The Order: 1886
Review
Ich will es nicht nur bei meinen Ersteindrücken belassen. Ersteindrücke sind noch stark von der Erwartungshaltung und Euphorie oder Enttäuschung geprägt, sie beziehen sich nicht auf das vollständige Spiel und sind werden gerne etwas überstürzt geschrieben. Bei einem Review gebe ich mir persönlich etwas mehr Mühe.
Zur Spoilergefahr. Hm. Es spielt in London und es gibt die Gegner, die auf der E3 gezeigt wurden und im Spiel im ersten oder zweiten Kapitel eingeführt werden. Ein, zwei Waffen erwähne ich auch, die man schon kennen sollte. Also keine wirklichen Spoiler. Screenshots sind auch spoilerfrei und bis auf das eine Bild nur klein.
Wie viel Spiel ist in dem Spiel!! Und viel zu kurz!
Vornweg noch ein paar Informationen zum Spielkonzept, zum Aufbau des Spiels, denn da haben meine Beiträge ja wieder hohe Wellen geschlagen. Sind es jetzt wirklich 70% Cutscenes? Oder 50%? Wie viele Prozente Schussgefechte gibt es überhaupt?
Puh. So etwas ist natürlich sehr schwer abzuschätzen. Ich trage weder eine Armbanduhr noch kann ich einen Taschenrechner bedienen. Das war von mir eine grobe Schätzung und ich kann nicht genau sagen, ob es jetzt Zimtzickes weniger als die Hälfte oder Bexters 65% aber mit Erkundung, weil das flüssig ineinander übergeht oder meine anfängliche Schätzung mit 70% für die ersten acht Kapitel sind. So oder so oder so, es sind viele Cutscenes und viele stark geführte Erkundungspassagen und einigen, aber nicht übermäßig vielen Quick Time Events.
Ich hoffe mit dieser Aussage verzeihen mir einige KT’ler meine grobe Fahrlässigkeit in mathematischen Problemen. Für den Rest habe ich die ersten paar Kapitel analysiert und komme auf ca. 20% Shootouts. Weit über meinen 10%! Also keine Panik.
Spielzeit lag bei mir bei 6-8 Stunden, sicherlich nicht weniger als sechs, aber eben definitiv auch nicht mehr als acht Stunden. Der Rest im KT scheint länger zu brauchen, im NeoGAF sprechen auch viele von sieben Stunden. Das erste Walkthrough auf Youtube hat 5,5h. Ist jedenfalls nicht lang und ich weiß auch nicht, wie man die Spielzeit so strecken kann, aber zwischen fünf und elf Stunden ist anscheinend alles drin. Spannend.

Kommen wir zum Spiel, oder Film, zum Spielfilm. Haha.
Jetzt wo wir die lästigen Erklärungen hinter uns gebracht haben, können wir uns endlich dem Spiel widmen.
Ich bin gerade im Zwist. Eigentlich fängt man ja Reviews immer mit der Story an, aber gleichzeitig habe ich in der Schule gelernt, dass man mit den stärksten Argumenten eine Abhandlung abschließen sollte und dazu gehört die Story. Hm mh.
Bei The Order dreht es sich um einen englischen Orden im viktorianischen Zeitalter und Werwölfe und Rebellen und politische Verschwörungen und so. In der Form habe ich das Setting noch nicht erlebt und es ist eine fantastische Grundlage für eine spannende Geschichte.
Und das Spiel liefert. Wir befinden uns in einer Zeit atemberaubender Inszenierung. Heavy Rain, The Walking Dead, The Last of Us sind klasse Beispiele für ein filmisches Erlebnis in Videospielen. The Order: 1886 toppt in Sachen der Cineastik all diese Vertreter.
Es beginnt schon bei der makellosen Grafik und Optik. Zu keiner Zeit wird der Renderlook gebrochen. Und es ist wirklich nicht nur Hardwarepower, die uns das auf den Bildschirm zaubert. Das Spiel hat eine ausgezeichnete Regie. Auch während des Gameplays erlebt man spannende Szenen, entdeckt viele Details. Es ist alles sehr symbiotisch und eine handwerkliche Meisterleistung.
Die Cutscenes sind dann natürlich für Fans von kinoreifen Videospielen eine Offenbarung. Das ist ein richtig geiler Hollywood-Blockbuster mit routinierten Schauspielern, exzellenter Kameraführung und einem bombastischen Soundtrack, der mich immer wieder ins Spiel saugte. Das Drehbuch ist auch klasse und am liebsten hätte ich das Game in einem Rutsch durchgespielt, weil man ja auch ungern einen Film pausiert.
