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TTIP-Leaks
Ein Skandal, der keiner ist


http://www.nzz.ch/wirtschaft/kommentare/ttip-leaks-ein-skandal-der-keiner-ist-ld.17466

Ja, tatsächlich finde ich es lustig, wenn hier in Europa Leute aufschreien, dass die USA das Vorsorgeprinzip in der EU aushebeln wollen würden, dabei wollen die USA nur nicht, dass die EU das "Vorsorgeprinzip" dazu missbraucht, unliebsame Konkurrenz aus ihrem Markt zu verbannen.

Gerade bei Gentechnik sieht man das sehr gut. Bei den Produkten die in den USA schon lange am Markt sind ist die Unschädlichkeit inzwischen nach keinem wissenschaftlichen Standard mehr zu bezweifeln (so weit mir bekannt zumindest - noch sind jedenfalls keinem US-Bürger Schweinsohren gewachsen), dennoch verweigert die EU weiterhin die Öffnung ihres Marktes für diese Produkte mit fadenscheinigem Hinweis auf das "Vorsorgeprinzip". Übrigens in Verletzung unserer WTO Verpflichtungen. Was unter anderem die EU-Verbraucher zwingt, (teils schlechtere) Produkte zu einem höheren Preis zu kaufen, weil der Markt ja abgeschottet ist.

Aber gut, wenn das Volk es mit Mehrheit nicht will, dann ist es halt so, ich bin nur nicht bereit die Verluste an Arbeitsplätzen, Kaufkraft und den volkswirtschaftlichen Schaden durch teuerere Produkte mit höheren Steuern auf mein Einkommen auszugleichen. Da muss sich die EU dann einen anderen Dummen suchen.

Da wird dir nur leider nichts Anderes übrig bleiben ;)
 
Dann ist doch alles super :)

Nein, ist es nicht, weil mir vieles an den USA nicht gefällt und ich gerne in der EU/Österreich lebe. Aber wenn man bereits 60% seines Einkommens an Steuern an den Staat zahlt und trotzdem immer neue Belastungen kommen muss man sich halt fragen, in wie weit man noch motiviert ist, Leistung zu zeigen.
Wenn dann auch noch die Bevölkerung in ihrer Weisheit ständig Maßnahmen verhindert, die der Wirtschaft helfen würden, fragt man sich halt, ob man da noch mitmachen möchte.

Vielleicht finde ich aber auch einen Job bei einer internationalen Organisation in der EU (Den Haag) dann verdiene ich gut und bin komplett steuerbefreit. Gibt da eh ein paar Stellen für die ich mich interessiere.
 
Dann gibts keine Schwarzarbeit und keine illegalen Geschäfte mehr, oder wie soll man sich das vorstellen? :D
 
Ja, und nebenbei keinerlei wirtschaftliche Privatssphäre mehr, mögliche negative Zinsen auf Bankkonten und sollte es - Gott bewahre - mal wieder Regime innerhalb Europas geben, die bestimmte Gruppen von Menschen verfolgen, dann könnte man sie mit nem Mausclick schachmatt setzen und ihre Ausreise/Flucht verhindern oder erschweren.
 
Es wären die Extrembeispiele, aber die Geschichte zeigt, dass Staaten und Unternehmen immer auch das schlechteste Mittel ergriffen haben, wenn es ihnen irgendwelche Vorteile verschaffte.

Man muss sich nur mal vorstellen, was theoretisch möglich wäre. Der Staat die Krankenkasse oder auch Privatunternehmen könnten alles über einen wissen. Wo man kauft, was man kauft, wie viel man kauft. Von Alkohol über Tabak bis hin zu den privatesten Konsumgütern.
 
Es geht darum, dass das nicht viel Sinn macht. Wenn ich als Regierung gewisse Leute an der Ausreise hindern will, dann tue ich das mit Polizei und Militär und wenn ich möchte, dann friere ich deren Bankkonten ein.

Selbst wenn es gar kein Bargeld mehr gäbe, würde das die Situation im Vergleich zu heute nicht wesentlich ändern. Und kein Bargeld heisst ja nicht "keine anonymen Zahlungsmethoden".
Auf dem Bargeld ist übrigens auch deine DNA und dein Fingerabdruck drauf, außer du zahlst immer mit Handschuhen. ;)
 
Auf dem Bargeld ist die DNA von unzähligen Leuten, daher relativ irrelevant.

Und kein Bargeld heisst ja nicht "keine anonymen Zahlungsmethoden".

Das gilt im Moment, das muss aber nicht auch in Zukunft gelten. Und gerade in Bezug auf die Negativzinsen würde sich die Situation im Vergleich zu heute ziemlich sicher ändern, es sei denn man glaubt immer noch, der Markt würde das schon regeln.
 
