CO² Zertifikate zahlen.

Die Chinesen, Inder und Co. bauen übrigens Photovoltaik zu, als ob es kein Morgen gäbe (naja) :D


Nach den AKWs wären folgerichtig jetzt erstmal noch die letzten vier (?) Steinkohlekraftwerke dran, die nochmal ne ganze Ecke übler ist als Braunkohle.

Edit: Das hab ich wohl falsch in Erinnerung. Hätte schwören können gerade vor ein paar Monaten einen Artikel drüber gelesen zu haben, den ich aber nicht mehr finde. ¯\_(ツ)_/¯

Es es übrigens andersrum. Die Braunkohle ist übler, als die Steinkohle. Sowohl was den CO² Ausstoß pro kwh angeht, als auch in Sachen Regelbarkeit.
 
Einschließlich aller Folgekosten (inkl. Klimawandel) sind die erneuerbaren ein Sonderangebot. Aber selbst ohne die Folgekosten mit einzurechnen, haben komplett abgeschriebene Kohlekraftwerke heute Probleme, noch am Markt zu bestehen. Wind und PV gehen in Kürze für 4 oder 5 Cent ans Netz

Die Folgekosten schlagen sich aber nicht direkt im Portemonnaie nieder und sind damit für Otto Normalstromverbraucher erstmal nicht interessant.

Wind und PV werden zwar immer billiger, aber sind nicht grundlastfähig, das weißt Du auch. Dafür muß man erstmal Infrastruktur schaffen. Wenn das nicht Europaweit geschieht (und das hat seine ganz eigenen Schwierigkeiten), muß man erstmal ordentlich investieren, bevor sich der billige Ökostrom effektiv bemerkbar macht.

Nicht falsch verstehen, ich bin ja dafür, das man das so schnell wie möglich angeht - zur Not auch im Alleingang. Aber wenn man nicht den Rückhalt in der Wählerschaft hat, ist das politischer Selbstmord. Und daraus folgt eine eher noch langsamere Umsetzung. Konnte man ja schön am AKW-Ausstieg sehen - der Austieg vom Austieg vom Ausstieg. Deutlich teurer als vorher.
 
Die Folgekosten schlagen sich aber nicht direkt im Portemonnaie nieder und sind damit für Otto Normalstromverbraucher erstmal nicht interessant.

Wind und PV werden zwar immer billiger, aber sind nicht grundlastfähig, das weißt Du auch. Dafür muß man erstmal Infrastruktur schaffen. Wenn das nicht Europaweit geschieht (und das hat seine ganz eigenen Schwierigkeiten), muß man erstmal ordentlich investieren, bevor sich der billige Ökostrom effektiv bemerkbar macht.

Nicht falsch verstehen, ich bin ja dafür, das man das so schnell wie möglich angeht - zur Not auch im Alleingang. Aber wenn man nicht den Rückhalt in der Wählerschaft hat, ist das politischer Selbstmord. Und daraus folgt eine eher noch langsamere Umsetzung. Konnte man ja schön am AKW-Ausstieg sehen - der Austieg vom Austieg vom Ausstieg. Deutlich teurer als vorher.

Ich halte diese Sache mit dem "grundlastfähig" für totalen Quark. Das ist ein künstliches Konstrukt, weil AKWs und Braunkohle eben am besten funktionieren, wenn sie 24/7 fix laufen. Da hat auch niemand kritisiert, dass sie sich dem Bedarf nicht gescheit anpassen können, obwohl der ständig schwankt.

Es gibt viele Möglichkeiten mit dem wechselnden Angebot umzugehen. Von den E-Autos, die ganz automatisch Puffer zur Verfügung stellen werden, über Power-to-Gas oder überhaupt erstmal die aktuellen Kapazitäten auszuschöpfen (50 Hertz Chef: "80 Prozent Erneuerbare sind kein Problem": https://www.tagesspiegel.de/wirtsch...t-erneuerbare-sind-kein-problem/13688974.html ). Die Infrastruktur, die bereits da ist, ist also noch gar nicht ausgeschöpft. Und die wird ständig erweitert.

Der Klimawandel kommt auch regelmäßig in Umfragen auf einen der vorderen Plätze, wenn es um die Sorgen der Bürger geht. Die Wähler sind sich des Problems durchaus bewusst. Nur wollen viel zu wenige Politiker das Thema auch mal konsequent angehen. Die Bundesregierung stellt sich in Paris hin und sagt "Ja, wir machen mit" und beschließt dann einen Zubau, der für die Zusagen, die gemacht wurden, nicht annähernd ausreicht. Selbst die 5 GW Wind / 5 GW PV pro Jahr der Grünen reichen nicht annähernd aus.
Irgendwann muss man den Leuten sagen: so gehts nicht weiter. Wir verschleppen das Problem seit 30, 40 Jahren und es wird mit jedem Tag, den es weiter nach vorne geschoben wird, schwieriger, am Ende eine Lösung zu finden, die nicht zu 3, 4, 5 oder 6 Grad Erwärmung bis 2100 führt.

