Dow Jones
ASCEND TO ULTRA
The Wolf Among Us
Das Spiel ist eines von Telltales-Episoden IPs. Das heißt alle zwei Monate etwa erscheint eine neue Episode des Spiels. Nach meistens 5 Episoden ist der Zyklus beendet. Ich habe bei the Walking Dead die Erfahrung gemacht, dass ich lieber alle Episoden auf einmal durchzocken will, damit der Drive nicht verloren geht. Und deshalb habe auch The Wolf Among Us erst angefasst, alls es komplett auf die Konsole kam. Und da ich von Downloads nur im Notfall gebrauch mache, habe ich auch noch gewartet bis das Ding auf Disk erschienen ist. Am Freitag war es aber so weit: Ich wollte ein geiles Spiel mit Story und zudem ein kurzweiliges Vergnügen. The Wolf Among Us ist genau das, und jetzt erfahrt ihr auch warum.
Story
Die Story ist die Stärke aller Telltale Games der letzten Zeit. Damit meine ich auch nicht nur den Plot, sondern vor allem die Entwicklung der Figuren, die Dialoge, das Setting und die Art und Weise wie das Spiel erzählt wird. Das Spiel basiert auf der Comicreihe Fables. In dieser Reihe müssen die mehr oder weniger bekannten Märchenfiguren nach New York umziehen und sich mit Zaubern tarnen, damit sie nicht von den Muggeln erkannt werden. Oder so in etwa. Das garantiert nun folgendes: Abgefahrene Figuren in einem relativ modernen Setting. Kam mir so vor, wie das New York der 1980er Jahre. Die Hauptfigur und die einzige spielbare Figur ist der "Bad Wolf", der Sheriff dieser Gemeinde, der irgendwie versucht dafür zu sorgen, dass sich nicht alle gegenseitig umbringen. Nun ist das leider doch der Fall und man muss diesen Mordfall, gespickt mit Intrigen, lösen.
Die Dialoge sind, das erwähnte ich ja schon, erstklassig. Man bekommt zu jederzeit Zugang zu den Figuren, nichts fühlt sich deplatziert an und es ist von vorne bis hinten ein Genuss. Von witzig, bis verspielt, aggressiv oder verzweifelt wird auch alles abgedeckt. Von Erzählttempo scheint mir das Spiel auch ein Gang höher zu schalten, als es noch bei "The Walking Dead: Season One" der Fall war.
Entscheidungen
Das Spiel steht und fällt mit der Art und Weise, wie man in ihm Entscheidungen trifft. Und ob die sich auswirken oder nicht. Generell ist das Problem, dass die Spiele von Telltale innerhalb einer Episode zwar durchaus anders entwickeln können, aber davon, imo, wenig in die nächste Episode übernommen wird. Es gibt immer wieder Knotenpunkte, die garantieren, dass sich das Geschehen nicht zu weit voneinander entfernt, egal was man im Spiel macht, mit wem man spricht oder welche Orte man besucht. Die Freiheit, die Telltale verspricht gibt es auch in The Wolf Among Us nicht. Das kann einem hier natürlich missfallen, aber ich glaube, es gibt für dieses Studio auch keine andere Möglichkeit das so zu lösen. Eine wirkliche andere Geschichte zu erzählen würde wohl sehr viel höhere Investitionen erfordern. Und die hat dieses Studio nicht.
Davon einmal abgesehen gefallen mit die Entscheidungen, die man wirklich treffen kann, sehr gut. Ich hatte ja schon im Thread angedeutet, dass das Spiel sich sehr bemüht keine schwarz/weiß Sichtweise auf die Dinge zu entwickeln und immer wieder versucht den Spieler in die Grauzonen zu treiben. Dieser Aspekt ist, imo, ebenfalls stärker ausgeprägt als in "The Walkind Dead: Season One". Und es verleiht dem Spiel eben genau diesen Charme eines heruntergekommenen nicht beliebten Cops, der jetzt irgendwie diesen Mordfall lösen muss und dabei nicht immer super mit der Umgebung klar kommt.
Ansonsten ist es einer der wenigen Spiele, die mich wirklich motiviert haben die etwas dunkleren Pfade zu beschreiten und mir sehr gut das Gefühl vermittelt, dass mit einem ordentlichen Schlag in die Fresse die Situation nachhaltiger gelöst werden kann. Das ist ein sehr großes Plus. Alles in allen also eine Steigerung gegenüber den geistigen Vorgängern.
Grafik und Sound
Die Grafik ist ebenfalls sehr stimmig. Und damit meine ich nicht nur den Cell-Shading-Look, der für Telltale typisch ist, sondern vor allem die Farbgestaltung. Alles wirkt statt und bunt, aber dabei ist es nie verspielt, sondern relativ düster. Quasi ein Film Noir nur in Bunt. Technisch gibt sich das Spiel auf der PS4 auch keine Blöße, was auch, zugegeben, peinlich wäre.
Die Mucke ist auch ein heimliches Highlight. Schon die Menü-Musik groovt den Spieler auf das nun folgende Geschehen ein. Etwas basslastig und synthie-verspielt läuft der Bad Wolf Zigarette rauchend durch die Straßen. Hat was und gefällt. Es sind diese Kleinigkeiten, die The Wolf Among Us zu einem sehr guten Spiel machen.
Fazit
The Wolf Among Us ist ein hervorragendes Spiel für ...
... Telltale-Fans
... Adventure-Fans, die sich gerne durch eine Story ziehen lassen
... Fans der Fables-Comics
... Spieler leichter kurzer Games
... Leute, die eine neue Spielerfahrung machen wollen.
The Wolf Among Us ist nicht geeignet für...
... Spieler die Rätseln wollen,
... Rollenspieler
... Gegner von Quicktime-Events
... Spieler, die keine textlastigen Spiele mögen
... junge Spieler.
Insgesamt bekommt der Titel eine 9/10 Punkten von mir. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.
Nachtrag: Hier der Song aus dem Prolouge
Zuletzt bearbeitet:
