Ich spiele schon lange Videospiele. Das Jahr weiss ich nicht mehr, aber meine erste Konsole war das Atari VCS 2600. Ich glaube, ich hatte damals insgesamt drei Spiele dafür, mein Lieblingsspiel (und auch das Einzige, von dem ich noch den Namen weiss) war „Bobby geht nach Hause“. Gespielt habe ich mit dem Atari aber nicht so oft. Vielleicht alle zwei Wochen mal eine Stunde oder so. Ich war noch klein und das Leben bestand noch aus so viel anderen Dingen als vor dem Fernseher zu sitzen...
Es folgte das Nintendo NES. Ich kann mich an diese Phase nicht mehr richtig erinnern. Auch hier gibt es nur ein prägendes Spiel: Super Mario Bros. 3. Auch hier lief die Konsole eigentlich immer nur nebenbei. Es war schön, ab und an zu daddeln, aber es wäre auch gut ohne gegangen.
Irgendwann habe ich dann meine erste „Video Games“ gekauft. Ein buntes Heft mit den neuesten Videospielen. Wow! Suuuuuuuuuuuuper Mario World! 94% Damals konnte ich diese Zahl noch nicht so zuordnen wie heute. Klang aber schon mal gut. Immerhin nahe an 100%.
Und dann, ich kann mich noch relativ genau erinnern, kam ein Samstagmorgen in der Trierer City. Ich war mit meinem Vater alleine im Kaufhaus Horten. Ich wollte nur kurz in die Spielwarenabteilung, als mich ein neues SNES inkl. Super Mario World anblitzte. 299 Mark! Hatte ich nicht, doof. Aber mein Blick muss damals so herzerweichend gewesen sein, dass mein Vater einen Karton geschnappt hat und damit zur Kasse ging...
Mit dem SNES begann ich dann auch, mich intensiver mit Videospielen zu beschäftigen. Im Nachhinein denke ich, viel trug dazu auch das Medium Zeitschrift bei.
Für das SNES hatte ich eine Fülle von Spielen. Ich hatte das Glück, wohlhabende Eltern zu haben. Deswegen war das nötige Kleingeld damals kein Problem. Und jeden Monat die neue Video Games, damit ich mich „schlau“ machen konnte. Und obwohl ich damals (für die damalige Zeit) wirklich viele Spiele hatte, war das alles noch überschaubar im Vergleich zu heute.
Ab dem SNES ging alles sehr rasant. Der Vorteil vom Alter ist, dass man sich gewisse Dinge leisten kann. N64, SEGA Saturn, PlayStation, SEGA Dreamcast, Nintendo GameCube, XBOX... ich hatte sie alle. Und alle von meinem eigenen Geld bezahlt.
Die XBOX und unser Forum bildeten dann einen Punkt in meiner Zocker-Karriere, der nochmals einen grösseren Sprung darstellte. Wahrscheinlich sogar mehr unser Forum. Ich habe das Internet als zusätzliche Informationsquelle für mich entdeckt (bis dahin kannte ich zwar das Internet schon, hatte aber nie wirkliche Verwendung dafür...). So kam es, dass ich zusätzlich zu mehreren monatlichen Mags irgendwann auch dutzende Internetseiten nach Videospielen durchforstet habe. Und je mehr Infos ich hatte, desto mehr „Hunger“ hatte ich nach Videospielen. Obwohl ich eigentlich nie mehr Zeit für mein Hobby investieren konnte oder wollte.
Aber ich verspürte diesen inneren Zwang. Waaaaaaas? Ein Spiel mit über 90% und das ganze Forum ist heiss drauf? Und ich habe es noch nicht? Zack, gekauft. Irgendwann spiel‘ ich es bestimmt... irgendwann hab ich mal die Zeit dafür. Und irgendwann erscheinen mal weniger Spiele, damit ich meine ganzen „Altlasten“ wegspielen kann. Irgendwann. Bestimmt...
Und so entwickelte sich der Umstand, und den kennen hier sicherlich viele, dass ich einen Haufen ungespielte Spiele im Regal hatte. Und obwohl der Haufen nie wirklich kleiner wurde, kamen immer neue Spiele hinzu.
Irgendwann Ende letzten Jahres kam dann in mir der innere Wunsch auf, das zu ändern. Ich wollte diesen Druck nicht mehr in mir spüren. Ich wollte mich von meinem Hobby nicht mehr so treiben lassen. Es ist schwer, das passend zu beschreiben.
Wäre Skyrim letztes Jahr erschienen, ich hätte es gekauft. Obwohl mir RPGs nicht gefallen, und ich genau weiss, dass sie mir nicht gefallen, ich hätte es gekauft. Das Forum ist heiss darauf, die Wertungen überschlagen sich mit Höchstnoten, Hype und Bohei überall, wo es um Videospiele geht. Da muss doch irgendwas dran sein! Das darf ICH doch nicht verpassen... Wie gesagt, ich hätte es gekauft. Und irgendwann hätte ich es bestimmt auch in die Konsole gelegt, probiert und nach zwei Stunden festgestellt, dass mir das Spiel nicht zusagt. Also: zack, raus aus dem Laufwerk. Die Zeit ist zu schade, um sie mit solchen Spielen zu verschwenden (was nichts mit der eigentlichen Qualität des Spiels zu tun hat) .
