Bei warmen Licht sollte das nicht auftreten, also bei normalen Glühbirnen.
Überhaupt ist das ein sehr spezifisches Phänomen, vermute ich. Ich kann es ja mal kurz erklären und hoffe, dass alles so richtig ist.
Wird Licht "natürlich" erzeugt, z.B. unser Sonnenlicht oder das Licht des glühenden Drahtes einer Glühbirne oder Feuer oder was weiß ich, empfangen wir (bzw. unsere Umwelt) ein (praktisch) kontinuierliches Signal. Bei "künstlichem" Licht pulsiert das Licht allerdings mit einer bestimmte Wellenlänge, die anscheinend an das Stromnetz gekoppelt ist. Das sieht man mit dem menschlichen Auge nicht (oder kaum), aber in Zeitlupe bemerken wir, dass in der Sekunde das Licht flackert und ein Geflackere (dunkel-hell-dunkel-hell, sprich eine Wellenlänge mit allen Abstufungen dazwischen) dauert 1/50 Sekunden (in Europa).
Machen wir ein Foto mit einer Belichtungszeit von ebenfalls 1/50 Sekunden, belichten wir exakt eine Periode des Lichtes und sehen auf dem Bild, was wir auch mit dem menschlichen Auge sehen. Um das zu verdeutlichen eine kleine Analogie: Stellt euch ein Pendel vor, dass in der Sekunde 50 Mal hin und her schwingt. Das Auge kann die schnelle Bewegung nicht exakt verarbeiten und macht daraus ein "Standbild", bei dem man immer die ganze Schwingung auf einen Blick sieht. Mit der Kamera würden wir hierbei genau eine Schwingung belichten und ebenfalls das Standbild sehen. Egal, wo der Startpunkt ist, wir haben jede Position zwei Mal auf dem Bild (ein Mal beim Hin- und ein Mal beim Zurückschwingen).
Aber was passiert bei kürzeren Belichtungszeiten? Dann fangen wir nur einen Teil der Welle ein, also beim Pendel vielleicht nur die linke Seite oder beim Foto sehen wir gerade den Teil, bei dem die Umgebung besonders stark oder schwach beleuchtet ist. Je kürzer die Belichtungszeit desto extremer die Unterschiede je nach Phase.
Und bei Belichtungszeiten, die nicht mit der Lichtfrequenz übereinstimmen, also z.B. US-Kamera (1/60s) bei EU-Licht (1/50s)? Dann belichten wir nicht die ganze Welle (aber fast). Das sollte das Bild nicht stark beeinflussen, aber schon ein bisschen. Das Pendelbild wäre halt nicht komplett. Es fehlen halt ca. 16% der Schwingung und das Foto ist etwas dunkler oder etwas heller als erwartet.
Warum man allerdings auf dem Foto Wellen sehen sollte, kann ich nicht erklären. Ein Beispielbild wäre gut.
Je länger die Belichtungszeit desto kleiner der Einfluss der Lichtfrequenz auf das Foto, vermute ich. Beim Pendel wäre es ja völlig egal, ob du 50 Schwingungen oder 50,2 Schwingungen belichten würdest. Du siehst so oder so die gesamte Schwingung. Bei einem Foto könnte ich mir vorstellen, dass diese eine unvollständige Schwingung bereits das Farbklima ein wenig, aber merklich verändert, so als würde das Bild lichttechnisch verwackeln.
Irgendwie so.