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Ganz einfach, es wird auch eine post-Erdogan-Zeit geben.
Die er aber ebenfalls durch Aufbau einer Dynastie beeinflussen kann. Und wer sagt, dass sein Nachfolger nicht noch krasser ist? Noch mehr in Richtung religiösem Fundamentalismus tendiert? Die Presse und die Opposition noch stärker unterdrückt? Noch aggressiver gegenüber den "Feindesbildern" auftritt?
Durch das Referendum wäre dem jedenfalls Tür und Tor geöffnet.

Und ich bezweifle halt stark, dass Erdogan nach seiner Amtszeit einfach so aus dem Amt marschiert, ohne für die Zukunft vorzusorgen und passende Nachfolger zu lancieren.
 
Ich fände es falsch, jetzt eine Integration in die EU gut zu heißen. Ganz abgesehen davon, dass ich den ewigen Ost-Erweiterungen eh skeptisch gegenüberstehe, was die Handlungsfähigkeit der EU angeht.
Die Türkei entwickelt sich zu einem Sultanat. Wie hier schon geschrieben wurde: Trennung von Kirche und Staat, Gewaltenteilung, Staatssystem, das nicht von Einzelpersonen missbraucht und kontrolliert werden kann, Todesstrafe, massiv eingeschränkte Pressefreiheit.
Alles wahrscheinlich bald Realität in diesem Land und alles Dinge, die nach modern-westlicher Auffassung, die auch die EU vertritt, No Gos sind.
Hier wegen einem Fuß in der Tür weiter gute Miene zu bösem Spiel zu machen, wäre in meinem Augen sehr zynische Elfenbeinturm-Politik. Es sollte in der Politik eben rote Linien geben, egal ob das zu Beifallklatschen an Stammtischen führt.
Ich spreche ja auch nicht von jetzt, aber das Interesse bestand klar auf beiden Seiten, bis Erdogan (platt gesagt) eine andere Richtung eingeschlagen hat. Aber es werden wieder andere Zeiten kommen.

Ich stimme dir ja in allen Punkten zu, dass es furchtbar traurig ist, was mit der Türkei passiert.
Es geht aber erstmal nicht um gute Miene zum bösen Spiel machen, sondern ein ganz egoistisches Interesse der Staaten, weiterhin Einblicke und möglichst viele und intensive diplomatische Kontakte zu pflegen.
Das wird nicht getan, um der Türkei entgegenzukommen, sondern hat recht simple Eigeninteressen. Wenn ein Staat davon nicht profitieren würde, bräuchte man solche Beziehungen nicht.

Gerade jetzt sollten die EU-Staaten ein verstärktes Interesse an regem Austausch mit der Türkei haben.
Natürlich nicht im Sinne von "tretet in die EU bei", darüber braucht man natürlich nicht diskutieren, die Beitrittsverhandlungen liegen faktisch eh schon seit Jahren brach aus guten Gründen.
Die er aber ebenfalls durch Aufbau einer Dynastie beeinflussen kann. Und wer sagt, dass sein Nachfolger nicht noch krasser ist? Noch mehr in Richtung religiösem Fundamentalismus tendiert? Die Presse und die Opposition noch stärker unterdrückt? Noch aggressiver gegenüber den "Feindesbildern" auftritt?
Durch das Referendum wäre dem jedenfalls Tür und Tor geöffnet.

Und ich bezweifle halt stark, dass Erdogan nach seiner Amtszeit einfach so aus dem Amt marschiert, ohne für die Zukunft vorzusorgen und passende Nachfolger zu lancieren.
Kann natürlich sein, aber das wäre jetzt munteres Rätselraten.

Ich kann zu dem Thema nur eins sagen: Intensive diplomatische Kontakte sind mit jedem Staat der Erde dem Kontaktabbruch vorzuziehen. Immer und zu jeder Zeit.
 
Jaja der Westen wieder. Freie Wahlen sind nur solange gut wie sie dem Westen passen.

Wenn's denn so gewesen wäre.

Eine freie Wahl bedeutet für mich jedenfalls nicht dass eine Partei alles niederbrüllt.

