Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Politiktalk - immer aktuell informiert...

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
abwarten.... wir haben momentan einige ansatzpunkte, die eine engere zusammenarbeit der EU von nöten machen. trump, flüchtlinge, eurozone, russland...
es werden sicher länder ausscheren (polen, ungarn, tschechien), aber es werden auch einige mitmachen (deutschland, frankreich, spanien, niederlande). am ende kann die EU oder die kern-EU daraus gestärkt hervorgehen. dazu müssen die länder zwar kompetenzen abgeben, davon würden am ende aber alle profitieren. die frage ist, wie ich das manage und vor allem wie ich das kommuniziere. bisher war vor allem die kommunikation eine einzige katastrophe. trotzdem ist die zustimmung in der bevölkerung zur EU zuletzt wieder gewachsen und afaik so hoch wie nie.
wenn ich kommunizieren kann, dass die hilfen für z.b. die griechen auch wirklich was bringen und sie am ende problemlos auf eigenen beinen stehen können (was sie dank der eurozone in dem sinne ja nichtmal müssen), wenn ich eine gemeinsame europäische lösung für die flüchtlingsthematik präsentieren kann (selbst wenn es nicht alle länder beinhaltet. aber dann wird den polen und den ungarn halt die kohle gekürzt), wenn die ansätze zu einer europäischen armee weitergeführt werden, dann sehe ich gute chance, dass darauf richtig was werden kann.
dazu brauche ich aber zum einen politiker mit ideen und zum anderen politiker, die die menschen auch mitnehmen können.

Wäre schön wenn es so kommt. Die Basis wird allerdings sein müssen, dass alle Beteiligten fair behandelt werden. Daran - bzw. schon am reinen Gefühl übervorteilt zu werden, kann es aber scheitern.
 
Von Samariter hat auch niemand geredet. Klar hat Deutschland an die deutschen Kreditgeber gedacht, für die ist es auch mal als Erstes zuständig. Ich möchte nicht das Geschrei hören, wenn sie das nicht gemacht hätten. Dann wäre die EU und der Euro nämlich wirklich am Ende! Jedenfalls hierzulande und damit auch komplett.

Und wenn man jetzt immer noch auf den Reparationszahlungen von Anno Tobak rumhackt (um vom eigenen Versagen abzulenken), dann sollte man vielleicht auch nicht vergessen, daß ohne die hohen Zahlungen und Hilfen der USA nach dem WWII höchstwahrscheinlich ein sovietischer Satellitenstaat gewesen wäre und heute auf dem Stand von Bulgarien. Und ohne die Zahlungen und Hilfen der EU (mit Deutschland als größtem Nettozahler) wäre Griechenland immer noch ein verarmtes Zweite/Dritte-Welt-Land mit ein paar netten Ständen und antiken Ruinen. Seht Euch mal Griechenland vor und nach derm EU-Eintritt an...

Deutschland ist sicher nicht der selbstlose Wohltäter mit Heiligenschein, aber es ist auch ganz sicher nicht der große Buhmann...

Ich verstehe nicht, inwiefern es Deutschland besser dastehen lässt, wenn die USA letztendlich den Wiederaufbau Europas bezahlt hat. Da war Deutschland doch auch mit Abstand der größte Gewinner. Und der Marshall-Plan hat keine Forderungen von Reparationen beglichen.
Außerdem ist das BIP vor dem EU-Beitritt Griechenlands stärker gewachsen als danach. Statistisch hatte die EU wenig Einfluss auf die Wirtschaft Griechenlands.
Man darf die Verantwortung nicht von Griechenland nehmen. Sie haben sich selbstständig verschuldet. Aber Deutschland hat mit seinen Handelsüberschüssen und Krediten die Euro-Krise extrem begünstigt.
 
Es geht darum, daß der "Westen" (die USA und die EU, inkl. Deutschland) die Griechen mit Geld und Hilfen überschüttet hat, und jetzt nach x Dekaden sind sie selbstverschuldet auf die Schnauze gefallen. DA erinnern sie sich plötzlich daran, daß sie jetzt plötzlich mit den Reparationszahlungen ja doch unzufrieden sind und wir doch bitte nachzahlen sollen? Ernsthaft? Das ist doch Populistenscheiße.

