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Dagegen spricht zumindest eine Studie.
http://www.tagesschau.de/inland/pegida-237.html
Ich will für Pegida und deren Anhängerschaft sicherlich keine Lanze brechen, aber ich würd da auch nicht einfach unreflektiert mit Idioten oder rechten argumentieren und das Thema damit abfertigen.
Oh ja, diese "Studie" oder besser gesagt die haarsträubenden Schlüsse, die daraus gezogen wurden...

http://www.stefan-niggemeier.de/blo...-demonstranten-lehnen-teilnahme-an-studie-ab/

Nun gibt es bei solchen Umfragen immer einen Anteil von Menschen, die keine Auskünfte geben. Das ist solange kein Problem, wie man davon ausgehen kann, dass diejenigen, die an der Umfrage teilnehmen, repräsentativ sind für alle. Dass es also keinen systematischen Unterschied gibt zwischen Antwortwilligen und Antwortunwilligen.

Für einen solchen non-response bias spricht hier aber einiges. Man kann durchaus vermuten, dass zum Beispiel gerade Pegida-Teilnehmer mit extremeren Meinungen sich weigern, Auskunft zu geben. Der Ökonom Hannes Hemker schreibt im Blog „Politischer Spielraum“:

Schliesslich ist es mehr als wahrscheinlich, dass es die radikaleren zwei Drittel der Demonstranten waren, die die Umfrage mit dem „Establishment“ verweigerten – so wie sie auch regelmäßig Interviews mit der „Lügenpresse“ verweigern. Dieses Artefakt der selektiven Nichtbeantwortung erklärt wahrscheinlich auch, warum Pegida in der Umfrage demographisch so „normal“ aussieht: weil es sich bei den Befragten um das gebildete, relativ reiche, sozial relativ integrierte Drittel der Demonstranten handelt.

Das Drittel der Angesprochenen, das Auskunft gegeben hat, unterscheidet sich möglicherweise grundlegend von den zwei Dritteln, die keine Auskunft gegeben haben. Ich kann natürlich nicht beweisen, dass das stimmt. Der Punkt ist aber: Die Verantwortlichen der Studie können nicht beweisen, dass das nicht stimmt. Sie wissen nicht, ob die 35 Prozent, die mit ihnen gesprochen haben, wirklich „typische“ Pegida-Demonstranten sind.

Und dass das "männliche, (schul)gebildete" Klientel, das bei der Umfrage rauskam, trotzdem dumm ist und unbewusst rechte Ideologien stärkt, wird auch keineswegs ausgeschlossen. Im Gegenteil, das macht die Sache NOCH trauriger, dass da nicht nur biersaufende Asi-Hartzler und Hools rumrennen.
 
Ja, aber das ist so einfach gesagt.
Wenn man was im Kopf hat, dann schliesst man sich zusammen und findet eine Lösung.
Wenns so einfach wäre, dann wurde es auf der Welt keinen Rassismus, keine Ausländerfeindlichkeit, keinen Sexismus, keine Kriege, keine Umweltverschmutzung, keinen Hunger, keine Armut etc mehr geben ...
 
es gibt sicherlich viele andere lösungen, die besser sind als pegida. wenn man was im kopf hat, schließt man sich zusammen udn sucht nach lösungungen, gemeinsam was zu ändern. ich frage mich, wie hier intelligenz definiert wird.
Genau.
Wenn Leute unzufrieden mit unserer Politik, dem Wetter oder sonst was sind, dann sollen die sich doch einfach getrennt von rchtem Abschaum zusammenschließen und ne eigene Demo ins Leben rufen. Ist doch klasse, können sie gerne machen, ist auch absolut gerechtfertigt.
Aber es geht eben unter keinen Umständen, dass man halt mal da mitläuft, weil die eh unterwegs sind, auch wenn man eigentlich ganz andere Anliegen hat.
Denn was genau suche ich bei einer Veranstaltung, die mit "Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" sehr, SEHR eindeutig zweckgebunden ist, wenn ich unzufrieden mit der allgemeinen Politik bin?
 
ich sag ja nicht, dass es einfach ist aber der leichte weg ist nicht unbedingt der intelligente weg oder? der leichte weg ist meistens der faule, unsaubere weg. der einfache weg führt meist zu mehr problemen, da er nicht durchdacht ist.
am peinlichsten finde ich den hate auf asylbewerber/bewohner. das ist so unfassbar in meinem kopf.
 
