Ich muss das nochmal aufgreifen, weil ich in dieser Debatte nun schon wiederholt über dieses und ähnliche Argumentationsmuster gestolpert bin.
Du setzt hier voraus, dass das Vorgehen der Polizei
die einzig denkbare Möglichkeit gewesen ist, um die Situation am Hauptbahnhof nicht eskalieren zu lassen und daher der Zweck die Mittel heiligt. Alle, die diese polizeiliche Praktik kritisieren, hätten in dieser Logik zumindest die Wahrscheinlichkeit, dass die Situation (wieder) eskaliert zumindest billigend in Kauf genommen.
Aber das ist doch Quatsch. Niemand stellt doch das Eingreifen oder die Präsenz der Polizei generell in Frage, nur weil er oder sie die spezifische Praktik des
racial profiling ablehnt.
Ich sehe nur nicht, wie das die einzig sinnvolle Lösung gewesen sein kann. Ich meine, man hat quasi genau ein Jahr Zeit um die Ereignisse des Vorjahres aufzuarbeiten und sich ein Sicherheitskonzept zu überlegen, und
das soll dann die bestmögliche Lösung sein, die dabei raus kommt? C'mon!
Kritik gibt es übrigens nicht nur von Außen, sondern auch Polizist*innen selbst können diese Praktik kritisch sehen und ablehnen. Dazu ein Blogeintrag eines (grünen) Polizisten:
Silvester-Polizeieinsatz am Kölner Hauptbahnhof und der Vorwurf des Racial Profiling (vionville.blogspot.de)
Man ist also nicht gleich
für Gewalt und Eskalation (oder gegen die Polizei per se), nur weil man
gegen eine bestimmte polizeiliche Maßnahme ist.
Sogar die
Grünen Ausrufezeichen? Du tust ja fast so, als käme links der Grünen quasi nur noch die RAF und die Antifa