Das geringere Wachstum des BIP ist tatsächlich ein interessante Sonderentwicklung, die so nur Griechenland geschafft hat. Das ist aber nicht auf den EU-Beitritt zurückzuführen. Du kannst das BIP auch einfach steigern, indem Du von der Substanz zehrst. Nur geht das nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, danach kippt es. Die EU hat alleine bis 2006 50 Mrd. Euro in die Strukturverbesserung gepumpt, sonstige Beihilfen wie Landwirtschaft und Wirtschaftförderung, etc. mal ganz außen vor. Griechenland hat insgesamt ordentlich von der EU profitiert, wie die meisten EU-Länder.

Und der letzte Satz ist auch so ein Allgemeinplatz. Wenn alle anderen Argumente verbraucht sind kommt da noch "ja, aber die Handelsüberschüsse...". Macht ja Trump auch ganz gerne. Weder die Handelsüberschüsse, noch die Kredite sind für die Lage der Griechen verantwortlich. Das waren sie ganz alleine. Daß man den Griechen ggf. keine Kredite mehr hätte geben dürfen - geschenkt. Jetzt wissen wir das auch. Das wir da ziemlich blauäugig gewesen sind, ist sicher richtig, aber nochmal: die Schuld liegt bei den Griechen, nicht woanders.
 
Es geht darum, daß der "Westen" (die USA und die EU, inkl. Deutschland) die Griechen mit Geld und Hilfen überschüttet hat, und jetzt nach x Dekaden sind sie selbstverschuldet auf die Schnauze gefallen. DA erinnern sie sich plötzlich daran, daß sie jetzt plötzlich mit den Reparationszahlungen ja doch unzufrieden sind und wir doch bitte nachzahlen sollen? Ernsthaft? Das ist doch Populistenscheiße.

Das geringere Wachstum des BIP ist tatsächlich ein interessante Sonderentwicklung, die so nur Griechenland geschafft hat. Das ist aber nicht auf den EU-Beitritt zurückzuführen. Du kannst das BIP auch einfach steigern, indem Du von der Substanz zehrst. Nur geht das nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, danach kippt es. Die EU hat alleine bis 2006 50 Mrd. Euro in die Strukturverbesserung gepumpt, sonstige Beihilfen wie Landwirtschaft und Wirtschaftförderung, etc. mal ganz außen vor. Griechenland hat insgesamt ordentlich von der EU profitiert, wie die meisten EU-Länder.

Und der letzte Satz ist auch so ein Allgemeinplatz. Wenn alle anderen Argumente verbraucht sind kommt da noch "ja, aber die Handelsüberschüsse...". Macht ja Trump auch ganz gerne. Weder die Handelsüberschüsse, noch die Kredite sind für die Lage der Griechen verantwortlich. Das waren sie ganz alleine. Daß man den Griechen ggf. keine Kredite mehr hätte geben dürfen - geschenkt. Jetzt wissen wir das auch. Das wir da ziemlich blauäugig gewesen sind, ist sicher richtig, aber nochmal: die Schuld liegt bei den Griechen, nicht woanders.

Der Marshall-Plan half ganz Europa. Die Reparationen waren auch vor der Krise dauerhaftes Thema, das von Deutschland immer abgewürgt wurde. Endgültig dann mit Helmut Kohl lange vor dem wirtschaftlichen Fall. Andere Länder wurden deutlich mehr entschädigt als Griechenland, obwohl Griechenland mit die größeren wirtschaftlichen Verluste im Zweiten Weltkrieg einstecken musste.

Griechenland hat über 50 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg mit und ohne EU stetigen, vergleichsweise sehr hohen Wirtschaftswachstum. (In den ersten 30 Jahren oder so den höchsten innerhalb Europas.) Meinst du wirklich, das war "auf Pump" und jetzt ist es gekippt? Die Bankenkrise ist eine relativ neue Entwicklung und hat nichts damit zu tun.