außerdem bestehen die Probleme ja nicht erst seit heute oder gestern und die politik hat schon vorher großartig versagt. dennoch sind es die gleichen parteien mit mehrheit bei den wahlen. ich habe diese regierung nicht gewählt. sicherlich aber die super intelligenten dresdner mittelschichtler, die sich jetzt angeblich über diese selbstgewählte regierung aufregen. die nächsten wahlen werden auch nichts ändern. es ist halt so, dass es deutschland gut geht. so gut, dass lebensmittel teurer werden und wir sie uns dennoch leisten können. die mittelschicht ist besorgt? aha
 
Daher rührt ja auch dieser Wischiwaschi-Name, der alles oder auch nichts bedeuten kann. Wie ein Frei.Wild-Song und halt auch ähnlich simpel gestrickt.

"Patriotische Europäer", weil "Stolze Deutsche" einfach so vorbelastet ist.

Die Forderungen genauso. Ich denke nicht, dass Bachmann und Oertel wissen, WAS sie fordern, wenn sie ein "Einwanderungsmodell nach dem Vorbild Kanadas" fordern, da sie sicherlich lediglich irgendwo aufgeschnappt haben, dass Kanada die Zuwanderung begrenzt - mit Asyl hat das schon mal grundsätzlich gar nichts zu tun. Und dass eine gerechtere EU-weite Verteilung der Asylsuchenden bedeuten würde, dass Deutschland verpflichtet wäre MEHR Flüchtlinge aufzunehmen als jetzt, wissen sie sicherlich auch nicht, da in ihrem xenophoben Weltbild, ja im Moment eh ALLE nach Deutschland kommen.

Und nähere Nachfragen zu diesen Themen verbitten sie sich ja ebenfalls, einfach weil sie keine Ahnung haben, wovon sie reden:

"Die Prüfung und Umsetzung ist Aufgabe der Politiker." a.k.a. "Wir haben nur ne große Klappe!"
 
... aber die super intelligenten dresdner mittelschichtler, die sich jetzt angeblich über diese selbstgewählte regierung aufregen....

Das dürften eher die klassischen Nichtwähler sein, die sich hinterher darüber wundern und aufregen, daß sie von der Politik nicht wahrgenommen werden. Vermischt mit exCDU-Wählern, die nicht mit dem modernen Kurs klarkommen und sich eigentlich lieber das Deutschland von 1980 wünschen, wo noch alles "in Ordnung" war. Natürlich auf der Westseite - die Reisefreiheit und die Autos wollen sie nicht wieder abgeben.
 
Ich habe mir den Artikel angesehen, aber der verteilt nur die Zahl der jetzigen Asylbewerber auf andere Weise. Ich meinte, dass Deutschland grundsätzlich, aufgrund seines Wohlstandes, dann viel mehr Leute aufnehmen müsste - insgesamt müsste die EU mehr tun, als sie jetzt tut. Es wäre gerechter verteilt, aber insgesamt müssten auch mehr rein dürfen. Ich hoffe jetzt war es unmissverständlicher.

Ich kann dir leider spontan keinen Link geben, weil ich hier nur letztens auf der Arbeit einen Bericht zu dieser Thematik im Umlauf gelesen habe.
 
ja, ok, wenn die Gesamtmenge erhöht wird

dass immer noch mehr Menschen geholfen werden sollte, ist klar

aber bei aktueller Verteilung steht D jetzt weder nach Bewohnerzahl noch nach Wirtschaftskraft wirklich mies da im Vergleich
 
Ja, das mein ich ja... sie fordern das, machen sich aber null Gedanken als wie "potent" Deutschland eingestuft werden würde - und am Ende würden hier mehr Leute aufgenommen als vorher. Bitte bedenke, in welchem Kontext ich diese Aussage getroffen hab. Da war nicht von den aktuellen Asylzahlen die Rede.

Zusätzlich gibt es ja aber auch noch die EINWANDERUNG. Und auch da verlangt PEGIDA denke ich Dinge, die sicherlich die meisten "Spaziergänger" nicht ganz so geil finden würden.

"11. Pegida ist für Zuwanderung nach Vorbild der Schweiz, Australiens, Kanadas oder Südafrikas!"

