Ich weiß echt nicht, wie man der Meinung sein kann, dass die immer anders klingen. Sicher, die basteln an ihrem Sound, haben die harten (wenn sie das überhaupt waren) Gitarren mal rausgeworfen und Elektronik reingeholt. Was auch okay ist, aber sicher auch dem noch-mehr-Geld-verdienen geschuldet ist.
Aber was die Songstrukturen angeht, was hat sich denn da groß geändert? Das ist doch immer die gleiche Pop-Sosse, mit ihren abwechselnden Laut-Leise-Aufbau? Gut, ich bin auch kein ausgewiesener Linkin Park-Kenner, aber was ich von denen kenne, klingt eigentlich immer sehr ähnlich. Was sicherlich auch an der hervorgehobenen Stimme des Sängers liegt.
Der verkörpert übrigens auch das, was ich mit Image meinte. Linkin Park ist meiner Wahrnehmung nach ne Band, die sich über negative Emotionen, Beziehungsstress, persönliche Probleme, innere Zerissenheit uns solche Themen definiert. Dieses Image wird sehr stark auf den Sänger projeziert, der ja auch die Texte schreibt und der dann auch gerne den zerbrechlichen, unberechenbaren Typen mimt, wegen dem die Band nicht nur einmal vor dem Aus stand. Usw. Mir diesem Image richten sie sich ganz gezielt an junge Menschen in der Pubertät und darüber hinaus, die mit Sinnkrisen, Liebeskummer etc etc zutun haben. Dafür spielen Linkin Park den etwas härteren Soundtrack. Das ist ihr Geschäftsmodell und da verändert sich eigentlich kaum etwas, ausser das sie den Sound anpassen. Bei ner Band, die schon so lange erfolgreich ist, ist das auch nötig. Denn die alten Fans wachsen zwangsläufig da heraus. Neue müssen herangeführt werden. Klar gibts auch welche, die alle Scheiben von denen haben. Aber die gibts immer und die sind ne Minderheit.
Vergleiche das mal mit ner jungen Band, wie den Arctic Monkeys. Was die für Entwicklung innerhalb von fünf Scheiben durchgemacht haben. Da sieht man, die haben tatsächlich die volle künstlerische Freiheit über ihr Produkt. Die hauen Songstrukturen hin, die zwar auch einigängig sind, aber bei genauerer Betrachtung ziemlich ungewöhnlich.