About a Boy
Will Freeman (Hugh Grant) ist stolz auf sein Leben. Er hat zwar keinen Job oder je irgendwo mal was bewirkt, aber er hat ein stilvolles Leben, gutes Aussehen und könnte jede Frau haben, die er wollte. Bezahlt von den alten Rechten eines Liedes, mit dem sein Vater mal einen Hit gelandet hatte, geniesst Will das Dasein. Als er einer allein erziehenden Mutter begegnet, fällt ihm auf, dass ja noch ein anderer "Markt" an Frauen existiert und um diese Frauen nun zu bezirzen, gibt er sich als verlassener Vater aus.
Dumm ist nur, dass nicht seine Bekanntschaften auf ihn scharf werden, sondern dass der Sohn einer selbstmordgefährdeten Frau (Toni Collette) auf einmal eine Vaterfigur in Will sieht. Und den kleinen Knirps scheint Will nicht mehr los zu kriegen. Es kommt sogar der Tag als Will einer weiteren Bekanntschaft (Rachel Weisz) den kleinen Marcus als seinen eigenen Sohn vorstellt. Das das zu Verwicklungen führen muss, ist klar. Und wie wird sich unser Lebemann schlussendlich entscheiden?
Ich mag den Film einfach: Die Dialoge sind super, die Charaktere schrullig, die Story ist sehr humorvoll, aber immer wieder ernst. Der Spagat gelingt immer sehr gut. Sogar Hugh Grant überzeugt mich.
9/10
High Fidelity
Rob Gordon (John Cusack) steckt in einer Lebenskrise. Gerade von seiner Freundin verlassen, besteht sein Leben momentan nur noch aus der Arbeit in seinem Plattenladen, wo er sich mit den angefressenen Musikexperten Barry (Jack Black) und Dick (Todd Louiso) rumschlagen muss. Die sind zwar seine einzigen Kollegen, gehen ihm aber mit ihren ewigen Diskussionen über Musikqualität ziemlich auf den Keks. Das Leben in diesem "Championship Records"-Laden besteht hauptsächlich darin, irgendwelche Top-5-Listen zusammen zu stellen, Kunden zu vergraulen und dafür selber über neue Bands und deren Einfluss zu philosophieren.
Um über die Trennung von Laura (Iben Hjelje) hinweg zu kommen, stellt Rob selber eine Liste auf, welche seine fünf schlimmsten Break-Ups beinhalten. Er beschliesst, diese Verflossenen noch einmal aufzusuchen und mit ihnen emotional abzuschliessen. Dazwischen funken ihm immer wieder die noch immer starken Gefühle für Laura, die inzwischen mit Nachbar Ian (Tim Robbins) ein Techtelmechtel hat und sogar dort eingezogen ist.
Rob trifft seine Ex-Freundinnen (u.a. Catherine Zeta-Jones und Lili Taylor) und muss feststellen, dass er noch keineswegs bereit ist für eine Trennung von Laura. Er will sie zurück. Doch mit dem Auftauchen der schönen Sängerin Marie DeSalle (Lisa Bonet) wird dieses Vorhaben immer schwieriger. Ausserdem ist da noch Ian. Und der will seine neue Wohn- (und Bett-)Kollegin nicht einfach so aufgeben.
Die nächste Hornby-Verfilmung. Auch hier habe ich das Buch nie gelesen (was den Filmen wohl zu Gute kommt). Auch hier stimmt so gut wie alles. Verdammt guter Soundtrack, klasse Schauspieler und wiederum gute Dialoge. Es macht einfach Spass, an Robs Leben teilzunehmen. Klasse Film mit verdammt vielen Anspielung, die ich z.T. wohl immer noch nicht kapiere (das mit John Dillinger kapierte ich z.B. erst richtig nach dem Film mit Johnny Depp).
9/10
Paperboy
Ende der Sechzigerjahre wird in Florida ein rassistischer Cop hinterrücks umgebracht. Für die Tat verantwortlich soll der leicht gestörte Hillary Van Wetter (John Cusack) sein, der sofort eingebuchtet und zum Tode verurteilt wird. Charlotte Bliss (Nicole Kidman), die eine Vorliebe für Knastbrüder hat, findet sofort Gefallen an Hillary und beginnt, ihm zu schreiben. Nach einem mehrwöchigen Briefwechsel ist sich Charlotte sicher, dass Hillary unschuldig im Knast sitzt, und versucht den Fall neu aufzurollen. Die beiden Journalisten Ward Jansen (Matthew McConaughey) und Yardley Acheman (David Oyelowo) wittern eine Story, die ihnen den Pulitzerpreis ermöglichen könnte.
Da der Mord an dem Polizisten in Wards Heimatstadt verübt wurde, baut er das Büro in der Garage seines Vaters auf. Wards Bruder Jack (Zac Efron), der vor kurzem aus dem Internat geflogen ist, will bei den Arbeiten helfen. Doch nicht etwa, weil er glaubt, dass Hillary die Todesstrafe nicht verdient hat, sondern er sich Hals über Kopf in die viel ältere Charlotte verliebt hat. Er versucht alles in seiner Macht Stehende zu tun, um die Frau rumzukriegen. Doch diese vergnügt sich lieber mit Yardley.
Ein Ensemble aus tollen (McConaughey, Cusack) und bekannten (Kidman, Efron) Schauspielern mit einer spannenden Geschichte. Was kann da noch schief gehen?! Leider so gut wie alles. Irgendwann im Film, dachte ich mir, dass die Schauspieler die Zuschauer doch nur verarschen wollten (so in etwa: "wir drehen einen verdammt hohlen Film"). So ein Schwachsinn habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Wenn es ein Film verdient hat an den Kinokassen zu floppen, dann dieser. Wow!
1/10