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MOVIE The Revenant (Leo DiCaprio & Tom Hardy)

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

So, ich sortiere mal meine GEdanken... Der Film hat mich doch ziemlich überrollt gestern, was für eine tour de force. Hatte übrigens auch das Phänomen, dass der gesamte Saal mit ca. 150 Leuten zu Beginn des Abspanns mucksmäuschenstill dagesessen ist. Hab ich so selten erlebt.

Also: Der Film ist einfach ein audiovisuelles Meisterwerk, da gibt es für mich keinen anderen Begriff. Insbesondere die Kameraarbeit ist von Sekunde 1 an atemberaubend und der komplette Film durchzieht sich mit genialen Shots, oft auch mal sehr, sehr lange und komplexe Szenen ohne Cut oder mit perfekt eingearbeiteten Hidden Cuts. Dadurch wird man intensiv ins Geschehen eingesaugt, was durch die klasse Regiearbeit, das Auge fürs Detail und die durchweg superbe Leistung der Schauspieler unterstützt wird.
Die Intensität hat man zu Beginn bei der Überfall-Szene schon stark da. Und dann kommt der Bär. Meine Fresse. Ich bin ja nicht zimperlich bei Gewalt in Filmen, aber die Szene ging mir echt unter die Haut. Werd ich wohl nie mehr vergessen, wie bedrohlich und echt das rüberkommt.
Oder auch die Brutalität im Mann gegen Mann Kampf. Da läufts mir eiskalt den Rücken runter.
Im Mittelteil geht das Pacing dann zurück (richtig so), aber das Auge Inárittus für Details, für Naturaufnahmen und tolle Bildkomposition bleibt. Ich kann hier jeden verstehen, der manche Panoramashots ein wenig zu langatmig findet, ich fand es genial, da es die Thematik des Films unterstreicht und auch die Themen der Natives und deren Respekt vor der Natur hervorhebt. Auch das wiederkehrende Mantra mit dem Spruch über den Baum im Wind in Zusammenhang mit den Aufnahmen von Bäumen mit dem Himmel und dem Mond im Hintergrund fand ich einfach nur schön, was die Bildsprache angeht.

Bin mal gespannt auf die Oscars. Ob Leo genau JETZT einen verdient hat, weiß ich nicht. Klar war das alles sehr beeindruckend, aber es war halt weniger Character Acting als z.B. bei Wolf of Wall Street oder Django und halt mehr situationsbedingt und merklich anstregend für ihn. Nichtsdestotrotz sehr überzeugend rübergebracht.
Tom Hardy fand ich als Charakterdarsteller aber besser, der hat diesen ruchlosen Schisser sehr gut dargestellt.

Doch, Top-Film. 9/10 eiternde Fleischwunden.
 
hab ihn auch gestern gesehen... bin etwas hin und her gerissen... grundsätzlich bin ich da voll bei @Gerri

so was intensives wie die bärenszene hab ich glaub ich noch nie gesehen.

insgesamt find ich den aber tatsächlich etwas overhyped... ohne den hype überall hätte ich dem film ne 10/10 gegeben... so war die erwartungshaltung wohl etwas zu hoch... 1 punkt abwertung für die längen im mittelteil (vor allem die traumsequenzen haben für mich den flow stark behindert) ....

ABER: insgesamt schon ein echtes brett in allen belangen!!! freu mich auf die BD veröffentlichung
 
Komm gerade ausm Kino. Sehr, sehr guter Film. Kann @Cthulhu hinsichtlich des Trailers aber leider nicht Recht geben. Hat mir leider recht viel vom Filmgenuss genommen. Ich finde nicht, dass zu wenig Story da war... und die die da war wurde einfach komplett im Film gezeigt. Bis aufs Ende. Der erste Trailer war perfekt und ich versteh nicht warum man dann immer noch einen zweiten nachschießen muss um auch ja alles lang und breit durchzukauen. Entweder sind die Leute angefixt oder nicht, da ändert sowas doch nix mehr dran.

Wie auch immer, audiovisuell das zu erwartended grandiose Stück Kunst.

Was den Oscar angeht: IMO war Leo gut, keine Frage, aber es war dann halt doch ne Rolle der man wahrscheinlich nicht so sehr seinen Stempel aufdrücken konnte. Da hätt er ihn für Wold of Wallstreet, aber vor allem Django, mehr verdient. Aber gut, erstmal schauen ob er ihn überhaupt bekommt.
Tom Hardy hat mir auch sehr gut gefallen.

Und richtig befremdlich war Domhnall Gleeson... vor ner Woche ist der noch am Starkiller durch die Galaxie getuckert. :D

edit:

IMO hätte man den gebrochenen Fuß weglassen sollen. War ziemlich unglaubwürdig wie er dann nach ein paar Tagen wieder rumgelaufen ist als ob nix passiert wäre. Allgemein hat Leo schon verdammt viel ausgehalten... allein im Fluss wär jeder normale Mensch nach 2 Minuten gestorben. Aber gut, kann man jetzt mal als Kraft der Rache durchgehen lassen. Auch dass er mit dem Bärenfell nicht sofort wie ein Stein untergegangen ist. Und die Idianer die ihnen auf den Fersen waren haben mich ein wenig an den Stamm aus Schuh des Manitu erinnert :gerri:
 
So, ich sortiere mal meine GEdanken... Der Film hat mich doch ziemlich überrollt gestern, was für eine tour de force. Hatte übrigens auch das Phänomen, dass der gesamte Saal mit ca. 150 Leuten zu Beginn des Abspanns mucksmäuschenstill dagesessen ist. Hab ich so selten erlebt.

Also: Der Film ist einfach ein audiovisuelles Meisterwerk, da gibt es für mich keinen anderen Begriff. Insbesondere die Kameraarbeit ist von Sekunde 1 an atemberaubend und der komplette Film durchzieht sich mit genialen Shots, oft auch mal sehr, sehr lange und komplexe Szenen ohne Cut oder mit perfekt eingearbeiteten Hidden Cuts. Dadurch wird man intensiv ins Geschehen eingesaugt, was durch die klasse Regiearbeit, das Auge fürs Detail und die durchweg superbe Leistung der Schauspieler unterstützt wird.
Die Intensität hat man zu Beginn bei der Überfall-Szene schon stark da. Und dann kommt der Bär. Meine Fresse. Ich bin ja nicht zimperlich bei Gewalt in Filmen, aber die Szene ging mir echt unter die Haut. Werd ich wohl nie mehr vergessen, wie bedrohlich und echt das rüberkommt.
Oder auch die Brutalität im Mann gegen Mann Kampf. Da läufts mir eiskalt den Rücken runter.
Im Mittelteil geht das Pacing dann zurück (richtig so), aber das Auge Inárittus für Details, für Naturaufnahmen und tolle Bildkomposition bleibt. Ich kann hier jeden verstehen, der manche Panoramashots ein wenig zu langatmig findet, ich fand es genial, da es die Thematik des Films unterstreicht und auch die Themen der Natives und deren Respekt vor der Natur hervorhebt. Auch das wiederkehrende Mantra mit dem Spruch über den Baum im Wind in Zusammenhang mit den Aufnahmen von Bäumen mit dem Himmel und dem Mond im Hintergrund fand ich einfach nur schön, was die Bildsprache angeht.

Bin mal gespannt auf die Oscars. Ob Leo genau JETZT einen verdient hat, weiß ich nicht. Klar war das alles sehr beeindruckend, aber es war halt weniger Character Acting als z.B. bei Wolf of Wall Street oder Django und halt mehr situationsbedingt und merklich anstregend für ihn. Nichtsdestotrotz sehr überzeugend rübergebracht.
Tom Hardy fand ich als Charakterdarsteller aber besser, der hat diesen ruchlosen Schisser sehr gut dargestellt.

Doch, Top-Film. 9/10 eiternde Fleischwunden.

heute gesehen und ich würde dir in den meisten punkten so gnadenlos widersprechen. kamerafahrten usw. hast du sehr gut beschrieben und sehe ich genauso, optisch gesehen ist der film unantastbar. aber abgesehen davon, hat der film ab der szene mit dem bär eine unfassbar unrealistische und unglaubwürige richtung eingeschlagen, dass ich alles weitere nicht mehr wirklich ernst nehmen konnte. es war irgendwie eine aneinadereihung von western bear grylls überlebt alles. glass hätte ca. 100 mal krepieren müssen! und hat scheinbar übermenschliche kräfte und heilt schneller als wolverine, wenn es der plot verlangt.

im kinosaal war es übrigens so, dass die mehrheit quasi aufgeatmet hat, als dann endlich die credits kamen, der film zieht sich doch extrem. das ende ist auch viel zu überhastet und komplett hirnrissig. trotzdem fand ich den film irgendwo unterhaltsam, gut gemeinte 6/10.
 
Zuletzt bearbeitet:
nach der 2. sichtung (diesmal mit weibchen), muss ich meine meinung, bzw. wertung etwas nach unten korrigieren... ne solide 7/10 würde ich mal sagen...

während mich der anfang immer noch weggeballert hat, sind die nervigen rückblenden und "esoterischen" ansätze völlig daneben und nehmen nur unnötig fahrt aus dem ansonsten bildgewaltigen und spannenden machwerk...

immer noch kein schlechter film, aber nachdem hier einige glauben, den heiligen gral gefunden zu haben, ist nach der 2. sichtung nicht mehr viel übrig geblieben, außer der vielleicht gewalttätigsten und realistischsten szene, die ich jemals in einem film gesehen habe ... ich sag nur bär...

kurz: wenn man die gähnende langeweile mitten im film einfach um 30min gekürzt hätte und stattdessen das ende nicht so dahingehuddelt hätte nach schema: schnell, schnell, wir müssen fertig werden, dann wär ich bei der 9/10 geblieben... oder besser...
 
So sehe ich es auch. Ein zwar irgendwo unterhaltsamer, aber selbstverliebter, unglaubwürdiger und komplett auf die Oscars ausgerichteter Film, bei dem man die Konzentration aufs Wesentliche vergessen hat.

Falls das tatsächlich der Fall ist, dann hat sich die Bewertungsstimmung unter den Wahlbeteiligten aber radikal verändert. Für so einen Film hätte man vor 10 Jahren nicht mal ne Nominierung bekommen, würde ich behaupten. Und auch für heutige Verhältnisse halte ich den dramaturgisch für ne ziemlich schräge Nummer. Kamera, ja. Aber kein Kunst- und Filmschaffender legt sich doch solche Strapazen auf (und die Herstellung dieses Films war sicherlich eine ziemlich anstrengende Angelegenheit), nur weil er so oscargeil ist. Auch vom Schnitt her sieht der Film für mich sehr danach aus, dass hier ein Team genau den Film gemacht hat, den sie machen wollten. Wenn das am Ende auch belohnt wird, super, da freuen die sich. Aber das die da den ganzen Tag am Set vom Oscar träumen, glaub ich echt nicht.
 
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