Und dieses Jahr? Ich habe mich gezielt nur noch über die Spiele informiert, die mich wirklich ansprechen. Ich konnte im Frühjahr schon eine Liste der Spiele erstellen, die mich für dieses Jahr begleiten werden. Und bis auf ein paar Ausnahmen ist es auch genau so gekommen. Und Skyrim? Hab‘ ich nicht.
Wie ich auf all das komme? In den letzten Wochen sind mir hier immer ein paar User aufgefallen, die (aus welchem Grund auch immer) ihre Spiele über Wochen und Monate spielen. Seien es Skyrim, FIFA 12, F1 2011... das ist bemerkenswert, wie ich finde. In Zeiten, wo Spielen oftmals wie Fast Food wirkt, weil ein Highlight das Nächste jagt. Klar, der November ist eh ein schlechter Monat für „Genuss-Zocken“. In keinem Monat kommen mehr tolle Spiele. Aber seien wir ehrlich. Ist es im Mai anders? Oder landet da nicht auch das nächste Spiel im Laufwerk, sobald die Credits über den Bildschirm laufen? Wieviele Spiele haben wir seit Uncharted 3 schon wieder „durch“? Und das Spiel ist einen Monat alt... Im Forum ist das Spiel bis auf vereinzelte Posts schon wieder tot.
Kein Beleg für die Masse, aber ich glaube, diesen Drang, den ich loswerden wollte, den tragen einige in sich. Es ist fast wie eine Sucht. Nichtmals nur nach Spielen und spielen. Kaufsucht? Informationssucht? Keine Ahnung. Ich habe es aber geschafft, es auf ein Normalmass zu reduzieren. Ich verbringe weniger Zeit im Netz, ich kaufe garkeine Mags mehr, ich kaufe meine Spiele wirklich gezielt. Und spiele sie dann auch wirklich. So, wie es normalerweise sein sollte. Ich habe derzeit zwei ungespielte Spiele, wovon eines seit gestern Rayman: Origins ist. Das Andere ist Batman: Arkham City. Beiden Spielen möchte ich meine volle Aufmerksamkeit nach Need for Speed: The Run widmen. Vor einem Jahr hätte ich alle drei Spiele angespielt und wahrscheinlich keines ganz beendet...
Vielleicht bin ich mit diesem Problem in der Form ja auch ganz alleine hier und für euch klingt das alles absurd. Dann war dieser Text aber wenigstens für mich dafür gut, um die letzten sieben Jahre zu verarbeiten und ein Résumé zu ziehen. Und um euch beim Lesen des Textes ein paar Lebensminuten zu stehlen...
Es folgte das Nintendo NES. Ich kann mich an diese Phase nicht mehr richtig erinnern. Auch hier gibt es nur ein prägendes Spiel: Super Mario Bros. 3. Auch hier lief die Konsole eigentlich immer nur nebenbei. Es war schön, ab und an zu daddeln, aber es wäre auch gut ohne gegangen.
Irgendwann habe ich dann meine erste „Video Games“ gekauft. Ein buntes Heft mit den neuesten Videospielen. Wow! Suuuuuuuuuuuuper Mario World! 94% Damals konnte ich diese Zahl noch nicht so zuordnen wie heute. Klang aber schon mal gut. Immerhin nahe an 100%.
Und dann, ich kann mich noch relativ genau erinnern, kam ein Samstagmorgen in der Trierer City. Ich war mit meinem Vater alleine im Kaufhaus Horten. Ich wollte nur kurz in die Spielwarenabteilung, als mich ein neues SNES inkl. Super Mario World anblitzte. 299 Mark! Hatte ich nicht, doof. Aber mein Blick muss damals so herzerweichend gewesen sein, dass mein Vater einen Karton geschnappt hat und damit zur Kasse ging...
Mit dem SNES begann ich dann auch, mich intensiver mit Videospielen zu beschäftigen. Im Nachhinein denke ich, viel trug dazu auch das Medium Zeitschrift bei.
Für das SNES hatte ich eine Fülle von Spielen. Ich hatte das Glück, wohlhabende Eltern zu haben. Deswegen war das nötige Kleingeld damals kein Problem. Und jeden Monat die neue Video Games, damit ich mich „schlau“ machen konnte. Und obwohl ich damals (für die damalige Zeit) wirklich viele Spiele hatte, war das alles noch überschaubar im Vergleich zu heute.
Ab dem SNES ging alles sehr rasant. Der Vorteil vom Alter ist, dass man sich gewisse Dinge leisten kann. N64, SEGA Saturn, PlayStation, SEGA Dreamcast, Nintendo GameCube, XBOX... ich hatte sie alle. Und alle von meinem eigenen Geld bezahlt.
Die XBOX und unser Forum bildeten dann einen Punkt in meiner Zocker-Karriere, der nochmals einen grösseren Sprung darstellte. Wahrscheinlich sogar mehr unser Forum. Ich habe das Internet als zusätzliche Informationsquelle für mich entdeckt (bis dahin kannte ich zwar das Internet schon, hatte aber nie wirkliche Verwendung dafür...). So kam es, dass ich zusätzlich zu mehreren monatlichen Mags irgendwann auch dutzende Internetseiten nach Videospielen durchforstet habe. Und je mehr Infos ich hatte, desto mehr „Hunger“ hatte ich nach Videospielen. Obwohl ich eigentlich nie mehr Zeit für mein Hobby investieren konnte oder wollte.
Aber ich verspürte diesen inneren Zwang. Waaaaaaas? Ein Spiel mit über 90% und das ganze Forum ist heiss drauf? Und ich habe es noch nicht? Zack, gekauft. Irgendwann spiel‘ ich es bestimmt... irgendwann hab ich mal die Zeit dafür. Und irgendwann erscheinen mal weniger Spiele, damit ich meine ganzen „Altlasten“ wegspielen kann. Irgendwann. Bestimmt...
Und so entwickelte sich der Umstand, und den kennen hier sicherlich viele, dass ich einen Haufen ungespielte Spiele im Regal hatte. Und obwohl der Haufen nie wirklich kleiner wurde, kamen immer neue Spiele hinzu.
Irgendwann Ende letzten Jahres kam dann in mir der innere Wunsch auf, das zu ändern. Ich wollte diesen Druck nicht mehr in mir spüren. Ich wollte mich von meinem Hobby nicht mehr so treiben lassen. Es ist schwer, das passend zu beschreiben.
Wäre Skyrim letztes Jahr erschienen, ich hätte es gekauft. Obwohl mir RPGs nicht gefallen, und ich genau weiss, dass sie mir nicht gefallen, ich hätte es gekauft. Das Forum ist heiss darauf, die Wertungen überschlagen sich mit Höchstnoten, Hype und Bohei überall, wo es um Videospiele geht. Da muss doch irgendwas dran sein! Das darf ICH doch nicht verpassen... Wie gesagt, ich hätte es gekauft. Und irgendwann hätte ich es bestimmt auch in die Konsole gelegt, probiert und nach zwei Stunden festgestellt, dass mir das Spiel nicht zusagt. Also: zack, raus aus dem Laufwerk. Die Zeit ist zu schade, um sie mit solchen Spielen zu verschwenden (was nichts mit der eigentlichen Qualität des Spiels zu tun hat) .
Und dieses Jahr? Ich habe mich gezielt nur noch über die Spiele informiert, die mich wirklich ansprechen. Ich konnte im Frühjahr schon eine Liste der Spiele erstellen, die mich für dieses Jahr begleiten werden. Und bis auf ein paar Ausnahmen ist es auch genau so gekommen. Und Skyrim? Hab‘ ich nicht.
Wie ich auf all das komme? In den letzten Wochen sind mir hier immer ein paar User aufgefallen, die (aus welchem Grund auch immer) ihre Spiele über Wochen und Monate spielen. Seien es Skyrim, FIFA 12, F1 2011... das ist bemerkenswert, wie ich finde. In Zeiten, wo Spielen oftmals wie Fast Food wirkt, weil ein Highlight das Nächste jagt. Klar, der November ist eh ein schlechter Monat für „Genuss-Zocken“. In keinem Monat kommen mehr tolle Spiele. Aber seien wir ehrlich. Ist es im Mai anders? Oder landet da nicht auch das nächste Spiel im Laufwerk, sobald die Credits über den Bildschirm laufen? Wieviele Spiele haben wir seit Uncharted 3 schon wieder „durch“? Und das Spiel ist einen Monat alt... Im Forum ist das Spiel bis auf vereinzelte Posts schon wieder tot.
Kein Beleg für die Masse, aber ich glaube, diesen Drang, den ich loswerden wollte, den tragen einige in sich. Es ist fast wie eine Sucht. Nichtmals nur nach Spielen und spielen. Kaufsucht? Informationssucht? Keine Ahnung. Ich habe es aber geschafft, es auf ein Normalmass zu reduzieren. Ich verbringe weniger Zeit im Netz, ich kaufe garkeine Mags mehr, ich kaufe meine Spiele wirklich gezielt. Und spiele sie dann auch wirklich. So, wie es normalerweise sein sollte. Ich habe derzeit zwei ungespielte Spiele, wovon eines seit gestern Rayman: Origins ist. Das Andere ist Batman: Arkham City. Beiden Spielen möchte ich meine volle Aufmerksamkeit nach Need for Speed: The Run widmen. Vor einem Jahr hätte ich alle drei Spiele angespielt und wahrscheinlich keines ganz beendet...
Vielleicht bin ich mit diesem Problem in der Form ja auch ganz alleine hier und für euch klingt das alles absurd. Dann war dieser Text aber wenigstens für mich dafür gut, um die letzten sieben Jahre zu verarbeiten und ein Résumé zu ziehen. Und um euch beim Lesen des Textes ein paar Lebensminuten zu stehlen...