Für mich hätte es sogar noch mehr Story geben können! Stellenweise ging mir doch einiges zu flott, aber man kann es nicht allen recht machen und es wurde eine gute Balance gefunden.
Positiv hervorheben will ich auch die Zeitungsartikel und Audioaufnahmen, die die Hintergründe näher beleuchten. Fand ich sehr gut gemacht.

Wenn ich ein Buch lesen will, schaue ich mir auch kein Gemälde an und wenn ich ficken will, wird kein Film geguckt. Wie ist das Gameplay?
Ich hätte es Ready At Dawn nicht zugetraut, aber das Gameplay erlaubt sich keine groben Schnitzer und erfuhr ein vorbildliches Polishing. Es gibt keine Bugs, keinen Frust, alles wirkt wie aus einem Guss.
Das Spiel besteht abseits der Cutscenes aus zwei großen Komponenten, der Erkundung und den Shootouts.
Bei der Erkundung kann man weder schnell laufen noch seine Waffe ziehen. Man schlendert also durch lineare Korridore, untersucht hier und da ein Objekt oder liest einen Zeitungsartikel. Nebenbei quatscht man mit seinen Kollegen und bestaunt die wunderschönen Szenerien. Hier und da klettert man auch ein wenig mit der X-Taste oder drückt Dreieck um ein Rätsel zu lösen. Es gibt auch zwei Minispiele, die gemeistert werden müssen. Man knackt Schlösser im Stile von Splinter Cell und schließt Steuerungseinheiten kurz, indem man eine sich bewegende Kugel in einem bestimmten Bereich stoppt. Alles schon gesehen, aber es ist ganz nett. Es gibt auch andere Spielchen wie z.B. das Morsen, indem man einfach den fünfstelligen Morsecode, der angezeigt wird auf dem Touchpad tippt. Bei all diesen kleinen Abwechslungen kann man nicht scheitern. Es gibt keinen Zeitdruck und es ist sowieso schon sehr einfach. Lächerlich einfach wurde es dann an einer Stelle, wo man verkleidete Gegner mit dem Fernrohr identifizieren musste. Die falschen Offiziere hatten keine Abzeichen auf der Schulter. Mit einem Druck auf Dreieck erkannte unser Protagonist selbst die bösen Rebellen. Selbst denken/sehen ist nicht. Alles easy, alles gut.
Ansonsten gibt es geile Action. Dabei wird hier Anspruch auch sehr klein geschrieben. Die Levelarchitektur ist sehr begrenzt und sehr simpel. Die Gegner kommen immer von vorne bzw. immer nur aus einer Richtung und meistens können sie euch auch nur auf einem Weg erreichen, d.h. es reicht hinter der Deckung zu hocken und Moorhühner abzuknallen. Sich in den Kampfarenen zu bewegen ist zumindest auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad nicht nötig. Etwas aufpassen muss man allenfalls bei Shotguntypen, davon gibt es im ganzen Spiel nicht sonderlich viele, aber die bleiben nicht auf Distanz, sondern suchen eure Nähe. Probleme hatte ich als wirklich miserabler Shooterspieler aber gar keine. Und ich habe die Bullettime und Granaten kein einziges Mal benutzt.
Spaß machen die Waffen. Die hauen alle sehr gut rein und es gibt ein paar nette Ideen, wie z.B. die Thermite Gun, die hochexplosive Rauchwolken verteilt, die man dann anzünden kann. Damit kann man ein nettes Massaker veranstalten. Vielleicht kann man hier kritisieren, dass alle Waffen etwas zu gut sind. Man findet für jede Waffe sehr viel Munition, alle Waffen haben sehr große Magazine, sind alle relativ genau und das Nachladen geht auch immer sehr fix. Dadurch spielt sich das Spiel sehr flüssig und frustfrei, aber es nimmt auch viel Dynamik aus den Gefechten.
Designtechnisch etwas schwach sind die Schussgefechte gegen Werwölfe. Ich glaube, es sind immer drei Stück, die nacheinander auf euch zurennen (X drücken zum Ausweichen) und dann wieder wegrennen. Hat sich etwas billig angefühlt.
Ebenso die QTE-Kämpfe gegen Werwölfe. Dabei tänzelt man mit dem Werwolf, muss ab und zu QTEs bestehen und kann ansonsten die Schultertasten für Angriffscutscenes drücken. Wirkte auf mich auch nicht so toll, aber ich habe auch schon andere Meinungen gehört.
Stealth ist natürlich auch dabei und auch komplett anspruchslos. Die Gegner decken sich nicht, laufen sehr langsam, können nicht sonderlich weit gucken, entdecken keine Leichen, drehen sich so gut wie nie um und wenn mal mehr als zwei Gegner zu bekämpfen sind, bekommt man eine Armbrust mit genügend Munition für alle Gegner, die auch auf Distanz extrem präzise alle Widersacher mit einem Schuss in den Körper ausschaltet.
Wer also spielerischen Anspruch sucht, ist hier definitiv falsch und ich denke nicht, dass sich auf Hard viel ändern dürfte.
Das klingt alles fürchterlich.
Ja, weil ein anderes Spiel erwartet wurde, kann das Gameplay den ein oder anderen abschrecken. Hätte ich einen Shooter im Stile von Gears of War oder Uncharted erwartet (und würde ich das Genre mögen), hm, vielleicht wäre ich enttäuscht, denn das Gameplay selbst ist im Gegensatz zu anderen Genrevertretern sehr „casual“, absolut frustfrei und flüssig und ohne nennenswerte Mechaniken und überhaupt nimmt der Shooterteil keinen so großen Teil des Spiels ein.
Erwartet habe ich aber einen stark storygetriebenen, geführten, streng linearen, cineastischen Hollywoodshooter und genau das habe ich bekommen und all meine Erwartungen auf dieser Ebene wurden noch übertroffen. Es hat einfach richtig, richtig viel Bock gemacht diese coole Geschichte intensiv zu erleben. Ich wäre sogar gerne noch viel tiefer in die Story abgetaucht. Einige Dinge wurden mir zu schnell abgehandelt. Von mir aus hätte man die ganze Story noch etwas strecken und ausschmücken können, aber dann wäre es vielen vielleicht zu zäh.
Ein handwerklich solides Spiel, ein interaktiver Film auf höchstem Niveau und technisch die Referenz. Um wieder auf die Zahlen zurückzukommen. Das, was das Spiel sein will, bietet es zu exakt 92,5%. 9/10
Wer sich immer noch nicht sicher ist, ob er das Spiel kaufen will, bekommt einen exklusiven Screenshot als #1-KT-Kaufargument.
Review
Ich will es nicht nur bei meinen Ersteindrücken belassen. Ersteindrücke sind noch stark von der Erwartungshaltung und Euphorie oder Enttäuschung geprägt, sie beziehen sich nicht auf das vollständige Spiel und sind werden gerne etwas überstürzt geschrieben. Bei einem Review gebe ich mir persönlich etwas mehr Mühe.
Zur Spoilergefahr. Hm. Es spielt in London und es gibt die Gegner, die auf der E3 gezeigt wurden und im Spiel im ersten oder zweiten Kapitel eingeführt werden. Ein, zwei Waffen erwähne ich auch, die man schon kennen sollte. Also keine wirklichen Spoiler. Screenshots sind auch spoilerfrei und bis auf das eine Bild nur klein.
Wie viel Spiel ist in dem Spiel!! Und viel zu kurz!
Vornweg noch ein paar Informationen zum Spielkonzept, zum Aufbau des Spiels, denn da haben meine Beiträge ja wieder hohe Wellen geschlagen. Sind es jetzt wirklich 70% Cutscenes? Oder 50%? Wie viele Prozente Schussgefechte gibt es überhaupt?
Puh. So etwas ist natürlich sehr schwer abzuschätzen. Ich trage weder eine Armbanduhr noch kann ich einen Taschenrechner bedienen. Das war von mir eine grobe Schätzung und ich kann nicht genau sagen, ob es jetzt Zimtzickes weniger als die Hälfte oder Bexters 65% aber mit Erkundung, weil das flüssig ineinander übergeht oder meine anfängliche Schätzung mit 70% für die ersten acht Kapitel sind. So oder so oder so, es sind viele Cutscenes und viele stark geführte Erkundungspassagen und einigen, aber nicht übermäßig vielen Quick Time Events.
Ich hoffe mit dieser Aussage verzeihen mir einige KT’ler meine grobe Fahrlässigkeit in mathematischen Problemen. Für den Rest habe ich die ersten paar Kapitel analysiert und komme auf ca. 20% Shootouts. Weit über meinen 10%! Also keine Panik.
Spielzeit lag bei mir bei 6-8 Stunden, sicherlich nicht weniger als sechs, aber eben definitiv auch nicht mehr als acht Stunden. Der Rest im KT scheint länger zu brauchen, im NeoGAF sprechen auch viele von sieben Stunden. Das erste Walkthrough auf Youtube hat 5,5h. Ist jedenfalls nicht lang und ich weiß auch nicht, wie man die Spielzeit so strecken kann, aber zwischen fünf und elf Stunden ist anscheinend alles drin. Spannend.

Kommen wir zum Spiel, oder Film, zum Spielfilm. Haha.
Jetzt wo wir die lästigen Erklärungen hinter uns gebracht haben, können wir uns endlich dem Spiel widmen.
Ich bin gerade im Zwist. Eigentlich fängt man ja Reviews immer mit der Story an, aber gleichzeitig habe ich in der Schule gelernt, dass man mit den stärksten Argumenten eine Abhandlung abschließen sollte und dazu gehört die Story. Hm mh.
Bei The Order dreht es sich um einen englischen Orden im viktorianischen Zeitalter und Werwölfe und Rebellen und politische Verschwörungen und so. In der Form habe ich das Setting noch nicht erlebt und es ist eine fantastische Grundlage für eine spannende Geschichte.
Und das Spiel liefert. Wir befinden uns in einer Zeit atemberaubender Inszenierung. Heavy Rain, The Walking Dead, The Last of Us sind klasse Beispiele für ein filmisches Erlebnis in Videospielen. The Order: 1886 toppt in Sachen der Cineastik all diese Vertreter.
Es beginnt schon bei der makellosen Grafik und Optik. Zu keiner Zeit wird der Renderlook gebrochen. Und es ist wirklich nicht nur Hardwarepower, die uns das auf den Bildschirm zaubert. Das Spiel hat eine ausgezeichnete Regie. Auch während des Gameplays erlebt man spannende Szenen, entdeckt viele Details. Es ist alles sehr symbiotisch und eine handwerkliche Meisterleistung.
Die Cutscenes sind dann natürlich für Fans von kinoreifen Videospielen eine Offenbarung. Das ist ein richtig geiler Hollywood-Blockbuster mit routinierten Schauspielern, exzellenter Kameraführung und einem bombastischen Soundtrack, der mich immer wieder ins Spiel saugte. Das Drehbuch ist auch klasse und am liebsten hätte ich das Game in einem Rutsch durchgespielt, weil man ja auch ungern einen Film pausiert.
Für mich hätte es sogar noch mehr Story geben können! Stellenweise ging mir doch einiges zu flott, aber man kann es nicht allen recht machen und es wurde eine gute Balance gefunden.
Positiv hervorheben will ich auch die Zeitungsartikel und Audioaufnahmen, die die Hintergründe näher beleuchten. Fand ich sehr gut gemacht.

Wenn ich ein Buch lesen will, schaue ich mir auch kein Gemälde an und wenn ich ficken will, wird kein Film geguckt. Wie ist das Gameplay?
Ich hätte es Ready At Dawn nicht zugetraut, aber das Gameplay erlaubt sich keine groben Schnitzer und erfuhr ein vorbildliches Polishing. Es gibt keine Bugs, keinen Frust, alles wirkt wie aus einem Guss.
Das Spiel besteht abseits der Cutscenes aus zwei großen Komponenten, der Erkundung und den Shootouts.
Bei der Erkundung kann man weder schnell laufen noch seine Waffe ziehen. Man schlendert also durch lineare Korridore, untersucht hier und da ein Objekt oder liest einen Zeitungsartikel. Nebenbei quatscht man mit seinen Kollegen und bestaunt die wunderschönen Szenerien. Hier und da klettert man auch ein wenig mit der X-Taste oder drückt Dreieck um ein Rätsel zu lösen. Es gibt auch zwei Minispiele, die gemeistert werden müssen. Man knackt Schlösser im Stile von Splinter Cell und schließt Steuerungseinheiten kurz, indem man eine sich bewegende Kugel in einem bestimmten Bereich stoppt. Alles schon gesehen, aber es ist ganz nett. Es gibt auch andere Spielchen wie z.B. das Morsen, indem man einfach den fünfstelligen Morsecode, der angezeigt wird auf dem Touchpad tippt. Bei all diesen kleinen Abwechslungen kann man nicht scheitern. Es gibt keinen Zeitdruck und es ist sowieso schon sehr einfach. Lächerlich einfach wurde es dann an einer Stelle, wo man verkleidete Gegner mit dem Fernrohr identifizieren musste. Die falschen Offiziere hatten keine Abzeichen auf der Schulter. Mit einem Druck auf Dreieck erkannte unser Protagonist selbst die bösen Rebellen. Selbst denken/sehen ist nicht. Alles easy, alles gut.