Diese Position wird wohl am ernsthaftesten zu diskutieren sein. Sie würde jedoch ein offenes Bekenntnis zur Zuwanderung und gegen Abschottung bedeuten. Laut OECD-Ranking ist Deutschland hinter den USA inzwischen der weltweit zweitbeliebteste Einwandererstaat. 2012 ließen sich hier 400.000 Migranten dauerhaft nieder. In mindestens drei der von Pegida als Vorbild genannten Länder ist die Quote jedoch deutlich höher als bei uns. So kamen etwa in der Schweiz zuletzt 16 Einwanderer auf 1000 Einwohner, in Deutschland nur fünf.
 
Bezüglich der ganzen PEGIDA-Diskussion frage ich mich als Politikwissenschaftler, was mit den Professoren aus Dresden los ist. Da ist zunächst mal Patzelt, der seit Wochen nicht müde wird PEGIDA immer und immer wieder zu legitimieren und sogar davon fantasiert, dass die PEGIDA-Anhänger größeren politischen Einfluss bekommen müssen, um den "Volkswillen zu veredeln". Geil ist halt auch, dass seine Aussagen überhaupt nichts mehr mit Wissenschaft zu tun haben sondern einfach unverhohlene Meinungsäußerungen bzw. fast schon Sympathiebekundungen sind. Inzwischen schreiben ihm dazu sogar schon seine Institutskollegen aus Dresden kritische Beiträge auf seine FB-Seite(!) Dann ist da ein Herr Vorländer und seine "Studie", welche @el_barto bzw. Niggemeier eben schon zerlegt hat und dann gibt es da noch Uwe Backes, von welchem ich mir auch schon mal einen Vortrag anhören durfte, zu dessen Forschungsschwerpunkten es seit Jahren gehört, die Verbindungen zwischen Rechts- und Linksextremismus herauszuarbeiten. Nicht dass Letzteres nicht legitim wäre, es fällt nur auf, dass es quasi keine kritischen Stimmen gegen die neue Rechte von der TU Dresden gibt.


Edit: Mein persönlicher Lieblings-Patzelt-Moment war dieser hier, als er tatsächlich den PEGIDA-Gegnern die Schuld an der Morddrohung gegen Bachmann und der Demoabsage gibt. :ugly:

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Die Leipziger Innenstadt ist jetzt komplett abgeriegelt, der Hauptbahnhof praktisch dicht und der ÖPNV eingestellt. Staus ohne Ende und hier kreisen die Helikopter. Das nächste Mal bitte wieder im Tal der Ahnungslosen, liebe Wanderer :deal:
 
Bitte bedenke, in welchem Kontext ich diese Aussage getroffen hab. Da war nicht von den aktuellen Asylzahlen die Rede.

ok, aber dass es gleich um eine deutlich höhere Gesamtzahl gehen soll, war für mich aus "dass eine gerechtere EU-weite Verteilung der Asylsuchenden bedeuten würde, dass Deutschland verpflichtet wäre MEHR Flüchtlinge aufzunehmen als jetzt" aber nicht automatisch herauszulesen. Aber hast ja schon klargestellt.




Da werden aber doch Anträge und Gesuche verglichen. Nicht das, was wirklich aufgenommen wird.
 
Da werden aber doch Anträge und Gesuche verglichen. Nicht das, was wirklich aufgenommen wird.
sorry, das war einen klick weiter:
http://mediendienst-integration.de/artikel/wer-nimmt-die-meisten-fluechtlinge-auf-2013.html

Laut Thränhardt müsse diese Zahl jedoch auf die Bevölkerung umgerechnet werden. Dafür hat er die Anerkennungsquoten für das Jahr 2012 im europäischen Vergleich betrachtet. Demnach gewährte Deutschland insgesamt 17.140 Menschen Schutz. Es folgten Schweden mit 9.000, Frankreich mit 8.645 und Italien mit 8.480 positiven Entscheidungen. Rechnet man das allerdings auf die Bevölkerungsgröße um, so verschiebt sich das Bild. Pro Tausend Einwohner nahm Norwegen einen Flüchtling auf, Schweden 0,9 und die Schweiz 0,5. Die großen Mitgliedstaaten Deutschland, Frankreich und Italien lagen mit jeweils 0,2 beziehungsweise 0,1 Flüchtling pro Tausend Einwohner weit zurück.
das sind dann die anerkannten...

aus den bewerberzahlen ergibt sich ja auch eine geringe aufnahme. wenn wir nur 0,9 bewerber haben je 1000 einwohner können da auch nicht so viele anerkannte draus werden... aber seis drum.

@JohnnyWohlfahrt : die zahlen für 2014 wirds erst irgendwann mitte des jahres geben...
 
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