Ganz ehrlich: Ich bin kein Fan von Adventures. Nichts hasse ich mehr, als nicht genau zu wissen, was ich wo tun muss und diese Situation ist in Adventures eigentlich Standard. Das willkürliche Sammeln und Nutzen von Objekten folgt ebenfalls oftmals Logik, die einzig und allein der Designer nachvollziehen kann. Außerdem bin ich nicht mal der größte Fan der Zurück in die Zukunft Reihe. Ja, ich habe die BluRays hier liegen, aber irgendwie fand ich die Filme kaum mehr als eine Ansammlung von altbackenen Klischees. Nicht schlecht, aber eigentlich auch nicht so weltbewegend wie sie oftmals dargestellt werden. Insofern waren die Weichen für TellTales Spiel zu den Filmen eigentlich nicht besonders gut gestellt. Aber erstens kommt es anders..
Fünf für zwei
Die fünf Episoden sind nun erstmalig für schlappe 20 Flocken auf einer Disc erhältlich. Mit knapp zwei Stunden pro Folge bekommt man also ein recht gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Das Spiel entspricht alles in Allem dem vierten Film der Reihe, ein Konzept, das bereits Ghostbusters übernommen haben. Wenn die Schauspieler zu alt sind für eine echte Fortsetzung, übernehme man das in Spieleform. Christopher Lloyd übernimmt dabei auch wieder die Rolle von Dr. Emmet Brown als wären keine 25 Jahre seit dem ersten Teil vergangen während Marty McFly vom recht unbekannten A.J. Locascio gesprochen wird. Locascio macht dabei einen herausragenden Job, allerdings bleibt fraglich, warum Michael J. Fox die Rolle nicht selber übernommen hat. Er ist in der fünften Episode des Spiels vertreten und hat auch sein Aussehen für das Spiel zur Verfügung gestellt. Zudem ist seine Stimme lange nicht so gealtert, als dass er nicht noch als Marty hätte durchgehen können. Möglicherweise hat auch seine Erkrankung ein größeres Engagement verhindert.
Zweifelsohne das Beste an dem Episoden Spiel ist seine Geschichte. Anknüpfend an den dritten Film startet die Handlung mit dem Ausverkauf von Docs Eigentum, nachdem der Doctor monatelange nicht mehr gesehen worden war. Überraschend findet Marty, den der Spieler kontrolliert, dann aber den Delorean, der so programmiert war, dass er zu Marty zurück kehren sollte, wenn der Doc in Gefahr ist. Tatsächlich stellt Marty fest, dass Doc im Jahre 1931 als Brandstifter angeklagt und schließlich von Gangstern erschossen wurde. Marty reist zurück, um Doc zu helfen. Das ist nur der Anfang einer sehr komplexen Geschichte. Marty muss dem jungen Emmet Brown helfen, den richtigen Weg, das heißt den der Wissenschaft, einzuschlagen, einen kriminellen Vorfahren Biff Tannens ausschalten und dabei möglichst nicht die Zeitlinien anderer Charaktere zu ruinieren. Eine extrem wichtige Rolle wird der Figur der Edna Strickland zuteil, dessen Leben als recht tragisch präsentiert wird.
Was soll das heißen, „falsche Frau“?
Überaus interessant und gekonnt werden die einzelnen Figuren präsentiert. Nachvollziehbar und menschlich sind vor allem die Reaktionen der alternativen Versionen bekannter Figuren. Jetzt stelle man sich nur mal theoretisch vor, man habe sich sein Leben aufgebaut und ist einigermaßen zufrieden, da kommt ein Tropf an und meint, er müsse die Zeit korrigieren. Die Frau, die man liebt, sei nicht für einen bestimmt, der Beruf, den man ausübt, sei der falsch und überhaupt stimme ja nichts in dieser Zeit. Mal unterstellt, derjenige würde in Bezug auf die Zeitreisen die Wahrheit sagen, warum aber soll ausgerechnet seine Zeit die einzig wahre sein? So mancher Charakter im Spiel hat mit dieser Auffassung seine liebe Not, was für einige sehr interessante Konflikte und Probleme sorgt. Nicht wenige Szenen bieten Grund zum Nachdenken und teils gehen sie in Richtung Tränendrüse.
Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz, was nicht zuletzt an Martys Kommentaren zu seiner Umwelt und den tollen Dialogen liegt. Das Design der Welt hilft hierbei immens. In einem comic-artigen Look gehalten wirkt alles etwas überdrehter und karikierter als in einer realistischen Darstellung. Teils wirkt das Spiel wie eine Hommage (was es wohl auch sein soll). Die wichtigsten Schauplätze, insbesondere die Stadt Hill Valley sind in verschiedenen Zeitepochen dargestellt und jeweils mit ganz eigener Persönlichkeit der entsprechenden Ära ausgestattet. Fanservice findet sich an allen Ecken und Enden und bekannte Szenarien und Themen werden immer wieder aufgegriffen. Auch das Ende überzeugt mit Humor und dem Stil der Filme und hätte besser kaum passen können. Außerdem deutet es mehr als nur an, dass wir noch nicht das Letzte von Marty und Doc gesehen haben. Keine Frage, Fans der Filme werden Tränen weinen vor Glück.
Use: gun on: man
Spielerisch ist BTTF ein klassisches Adventure. Marty steuert sich etwas schwerfällig und langsam, was insbesondere beim Erkunden nervt, aber mit Hilfe der Trigger lassen interaktive Objekte ansehen und durchschalten, sodass man sich auch mit Maus recht gut zurecht findet. Wie in diesen Spielen üblich, löst ihr Situationen durch Gespräche und dem Einsatz von diversen Objekten am rechten Ort. Der Schwierigkeitsgrad dürfte für Adventures eher als niedrig anzusehen sein, viele Probleme lassen sich mit etwas Überlegen und dem Einsatz des oftmals sehr überschaubaren Inventars recht fix lösen. Für die doch vorhandenen Momente der Ratlosigkeit bietet das Spiel eingebaute Hilfen. Ihr könnt jederzeit auf Knopfdruck Tips anzeigen lassen, die vage beginnen und einen Stups in die richtige Richtung bringen und schlussendlich damit enden, euch direkt und ohne Umwege die Lösung zu verraten. Meine größten Probleme bestanden oftmals darin, in größeren Arealen zu wissen, WO ich etwas tun musste. „Sprich mit Doc!“ lautete der letzte Tip. Okay. WO ist Doc? Das wird nicht verraten und mangels Karte bleibt hier nur Suchen oder das gute alte Internet übrig. Schwierigkeiten hatte ich auch mit einem Rockduell. Aber diese Hürden bleiben nicht aus und dürften auch eher Adventuremuffel wie mich betreffen. An einer bestimmten Szene früh im Spiel hat die Steuerung mit dem Controller allerdings das Problem, nicht schnell genug umschalten zu können oder sie hat die Tendenz, im Eifer des Gefechtes das falsche Objekt anzuklicken. Das ist aber die einzige Szene im Spiel, die flinke Reaktionen erfordert, ansonsten gibt es praktisch keine echten Niederlagen im Spiel.
Jeder der fünf Folgen kulminiert in einem filmreifen, actionreichen Finale, das zumindest in den ersten vier mit einem Cliffhanger und einer kurzen Vorschau auf die nächste Episode endet. Der Mix aus Vergangenheit und Zukunft ist besonders in der dritten Episode interessant. Während das Pacing in fast allen Episoden stimmt, wirkt nur der letzte Abschnitt vor dem Finale etwas sehr kurz und eingezwungen, nicht zuletzt weil er nach einer sehr langen Cutszene folgt, die durchaus als Ende der Episode hätte durchgehen können. Hier hätte man eventuell etwas nacharbeiten und eine sechste Episode dranhängen sollen, aber dafür reichte der Stoff wohl nicht. Das ist aber nur ein kleiner Wermutstropfen.
Filme der Vergangenheit machen Spiele der Zukunft
Alles in allem hat mich BTTFTG sehr gut unterhalten. Das langsame Spielprinzip und die gelegentlichen Hänger stören mich als Actionjunkie ein wenig, aber das ist mein Problem. TellTaleGames haben extrem viel Liebe zum Ausgangsmaterial gezeigt und eine hervorragende Geschichte kreiert, die ohne Weiteres auf dem Niveau der Filme ist, wenn nicht gar drüber. Die Darbietung der Darsteller, von denen aus dem Original nur Lloyd seine alte Rolle übernimmt, könnte besser kaum sein. Der relativ niedrige Schwierigkeitsgrad ist der Handlung nur förderlich und gerade aus dieser und seinen Charakteren kommt der größte Spaß. Für 20 Eier bekommt man ein sehr charmantes, kurzweiliges Adventure mit lieb gewonnenen Figuren, nicht sonderlich anspruchsvoll, dafür extrem gut geschrieben. Als Fan der Filme ist das Spiel quasi ein Muss, aber auch ohne dem kann man die gute Story und den tollen Stil genießen. Insbesondere für diejenigen, die bisher auf die einzelnen Episoden verzichtet haben, ist diese Sammlung für schmales Geld eine mehr als würdige Erweiterung der Sammlung. Und ja, für einen fünften Teil wäre ich jederzeit zu haben.
