Spielerisch gefällt mir das Game immer noch sehr gut und ich habe schon viele Stunden meiner Zeit investiert. Das Schleichen klappt in Origins imho deutlich besser als in allen Vorgängern, so stellt es nach kurzer Sondierung der Lage gar kein Problem dar, feindliche Lager heimlich von Feinen und/oder Schätzen zu räumen. Selbst wenn man von einzelnen Feinden entdeckt wird, wird nicht zwangsweise das ganze Lager in Alarmbereitschaft versetzt. Wenn man die umliegenden Feinde schnell killt, besonders die, welche zum Alarm schlagen Richtung Feuerstelle laufen, kann man anschließend mit der Heimlichtuerei fortfahren. Das gefällt mir richtig gut und ist befriedigend!
Mit all seinen Nebenaufgaben hat es das Spiel aber leider dann doch zu gut gemeint, und so schafft es Origins nicht seine schöne Welt für sich sprechen zu lassen, was ich sehr schade finde.
Alle paar Meter will ein Fragezeichen aufgedeckt, ein Feindlager geräumt (Hauptmann & Kommandanten töten plus Schätze finden) werden, das Nest irgendwelcher Tierarten vom besonders starken Anführer befreit werden usw. All diese Aufgaben wiederholen sich sehr schnell und man ist imho sehr schnell übersättigt von alledem. Hat man dann einen Bereich quasi geräumt und von seinen Symbolen befreit, wartet auch schon der nächste, und der nächste und der nächste.....
Das ist leider typisch für die Serie und hier hätte man gerne einmal den Rotstift ansetzen dürfen.
Klar, Spieler ohne Zwänge lassen den ganzen Mist einfach aus, aber ein bisschen was davon muss sein, da man sonst nicht ausreichend levelt, um die kommenden Main- und Sidequests ohne Frust erledigen zu können. Das Levelsystem ist nicht schlecht und tut der Reihe als Neuerung wirklich gut, aber es ist einfach alles wieder too much. Die Nebenmissionen erledigte ich nach einiger Zeit schon nur noch stupide. Ich höre mir gar nicht mehr an, was die Auftraggeber von mir wollen, drücke alles weg und renne nur noch zum Ort des Geschehens, töte was ich töten soll, nehme mit was ich beschaffen soll und renne zurück, drücke die Dankesrede weg und freue mich über die XP und die Belohnung, die auf dem Bildschirm erscheinen und den ggf. damit verbundenen Levelaufstieg.
Zu der Welt muss ich noch sagen, auch wenn ich damit vielleicht alleine dastehe.
Ja, Ägypten ist echt geil und die Welt ist super schön. Aber auch hier fehlt es mir auf Dauer an Abwechslung.
Es gibt neben Alexandria bis dato keine Highlights und viele Bereiche sehen irgendwie gleich aus.
In großen Teilen gibt es halt viel plattes Land. Selbst die Pyramiden von Gizeh hatte ich mir persönlich spannender und spektakulärer vorgestellt.
Vermutlich liegt das aber ausschließlich daran, dass Ubisoft zwar Welten bauen kann, wie es nur wenige andere Studios können, aber sie verstehen es einfach nicht diese Welt spannend und herausfordernd zu inszenieren, alleine schon aufgrund der vielen schlecht geschriebenen und albern inszenierten Missionen wirkt die gesamte Welt weder ernst noch bedrohlich, und gerade zu einer bedrohlichen und mystischen Atmosphäre wäre das Ägypten Setting prädestiniert gewesen! Potential vorhanden, aber verschenkt!
Lange Rede kurzer Sinn.
Origins hätte das perfekte Spiel für meinen Geschmack werden können, wenn es sich auf eine spannende, gut geschriebene Mainstory und einige gute und spannende Nebenmissionen konzentrieren würde, ansonsten hätte die Welt gerne für sich alleine sprechen dürfen. Qualität vor Masse, liebes Ubi-Team!
Vielleicht beim nächsten Mal...