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Aus dir spricht wie immer die Arroganz der Alternativlosigkeit.

Ich verstehe nicht ganz, was du damit sagen willst. Die Optionen waren damals ganz klar entweder Militärschlag gegen die Atomanlagen, oder eben ein Abkommen. Es gab ja eben gerade verschiedene Alternativen.

Und du bist doch der, der hier den Artikel von Rühle gepostet hat mit einem zustimmenden Kommentar. Wenn du damit nicht sagen wolltest, dass das Abkommen einen Farce ist und ein Militärschlag die richtige Option gewesen wäre bzw. immer noch ist, weil der Iran sich ja sowieso nicht an das Abkommen halten wird, dann hättest du das vielleicht dazu schreiben sollen, anstatt die Leser deines Beitrages in die Irre zu führen.

Im übrigen habe ich vom im Artikel erwähnten Chef-Unterhändler der USA, Jake Sullivan, persönlich gehört, wie die Verhandlungen abgelaufen sind und die Behauptung, dass nach dem ausgehandelten "Rahmenvertrag" alles andere nur noch "Show" war, sind schlicht absurd.

Allein der Gedanke, dass sich die halbe Welt an diesem jahrelangen zähen diplomatischen Ringen beteiligen würde, während der Iran und die USA sich im Geheimen schon ausgemacht haben sollen, dass das Abkommen auf jeden Fall zu Stande kommt, ist völlig realitätsfremd. In Wahrheit haben beide Seiten bis zur letzten Sekunde zäh um einige Punkte und Formulierungen gerungen, damit keine der Seiten zu Hause ihr Gesicht verliert.

Das Hauptproblem für Obama war, dass er das Abkommen nicht durch den Kongress gebracht hätte, hätte es so ausgesehen, als ob den Iranern zu viel Spielraum gegeben wird und die Iraner konnten unmöglich mit einem Abkommen nach Hause gehen, das so aussieht, als ob sie sich von den USA in ihrer Souveränität in der Atomfrage einschränken ließen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also meiner Erinnerung nach stand die USA 2009 nicht knallhart vor der Entscheidung, einen Militärschlag durchführen zu müssen. Im Gegenteil, die iranische Bevölkerung war genervt von den jahrelangen Sanktionen und meiner Auffassung nach, war da noch längst nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. An den Sanktionen hätte man festhalten und sie auch noch ausweiten können. Aber ja, wenn es nötig gewesen wäre, hätte man auch einen Militärschlag durchführen müssen. Israel wäre bereit gewesen und ist es sicherlich immer noch. Die USA aber offenbar nicht.

Nun sind sämtliche Sanktionen aufgehoben und es werden munter Geschäfte mit dem Iran gemacht. Er baut seine Macht in der Region weiter aus und baut natürlich auch weiterhin an der Atombombe. Das Regime sitzt fester denn je im Sattel, knechtet die Bevölkerung und bei uns wurde systematisch ein falsches Bild vom Iran installiert.

Und was du nun mit eigenen Ohren gehört hast ... vielleicht wäre das für mich relevant, wenn du auch Artikel auf IP veröffentlichen würdest. ;)
 
Aber der Iran hat ja trotz der Sanktionen sein Atomprogramm weiter vorangetrieben und es war klar, dass er Nuklearwaffenkapazitäten in wenigen Jahren erreichen würde, Sanktionen hin oder her.

Die Sanktionen haben Zeit für Überlegungen und Verhandlungen gebracht, weil sie das Atomprogramm verlangsamt haben, aber am Ende gab es immer nur die Optionen: 1. Abkommen oder 2. Militärschlag (oder: 3. den Iran einfach Atomwaffen bauen lassen - was für Israel aber nicht in Frage gekommen wäre, aus gutem Grund).

Alles was ich gesagt habe, ist, dass ich überrascht bin, dass du offenbar einen Militärschlag durchaus diesem Abkommen vorziehen würdest (was ja offenbar auch so ist, wie du in diesem Posting wieder schreibst).

Weil entweder das Abkommen erfüllt seinen Zweck und macht einen Militärschlag unnötig, oder eben nicht. Wenn es aber seinen Zweck erfüllt, dann kann man kaum Obama und Hillary Clinton vorwerfen, dass sie innenpolitisch der Sache einen solchen Medien-Spin geben, dass die Sache durchgeht.

Wenn es seinen Zweck nicht erfüllt, dann befürwortet man wohl den Militärschlag. Das ist alles, was ich gesagt habe.

Und was du nun mit eigenen Ohren gehört hast ... vielleicht wäre das für mich relevant, wenn du auch Artikel auf IP veröffentlichen würdest. ;)

Das werde ich alleine schon deswegen nicht machen, weil das Gespräch unter der Chatham House Rule abgelaufen ist.
 
Aber der Iran hat ja trotz der Sanktionen sein Atomprogramm weiter vorangetrieben und es war klar, dass er Nuklearwaffenkapazitäten in wenigen Jahren erreichen würde, Sanktionen hin oder her.

Was eben immer wieder deutlich macht, dass dieses Regime nicht rational handelt und es auch in Zukunft nicht wird. Vielleicht sind sie jetzt etwas vorsichtiger, weil sie von den aufgehobenen Sanktionen so lange wie möglich profitieren wollen. Aber ihre ideologischen Triebe werden sie deswegen nicht ablegen.
Wenn überhaupt, hat Obama das Thema damit nur auf die lange Bank geschoben, um sich anderen Interessen zu widmen. Am Ende kommt es aber mit aller Macht wieder auf die internationale Bühne zurück.
 