Die Fakten liegen alle auf dem Tisch. Erneuerbare werden in einem Tempo günstiger, das sich selbst die kühnsten Optimisten vor 20 Jahren nicht hätten vorstellen können. Aber dennoch passiert viel zu wenig. Und das hat m.E. auch etwas damit zu tun, dass immer noch Leuten vertraut wird, die offensichtlich ein Interesse daran haben zum Fazit zu kommen, dass die Sache mit den Erneuerbaren sowieso nicht funktioniert.

Siehe beispielhaft die Sache mit der Grundlast oder siehe z.B. zum Schmunzeln die "Prognosen" der IEA zur Photovoltaik: https://steinbuch.wordpress.com/201...ojections-of-the-international-energy-agency/


Den Atomausstieg finde ich übrigens ein schlechtes Beispiel. Rot/Grün ist ja unter anderem gerade wegen dieses Versprechens gewählt worden und der Ausstieg vom Ausstieg war nicht sonderlich populär (sondern ein nettes Geschenk an ein paar Großkonzerne).
 
Wenn es nicht so traurig wäre mit dem EU-Urheberrecht... Der gute Voss scheint den eigenen Inhalt nicht zu kennen:
http://winfuture.de/news,105052.html
Vor ein paar Wochen gab es ja auch schon Berichte darüber, wie er selbst auf seiner Seite andauernd gegen das Urheberrecht verstößt (z. B. https://www.buzzfeed.com/de/karstenschmehl/axel-voss-uploadfilter-artikel13-urheberrecht-fotos-dpa).

Der kriegt jetzt wahrscheinlich schön die Taschen vollgesteckt von der Lobby. Anders kann ich mir seinen Freudenausbruch nicht erklären.
 
*Unweltnazi*

vielen


danke für die sachliche Diskussion

und den Smiley kannst dir echt klemmen.

Wie bereits erwähnt hatte ich nicht die Absicht darüber sachlich zu diskutieren. Macht hier nämlich überhaupt keinen Sinn. Genau wie über andere politische Themen. Da verschwenden ich meine Lebenszeit lieber mit anderen Dingen.

(Smilie extra weg gelassen)
 
Es gibt viele Möglichkeiten mit dem wechselnden Angebot umzugehen. Von den E-Autos, die ganz automatisch Puffer zur Verfügung stellen werden, über Power-to-Gas oder überhaupt erstmal die aktuellen Kapazitäten auszuschöpfen

Welche E-Autos, welche Wandlungsverluste hat Power to Gas, etc. etc.. Daß das Alles machbar ist, sehe ich genauso, aber nicht bis morgen und nicht für 4-5 ct.. Ich sehe das ja im Prinzip genauso wie Du. Ich hätte es auch gerne, wenn es schneller gehen würde, aber ich verstehe auch, daß es nicht so schnell und so billig geht, wie manche Utopisten sich das vorstellen. Und niemand sieht fossile Brennstoffe als eine Zukunftsindustrie, nicht mal die Konservativen.

Der Klimawandel kommt auch regelmäßig in Umfragen auf einen der vorderen Plätze, wenn es um die Sorgen der Bürger geht. Die Wähler sind sich des Problems durchaus bewusst. Nur wollen viel zu wenige Politiker das Thema auch mal konsequent angehen.

Klar sehen die Bürger das als Problem, aber dafür höhere Preise zu zahlen sind sie nicht bereit. Das soll schön kostenneutral passieren, oder es soll irgendjemand Anderes zahlen. Wie immer...

Den Atomausstieg finde ich übrigens ein schlechtes Beispiel. Rot/Grün ist ja unter anderem gerade wegen dieses Versprechens gewählt worden und der Ausstieg vom Ausstieg war nicht sonderlich populär (sondern ein nettes Geschenk an ein paar Großkonzerne).
Nicht populär bei den Rot-Grünen Wählern, aber ich denke, Du unterschätzt die Stimmung der Bevölkerung zu der Zeit gewaltig. Viele hielten das für viel zu früh.
 
