Sooft wie das passiert, kann ich mir nicht vorstellen, dass da laufend Leute mit nicht sichtbaren Gebrechen den Fahrstuhl nutzen. Sicherlich liege ich auch mal daneben, aber oft genug sieht man dann die Leute danach rumtollen und sich “andiggern”.
Ne, das trifft sicher auch nicht auf alle zu. Aber mal über das eigene "Normalsein" hinweggucken, kann schon immens helfen.
Ich hab bis vor 'ner Weile immer die Krise bekommen, wenn Kleinkinder in der Straßenbahn einen nervigen Aufstand gemacht haben. Das infernalische, hysterische Gekreische ertrage ich weder morgens vor, noch abends nach meiner Arbeit und es hat mich einfach nur angekotzt.
"Wenn die ihre Kinder nicht unter Kontrolle haben, sollen sie sie halt zu Hause lassen oder laufen. Oder Lastenfahrrad oder Auto fahren, aber mir nicht in der Öffentlichkeit auf den Sack gehen."
Dann hab ich mich mal eingelesen, wie anstrengend viele Sachen für Kinder auf dem autistischen Spektrum (und ähnlichen Beeinträchtigungen) sein können. Jeder Lärm, jedes unbekannte Geräusch, fremde Umgebung, Temperaturschwankungen, Überempfindlichkeiten der Haut, ungewohnte Bewegungen, etc.
Das ist schon für mich nicht immer leicht und ich hab für schwierige mentalen Phasen Mechanismen dafür erlernt und kann die anwenden, aber wie soll ein kleines Kind sowas wissen und sich anders zu helfen wissen, als zu schreien? Einige hier wissen ja selbst, wie schwierig es sein kann, aus einer Panikattacke wieder herauszufinden...
Unsichtbare Beeinträchtigungen eben.
Seitdem geh ich meistens (und ich schaffe das auch nicht immer) deutlich milder mit verzweifelten, gestressten Eltern in den Öffis um.