Dow Jones
ASCEND TO ULTRA
Valiant Hearts
Meine Beziehung zu Ubisoft ist sehr durchwachsen. Die großen IPs dieses Unternehmens - Watch Dogs, Assassins Creed und Far Cry - interessieren mich schon seit längstem nicht mehr. Grafisch vielleicht ganz hübsch, aber so richtig mag der Funke aufgrund des Gameplays bei mir nie überspringen. Doch so sehr Ubisoft bei den großen Projekten bei mir daneben liegt, desto erstaunlicher ist es, dass ich die kleinen Experimente wirklich sehr gerne spiele. Es folgt ein Review zu Valiant Hearts.
Story
Wie es der Titel schon ankündigt, begeben wir uns in die Epoche des Ersten Weltkriegs. Historisch betrachtet klappern wir dabei die Westfront von 1914 - 1918 ab und erleben auf vielerlei Hinsicht einige der entschiedensten Schlachten und Begebenheiten dieser Zeit. Im Grunde begleitet man eine französische Farmerfamilie. Emile, der Besitzer der Farm wird auf französischer Seite ebenso eingezogen, wie sein Schwiegersohn in das Deutsche Heer. Diese beiden Figuren bilden das Grundgerüst der Geschichte. Es gibt auch andere spielbare Charaktere mit eigener Hintergrundgeschichte, aber dazu muss man an dieser Stelle nichts verraten.
Gameplay
Das Gameplay ist solide umgesetzt und gibt sich keinerlei Blöße. Da es sich um ein Adventure handelt, sind meistens kleine Rätsel zu lösen, um in der Handlung voranzukommen. Meisten steuert man eine Figur, die durch den Hund Walt, unterstützt wird. Dadurch sind einige Rätsel etwas komplexer, aber im Grunde lässt sich das Spiel von jedem Durchspielen, ohne im Internet nach Hilfe suchen zu müssen. Ubisoft versucht auch nicht durch das Gameplay zu bestechen, denn deswegen würde es keiner kaufen, sondern eher durch die charmante Aufmachung und emotionale Tiefe.
Charmante Aufmachung und emotionale Tiefe
Der Titel ist, wie alle Ableger der UbiArt Framework Engine, gezeichnet. Realitätsnahe Abbildungen gibt es dabei nicht, alles wirkt ein wenig am Klischee übertrieben. Das ist auch bitter nötig, denn ansonsten könnte man die Schrecken des Ersten Weltkrieges auch nicht an ein jüngeres Publikum transportieren. Die Charaktere sprechen, abgesehen von Dialogszenen, in denen aus Briefen vorgelesen werden, keine richtige Sprache. Es werden eher die Charakteristiken der Sprache durch einige Wörter oder Laute emitiert, ohne jedoch dabei grammatischen Regeln zu folgen. Auch hier wieder eine Entschärfung, aber eher eine putzige. Generell wird komplett darauf verzichtet eine Kriegspartei als die Böse und die andere als die Gute hinzustellen, vielmehr wird deutlich, dass Soldaten auf beiden Reihen den Sinn dieses Krieges nicht erkennen und sich nichts weiter wünschen, als endlich nach Hause zu kommen. Das ist durchweg als positiv zu bewerten.
Wirklich Spaß hat mir das Einsammeln von Gegenständen gemacht. Pro Abschnitt lassen sich 3-6 Gegenstände einsammeln, die, wenn man sie gefunden habt, im Menü mit Text unterlegt werden. So habe ich zumindest einige Kleinigkeiten über das Leben im Grabenkrieg gelernt und konnte mir auch einiges besser dazu vorstellen. Es werden Prototypen von Gasmasken erklärt, Feldkommunikation, Waffen, Kleidung, Schlachten, Feldzüge, Logistik, Propaganda und vieles vieles mehr. Ubisoft arbeitete in diesem Segment auch mit Historikern zusammen, deshalb gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass das schon so hinkommt. Die Bilder der Zeit sind alle nachkoloriert, so dass man das auch mal in Farbe serviert bekommt. Dazu gibt es zu jedem Abschnitt auch weitere Erklärungen über den Ersten Weltkrieg. Insgesamt kann man sich im Spiel über 100 Fakten ersammeln und lesen. Doch kann man diese nicht nur lesen, sondern sie kommen ebenfalls im Spiel passend dazu vor.