Die Regel hast du doch mit deinem Posting darüber bereits gebrochen, indem du Sullivan namentlich erwähnt hast :?

Ja, aber ich hab ja nix Inhaltliches gesagt, was er gesagt hat. Bzw. nichts, was er nicht schon an anderer Stelle öffentlich gesagt hat.

Gut ich hätte mich deutlicher ausdrücken sollen: Chatham House Rule galt in Bezug auf die Details des Verhandlungsprozesses, dass er generell über das Thema geredet hat, ist kein Geheimnis.

Aber stimmt, technisch gesehen hast du Recht, weil CHR eigentlich bedeutet, dass man eben gerade inhaltliche Sachen weitergeben darf, aber nicht die Identität der Gesprächsteilnehmer. So gesehen war es eigentlich auch keine wirkliche CHR.
 
Was eben immer wieder deutlich macht, dass dieses Regime nicht rational handelt und es auch in Zukunft nicht wird. Vielleicht sind sie jetzt etwas vorsichtiger, weil sie von den aufgehobenen Sanktionen so lange wie möglich profitieren wollen. Aber ihre ideologischen Triebe werden sie deswegen nicht ablegen.
Wenn überhaupt, hat Obama das Thema damit nur auf die lange Bank geschoben, um sich anderen Interessen zu widmen. Am Ende kommt es aber mit aller Macht wieder auf die internationale Bühne zurück.

Man kann aber sagen, dass durchaus die Hoffnung besteht, dass es das Abkommen den Hardlinern im Iran viel schwerer macht, weiterhin die Entwicklung von Nuklearwaffen voran zu treiben. Immerhin haben die Iraner jetzt ein Abkommen, mit dem sie ihr Gesicht wahren können und Nukleartechnologie zivil nutzen können, ohne Sanktionen und ohne dass sie Militärschläge befürchten müssen.

Was auch zeigt, dass ihnen "der Westen" nicht ans Leder will, solange sie nur nicht an Atomwaffen basteln.

Das sollte es den Hardlinern schwerer machen, ohne guten Grund wieder auf Konfrontationskurs zu gehen.
 
Da kann ich halt nur den von mir verlinkten Artikel zititieren:

Den vorletzten Akt dieser Entwicklung zur nüchternen Analyse der Situation im Iran lieferte vor wenigen Wochen Wendy Sherman, die amerikanische Chefunterhändlerin bei den Atomverhandlungen. Anlässlich einer öffentlichen Diskussion ließ sie zwar keine Zweifel am Wert des Abkommens aufkommen, ihr Urteil über den Iran war jedoch für viele Zuhörer niederschmetternd: „Es gibt im Iran nur Hardliner und harte Hartliner. Und Rohani ist ein Hardliner.“
 
Gut, die einen sagen es gibt "nur Hardliner und harte Hardliner" und die anderen meinen es gibt "Moderate und Hardliner". Das ist wohl eine Frage des Blickwinkels.

Man darf aber nicht vergessen, dass der Iran eine Diktatur ist und es natürlich im politischen Tagesbetrieb nur die Meinungen gibt, die von den Machthabern (Wächterrat) zugelassen werden. Dass es außerparlamentarisch auch eine Opposition gibt im Iran und dort auch durchaus vernünftige Menschen rumlaufen, sollte man nicht vergessen.

Und denen stärkt das Atomabkommen natürlich schon auch irgendwo den Rücken. Wobei man natürlich auch sagen kann: Aber warum greifen wir ("der Westen" bzw. de facto Israel und USA) nicht an und machen einen Regime-Change und schauen, dass die Vernünftigen dort an die Macht kommen? Aber dass das leider oft nicht das erwünschte Resultat bringt, haben wir ja in letzter Zeit gesehen...
 
Wir haben damals gesehen, wozu das iranische Volk in der Lage ist. Ob man denen damit den Rücken gestärkt hat, wage ich zu bezweifeln.

Im übrigen, genau darum dreht sich ja der Artikel. Wie die US-Regierung im Grunde die Medien manipuliert hat, um ein den Eindruck zu erwecken, es gäbe eine moderate, amerikafreundliche politische Strömung im Iran. Aber das war offenbar ein groß angelegter Fake.

Mich wundert übrigens die Empörung der US-Medien darüber. Als ob sie nicht in der Lage gewesen wären, das zu durchschauen. Da klagt doch der betrogene Betrüger ...
 
Nenne wir es mal höchst Ambitioniert. :D

Wobei der neue ampera ja schon ein guter Schritt in die richtige Richtung ist und das ausbauen der Elektrosäulen ja schon nächstes Jahr startet. Wenn wir auf der Arbeit welche auf dem Parkplatz hätten wäre ich zumindest verführt mal über das Thema nachzudenken.
 
Theoretisch umsetzbar dürfte das sein. Allerdings sollte denen klar sein, dass es gar nicht genug seltene Erden und Lithium gibt, um die individuelle Mobilität auch nur annähernd auf dem Level zu halten, wie sie jetzt ist.
 
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