aber eigentlich hat er doch recht
Was sich hier zeigt ist die durch und durch zynische Ideologie des Neoliberalismus. Sicherlich, er ist hierzulande nicht in seiner puren Gnadenlosigkeit verwirklicht wie anderswo, aber die Sicht auf die Welt ist die selbe: jeder ist seines Glückes Schmied und der möglichst ungezügelte Kapitalismus produziert seine Gewinner und Verlierer. Und wer es zu Reichtum bringt, der hat es Kraft seiner eigenen Anstrengung verdient. Und wer es nicht zu Reichtum bringt, der hat es ebenso verdient, da er sich eben nicht genug angestrengt und in einem fairen Wettbewerb den kürzeren gezogen hat.
Wie gesagt, in meinen Augen zynisch durch und durch.
Schön und gut, dass man hierzulande in vielen Ausbildungs- und Lehrberufen gut über die Runden kommen und ein angenehmes Leben führen kann. Aber es gibt eben Berufe, die verlangen eben keine große Ausbildung und lassen sich entgegen dem politisch gewollten Trend nicht auch noch akademisieren, werden aber genauso dringend benötigt (und teilweise noch dringender benötigt) als "angesehene" Berufe und Tätigkeiten.
Ich fände es durchaus erstrebenswert, wenn wir uns als Gesellschaft darauf verständigen könnten, dass wir Menschen, die Berufe ausführen, die keine Lehre oder Ausbildung voraussetzen, nicht wie Verlierer*innen behandeln sondern selbstverständlich anerkennen, dass auch sie in unsere Gemeinschaft gehören und mit ihrer Tätigkeit das Leben in der Gesellschaft entschieden mitprägen und ermöglichen.
Ich bin dankbar, wenn die öffentliche Toilette sauber ist, wenn die Mülltonnen zuverlässig abgeholt werden, wenn ich an der Kasse freundlich bedient werde, und und und...
Oben wurde es bereits erwähnt, es mag vielleicht so sein, dass theoretisch
jeder vom Tellerwäscher zum Millionär werden kann, aber rein logisch betrachtet können diesen Weg eben nicht
alle gehen.
Ein bisschen mehr Solidarität wäre schön.
Weshalb der Ursprungs-Tweet von Tauber schon bis zum Himmel stinkt: Vollbeschäftigung statt Gerechtigkeit? Nein, eben nicht. Ganz und gar nicht!
* Anmerkung: Ich habe es in diesem Beitrag mit der geschlechtergerechten Sprache nicht so genau genommen.