Wollte heute ja eigentlich mal kein Loblied auf Phil Spencer singen

, aber gerade bin ich bei YouTube über das alte IGN Unlocked Interview mit ihm gestolpert. Ist vom 1. März 2017, einen Tag nachdem sie Game Pass angekündigt hatten. Das war noch vor der One X, vor xCloud, vor den ganzen Studio Einkäufen und wie gesagt gerade frisch nach der Game Pass Insider Programm Einführung.
Da soll noch mal einer sagen, Phil Spencer sei ein Schwätzer.

Ehrlich, hört euch das mal an, er hatte den Plan die ganze Zeit genau vor Augen. Mit allem, was Xbox heute ausmacht.
Er sagt, dass er sich, als er 2014 zum Head of Xbox gemacht wurde, aufgeschrieben hat, was er erreichen möchte: unter anderem
1) Abwärtskompatibilität. Er wollte eine Plattform, auf der wenn es nach ihm ginge alle Xbox Spiele laufen.
2) Er wollte eine neue, gute Premium Hardware, dabei aber auch eine günstigere Alternative bieten. Hat daraufhin die One S released und die Scorpio/One X abgenickt.
3) Er wollte Game Pass, weil ihm das Netflix Modell gefiel. Nicht nur aus Perspektive des Kunden (so much Content), sondern auch aus der des Entwicklers (mehr Kreativität, geringere Markthürden [es muss nicht immer hochglanz AAA sein]).
Dazu wird er gefragt, ob irgendwann vielleicht auch EA Spiele im Game Pass erscheinen könnten oder ob EA da etwas gegen hat, weil sie mit EA Access ja ihren eigenen Abo Service anbieten: Ihm wäre es am liebsten, wenn er irgendwann ein möglichst breites Angebot von Spielen (auch von verschiedenen Entwicklern/Publishern) liefern kann, damit man schlussendlich nicht zig verschiedene Abos unterschiedlicher Anbieter abschließen muss.
4) Er ist an Streaming interessiert, sieht das aber nur als optionale Erweiterung der Konsolenerfahrung. Auf deiner Heimkonsole sollst du die Spiele immer nativ runterladen und spielen können. Streaming ist eher was für andere Plattformen, die eben nicht die Leistung einer regulären Konsole besitzen (mobile).
5) Er will in First-Party investieren.
[...]
Das war Anfang 2017. Wie gesagt, da hieß die One X noch Project Scorpio, da war der Game Pass erst 24 Stunden alt, da wurde noch kein Wort über xCloud verloren...
Und nun schaut man sich Xbox heute, drei Jahre später an:
1) Xbox hat eine mehr als kompetente Abwärtskompatibilität, demnächst über vier Generationen hinweg und in gewisser Weise sogar vorwärtskompatibel.
2) Xbox hat die (auf dem Papier) stärkste Konsole. Bietet mit der Series S jedoch auch eine günstigere Next-Gen Alternative.
3) Game Pass ist genau das geworden, was er wollte. Bietet kleinen, wie großen Produktionen eine Plattform und bringt mittlerweile viele Spiele Day 1. Ja, sie haben nun sogar EA Play inkludiert. Etwas, das damals wahrscheinlich total abwegig klang, aber tatsächlich seinem Wunsch nach nur einem, anstatt mehrerer verschiedener Abos nachkommt.
4) xCloud ist da, aber wie angedacht kein Ersatz für die Heimkonsole, sondern nur eine Alternative für andere Plattformen (mobile).
5) Xbox hat in First-Party investiert. Und wie.
Er hat tatsächlich alles (was er da 2017 im Interview ansprach) umgesetzt. Finde ich rückblickend durchaus bemerkenswert. Es hört sich immer so fanboy-ish überhöht an, aber Phil Spencer hat den Karren aus dem Dreck gezogen. Er hat sich diesen "Masterplan" damals zurechtgelegt und ihn nach und nach, Jahr für Jahr durchgezogen. Heute fehlen nur noch die Früchte der neuen Xbox Game Studios, die natürlich am meisten Zeit beanspruchen, und er hat sein Ziel erreicht. Fand ich auch sehr interessant nach
@Joe Genius Kommentar mit der Do-to Liste, die Microsoft abarbeitet. Das tut Phil anscheinend wirklich.