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Damit täglich zu leben können die wenigstens von hier auch nur ansatzweise nachvollziehen.
 
Das hinkt meiner Meinung nach. Zumindest in diesem expliziten Fall.

Ich würde wetten, dass Özil sich in seinem Leben in Deutschland sicher schon oft Rassismus ausgesetzt war. Das ist natürlich absolut nicht entschuldbar für unser Land.

Aber im Falle des Erdogan-Bildes hat er ja die Welle losgetreten.

Übrigens finde ich es geradezu beachtlich, dass jemand, der in seinem Leben vielleicht schon oft diskriminiert wurde einen Machthaber wie Erdogan unterstützt.
 
Er hat doch erklärt dass für ihn das Foto keinen politischen Grund hatte, dass er ihn direkt sicherlich unterstützt hat (das beste ist ja dabei dass erst die deutschen Medien Erdogan die Werbung verschaffte), klar, aber wie ist erdogan überhaupt so stark geworden? Trifft Merkel genauso schuld weil sie sich schon unzählige Male mit Erdogan hat ablichten lassen? Jeder weiß seit Jahren was Erdogan plant, und trotzdem gibt es einen Milliarden Deal mit Erdogan welchen man dadurch richtig unterstützt. Noch immer sind die Gespräche mit Erdogan und einem Eu beitritt nicht vom Tisch. Aber Özil ist der große Erdogan Unterstützer, ja klar. Übertreibt es doch nicht so. Das Foto hätte am Ende null Einfluss, als ob jemand vorher Erdogan nicht wählen wollte und dann so „guck mal Özil, na dann wähl ich jetzt Erdogan doch als kurde“.
 
Aber im Falle des Erdogan-Bildes hat er ja die Welle losgetreten.
Es gibt - oder sagen wir besser: gab - durchaus eine Ebene, auf der man kritisieren kann, was Özil und Gündogan gemacht haben.
Die sachliche Kritik hat sich imo verunmöglicht ab dem Zeitpunkt, als Gündogan trotz Entschuldigung von den "eigenen" Fans ausgepfiffen wurde.
Ab diesem Zeitpunkt hat man sich als Kritiker*in der Aktion immer auch mitschuldig gemacht, wenn man sich nicht im selben Zuge vor die Spieler gestellt hat um sie gegen die rassistischen Anfeindungen in Schutz zu nehmen.
Wie heißt es so passend: in einer rassistischen Gesellschaft reicht es nicht, keine Rassistin zu sein; man muss Antirassistin sein (Männer mitgemeint).

Gleichzeitig halte ich es für gefährlich auch nur im Subtext zu suggerieren, Özil müsse rassistische Beleidigungen oder "Kritik" in diesem Falle nunmal aushalten, weil der Auslöser für diese "Kritik" in gewisser Weise in seiner Hand lag.
Das verkennt aber natürlich, dass die Aktion eben nur (im fast wahrsten Wortsinne) Auslöser war für einen schon immer da gewesenen und zuvor nicht-äußerbaren Rassismus.
Im Gegenteil hat es ja auf eine tragische Art und Weise sogar etwas gutes, dass durch die Foto-Aktion dieser Rassismus an die Oberfläche getreten ist.
Zumindest wenn wir als Gesellschaft die richtigen Lehren daraus ziehen, was ich im Moment leider nicht wirklich erkennen kann.
 
Das kann man erklären so oft man will. Wer da nicht den politischen Hintergrund sieht ist im besten Fall naiv. Aber das Kapitel ist beendet. Özil hat mehrere schwere Fehler begangen. Der DFB hat es geschafft, diese seinerseits sogar noch zu toppen.
Können wir die Rassist*innen in den Medien (Hallo Julian Reichelt) und unter den deutschen Fußball"fans" bitte auch noch aufzählen in dieser Gleichung?
 
Können wir die Rassist*innen in den Medien (Hallo Julian Reichelt) und unter den deutschen Fußball"fans" bitte auch noch aufzählen in dieser Gleichung?

Ja, die auch. Wobei ich das Auspfeifen da explizit ausklammere. Jeder hat das Recht, Spieler auszupfeifen, deren Handlungen einem gegen den Strich gehen. Rassistische Sprechchöre oder Banner gehören dagegen strafrechtlich geahndet.
 
Die Quelle ist natprlich blöde und man kann von der Frau halten was man will, aber in diesem Fall hat sies ganz treffend auf den Punkt gebracht:

"Sophia Thomalla

✔@ThomallaSophia


Die Rassimus-Karte zu ziehen, wenn man Fotos mit einem Diktator macht, dessen Werte weder für die Deutschen noch für das Heimatland der Eltern steht, der ist entweder am schlechtesten beraten oder einfach nur stockenblöde. #Özil"

Denn genau das ist der Punkt, den Özil nicht verstanden hat.
 
tenor.gif
 
Im Gegenteil zeigt das viel mehr, was Sophia Thomalla nicht verstanden hat:
Wenn sie davon spricht, dass Özil "die Rassismus-Karte zieht" obwohl es unbestreitbar ist, dass sich Özil massivst rassistischen Beleidigungen ausgesetzt sieht und ein großer Teil der medialen Kritik auf rassistischen Mustern aufbaut, dann ist das einfach nur eine Relativierung von Rassismus-Erfahrungen und legitimiert damit den zu Tage tretenden Rassismus.
Özils Erklärung hat nicht ohne Grund drei Teile und die Bild-Zeitung (Hallo Julian Reichelt) und ihre Kolumnist*innen (Hallo Sophia Thomalla) arbeiten weiter an der Fortschreibung dieses Rassismus mit, in dem sie bewusst Teil 2 und 3 von Özils Erklärung marginalisieren und delegitimieren, weil ihnen Teil 1 nicht passt.
Dass Teil 2 und 3 unabhängig von Teil 1 gesehen werden muss kapieren diese Menschen nicht. Oder nein, wollen diese Menschen nicht kapieren. Weil sie direkt in diesen Teilen angesprochen werden und ihnen ihr eigener Rassismus darin aufgezeigt wird.
 
Die Quelle ist natprlich blöde und man kann von der Frau halten was man will, aber in diesem Fall hat sies ganz treffend auf den Punkt gebracht:

"Sophia Thomalla

✔@ThomallaSophia


Die Rassimus-Karte zu ziehen, wenn man Fotos mit einem Diktator macht, dessen Werte weder für die Deutschen noch für das Heimatland der Eltern steht, der ist entweder am schlechtesten beraten oder einfach nur stockenblöde. #Özil"

Denn genau das ist der Punkt, den Özil nicht verstanden hat.

Jein. Das ist mir auch zu selektiv kritisiert. Sicher war das Bild ein ein absoluter Brandbeschleuniger in jeglicher Hinsicht und die von ihm und seinem Team genannte Argumentation hinkt, aber Mesut hat mit absoluter Sicherheit in all den Jahren Rassismus erfahren, zuletzt sogar außerordentlich - darf er es dann auf einmal nicht mehr ansprechen?
 
Jein. Das ist mir auch zu selektiv kritisiert. Sicher war das Bild ein ein absoluter Brandbeschleuniger in jeglicher Hinsicht und die von ihm und seinem Team genannte Argumentation hinkt, aber Mesut hat mit absoluter Sicherheit in all den Jahren Rassismus erfahren, zuletzt sogar außerordentlich - darf er es dann auf einmal nicht mehr ansprechen?

Doch natürlich, und das ist natürlich ein Punkt der angesprochen werden muss. Aber bei der Kritik an dem Bild, da ging es nicht um Rassismus.
 
Er hat doch erklärt dass für ihn das Foto keinen politischen Grund hatte, dass er ihn direkt sicherlich unterstützt hat (das beste ist ja dabei dass erst die deutschen Medien Erdogan die Werbung verschaffte), klar, aber wie ist erdogan überhaupt so stark geworden? Trifft Merkel genauso schuld weil sie sich schon unzählige Male mit Erdogan hat ablichten lassen? Jeder weiß seit Jahren was Erdogan plant, und trotzdem gibt es einen Milliarden Deal mit Erdogan welchen man dadurch richtig unterstützt. Noch immer sind die Gespräche mit Erdogan und einem Eu beitritt nicht vom Tisch. Aber Özil ist der große Erdogan Unterstützer, ja klar. Übertreibt es doch nicht so. Das Foto hätte am Ende null Einfluss, als ob jemand vorher Erdogan nicht wählen wollte und dann so „guck mal Özil, na dann wähl ich jetzt Erdogan doch als kurde“.

Merkel ist aber Politikerin und Özil Fußballer.

Das eine ist Diplomatie im weitesten Sinne.

Und das andere ist „Respekt der Wurzeln“.:?


Ich weiß schon was du meinst und gebe dir da auch zum Teil recht, aber seine Erklärung etc kann man nicht mit Merkel vergleichen wie dort evtl probiert Sachen zu regeln.
Erdogan scheißt aufs Özils Sache vermutlich mehr wie auf Merkels.

Dass Erdogan Foto fand ich für ihn einen Reinfall, die Art seines Abgangs fragwürdig mit seinen Erklärungen zur Lothar und co, den Mangel an Selbstkritik schade, das Hater jetzt aber auf allen Seiten so abgehen ist auch so ein Ding.

Ich bin selber einer der so „abgeht“ im weitesten Sinne, ich fand das Foto und die Erklärungen einfach bescheuert. Bin ich jetzt ein rassist?

Gefühlt wird das andauernd vorgeworfen wenn man da jetzt ne klare Meinung zuhat.

Er hätte für sich und seine Karriere klugerweise eher sagen sollen er hat da nicht drüber nachgedacht und war total blöd vor der WM etc. was weiß ich bin nicht sein pr Manager.

Das so zu machen war menschlich evtl einfach eine Übersprungshandlung.
 
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