Aber herrje...es fing an mit DEM Symbol für Unterdrückung! DAS KORSETT! Dieses Symbol ist mittlerweile in meinen Augen so dermaßen ausgelutscht und unnötig, ich fand's echt peinlich, dass das mal wieder herausgeholt wurde, um zu zeigen, wie eine Frau in der viktorianischen Ära für gewöhnlich zu leben pflegte...

Gut, man weiß also schon von Anfang an, dass wir es hier mit einer Ausbrecher-Geschichte zu tun haben, Alice, die nicht verheiratet werden will. Das hätte mich sicher auch bewegt, wenn der für sie ausgewählte Kerl nicht so dermaßen peinlich auf Comedy und HAHA-Humor, nah an der Fäkal-Grenze, getrimmt worden wäre. Schlimmer ging's echt nicht. Ich hatte echt null Mitgefühl, das Ganze hat mich kein Stück bewegt, ich dachte einfach nur "Was soll denn der Scheiß jetzt?"

Diese nichtmal unfreiwillige Komik stand einfach in einem totalen Gegensatz zu den melancholischen Bildern, dem unsagbar traurigen Gesicht der Alice-Darstellerin. Völlig fehl am Platz.
Hätte ich anfänglich - wenn die Sache etwas ernster und tiefgängiger verarbeitet worden wäre - noch durchaus mit ihr mitleiden können, wäre das natürlich toll gewesen, aber dann ging es weiter mit einem total seelenlosen, langweiligen Spiel und einer Geschichte, die teilweise solche Logiklücken aufkommen ließ, dass selbst die Entschuldigung "Das ist das unlogische Wunderland, wir sind alle verrückt hier!" einfach nicht mehr zog! An Tiefe hat es insgesamt einfach an allen Stellen gemangelt, die Charaktere und eben auch die Geschichte blieben reihum oberflächlich, langweilig, dadurch teilweise auch einfach nervig und seltsam, die Ansätze, dass die Rote Königin nicht geliebt worden ist und eigentlich keine Freunde hat, fand ich kurzzeitig sehr bewegend, zu dumm, dass diese sofort wieder wegen irgendeinem dummen Blablabla fallen gelassen wurden und bei mir der zart gesponnene Sympathiefaden sofort wieder abriss. Wenn man das ganze nicht als "lustigen Film für die ganze Familie" aufgezogen hätte, wäre das womöglich auch alles anders gewesen. Ich hatte schlimme Befürchtungen, aber ich wurde sogar noch mehr enttäuscht! -__- Ich bin sicherlich kein Fan von düsteren Gewaltorgien, aber ausschließlich "skurril und verrückt", wie die Bücher eben sind, war das eben auch nicht. Eingestreute Gags zündeten nicht, das Wunderland wirkte leblos und uninspiriert und dank "Avatar" habe ich in Sachen Computeranimation ja "leider" keine zwei Wochen vorher erleben dürfen, wie es richtig funktioniert, so dass es auch fesselt.
Die "Familien-Gags" wirkten peinlich und aufgesetzt und wie mit einem Holzhammer rausgehauen.
Und auch, wenn Alice im zweiten Buch der "Alice"_Bücher eine Rüstung trägt, musste man das wirklich so aussehen lassen, als sei es von "Jeanne D'Arc" geklaut...? A propos "geklaut"...das Alice Main Theme kam mir verdächtig bekannt vor und ich frage mich, ob da nicht ein Überbleibsel von "Charlie und die Schokoladenfabrik" recyclet wurde...

Über Avril Lavigne am Ende brauchen wir gar nicht erst diskutieren, da hätten sie vielleicht besser Emilie Autumn fragen sollen, aber mit ihr verkauft man halt keine CDs an kleine Mädchen. Frag mich, wieso nicht gleich Miley Cyrus die Hauptrolle gespielt hat...
Okay, die Kostüme fand ich nett, das war abzusehen, aber alles in allem reicht das eben nicht. -__-
Helena Bonham Carter hat in "Harry Potter" eine so wundervoll wahnsinnige, erschreckende und bösartige Bellatrix Lestrange gespielt, wieso ließ man sie das nicht in ähnlicher Richtung auch hier tun? Achja richtig, das hätte vermutlich die allerkleinsten doch zu sehr erschreckt...
