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MULTI Vampyr (Horror-RPG von Dontnod)

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Gamersglobal.de vergibt 8.5

Das Fazit von Benjamin Braun

Von der Hauptgeschichte von Vampyr hatte ich mir mehr erhofft. Im Kern ist es bloß eine weitere Rachestory. Aber eben eine in einem richtig spannenden und gut umgesetzten Setting. Das finstere von Spanischer Grippe und vampirischen Umtrieben gekennzeichnete London ist authentisch und atmosphärisch umgesetzt. Hier erkunde ich gerne auch den letzten Winkel, damit mir nichts entgeht – oder sei es nur, um aus irgendeinem Behältnis Ressourcen fürs Crafting abzugreifen. Neben der visuellen Darstellung des Schauplatzes gelingt Dontnod vor allem die Umsetzung der NPCs. Die sind fast ausnahmslos interessant und haben Spannendes zu erzählen. Wenn mir ein Spiel die Möglichkeit bietet, einzelne Dialogzeilen als Schnellleser zu skippen, mache ich davon meist regen Gebrauch. Hier aber will ich jeden Satz in voller Länge hören.

Toll ist nicht zuletzt, wie gut die Geschichten der Charaktere in den einzelnen Stadtbezirken miteinander verbunden sind. Da fällt kaum auf, dass deren Anzahl verglichen mit anderen, ähnlich rollenspiellastigen Action-Adventures, gar nicht so hoch, die Welt sogar eher klein ausfällt. Technisch erreicht Vampyr vielleicht kein Triple-A-Niveau, besonders was die Mimik der Charaktere angeht. Aber dass die Qualität der Grafik eben nur ein Aspekt des Spielerlebnisses ist, dürfte jedem klar sein, egal ob er nun an Dark Souls, Skyrim oder Elex denkt.

Der vielleicht größte Schwachpunkt ist die Spielbalance. Es ergibt absolut Sinn, dass mir ein mörderisches Verhalten Vorteile im Kampf bringt. Ich finde aber, dass weniger mordlüsterne Spieler im späteren Verlauf doch zu sehr ins Hintertreffen geraten. Das gilt ja gar nicht so sehr für die Bosskämpfe, die unter Nutzung der vielen taktischen Optionen zwar wesentlich länger dauern, aber gut zu bewältigen sind. Aber so mancher „normale Feindkontakt“ endet schon bei kleinen Fehlern später zu schnell mit dem Tod. Da ist die Verlockung, vermeintlich amoralisch zu handeln, für meinen Geschmack etwas zu groß. Ein paar mehr oder bessere Alternativen bei einer friedfertigeren Spielweise ordentliche EXP-Mengen zu generieren, könnte es jedenfalls geben. Denn zeitaufwendiger ist genau das ja auch jetzt schon.

Das Kampfsystem selbst gefällt mir, trotz mancher unglücklicher Komboketten der Gegner, aber letztlich erheblich besser, als ich nach früheren Spieleindrücken befürchtet hatte. Perfekt ist es nicht, macht mir aufgrund der hohen Transparenz bezüglich Gegnerstärke und Co. und der Vielfalt an Waffen und Fähigkeiten aber Spaß. Allein die Tatsache, dass ich Vampyr ungezwungen auch mal 12 Stunden am Stück gespielt habe, insgesamt dürft ihr je nach Spielweise mit etwa 20 Stunden rechnen, spricht definitiv für das Spiel. Beim nächsten Durchgang werde ich wohl mal alles aussaugen, was mir vor die Spitzzähne läuft.
 
Jetzt habt ihr mich irgendwie neugierig auf das Spiel gemacht. Höre heute davon zum ersten mal. Leider gibt's keine Enhanced Version wohl. Aber wenn es gut ist, würde mich das nicht stören
 
Reviews:

Gameskinny - 9/10
RPG Fan - 8.9/10
Gamingtrend - 8.5/10
Dualshockers - 8.5/10
Hardcore Gamer - 8/10
EGM - 8/10
Trusted Reviews - 8/10
Twinfinite - 8/10
Gamingbolt - 8/10
Wccftech - 8/10
Gamespew - 8/10
Tech Advisor - 8/10
Gamesbeat - 7.5/10
IGN - 7/10
Gamespot - 7/10
God is a Geek - 7/10
Gamesradar - 7/10
Attack of the Fanboy - 7/10
Videogamer - 7/10
PC Gamer - 6.8/10
Destructoid - 6/10
USgamer - 6/10
Push Square - 6/10
TheSixthAxis - 6/10
RPG Site - 6/10
Tech Raptor - 6/10
Cubed3 - 6/10
Game Revolution - 5/10
We Got This Covered - 5/10
Slant Magazine - 5/10

Eurogamer - No Recommendation
ACG - Buy


Metacritic: 73%
Opencritic: 74%

fair-man.png
 
Eurogamer:
Dontnod takes a thrillingly Gothic perspective on early 19th century London, but squanders it in a dreary and indecisive adventure.


IGN:
Vampyr is a slow burn of an RPG, taking its time to ramp up its intriguing blend of science and the supernatural in an elaborately gloomy version of London. When it gets going you can see the potential of the way it offers you more power if you consume its interesting citizens. But Vampyr never commits to this idea to the point where I felt I needed to make that sacrifice to succeed in its relatively simple combat, which leaves it feeling toothless and vulnerable to having a lot of its fun sucked away by technical issues, despite its genuinely engaging story.


Gamespot:
And yet, the credits roll on Vampyr with the realization of how seldom we see an open-world RPG experience like this, where being a citizen with a responsibility to a place and its people feels personal, even if that investment lies in who looks delicious tonight. Vampyr is certainly shaggy and rough in the technical department, but its narrative successes still make for an impactful and worthwhile experience.


USgamer:
Vampyr unfortunately flounders after building some solid foundations in the opening hours. London feels like a city on a knife edge, and the citizens prove to be an inviting cast of creative characters. But Vampyr then lures you into sacrificing these characters, cutting out a key part of the game, all to have a hope of standing up to the horrors that await you in the shadows of London.


Destructoid:
The story may be a tad lackluster, and the combat may be clunky as hell, but Vampyr does offer a compelling adventure for those looking for some blood-sucking fun. It also manages to effectively make you feel like a creature of the night at times. Unfortunately, the frequent technical issues sapped just about every ounce of joy from the experience, leaving this digital world a dry, lifeless husk.
 
Ich habe jetzt nur die Fazits gelesen und bin auch "nur" bei über 50%, wenn es nach den Trophies geht.

Die beiden Sorgen, die ich bereits am Anfang hatte, haben sich etwas bewahrheitet. Das Kampfsystem entwickelt sich zu wenig weiter und bietet nicht genug neue Herausforderungen. Es wird auch eher leichter, weil man später sehr starke "Ultimates" hat, d.h. es stimmt schon, dass ich z.B. aktuell wirklich keine Bewohner für XP opfern muss. Das war nach dem Start noch anders. Da hatte ich dann mit Level 4 Level18-Gegner und die XP waren wirklich verlockend. Dadurch bricht ein Teil des Komplexes zusammen, der aber durch das Charaktergeflecht mit vielen interessanten Beziehungen immer noch souverän ist.
Meine zweite Sorge waren fehlende Höhepunkte. Das ist etwas zweischneidig, denn London fühlt sich (die meiste Zeit) sehr authentisch und down-to-earth-düster an. Die Atmosphäre ist ähnlich deprimierend wie in Vampire: The Masquerade, aber nicht so skurril, und wenn man mit dieser nüchternen Art nichts anfangen kann (und mit gut recherchierten Informationen über die Folklore und die Zeit), dann kann es für viele langweilig werden. (Nicht für dich, denke ich.)
Paar Storyelemente verlaufen sich auch etwas in der Bedeutungslosigkeit. Da wird z.B. ein ziemlich mächtiger Widersacher vorgestellt und dann legt man den einfach so und allgemein fehlt der Geschichte vielleicht etwas an Fokus. (War bei Bloodlines aber nicht anders, afair.)

Das klingt jetzt vielleicht harscher als es gemeint ist. Ich finde die Atmosphäre, das Open World-Design, die Charaktere und ihre Geschichten mitsamt der Dialoge absolut genial. Mir machen die Kämpfe auch viel Spaß, die eine Balance der Ressourcen Gesundheit, Stamina und Blut suchen. Einige Szenen sind ziemlich stark ohne jeglichen Bombast, einfach starke Charaktere mit starken Worten. Das sind alles Dinge, denen ich viel Wert zuspreche. Für mich immer noch ein sehr gutes Spiel.
 
Wollte sie auch verschonen, war mir aber nicht sicher, ob das ausreicht, um die Quest in meinem Sinne "erfolgreich" abzuschließen. Also habe ich ihre Erinnerungen manipuliert. Hatte das jedoch so gedeutet, dass bloß ihre Erinnerungen bezüglich der Quest "gelöscht" werden, sie dem Bezirk aber trotzdem erhalten bleibt und ihre Arbeit vielleicht sogar irgendwie fortsetzen kann. Leider wusste sie anscheinend gar nichts mehr und ist einen Tag später spurlos verschwunden.

Scheint aber immerhin noch zu leben. Mal sehen, ob ich ihr irgendwann wieder begegne.

Fuck, ne, das habe ich auch gemacht. :ulgy:
 
Ich habe jetzt nur die Fazits gelesen und bin auch "nur" bei über 50%, wenn es nach den Trophies geht.

Die beiden Sorgen, die ich bereits am Anfang hatte, haben sich etwas bewahrheitet. Das Kampfsystem entwickelt sich zu wenig weiter und bietet nicht genug neue Herausforderungen. Es wird auch eher leichter, weil man später sehr starke "Ultimates" hat, d.h. es stimmt schon, dass ich z.B. aktuell wirklich keine Bewohner für XP opfern muss. Das war nach dem Start noch anders. Da hatte ich dann mit Level 4 Level18-Gegner und die XP waren wirklich verlockend. Dadurch bricht ein Teil des Komplexes zusammen, der aber durch das Charaktergeflecht mit vielen interessanten Beziehungen immer noch souverän ist.
Meine zweite Sorge waren fehlende Höhepunkte. Das ist etwas zweischneidig, denn London fühlt sich (die meiste Zeit) sehr authentisch und down-to-earth-düster an. Die Atmosphäre ist ähnlich deprimierend wie in Vampire: The Masquerade, aber nicht so skurril, und wenn man mit dieser nüchternen Art nichts anfangen kann (und mit gut recherchierten Informationen über die Folklore und die Zeit), dann kann es für viele langweilig werden. (Nicht für dich, denke ich.)
Paar Storyelemente verlaufen sich auch etwas in der Bedeutungslosigkeit. Da wird z.B. ein ziemlich mächtiger Widersacher vorgestellt und dann legt man den einfach so und allgemein fehlt der Geschichte vielleicht etwas an Fokus. (War bei Bloodlines aber nicht anders, afair.)

Das klingt jetzt vielleicht harscher als es gemeint ist. Ich finde die Atmosphäre, das Open World-Design, die Charaktere und ihre Geschichten mitsamt der Dialoge absolut genial. Mir machen die Kämpfe auch viel Spaß, die eine Balance der Ressourcen Gesundheit, Stamina und Blut suchen. Einige Szenen sind ziemlich stark ohne jeglichen Bombast, einfach starke Charaktere mit starken Worten. Das sind alles Dinge, denen ich viel Wert zuspreche. Für mich immer noch ein sehr gutes Spiel.

Das klingt nach wie vor hervorragend. Genau was ich im Grunde erwartet habe. Ein ungeschliffener, roher Dimant, mit toller Atmosphäre, der sich abseits des Mainstreams bewegt.

War mir auch klar, dass das technisch kein großer Wurf wird aber die Technik wird mir eh immer unwichtiger. Bin nur gespannt wie es am PC laufen wird, im Bezug auf die Performance. Vom Kampfsystem erwarte ich mir auch keine Referenz a la Bloodborne, sondern im Grunde nur, dass es mich nicht nerven soll und Spaß macht. Die weitaus größeren Ansprüche habe ich an Inhalt und Atmosphäre, wobei Inhalt für mich nicht gleichzusetzen mit einem Action Rollercoaster ist, wo ein billiger Hollywood Höhepunkt den nächsten jagd, denn das finde ich eher abturnend.
 
Gerade auch wieder eine geniale Szene gehabt. Sehr, sehr stark. Und danach wird das Spiel wieder schwerer, so dass ich schon gerne etwas Blut trinken würde. Ist jetzt nicht perfekt das Balancing, aber es funktioniert schon und besser als es einige Reviews haben wollen, denke ich.
 
Puh, so langsam wird's schwer. Bzw. bin ich, ganz nach dem Motto von Fisherman's Friend, zu schwach.

Habe die meisten der offensiven Vampir Fähigkeiten, weil zu teuer, nämlich noch auf der ersten Stufe. Bislang konnte ich mit meiner ordentlich verbesserten Zweihänder-Keule ganz gut reinhauen, aber wenn da jetzt Mr. Flammenwerfer und Kruzifix antanzen und das auch noch acht, neun Level höher als ich, wird es brenzlig.

Wird wohl Zeit, die Nachbarschaft auszusaugen.

giphy.gif
 
Scheint am PC wenig anspruchsvoll zu sein, also Hardware mäßig. Spiel hat mir standardmäßig alles auf max. gestellt und läuft in diesen Settings, in 1080p, bisher bei locked 60 FPS, laut Steam FPS Counter.
 

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