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November 2015 Paris attacks

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Was fürn Kontext? Das ist das was der Artikel aussagt den ich gelesen habe. Hast du dazu mehr Infos?

Keine Frage, die Aktion ist absolut daneben und respektlos.
Dass sie aber ausschliesslich gegen Paris stattfand und man die Taten der Terroristen gemeinhin gutheisst, wage ich zu bezweifeln. Da ausschliesslich die Allahu Akbar Rufe herauszupicken, scheint mir etwas unpräzise, zumal ein Grossteil Märtyrer sterben nicht, das Vaterland wird nicht geteilt riefen, was doch als eine klare Ansage contra PKK zu werten ist.

Aber so oder so, es bleibt eine absolut erbärmliche Aktion.
 
Wahrscheinlich habe ich die wahre Intention gestern einfach nur nicht verstanden, aber auf N-TV wurde gestern im Wembley-Stadion ganz oft ein Plakat mit der Aufschrift "R.I.P. France" von einem Zuschauer gezeigt. Fand ich irgendwie makaber. :ugly:
 
http://www.welt.de/kultur/article148920358/Lasst-doch-die-verlogene-Trauer-Erbsenzaehlerei.html

Es ist bloß moralisierende Wichtigtuerei

Doch den Leuten, die auf Paris mit Beirut antworten, geht es nicht um Anteilnahme. Die 43 ermordeten Menschen im schiitischen Stadtteil Brudsch al-Baradscheh sind ihnen gleich. Es ist bloß moralisierende Wichtigtuerei; es geht um nichts als den eigenen Distinktionsgewinn. Und manchmal ist es blankes Ressentiment, so wie bei den Leuten, die exakt dann über einen Hurrikan auf Haiti oder Kuba reden, wenn in den hiesigen Medien von einem Hurrikan in den USA berichtet wird.

Oder: Wie viele dieser Leute, die sich über eine angebliche Doppelmoral beschweren, haben in den Stunden nach Beirut über die zu knappe Berichterstattung kritisiert? Wie viele haben, und sei es nur durch ein Facebook-Posting, ihre Anteilnahme bekundet? Wer wirklich Empathie für Beirut oder Ankara empfindet, unterlässt diese schäbigen Vergleiche. Und wer sie anstellt, hat etwas anderes im Sinn. Das ist der Unterschied zwischen moralischem Empfinden und Moralisieren.

Ganz guter Kommentar von Deniz Yücel zum Thema "Ihr Heuchler" im Internt.
 
Es wurde doch gesagt dass nach dem Bürgerkrieg in Albanien angeblich Millionen kalaschinkovs von der italienischen Mafia aufgekauft wurden und in den letzten Jahren vermehrt von Süditalien nach Südfrankreich geschifft wurden.
Der Preis ist dadurch in den Keller gefallen.
Der Preis für ein ak47 soll bei 200€ liegen, sodass selbst kleine Überfälle auf Supermärkte etc mit diesen Gewehren verübt werden und schon 15 jährige damit gefasst wurden.

Zu dem geht man davon aus dass diese billigen ak47 auch den Weg nach Deutschland finden werden.
Hast du da ne quelle?
 
image.jpeg


:ugly:
 
Ganz guter Kommentar von Deniz Yücel zum Thema "Ihr Heuchler" im Internt.

Ich weiss nicht (und das meine ich auch so), ob der Artikel nicht zu hart mit uns ins Gericht geht?

Zwei wichtige Aspekte werden angesprochen.

Die örtliche Nähe.

Wenn in meinem Nachbarort eine Bombe hochgehen würde, macht mich das automatisch (alleine durch die eigene Nähe dazu) betroffener als wenn es 500km entfernt passiert. Paris (und die französische Kultur) ist mir näher als Beirut. Europa ist ein, auch politisch-religiös gesehen, anderes Gebiet als der Libanon. Und Ankara ist irgendwo mittendrin.

Im Zusammenhang ist es die Abgestumpftheit.

Wenn im Nahen Osten eine Bombe hochgeht, ist das für unsere (mediale) Wahrnehmung schon fast normal. Gefühlt hört/sieht man es täglich in den Medien.

Wenn in Zentraleuropa eine Bombe hochgeht, ist dies etwas höchstseltenes und für uns dadurch auch erschütterndes Ereignis. Dadurch wird es durch uns automatisch anders behandelt.

Okay, der Artikel kritisiert, dass viele erst jetzt kritisieren, dass über Beirut nicht so viel berichtet wurde, die (mediale) Anteilnahme erst jetzt im Zusammenhang mit Paris hochkommt. Das ist korrekt. Die Gründe dafür liegen aber auf der Hand.

Ich bin aber auch froh, dass ich kein Mitglied der typischen Facebook-Empörungskultur bin.
 
Der Artikel ist ok, aber der Vorspann wirkt für mich, als würde sich der gute Herr in seiner Journalisten-Ehre verletzt fühlen:
"Das Blut in Paris war noch nicht trocken, da begannen schon die Vergleiche: Über andere Anschläge sei im Westen weniger berichtet worden. Das ist Unfug. Nur wurden die Artikel wenig gelesen."
Dabei denke ich nicht, dass es eine besonders steile These ist, wenn man behauptet: über andere Anschläge wurde und wird (deutlich) weniger berichtet.
 
Beirut habe ich im TV garnichts von mitbekommen. Im DLF ja.

Ankara war natürlich präsenter, vor allem am gleichen Tag. Aber schon einen Tag danach wurde es weniger. Es wurde auch afair keine Sendung dafür unterbrochen.
 
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