Ich meine das ganze Art-Design ist schon Geschmackssache und dann noch solch introvertierte Gameplay-Konzepte wie Torment, oder Misch-Genres wie Tactics oder Valkyria Chronicles? Glaube kaum das solche Verrenkungen großen Anklang finden, gerade wenn doch eher alles nach einer Form von Zelda schreit.
Das stimmt natürlich und gebe dir hier völlig recht. Auf der anderen Seite scheint Biomutant jetzt auch keines dieses sündhaft teuren Spiele zu werden, die sich millionenfach verkaufen müssen, um Gewinn zu bringen.
Was Zelda angeht: Da mache ich mich zwar bei vielen sehr unbeliebt aber ich empfand Breath of the Wild als das bisher schwächste große Zelda.
Gerade Dragon Age hat meiner Meinung nach enorm unter den teils winzigen Leveln gelitten.
Das empfand ich nicht so schlimm, wenn du damit nun Origins meinst. Eher umgekehrt, wenn man Inquistion mit ins Boot holt. Das hat an seiner aufgeblähten Welt gelitten.
Außerdem sind viele deiner genannten Titel in Sachen Open-World eher Opfer ihrer damaligen Limitierungen, als bewusste Design-Entscheidungen. Ein Bloodlines z.B. war in Hubs aufgeteilt, weil es die Engine nicht anders zuließ. Dem Spiel hätte eine offenere und zusammenhängende Welt garantiert nicht geschadet und die Entwickler hätten sie bestimmt auch umgesetzt, wenn es möglich gewesen wäre.
Bloodlines war bereits in seiner damaligen Form zu überambitioniert. Das wäre im OW Faktor vollkommen daneben gegangen. Man bedenke nur wo Bloodlines Stärken waren und dass es sich hier genau um einige der größten Schwächen des Open World (Sub-)Genres handelt.
Wichtiger ist eher ob trotz der offenen Welt eine tolle Geschichte erzählt, eine tolle Atmosphäre aufgebaut und durch die Größe der Spielwelt nicht auseinandergerissen wird. Eine spannende Geschichte oder tolle Figuren müssen nicht unter einer Open-World leiden, wenn sie denn richtig inszeniert sind.
Genau das ist aber so ziemlich eines der größten Probleme welches ich mit Open World Spielen habe. Die meisten Spieleentwickler scheinen es nicht gebacken zu bekommen die narrative und inszenatorische Stärke von linearen Spielen ins Open World Genre zu transportieren. Gute Negativ-Beispiele in dieser Gen sind imo Metal Gear Solid V und Final Fantasy XV. OK, Final Fantasy war schon immer cheesy aber so narrativ dünn wie Teil 15 empfand ich noch kein großes Final Fantasy der letzten 25 Jahre. Kojima, dem Altmeister was Inszenierung und Story Overload betrifft, habe ich es mehr als allen anderen zugetraut die narrativen Stärken seiner linearen Titel in einen Open World Titel zu transferieren aber sogar Kojima hat dabei meiner Meinung nach Schiffbruch erlitten.
Ein anderes Problem ist das Gamedesign mit dem die meisten Open World Titel daher kommen. Es ist möglichst simpel gestrickt, um eine breite Masse von Spielern bei Laune zu halten und ergießt sich in leicht voneinander abweichenden Mustern auf eine gewaltige Spielzeit. Die meisten Spiele bauen auf rinse and repeat auf aber Open World Titel treiben das liebend gerne auf die Spitze. Ich hasse es wenn mich ein Spiel für eine längere Zeit einfach nur in einer simplen Gameplay Loop beschäftigt halten will. Da weiß ich mir unzählige bessere Alternativen, denen ich meine verfügbare Zeit bereitwillig zuwerfe. Ich liebe Spiele die Wert auf ihre Narration legen oder mich mit ihrem kniffeligen oder komplexen Gameplay fordern - alles Punkte die kaum ein Open World Spiel zu erfüllen weiß aber wenn doch, dann beiße ich auch im Open World Sub-Genre an.
Dem Spiel hätte eine offenere und zusammenhängende Welt garantiert nicht geschadet und die Entwickler hätten sie bestimmt auch umgesetzt, wenn es möglich gewesen wäre. Beim Witcher das Selbe.
Das ist interessant, es hier zu nennen. Witcher 3 ist mMn der einzige Open World Titel bei dem dieser vorhin erwähnte "Narrations-Transfer" bisher wirklich funktioniert hat (der andere Eckpfeiler sind die Elders Scrolls Titel, auch wenn sie augenscheinlich narrativ Grütze sind aber da gibt es etwas, das nennt sich Environmental Storytelling und da zeichnet sich keine Spielereihe mehr aus Elders Scrolls) und in den Entwickler Interviews hat CDPR auch immer angemerkt welches Mammut Projekt Witcher 3 im Vergleich zu seinen Vorgängern war und wie viel Energie in die narrative Seite des Spiels investiert wurde, damit man hier trotz Open World Konzept an die Vorgänger anknüpfen kann.