Dass eine Partei quasi ein Monopol über die Berichterstattung on- wie offline hat.

Kann sein dass das unter "freie Wahl" fällt. Fair war es ganz sicher nicht.
 
IMG_4936.JPG
 
Na ja, geschenkt wurden die stimmen ja trotzdem nicht.

Was ich aber schlimmer finde ist Deutschland, Ösiland, Frankreich über 70% ja.
Dann hast Kanada, USA etc wo es das genaue Gegenteil ist. Finde den Fehler.

Liegt aber wohl mit daran das wir hier mehr einkommensschwache Türken haben.
 
wer einen offiziellen abbruch der beitrittsgespräche fordert hat, glaube ich, nicht ganz verstanden, was sie sind und was sie bedeuten. die gespräche laufen ja nicht erst seit erdogan, sondern schon deutlich länger. es war nie zu erwarten, dass sie kurzfristig erfolg haben werden und die türkei der EU beitritt. das war auf eine langfristige (generationenübergreifende) entwicklung ausgelegt.

man hat seitens der EU die türkei aber auch recht lange hingehalten. das bedeutet auch, dass selbst bei einer fortführung der gespräche (was derzeit aber auf grund erdogans privatparty eh nicht stattfindet), keine kurzfristige mitgliedschaft der türkei im raum steht (allen voran, weil die türkei grundsätzliche forderungen der EU (z.b. rechtstaatlichkeit) erfüllen müsste, was sie aber nicht tut).

mit diesem thema hatte man lange zeit doch recht großen einfluss auf die türkei und immer einen ansatzpunkt. der ist nun erst einmal hinfällig, weil erdogan (und die türken an sich) irgendwann kapiert haben, dass sie hingehalten werden. dann haben sie das interesse verloren. ironischerweise glaube ich, dass es nie zum jetzigen referendum gekommen wäre, wäre die türkei EU-mitglied. denn dann hätte die EU ganz andere möglichkeiten, auf die türkei einzuwirken. (was nicht bedeutet, dass ich für eine mitgliedschaft der türkei wäre. dazu bin ich nicht ansatzweise genug im thema um beurteilen zu können, ob das gut oder schlecht ist). ich halte es jedenfalls für falsch, diese brücke jetzt abzufackeln. letztlich bringt es keinerlei vorteil, hat aber den nachteil, dass dieser ansatzpunkt jetzt und in zukunft weg ist. und wie @CandleWaltz schon schrieb: wollen wir doch mal sehen, was nach erdogan kommt.
 
Was sollen die beitrittsgespräche mit dem jetzt zu tun haben? Und wieso soll man eine angehende diktatur mit mehr als einer halben milliarde pro jahr finanzieren? Das kind ist in den brunnen gefallen, gerade ab jetzt braucht man mit erdogan ganz sicher nicht mehr über das ziel oder langfristige ziel eines eu beitritts verhandeln oder diesen mit nicht wenig geld fördern, im gegenteil sogar, jetzt muss man ganz genau schauen dass man sich am ende nicht noch die hände schmutzig macht wenn erdogan in der tat anfängt die ganze opposition auszurotten die jetzt noch im knast ausharrt. Die todesstrafe wird kommen und damit auch urteile. Die bauern haben gewonnen, die gebildete schicht verloren gegen "Ziegenhirten". Das ist ein ganz trauriger tag, gerade für die türkischen metropolen und den westlich offenen türken, am meisten werden die jungen leute leiden. Die karte der nein wähler ist zu krass.
 
Na ja, geschenkt wurden die stimmen ja trotzdem nicht.

Was ich aber schlimmer finde ist Deutschland, Ösiland, Frankreich über 70% ja.
Dann hast Kanada, USA etc wo es das genaue Gegenteil ist. Finde den Fehler.

Liegt aber wohl mit daran das wir hier mehr einkommensschwache Türken haben.
Ja, die lassen halt nur die rein, mit denen man auch was anfangen kann.
 
Diplomatie ist schon wieder so super... Merkel fordert von Erdogan einen verantwortungsvollen Umgang mit der Entscheidung und einen Dialog mit der Opposition... Ja, nee, is klar... :lol:
 
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