Ansonsten gibt es geile Action. Dabei wird hier Anspruch auch sehr klein geschrieben. Die Levelarchitektur ist sehr begrenzt und sehr simpel. Die Gegner kommen immer von vorne bzw. immer nur aus einer Richtung und meistens können sie euch auch nur auf einem Weg erreichen, d.h. es reicht hinter der Deckung zu hocken und Moorhühner abzuknallen. Sich in den Kampfarenen zu bewegen ist zumindest auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad nicht nötig. Etwas aufpassen muss man allenfalls bei Shotguntypen, davon gibt es im ganzen Spiel nicht sonderlich viele, aber die bleiben nicht auf Distanz, sondern suchen eure Nähe. Probleme hatte ich als wirklich miserabler Shooterspieler aber gar keine. Und ich habe die Bullettime und Granaten kein einziges Mal benutzt.
Spaß machen die Waffen. Die hauen alle sehr gut rein und es gibt ein paar nette Ideen, wie z.B. die Thermite Gun, die hochexplosive Rauchwolken verteilt, die man dann anzünden kann. Damit kann man ein nettes Massaker veranstalten. Vielleicht kann man hier kritisieren, dass alle Waffen etwas zu gut sind. Man findet für jede Waffe sehr viel Munition, alle Waffen haben sehr große Magazine, sind alle relativ genau und das Nachladen geht auch immer sehr fix. Dadurch spielt sich das Spiel sehr flüssig und frustfrei, aber es nimmt auch viel Dynamik aus den Gefechten.
Designtechnisch etwas schwach sind die Schussgefechte gegen Werwölfe. Ich glaube, es sind immer drei Stück, die nacheinander auf euch zurennen (X drücken zum Ausweichen) und dann wieder wegrennen. Hat sich etwas billig angefühlt.
Ebenso die QTE-Kämpfe gegen Werwölfe. Dabei tänzelt man mit dem Werwolf, muss ab und zu QTEs bestehen und kann ansonsten die Schultertasten für Angriffscutscenes drücken. Wirkte auf mich auch nicht so toll, aber ich habe auch schon andere Meinungen gehört.
Stealth ist natürlich auch dabei und auch komplett anspruchslos. Die Gegner decken sich nicht, laufen sehr langsam, können nicht sonderlich weit gucken, entdecken keine Leichen, drehen sich so gut wie nie um und wenn mal mehr als zwei Gegner zu bekämpfen sind, bekommt man eine Armbrust mit genügend Munition für alle Gegner, die auch auf Distanz extrem präzise alle Widersacher mit einem Schuss in den Körper ausschaltet.
Wer also spielerischen Anspruch sucht, ist hier definitiv falsch und ich denke nicht, dass sich auf Hard viel ändern dürfte.
Das klingt alles fürchterlich.
Ja, weil ein anderes Spiel erwartet wurde, kann das Gameplay den ein oder anderen abschrecken. Hätte ich einen Shooter im Stile von Gears of War oder Uncharted erwartet (und würde ich das Genre mögen), hm, vielleicht wäre ich enttäuscht, denn das Gameplay selbst ist im Gegensatz zu anderen Genrevertretern sehr „casual“, absolut frustfrei und flüssig und ohne nennenswerte Mechaniken und überhaupt nimmt der Shooterteil keinen so großen Teil des Spiels ein.
Erwartet habe ich aber einen stark storygetriebenen, geführten, streng linearen, cineastischen Hollywoodshooter und genau das habe ich bekommen und all meine Erwartungen auf dieser Ebene wurden noch übertroffen. Es hat einfach richtig, richtig viel Bock gemacht diese coole Geschichte intensiv zu erleben. Ich wäre sogar gerne noch viel tiefer in die Story abgetaucht. Einige Dinge wurden mir zu schnell abgehandelt. Von mir aus hätte man die ganze Story noch etwas strecken und ausschmücken können, aber dann wäre es vielen vielleicht zu zäh.
Ein handwerklich solides Spiel, ein interaktiver Film auf höchstem Niveau und technisch die Referenz. Um wieder auf die Zahlen zurückzukommen. Das, was das Spiel sein will, bietet es zu exakt 92,5%. 9/10
Wer sich immer noch nicht sicher ist, ob er das Spiel kaufen will, bekommt einen exklusiven Screenshot als #1-KT-Kaufargument.
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