Welche E-Autos, welche Wandlungsverluste hat Power to Gas, etc. etc.. Daß das Alles machbar ist, sehe ich genauso, aber nicht bis morgen und nicht für 4-5 ct.. Ich sehe das ja im Prinzip genauso wie Du. Ich hätte es auch gerne, wenn es schneller gehen würde, aber ich verstehe auch, daß es nicht so schnell und so billig geht, wie manche Utopisten sich das vorstellen. Und niemand sieht fossile Brennstoffe als eine Zukunftsindustrie, nicht mal die Konservativen.



Klar sehen die Bürger das als Problem, aber dafür höhere Preise zu zahlen sind sie nicht bereit. Das soll schön kostenneutral passieren, oder es soll irgendjemand Anderes zahlen. Wie immer...


Nicht populär bei den Rot-Grünen Wählern, aber ich denke, Du unterschätzt die Stimmung der Bevölkerung zu der Zeit gewaltig. Viele hielten das für viel zu früh.

Nicht bis morgen. Das ist mir auch klar, dass das alles nicht geht. Aber wir müssen jetzt (oder besser: gestern, vor fünf Jahren) die Weichen stellen.

a) e-Autos fördern ohne Ende
b) Sonderausschreibungen für PV und Wind und die Ausbaukorridore WEIT nach oben setzen
c) Forschungsgelder in Power-to-Gas (früher oder später brauchen wir das, ganz egal wie der Wirkungsgrad ist)
d) Den Strompreis Stück für Stück entlasten und den Erdgas und Erdöl Preis Stück für Stück belasten, denn in spätestens 10-15 Jahren darf keine einzige Öl oder Gasheizung mehr neu in Betrieb gehen (und wir sind nicht annähernd auf dem Weg das zu erreichen).

All das kann man HEUTE beschließen, um es ab dem 01.01.2019 Stück für Stück umzusetzen. Das klingt nach "Umweltnazi", aber tatsächlich wäre es zutiefst konservativ (konservieren = erhalten, bewahren) den Planeten und die Umwelt so wie möglich zu bewahren. Nur hat das den Konservativen anscheinend noch keiner erklärt.

Die Politiker müssten was die Kosten angeht auch einfach mal vernünftig kommunizieren. Die Grünen sind die einzigen, die zumindest versuchen aufzuzeigen, dass die EEs teuer erscheinen, es in Wirklichkeit aber gar nicht sind.


Da können wir ja froh sein, dass wir vielen Altanlagen noch mehrere Jahrzehnte den bis zu 6-fachen Preis als fixe Einspeisevergütung zahlen dürfen.

Ja, das hat Geld gekostet. So wie alles was wir jemals gefördert haben. Z.B. Atomenergie oder Braunkohle oder Steinkohle oder oder oder...
 
Screenshot_20180915-111409.png


Nein, das ist kein Postillon Posting :ugly:
 
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"Wehret den Anfängen? Leute wir sind mittendrinn!"

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:nein:
 
Der Verfassungsschutz Präsident schützt also Nazis. Steile These - bin auf die Quellen gespannt.
Leider fehlt mal wieder eine eigene Aussage und Meinung zu den geposteten Tweets.
 
Leider fehlt mal wieder eine eigene Aussage und Meinung zu den geposteten Tweets.

Nun ich dachte mir nach dem du den unglaublich wert- und gehaltvollen "Nein, das ist kein Postillon Posting :ugly:"-Zusatz wenige Beiträge zuvor geleistet hast reicht ein Eigenzitat samt Smiley dafür auch aus um meine Meinung bzgl. der Tweets auszudrücken. :)

Srsly, man sollte diese "Regel" imo wirklich mal debattieren. Ich verstehe es wenn ein einzelner Link so aussehen würde: http://www.spiegel.de/politik/deuts...eehofer-eine-tragische-gestalt-a-1228168.html und man nichtmal erkennt worum es genau geht.

Aber wenn man ihn entsprechend einbindet, so Innenminister unter Druck - Blüm nennt Seehofer "tragische Gestalt" und dazu dann noch die Quelle angibt [in diesem Falle SPON] wäre das in meinen Augen vollkommen legitim. Bspw. wäre ein lieblos dahingerotztes "Finde ich gut!" so gesehen vollkommen ausreichend, obwohl es nicht mehr aussagt als bspw. der :dhoch: , der aber wiederrum anscheinend nicht ausreichen würde. Wenn man Inkonsequenz im Forum kritisiert wäre das bspw. genauso diskusionswürdig wie gegenüber wen ein Mod eine Ermahnung/Verwarnung ausspricht, was manchen ja eine besondere Herzensangelegenheit seit einiger Zeit ist.
 
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