Fünf für zwei
Die fünf Episoden sind nun erstmalig für schlappe 20 Flocken auf einer Disc erhältlich. Mit knapp zwei Stunden pro Folge bekommt man also ein recht gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Das Spiel entspricht alles in Allem dem vierten Film der Reihe, ein Konzept, das bereits Ghostbusters übernommen haben. Wenn die Schauspieler zu alt sind für eine echte Fortsetzung, übernehme man das in Spieleform. Christopher Lloyd übernimmt dabei auch wieder die Rolle von Dr. Emmet Brown als wären keine 25 Jahre seit dem ersten Teil vergangen während Marty McFly vom recht unbekannten A.J. Locascio gesprochen wird. Locascio macht dabei einen herausragenden Job, allerdings bleibt fraglich, warum Michael J. Fox die Rolle nicht selber übernommen hat. Er ist in der fünften Episode des Spiels vertreten und hat auch sein Aussehen für das Spiel zur Verfügung gestellt. Zudem ist seine Stimme lange nicht so gealtert, als dass er nicht noch als Marty hätte durchgehen können. Möglicherweise hat auch seine Erkrankung ein größeres Engagement verhindert.
Zweifelsohne das Beste an dem Episoden Spiel ist seine Geschichte. Anknüpfend an den dritten Film startet die Handlung mit dem Ausverkauf von Docs Eigentum, nachdem der Doctor monatelange nicht mehr gesehen worden war. Überraschend findet Marty, den der Spieler kontrolliert, dann aber den Delorean, der so programmiert war, dass er zu Marty zurück kehren sollte, wenn der Doc in Gefahr ist. Tatsächlich stellt Marty fest, dass Doc im Jahre 1931 als Brandstifter angeklagt und schließlich von Gangstern erschossen wurde. Marty reist zurück, um Doc zu helfen. Das ist nur der Anfang einer sehr komplexen Geschichte. Marty muss dem jungen Emmet Brown helfen, den richtigen Weg, das heißt den der Wissenschaft, einzuschlagen, einen kriminellen Vorfahren Biff Tannens ausschalten und dabei möglichst nicht die Zeitlinien anderer Charaktere zu ruinieren. Eine extrem wichtige Rolle wird der Figur der Edna Strickland zuteil, dessen Leben als recht tragisch präsentiert wird.
Was soll das heißen, „falsche Frau“?
Überaus interessant und gekonnt werden die einzelnen Figuren präsentiert. Nachvollziehbar und menschlich sind vor allem die Reaktionen der alternativen Versionen bekannter Figuren. Jetzt stelle man sich nur mal theoretisch vor, man habe sich sein Leben aufgebaut und ist einigermaßen zufrieden, da kommt ein Tropf an und meint, er müsse die Zeit korrigieren. Die Frau, die man liebt, sei nicht für einen bestimmt, der Beruf, den man ausübt, sei der falsch und überhaupt stimme ja nichts in dieser Zeit. Mal unterstellt, derjenige würde in Bezug auf die Zeitreisen die Wahrheit sagen, warum aber soll ausgerechnet seine Zeit die einzig wahre sein? So mancher Charakter im Spiel hat mit dieser Auffassung seine liebe Not, was für einige sehr interessante Konflikte und Probleme sorgt. Nicht wenige Szenen bieten Grund zum Nachdenken und teils gehen sie in Richtung Tränendrüse.
Aber auch der Humor kommt nicht zu kurz, was nicht zuletzt an Martys Kommentaren zu seiner Umwelt und den tollen Dialogen liegt. Das Design der Welt hilft hierbei immens. In einem comic-artigen Look gehalten wirkt alles etwas überdrehter und karikierter als in einer realistischen Darstellung. Teils wirkt das Spiel wie eine Hommage (was es wohl auch sein soll). Die wichtigsten Schauplätze, insbesondere die Stadt Hill Valley sind in verschiedenen Zeitepochen dargestellt und jeweils mit ganz eigener Persönlichkeit der entsprechenden Ära ausgestattet. Fanservice findet sich an allen Ecken und Enden und bekannte Szenarien und Themen werden immer wieder aufgegriffen. Auch das Ende überzeugt mit Humor und dem Stil der Filme und hätte besser kaum passen können. Außerdem deutet es mehr als nur an, dass wir noch nicht das Letzte von Marty und Doc gesehen haben. Keine Frage, Fans der Filme werden Tränen weinen vor Glück.
