Jodorowsky's Dune
"A film that gives LSD hallucinations, without taking LSD"
Die Dokumentation Jodorowsky's Dune versetzt den Zuschauer in das Jahr 1973. Der chilenische Regisseur Alejandro Jodorowsky hatte nach El Topo nun auch mit The Holy Mountain zwei erfolgreiche Filme des surrealen Kinos an die Kassen gebracht und es schien als stände ihm die Welt offen. So entschied er sich für die Verfilmung der legendären Science-Fiction-Romanreihe Dune von Frank Herbert und trommelte dafür einzigartige Schauspieler, Musiker und Künstler ihrer Zeit zusammen, um dieses größenwahnnsinge Projekt zu verwirklichen.
Es sollte einer der besten Filme aller Zeiten werden. Ein Klassiker der Filmgeschichte. Ein Pionier seines Genres. Vor Star Wars, vor Alien. Doch es kam alles anders und nach über zehn Jahren brachte ein gewisser David Lynch seine Version von Dune in die Kinos.
Im Laufe der Dokumentationen kriegen wir viele, viele Konzeptzeichnungen von Künstlern wie Chris Foss, H.R. Giger und Jean "Moebius" Giraud zu Gesicht, lauschen spannenden Geschichten über das rekrutieren von Schauspielern, wie z.B. Salvador Dalí (mit der "100.000$-pro-Minute"-Gage), Mick Jagger, Orson Welles, David Carradine, Udo Kier, und Musikern wie Pink Floyd und Magma. Dabei wird dies alles so gut von Fotos und Zeichnungen unterstrichen, dass man den fertigen Film fast schon komplett vor dem eigenen, geistigen Auge sehen kann.
Thematisch, wie auch handwerklich (
ich brauche den Soundtrack von Kurt Stenzel) weiß Jodorowsky's Dune zu überzeugen und ich würde ihn spontan als einer der besten Popkultur Dokumentationen (die ich bis jetzt gesehen hab) bezeichnen. Großartig, wenn denn die Geschichte nicht so traurig wäre.
10 von 10 geleerten Weinflaschen
[vid]https://www.youtube.com/watch?v=jg4OCeSTL08[/vid]