Auf dem Bargeld ist die DNA von unzähligen Leuten, daher relativ irrelevant.



Das gilt im Moment, das muss aber nicht auch in Zukunft gelten. Und gerade in Bezug auf die Negativzinsen würde sich die Situation im Vergleich zu heute ziemlich sicher ändern, es sei denn man glaubt immer noch, der Markt würde das schon regeln.

Dann sollte man sein Geld vielleicht nicht auf ein Sparbuch/Konto legen, sondern wo anders investieren, wenn es am Markt Negativzinsen für Spareinlagen gibt. Wenn gerade niemand Geld ausleihen will und dir dafür Zinsen zahlen bzw. die Bank sogar für die Aufbewahrung deines Geldes Geld verlangt, dann kann man sich entweder damit abfinden, oder man legt das Geld eben gewinnbringender an.
 
Auch ne Sichtweise. Alles bis aufs monatliche Taschengeld in Aktien anlegen. "Schatz, was ist mit dem neuen Auto?" "Nee, sorry, die Aktien stehen gerade zu schlecht."
 
Was willst du sonst machen? Banken per Gesetz zwingen, Zinsen zu zahlen, obwohl der Markt es nicht hergibt?

Wenn du dir das ernsthaft überlegst, solltest du vielleicht einen Blick nach Venezuela werfen, da sieht man gerade wie hervorragend es funktioniert, den Markt nicht zu regulieren (was wichtig und richtig ist) sonder Marktmechanismen per Gesetz aushebeln zu wollen.

Kurzzusammenfassung: Funktioniert genauso wenig, wie Gravitation per Gesetz aufheben zu wollen.
 
Ich will sie nicht zwingen, Zinsen zu zahlen, ich will sie nur zwingen, die Zeche für die vergangen Fehler nicht 1:1 an Kunden weiterzugeben. Marktmechanismen wurden und werden doch sowieso regelmäßig ausgehebelt. Das beste Beispiel war ja 2008 folgende. Ohne Aushebelung von Marktmechanismen hätte man in Europa viel mehr Banken abwickeln müssen. Und diesen Fehler bezahlen wir - im Gegensatz zu den USA - heute und in den nächsten Jahren noch.
 
Nein, ist es nicht, weil mir vieles an den USA nicht gefällt und ich gerne in der EU/Österreich lebe. Aber wenn man bereits 60% seines Einkommens an Steuern an den Staat zahlt und trotzdem immer neue Belastungen kommen muss man sich halt fragen, in wie weit man noch motiviert ist, Leistung zu zeigen.
Wenn dann auch noch die Bevölkerung in ihrer Weisheit ständig Maßnahmen verhindert, die der Wirtschaft helfen würden, fragt man sich halt, ob man da noch mitmachen möchte.

Vielleicht finde ich aber auch einen Job bei einer internationalen Organisation in der EU (Den Haag) dann verdiene ich gut und bin komplett steuerbefreit. Gibt da eh ein paar Stellen für die ich mich interessiere.

Wo in der Eu musst du denn 60% Steuern zahlen :staun: ?
 
Komisch, dass die europäische Wirtschaft auch auf TTIP verzichten kann. Der Siemens-Chef hat sich gerade dazu geäussert. Er und andere Konzerne bräuchten es nicht, er verwies aber auf mittelständische Betriebe. Die hatte sich auch schon dazu geäussert, darauf verzichten zu können. Von all den Verhandlungspunkten lese ich eigentlich immer nur auf der europäischen Pro-Seite, dass der Export von Autos erleichtert werden sollte. Das jede Bundesregierung von den Interessen der deutschen Autoindustrie geradezu durchdrungen ist, ist ja nun kein Geheimnis. Welche Vorteile hat der Rest Europas? Ausser in den Genuß von genmanipulierten, von Großkonzernen dominierten Produkten zu kommen, die dafür preiswerter sind? Wo alle Welt davon redet, dass Lebensmittel eh schon zu billig sind. Wo wir doch auch wissen, dass ohnehin schon genug Nahrungsmittel produziert werden, ohne das ein Mensch auf der Welt hungern müsste? Es ist bekannt, dass gerade gerade diese Dumping- und Subventionspolitik auf dem Weltmarkt dafür sorgt, dass die Entwicklungsländer damit nicht mithalten können. Sie können sich die Einfuhren nicht leisten und sind dazu verdammt, uns ihre Nahrungsmittel zu Billigpreisen zu exportieren.

Daher, bleib ruhig in den USA, Osa. Da passt du mit deiner arroganten, überheblichen Herrenmenschenart auch gut hin. Da kannst du dir auch weiterhin einbilden, dein Weltbild hätte etwas mit Freiheit zu tun.
 
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