Ist völlig affig albern die Problematik der Handelsüberschüsse in Deutschland Richtung Trump zu schieben, um sie lächerlich dastehen zu lassen. Dass diese Politik der globalen und europäischen Wirtschaft schadet, ist unumstritten.
 
Es ging nicht um den Marshall-Plan, es geht um die konkreten US-Hilfen für Griechenland nach dem WWII, was damals kurz davor war, zu einem kommunistischen Vasallenstaat zu werden. Ohne die US-Hilfe wäre Griechenland hinter dem eisernen Vorhang gelandet.

Und ich meine nicht die Bankenkrise und die neuren Entwicklungen. Seit dem EU-Beitritt hinkte Griechenland hinter den anderen Staaten hinterher und zwar nicht zu kräftig. Prozentuale Steigerungen sind da unerheblich, wenn sie von einem niedrigen Niveau ausgehen. Schau Dir mal die Wirtschaftliche Entwicklung in den 80er und 90er Jahren in Griechenland an. Produktivität auf 44% des EU-Durchschnitts bei gleichzeitiger Arbeitszeitverkürzung und Urlaubs- und Feiertage auf Rekordniveau. Geld gab es ja von der EU. Und das war schon 1985!

Und die griechische Politik hat nichts daran geändert. Über Jahrzehnte! Die hätten ihren Landsleuten schon längst die Giftpillen verabreichen müssen, wie Schröder hierzulande. Stattdessen gab es lieber Wahlgeschenke und Wohltaten. Jetzt fällt ihnen das zeitgleich mit der Bankenkrise auf die Füsse, doppelt scheiße. Wenn die Politik die längst überfälligen Reformen angegangen wäre und die Vetternwirtschaft ausgemerzt hätte, wäre es viel einfacher, aber so müssen sie Beides gleichzeitig meistern. Ist hart, ja, keine Frage. Sie tun mir auch leid, aber wäre die Alternative gewesen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Es ging nicht um den Marshall-Plan, es geht um die konkreten US-Hilfen für Griechenland nach dem WWII, was damals kurz davor war, zu einem kommunistischen Vasallenstaat zu werden. Ohne die US-Hilfe wäre Griechenland hinter dem eisernen Vorhand gelandet.


Kein Spieler erzeugt mit seiner Vorhand so viel Spin und Power wie Rafael Nadal.

Sie nennen ihn nicht umsonst eiserne Vorhand.







sorry.
der musste raus.
:(
 
Die Wirtschaft Griechenlands war aber nicht auf einem niedrigen Niveau. Sie war vor dem EU-Beitritt deutlich über dem der Balkanländer im Schnitt, auf dem Niveau Westeuropas, wenn auch nicht auf dem Level der wirtschaftsstärksten europäischen Länder wie Deutschland und Frankreich.
Und sorry, aber ich verstehe immer noch nicht, was die Rettung durch die USA für eine Rolle spielt, wenn das Land stark unter dem Zweiten Weltkrieg litt und sich Deutschland weigerte Reparationen zu zahlen. Das eine ist amerikanische Außenpolitik, das andere vertragliche Forderungen zwischen Deutschland und Griechenland. Dass Griechenland immerhin von irgemdwem Geld bekommen hat, ist natürlich super, aber das ändert nichts an der Deutsch-Griechischen Beziehung, von der ich sprach.
 
Sie nennen ihn nicht umsonst eiserne Vorhand.







sorry.
der musste raus.
:(

Da bist du aber auf dem Holzweg, mein Lieber. Nadals Vorhand zeichnet sich durch ihre Tiefe und ihren Spin aus, weniger durch die Geschwindigkeit wie das "eisern" andeutet. Für eine eiserne Vorhandpeitsche ist eher Juan Martin Del Potro bekannt oder Fernando González. Nicht umsonst nannten sie in "El Bombardero de La Reina." #FAKENEWS
 
Über dem Niveau des Balkans ist natürlich eine enorme Leistung. Und wenn die Wirtschaft so stark war (44% des EU-Durchschnitts *hust*), wo ist sie dann geblieben? Und wo waren denn die Forderungen nach höheren Reparationen in den letzen 70 Jahren? War es da egal? Haben sie es vergessen? Vielleicht hätten sie nicht die Entschädigungsverträge in den 60ern und 70ern unterschreiben sollen. Interessant, daß Du so darauf abgehst.