Use: gun on: man
Spielerisch ist BTTF ein klassisches Adventure. Marty steuert sich etwas schwerfällig und langsam, was insbesondere beim Erkunden nervt, aber mit Hilfe der Trigger lassen interaktive Objekte ansehen und durchschalten, sodass man sich auch mit Maus recht gut zurecht findet. Wie in diesen Spielen üblich, löst ihr Situationen durch Gespräche und dem Einsatz von diversen Objekten am rechten Ort. Der Schwierigkeitsgrad dürfte für Adventures eher als niedrig anzusehen sein, viele Probleme lassen sich mit etwas Überlegen und dem Einsatz des oftmals sehr überschaubaren Inventars recht fix lösen. Für die doch vorhandenen Momente der Ratlosigkeit bietet das Spiel eingebaute Hilfen. Ihr könnt jederzeit auf Knopfdruck Tips anzeigen lassen, die vage beginnen und einen Stups in die richtige Richtung bringen und schlussendlich damit enden, euch direkt und ohne Umwege die Lösung zu verraten. Meine größten Probleme bestanden oftmals darin, in größeren Arealen zu wissen, WO ich etwas tun musste. „Sprich mit Doc!“ lautete der letzte Tip. Okay. WO ist Doc? Das wird nicht verraten und mangels Karte bleibt hier nur Suchen oder das gute alte Internet übrig. Schwierigkeiten hatte ich auch mit einem Rockduell. Aber diese Hürden bleiben nicht aus und dürften auch eher Adventuremuffel wie mich betreffen. An einer bestimmten Szene früh im Spiel hat die Steuerung mit dem Controller allerdings das Problem, nicht schnell genug umschalten zu können oder sie hat die Tendenz, im Eifer des Gefechtes das falsche Objekt anzuklicken. Das ist aber die einzige Szene im Spiel, die flinke Reaktionen erfordert, ansonsten gibt es praktisch keine echten Niederlagen im Spiel.
Jeder der fünf Folgen kulminiert in einem filmreifen, actionreichen Finale, das zumindest in den ersten vier mit einem Cliffhanger und einer kurzen Vorschau auf die nächste Episode endet. Der Mix aus Vergangenheit und Zukunft ist besonders in der dritten Episode interessant. Während das Pacing in fast allen Episoden stimmt, wirkt nur der letzte Abschnitt vor dem Finale etwas sehr kurz und eingezwungen, nicht zuletzt weil er nach einer sehr langen Cutszene folgt, die durchaus als Ende der Episode hätte durchgehen können. Hier hätte man eventuell etwas nacharbeiten und eine sechste Episode dranhängen sollen, aber dafür reichte der Stoff wohl nicht. Das ist aber nur ein kleiner Wermutstropfen.
Filme der Vergangenheit machen Spiele der Zukunft
Alles in allem hat mich BTTFTG sehr gut unterhalten. Das langsame Spielprinzip und die gelegentlichen Hänger stören mich als Actionjunkie ein wenig, aber das ist mein Problem. TellTaleGames haben extrem viel Liebe zum Ausgangsmaterial gezeigt und eine hervorragende Geschichte kreiert, die ohne Weiteres auf dem Niveau der Filme ist, wenn nicht gar drüber. Die Darbietung der Darsteller, von denen aus dem Original nur Lloyd seine alte Rolle übernimmt, könnte besser kaum sein. Der relativ niedrige Schwierigkeitsgrad ist der Handlung nur förderlich und gerade aus dieser und seinen Charakteren kommt der größte Spaß. Für 20 Eier bekommt man ein sehr charmantes, kurzweiliges Adventure mit lieb gewonnenen Figuren, nicht sonderlich anspruchsvoll, dafür extrem gut geschrieben. Als Fan der Filme ist das Spiel quasi ein Muss, aber auch ohne dem kann man die gute Story und den tollen Stil genießen. Insbesondere für diejenigen, die bisher auf die einzelnen Episoden verzichtet haben, ist diese Sammlung für schmales Geld eine mehr als würdige Erweiterung der Sammlung. Und ja, für einen fünften Teil wäre ich jederzeit zu haben.