Während des Verlaufs des Krieges ändert sich die grafische Gestaltung, d.h. die gemalten und animierten Hintergründe sowie die Figuren. Ist im Jahr 1914 noch ein allgemeiner Optimismus der Soldaten zu erkennen und die Landschaft noch grün und detailreich, verändert sich dies durch das Kriegsgeschehen deutlich. Alles wird grau und matschig, die Figuren bewegen sich träge, und die Hintergründe werden abstrakter, düsterer, ja wirklich hässlicher - zermartert, umgepflügt, zerbombt - bis am Ende nichts mehr übrigbleibt als irgendwelche Hügel mit Schutt und Stracheldrahtresten. Das wird einem während des Spielens gar nicht so bewusst, aber wenn man dann den Titel noch einmal durchspielt oder noch die letzten Gegenstände sammelt, fällt einem das durchaus auf. Und in diesen kleinen Details liegt für mich die Stärke des Titels, der viele Aspekte meiner Meinung nach sehr jugendgerecht transportiert und natürlich auch an alle Erwachsene, die mit Schlieffenplan, Falkenhayn, Marne und Verdun halt überhaupt nichts anfangen können.
Fazit
Was bleibt als Abschluss noch zu sagen? Ubisoft liefert mit Valiant Hearts ein sehr schönes Spiel ab, das einen emotional mitnehmen kann. Das reduzierte Gameplay garantiert dabei, dass der Flow nie verloren geht und die historischen Fakten motivieren ebenso zum Weiterspielen, wie die Geschichte der Figuren. Wer sich für den Ersten Weltkrieg interessiert, wird vielleicht inhaltlich auch noch eine Kleinigkeit mitnehmen können. So oder so, 15€ ist jetzt nicht der Preis, wo man auf große Sonderangebote warten müsste und 8-10 Stunden unterhält einen der Titel sowieso, würde ich jetzt mal schätzen.
Von mir gibt es die volle Punktzahl 10/10 für einen Ubisoft-Spiel. Hätte nicht gedacht, dass mir das noch passiert. Als nächstes kommt dann noch Child of Light auf meine PS4.
Meine Beziehung zu Ubisoft ist sehr durchwachsen. Die großen IPs dieses Unternehmens - Watch Dogs, Assassins Creed und Far Cry - interessieren mich schon seit längstem nicht mehr. Grafisch vielleicht ganz hübsch, aber so richtig mag der Funke aufgrund des Gameplays bei mir nie überspringen. Doch so sehr Ubisoft bei den großen Projekten bei mir daneben liegt, desto erstaunlicher ist es, dass ich die kleinen Experimente wirklich sehr gerne spiele. Es folgt ein Review zu Valiant Hearts.
Story
Wie es der Titel schon ankündigt, begeben wir uns in die Epoche des Ersten Weltkriegs. Historisch betrachtet klappern wir dabei die Westfront von 1914 - 1918 ab und erleben auf vielerlei Hinsicht einige der entschiedensten Schlachten und Begebenheiten dieser Zeit. Im Grunde begleitet man eine französische Farmerfamilie. Emile, der Besitzer der Farm wird auf französischer Seite ebenso eingezogen, wie sein Schwiegersohn in das Deutsche Heer. Diese beiden Figuren bilden das Grundgerüst der Geschichte. Es gibt auch andere spielbare Charaktere mit eigener Hintergrundgeschichte, aber dazu muss man an dieser Stelle nichts verraten.
Gameplay
Das Gameplay ist solide umgesetzt und gibt sich keinerlei Blöße. Da es sich um ein Adventure handelt, sind meistens kleine Rätsel zu lösen, um in der Handlung voranzukommen. Meisten steuert man eine Figur, die durch den Hund Walt, unterstützt wird. Dadurch sind einige Rätsel etwas komplexer, aber im Grunde lässt sich das Spiel von jedem Durchspielen, ohne im Internet nach Hilfe suchen zu müssen. Ubisoft versucht auch nicht durch das Gameplay zu bestechen, denn deswegen würde es keiner kaufen, sondern eher durch die charmante Aufmachung und emotionale Tiefe.
Charmante Aufmachung und emotionale Tiefe
Der Titel ist, wie alle Ableger der UbiArt Framework Engine, gezeichnet. Realitätsnahe Abbildungen gibt es dabei nicht, alles wirkt ein wenig am Klischee übertrieben. Das ist auch bitter nötig, denn ansonsten könnte man die Schrecken des Ersten Weltkrieges auch nicht an ein jüngeres Publikum transportieren. Die Charaktere sprechen, abgesehen von Dialogszenen, in denen aus Briefen vorgelesen werden, keine richtige Sprache. Es werden eher die Charakteristiken der Sprache durch einige Wörter oder Laute emitiert, ohne jedoch dabei grammatischen Regeln zu folgen. Auch hier wieder eine Entschärfung, aber eher eine putzige. Generell wird komplett darauf verzichtet eine Kriegspartei als die Böse und die andere als die Gute hinzustellen, vielmehr wird deutlich, dass Soldaten auf beiden Reihen den Sinn dieses Krieges nicht erkennen und sich nichts weiter wünschen, als endlich nach Hause zu kommen. Das ist durchweg als positiv zu bewerten.
Wirklich Spaß hat mir das Einsammeln von Gegenständen gemacht. Pro Abschnitt lassen sich 3-6 Gegenstände einsammeln, die, wenn man sie gefunden habt, im Menü mit Text unterlegt werden. So habe ich zumindest einige Kleinigkeiten über das Leben im Grabenkrieg gelernt und konnte mir auch einiges besser dazu vorstellen. Es werden Prototypen von Gasmasken erklärt, Feldkommunikation, Waffen, Kleidung, Schlachten, Feldzüge, Logistik, Propaganda und vieles vieles mehr. Ubisoft arbeitete in diesem Segment auch mit Historikern zusammen, deshalb gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass das schon so hinkommt. Die Bilder der Zeit sind alle nachkoloriert, so dass man das auch mal in Farbe serviert bekommt. Dazu gibt es zu jedem Abschnitt auch weitere Erklärungen über den Ersten Weltkrieg. Insgesamt kann man sich im Spiel über 100 Fakten ersammeln und lesen. Doch kann man diese nicht nur lesen, sondern sie kommen ebenfalls im Spiel passend dazu vor.
Während des Verlaufs des Krieges ändert sich die grafische Gestaltung, d.h. die gemalten und animierten Hintergründe sowie die Figuren. Ist im Jahr 1914 noch ein allgemeiner Optimismus der Soldaten zu erkennen und die Landschaft noch grün und detailreich, verändert sich dies durch das Kriegsgeschehen deutlich. Alles wird grau und matschig, die Figuren bewegen sich träge, und die Hintergründe werden abstrakter, düsterer, ja wirklich hässlicher - zermartert, umgepflügt, zerbombt - bis am Ende nichts mehr übrigbleibt als irgendwelche Hügel mit Schutt und Stracheldrahtresten. Das wird einem während des Spielens gar nicht so bewusst, aber wenn man dann den Titel noch einmal durchspielt oder noch die letzten Gegenstände sammelt, fällt einem das durchaus auf. Und in diesen kleinen Details liegt für mich die Stärke des Titels, der viele Aspekte meiner Meinung nach sehr jugendgerecht transportiert und natürlich auch an alle Erwachsene, die mit Schlieffenplan, Falkenhayn, Marne und Verdun halt überhaupt nichts anfangen können.
Fazit
Was bleibt als Abschluss noch zu sagen? Ubisoft liefert mit Valiant Hearts ein sehr schönes Spiel ab, das einen emotional mitnehmen kann. Das reduzierte Gameplay garantiert dabei, dass der Flow nie verloren geht und die historischen Fakten motivieren ebenso zum Weiterspielen, wie die Geschichte der Figuren. Wer sich für den Ersten Weltkrieg interessiert, wird vielleicht inhaltlich auch noch eine Kleinigkeit mitnehmen können. So oder so, 15€ ist jetzt nicht der Preis, wo man auf große Sonderangebote warten müsste und 8-10 Stunden unterhält einen der Titel sowieso, würde ich jetzt mal schätzen.
Von mir gibt es die volle Punktzahl 10/10 für einen Ubisoft-Spiel. Hätte nicht gedacht, dass mir das noch passiert. Als nächstes kommt dann noch Child of Light auf meine PS4.
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