Naja, egal.
 
Griechenland ist sicher einiges auch selbst Schuld. Man hat jahrzentelang die Wirtschaft auf wenigen, labilen Eckpfeilern wackeln lassen, ohne nach Alternativen zu suchen. Allerdings darf man sich auch die Frage stellen, warum die EU dabei zugeschaut hat, bis es zu spät war.

Wenn man mal in Griechenland ist (abseits der Touristenhochburgen), dann erschreckt man sich als Deutscher regelrecht. So habe ich das übrigens auch in Portugal erlebt, allerdings war ich da 2012 und 2013 letztmalig. Man übernachtet in einem 5 Sterne Ritz Carlton Golf Resort und die Mitarbeiter des Hotels leben in Hütten mit Wellblechdach und haarsträubend verlegten Strormleitungen. Da wundert man sich, dass die Menschen immernoch so freundlich sind. Sogar zu uns Deutschen. :D
 
Würde ich so garnichtmals sagen. In den Medien wird es ja gerne mal so dargestellt, dass das Ausland uns nicht mag.

Da muss man sich aber eigentlich nur mal diverse Reportagen anschauen. Die Amerikaner (also die, die wissen, dass Deutschland ein Land in Europa ist und dass es einen Kontinent namens Europa gibt) finden die Deutschen schon cool. Auch die Russen "bewundern" uns Deutschen und lachen sich eher schlapp, dass wir uns selbst so geisseln.

Und auch in Griechenland und Portugal hatte ich das Gefühl der ehrlichen Symphatie uns gegenüber. Wobei das überwiegend auch wirklich herzliche und liebe Menschen sind.
 
Da wundert man sich, dass die Menschen immernoch so freundlich sind. Sogar zu uns Deutschen. :D

Meine Erfahrung auf Kreta war da anders. Im Hotel und auch außerhalb wurden wir unfreundlich und feindselig behandelt. Dabei sehe ich gar nicht aus wie die typische Kartoffel und meine damalige Freundin war ne jüdische Ukrainerin. :ulgy: Einzig ein kleiner Pizzaladen ist mir positiv in Erinnerung geblieben, der Betreiber hat selbst jahrelang in Düsseldorf gelebt und hat sich viel aufgeschlossener verhalten.

Für mich war das der erste und letzte Urlaub in diesem Land. War übrigens vor der Krise.
 
Über dem Niveau des Balkans ist natürlich eine enorme Leistung. Und wenn die Wirtschaft so stark war (44% des EU-Durchschnitts *hust*), wo ist sie dann geblieben? Und wo waren denn die Forderungen nach höheren Reparationen in den letzen 70 Jahren? War es da egal? Haben sie es vergessen? Vielleicht hätten sie nicht die Entschädigungsverträge in den 60ern und 70ern unterschreiben sollen. Interessant, daß Du so darauf abgehst.

Naja, egal.

Wahrscheinlich waren das die gleichen Wirtschaftsdaten, mit denen sie später dem Euro beigetreten sind. Frei erfunden und ohne jegliche Statistikämter auch nicht überprüfbar :D.
 
Wie ist eigentlich die Regelung mit der Arbeitszeit bei euch in Deutschland? Bei uns is ja grad großes Geheule wegen dem 12 Stunden Tag bzw der Möglichkeit auch 12 statt 10 Stunden zu arbeiten. Abgesehen davon, dass ichs als großes Problem ansehe, dass die angebliche Freiwilligkeit einfach nicht gegegeben bzw gesichert/garantiert ist und der Tatsache dass unser Witzekanzler nach jahrelangem opportunistischem MIMIMI ganz schnell umgefallen sit und die Regelung supi findet, find ich das die Aufregung und den Umgang der Opposition damit ziemlich peinlich.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben