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Tiereliebe vs Menschenliebe

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Kannst ja mal versuchen, auf ner Beerdigung die schwierigen Seiten des Verstorbenen anzusprechen :grins:
Warum sollte ich das tun? Der erwähnte Matator von Dir hat eigentlich in diesem Threat nichts zu suchen. Für seine Fans, Freunde, Manager und Familie ist einen glorreichen Heldentod gestorben. Viele Kinder werden versuchen ebenfalls Matador zu werden und es werden weiter Stiere habbblind und gefoltert in die Arena geführt werden und dort elendig sterben. Was soll ich auf seiner Beerdigung? Warum hat er ein Rest in Peace von mir verdient?
 
...
Beim Stierkampf wird das Tier systematisch zur Belustigung einer grossen Menschenmenge langsam in ca 20 Minuten und mit grossen Schmerzen hingerichtet. Die Tiere haben eigentlich fast keine Chance.

Man behauptet, dass der Stier vor dem Stichtag ein schönes Leben führt. Er hat viel Platz auf einer Weide und wird gut genährt und gepflegt. Dafür sind die letzten Wochen vor dem Kampf eine Qual. Tierschutzvereinigungen haben verdeckt ermittelt und herausgefunden, was hinter den Kulissen passiert. Wochen vor dem Kampf werden den Stieren schwere Gewichte um den Hals gehängt. In die Nase werden ihnen Taschentücher und Watte gesteckt, um ihre Atmung zu erschweren.

Schon zwei Tage vor dem Stierkampf bekommen die Stiere kein Futter mehr und nur wenig Wasser. Sie bekommen Medikamente verabreicht, die Darmbluten verursachen und werden mit Beruhigungsmitteln betäubt. Die Nacht vor dem Kampf verbringen die Stiere in engen Kisten, die gedreht werden, damit sie die Orientierung verlieren. Auch am Tag des bevorstehenden Kampfes bekommen sie keine Nahrung mehr. Stattdessen Prügel und Nadelstiche in die Hoden. Zu guter Letzt werden ihre Ohren und Fesseln mit Terpentin eingerieben, die ihnen noch mehr Schmerzen bereiten und sie scharf machen. In diesen letzten zwei Tagen vor dem Kampf verliert ein Stier um die 40 Kilogramm.

Kurz bevor sie ihrem Schicksal entgegentreten, werden sie mit Schlägen auf die Nieren geschwächt. Ihre hochempfindlichen Hörner werden abgeschliffen, um den Torero
zu schützen und ein zielgerechtes Zustoßen zu verhindern. Zum Schluss wird ihnen noch Vaseline in die Augen geschmiert. Der Stier betritt die Arena desorientiert, geschwächt und fast blind.

http://www.spanien-abc.com/Stierkampf-in-Spanien-Stierkaempfe-und-ihre-Bede.562.0.html
Tut mir echt leid dass ich mit den Veranstaltern dieser barbarischen Veranstaltung und ihren Stars kein Mitleid habe.

Und ich lese mir das auch noch durch. :traurig:

Das wusste ich nicht. Kein Wunder dass die Tiere nie ne Chance haben. Ein gesunder Bulle würde den scheiß Torero sicherlich jeder Zeit umnieten.

Mehr will ich zu dem Thema nun auch nich mehr posten, also zurück zu den Verstorbenen.
 
Furchtbar, diese Aussage. Schlechte Menschen bleiben auch dann noch schlecht, wenn sie gestorben sind. Niemand wird zum Ehrenmann, nur weil er das Zeitliche gesegnet hat.

Das sagt der Spruch nicht aus. Wenn es nichts Gutes über den Toten zu sagen gibt, dann sagt man halt nichts. Das bedeutet nicht, dass man ihn posthum zum Ehrenmann verklärt.
 
Natürlich hat das Thema hier nichts zu suchen. Aber Häme wenn jemand gestorben ist eben auch nicht!
Oder wie schon die Römer sagten:

De mortuis nihil nisi bene - Über die Toten nur Gutes
Das ist ein ziemlich dummer Spruch aus vielerlei Hinsicht und steht einem im schlimmsten Fall dermaßen im Weg. Aus psychologischer Sicht kann man diesen Spruch jedenfalls getrost ignorieren.
 
Ich glaube, Hitler ist alles in allem sehr fair weg gekommen, was die wissenschaftliche Ausarbeitung seines Schaffens angeht. :D Abgesehen ist er eine Person der Zeitgeschichte. Da gelten nochmal andere Maßstäbe.

„von den Toten nichts außer auf gute Weise“, das lateinische bene
ist ein Adverb und kennzeichnet die Art des Sprechens als gut im Sinne von moralisch richtig, was philologisch zunächst folgende Interpretationen zuläßt:
  1. Wenn man über einen Toten nichts Gutes zu berichten weiß, sollte man schweigen, oder
  2. man darf zwar auch Verstorbene kritisieren, doch dies auf eine faire, gerechte Weise (da sie sich nicht mehr verteidigen können).
Wer also traumatisch auf Variante 1 reagiert, der kann auch 2 wählen. :)

Aus meiner Sicht ist dieser Spruch vor allem eine Richtlinie für die akute Zeit, in der die Person zu Grabe getragen wird. Jeder von uns hat ein Konto mit einer Soll und einer Haben-Seite, was positive und negative Eigenschaften angeht, die wir in Beziehungen zu anderen Menschen ausleben. Dafür muss man nicht sechs Millionen Juden in die Gaskammer gejagt haben. Dazu reicht es auch, andere Menschen ständig zu piesacken oder sich in anderer Weise respektlos zu verhalten. Die Frage ist dann, im Falle des Ablebens, wie man damit gemeinsam umgeht. Und ich glaube, es ist allgemein akzeptierter Konsens, dass man in dem Falle nicht in totale Häme und Hass abdriftet und die Sau rauslässt. Schon allein aus Respekt vor den Familienmitgliedern, die den Verstorbenen auch von seiner guten Seite erlebt haben. Selbst jene Menschen, die dem Verstorbenen ihre Vorwürfe bereits zu Lebzeiten deutlich gemacht haben, sind dann meist so, dass sie sagen, nun ist es vorbei, Ruhe in Frieden.
 
... Weil sie sich nicht mehr wehren können. Interessiert viele, die Lebewesen gequält haben, ja auch nicht, ob diese sich wehren können. Ich denke, jeder Mensch, der extrem schlimme Dinge bewusst tut, sollte sich ebenfalls bewusst sein, dass er in der Öffentlichkeit auf diese reduziert werden kann. Ob diese Person jetzt tot ist oder nicht, wenn ich bemerke, dass Person XY zu Lebzeiten ein riesiges Arschloch war, mir das damals aber gar nicht bekannt war, dann äußere ich mich eben jetzt. Dieses Image hat die Person selbst zu verantworten. Es ist ja keine Verleumdung eines Toten.
 
Die Frau war auch in der Öffentlichkeit mehr als das, was da aufgedeckt wurde. Sie war in den 90ern erfolgreiche Dressurreiterin. Danach führte sie einen wohl noch erfolgreicheren Dressurbetrieb und verdiente mit Pferden eine Menge Geld. Ihre Tochter hat sie auch sehr erfolgreich ausgebildet. Auch das ist alles öffentlich. Ich vermute mal, obwohl ich mich mit dem Thema überhaupt nicht auskenne, die hat auch ne ganze Menge richtig gemacht. Sonst wäre sie nicht so weit gekommen. Und wenn da am Ende nur das Zerrbild der sadistischen Pferdequälerin bleibt, ist das in meinen Augen schon Verleumdung. Man wird dann dem Andenken nicht auf faire und gerechte Weise gerecht.
 
passend zum thema:

gestern eine doku über chinesische waisenkinder/babys von hingerichteten verbrechereltern gesehen.

da schnürt es einem die kehle zu.

urgs hat schon recht.
 
Die Frau war auch in der Öffentlichkeit mehr als das, was da aufgedeckt wurde. Sie war in den 90ern erfolgreiche Dressurreiterin. Danach führte sie einen wohl noch erfolgreicheren Dressurbetrieb und verdiente mit Pferden eine Menge Geld. Ihre Tochter hat sie auch sehr erfolgreich ausgebildet. Auch das ist alles öffentlich. Ich vermute mal, obwohl ich mich mit dem Thema überhaupt nicht auskenne, die hat auch ne ganze Menge richtig gemacht. Sonst wäre sie nicht so weit gekommen. Und wenn da am Ende nur das Zerrbild der sadistischen Pferdequälerin bleibt, ist das in meinen Augen schon Verleumdung. Man wird dann dem Andenken nicht auf faire und gerechte Weise gerecht.


Offenbar hat sie sich ihren Erfolg ja mit den zweifelhaften Methoden "erarbeitet". Aber das ist doch nicht verwunderlich, wie das läuft. Du sagst ja auch nicht, dass Hitler halt ein paar Fehler gemacht hat, aber zu seinen Freunden ein sehr netter Mensch war und man das nicht vergessen dürfte. Jeder Mensch macht wohl irgend etwas richtig. Aber jedem Menschen sollte bewusst sein, dass es hängen bleibt, wenn man grausame Dinge tut. Und es ist keine Verleumdung, wenn ich sage, dass die Frau eine ekelhafte Tierquälerin war. Ganz einfach aus dem Grunde nicht, weil sie eine ekelhafte Tierquälerin war.
 
Ihr drei sprecht aber eine ganz andere Sprache als die von Urgs zitierte Person. Es liegen mMn WELTEN dazwischen, ob es einem egal ist oder ob man sich darüber freut, wenn jemand stirbt und diese Freude öffentlich kundtut.

Vergieße ich eine Träne, wenn jemand beim Rasen umkommt? nein. Er riskierte sein Leben und, was viel schlimmer ist, das anderer Strassenteilnehmer.
Poste ich ein Bild seines zerstören Autos und und schreibe: "HAHA, das geschieht ihm recht!" ? wohl kaum. Bei "Tierfreunden" sind solche Kommentare aber beängstigend häufig und zudem stossen sie mehrheitlich auf positives Echo.

Wer sich am Tod eines Menschen ergötzt gehört in die gleiche Schublade wie derjenige, der sich am Tod eines Stieres ergötzt. Tierfreund? Heuchler!

Das ist aber auch nicht nur bei Tierfreunden so.

Guck dir mal einschlägige Foren oder Facebook an, wenn militante Vegetarier/Veganer oder Nichtraucher ihren Senf ablassen. Ich bin Fleischesser und Raucher, eigentlich gehöre ich sofort abgeschlachtet...

Den Bogen muss man aber in unserer heutigen Gesellschaft weiter spannen. Das Internet bietet jedem Menschen die Möglichkeit zu schreiben, was er will. Vermeintlich anonym. Wo man hinschaut gibt es wüste Beschimpfungen bis hin zu Drohungen. Seien es nun Promis, Models, Politiker, Ausländer, Sportler, usw.

Und jede Hasstirade gegen diese Gruppen werden von Anhängern dieser Meinung noch bejubelt und bekräftigt. Als Motorsportfan konnte man das nun auch bei Timo Scheider und Dr. Ullrich wieder sehen.

Fast schon könnte man Mitleid mit solchen Menschen haben, die sich zu Hause vor den PC setzen und dort endlich ihr verschrobenes Weltbild darlegen können. Im RL haben sie dazu ja nicht die Eier...
 
So wie du Hitlers politisches Wirken von seinem privaten Wesen trennst (wobei Hitler privat eine Unperson war und der Vergleich deswegen nicht passt), kann man imo nicht ihre fragwürdigen Methoden vom Rest ihrer Arbeit trennen. Denn eines ist klar: Für sie waren Pferde in erster Linie Sportgeräte. Und diese Geschöpfe galt es im Wert zu steigern, um sie teuer weiterzuverkaufen. Wenn sie also eine der erfolgreichsten auf dem Gebiet war, dann können ihre Produkte wohl nicht so schlecht (im Sinne von psychisch gestört, verletzt, vernarbt) gewesen sein.
Ich kann mir gut vorstellen, dass sie dabei Methoden angewandt hat, die zu weit gingen. Anderseits erscheint mir als Laien diese ganze Dressurgeschichte tendenziell nicht gerade tierfreundlich. Da wäre es für mich an dieser Stelle mal interessant, eine fundierte Arbeit zu lesen, die sich damit beschäftigt wo da die Grenze zwischen Tierquälerei und sportliche Dressur verläuft.
 
So wie du Hitlers politisches Wirken von seinem privaten Wesen trennst (wobei Hitler privat eine Unperson war und der Vergleich deswegen nicht passt), kann man imo nicht ihre fragwürdigen Methoden vom Rest ihrer Arbeit trennen. Denn eines ist klar: Für sie waren Pferde in erster Linie Sportgeräte. Und diese Geschöpfe galt es im Wert zu steigern, um sie teuer weiterzuverkaufen. Wenn sie also eine der erfolgreichsten auf dem Gebiet war, dann können ihre Produkte wohl nicht so schlecht (im Sinne von psychisch gestört, verletzt, vernarbt) gewesen sein.
Ich kann mir gut vorstellen, dass sie dabei Methoden angewandt hat, die zu weit gingen. Anderseits erscheint mir als Laien diese ganze Dressurgeschichte tendenziell nicht gerade tierfreundlich. Da wäre es für mich an dieser Stelle mal interessant, eine fundierte Arbeit zu lesen, die sich damit beschäftigt wo da die Grenze zwischen Tierquälerei und sportliche Dressur verläuft.

Das finde ich jetzt schon ein wenig verharmlosend. "So schlimm war das alles nicht, weil die Tiere ja erfolgreich waren", ist schon eine in meinen Augen recht dreiste These. Wenn du permanent deine Frau schlägst, dann macht sie möglicherweise auch genau das, was du willst, zu deiner vollsten Zufriedenheit. Daraus leitet sich dann nicht ab, dass du so ein toller Ehemann bist, der vieles richtig macht, weil deine Frau dir ja offensichtlich gerne Gefallen tut. Wenn du deinem Hund permanent in die Seite trittst, dann springt er irgendwann auch über die Schranke. Natürlich macht man das nicht in dem Ausmaße, dass das Tier längerfristigen physischen Schaden davon trägt, das ist doch ganz klar. Der Zweck heiligt einfach nicht die Mittel. Sie steht neben einem Pferd und schlägt es in einer Tour. Wer wäre ich denn, wenn ich sage "hey, aber sie ist erfolgreich in ihrer Arbeit. Also sind die Methoden möglicherweise nicht komplett verkehrt"? Es tut mir leid, aber in meinen Augen ist das einfach eine nicht akzeptable Herangehensweise in dieser Geschichte. Dann haben wir da gänzlich unterschiedliche Auffassungen. Aber mir ist völlig egal, ob die Trulla jetzt lebt oder nicht. Für mich ist sie ein mieserabler, verabscheuungswürdiger Mensch. Da kann sie noch so erfolgreich oder lieb zu ihrer Familie sein. Das, was ich über sie weiß und teilweise als Videomaterial gesehen habe, reicht für mein Urteil völlig aus und überwiegt alles andere.
 
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