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MOVIE Tarantino's "Django Unchained" : Waltz, diCaprio, Foxx, Costner (?)

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Ich schließe mich den letzen Meinungen an, der Film ist gut, aber nicht überragend. Die letzte halbe Stunde war eigentlich überflüssig, dass hätte er straffen sollen.

Ich würde es begrüßen wenn Tarantino seine sozialkritischen Tendenzen demnächst ruhen lässt und sich weniger dem Zwang aussetzt, etwas künstlerisch wertvolles zu produzieren. Quentin sagte mal, dass Gewalt in Medien ästhetisch sein kann, aber muss deswegen das Blut in Django wie Ravioli Sauce aussehen?

Das der gute Mann diesbezüglich unter Druck steht und um Anerkennung buhlt, ohne dabei anecken zu wollen, merke ich seinen letzten Filme in jeder Sekunde an. Quentin arbeitet in gut abgesteckten Grenzen, es fehlt die Leichtigkeit seiner früheren Filme.

Ein klassischer Western im Tarantino Style hätte mir persönlich besser gefallen.

Die Schauspieler, insbesondere DiCaprio und Waltz spielen fantastisch. Jamie Foxx sieht gegen die beiden recht "blass" aus, dass mag aber auch an seiner Rolle liegen.

Quentin sagt, dass er maximal noch 10 Jahre als Filmemacher hat und das ist wahrscheinlich auch gut so, ich glaube nicht, dass er zu seiner früheren easiness zurückfinden wird.
 
Also die erste Hälfte fand ich überragend. Während der Pause habe ich noch gedacht, der Film gefällt mir besser als Inglourious Basterds. Das mag vor allem mit meinem persönlichen Filmgeschmack zusammenhängen. Ich steh einfach auf solche Road Movies, die direkt ins Herz der Finsternis führen und Waltz als liberaler, ausgefuchster Kopfgeldmentor, der dem coolen angry black Man einen Weg zeigt, wie er sich in einer zutiefst rassistischen Welt rächen kann und seine persönliche Siegfried-Sage zur Vollendung bringt, das war ein ganz und gar fantastisches Motiv, in das ich mich von der ersten Filmminute an verliebt hatte. Dazu der tolle Humor und der O-Ton hat mir dann den Rest gegeben. Die Dialoge sind im O-Ton nicht nur inhaltlich vortrefflich, sondern auch akustisch ein einziger Ohrenschmaus.

Die zweite Hälfte konnte dann leider auch mich nicht komplett überzeugen, auch wenn wir darüber danach noch ausführlich diskutierten und Quentins Intentionen durchaus nachvollziehbar sind. Ich meine, Quentin hätte den Film in 100 verschiedenen Varianten zum Ende bringen können, aber er hat sich ganz bewusst für dieses entschieden und meiner Meinung nach, gab es da keinerlei Zwänge. Es ist schlichtweg so gewollt. Aber was will man manchen? Rein vom Gefühl fühlte ich mich regelrecht vor den Kopf gestoßen.

Konkret: Ich konnte Tarantino nicht verzeihen, dass er die alles überstrahlende Figur des Dr. Schultz auf solch überraschende und seltsame Weise vorzeitig aus dem Film genommen hat. Der verbindende Pathos dieser beiden Figuren hatte mich zu dem Zeitpunkt so gefangengenommen, dass ich mir am liebsten ein schmalziges Winnetou/Old-Shatterhand-Ende gewünscht hätte, in dem die beiden sich glorreich die Hände reichen und getrennt ihre Wege gehen. :D
Genaugenommen wäre das auch ein beschissenes Ende gewesen, gerade für nen Tarantino-Film, aber emotional hatte mich der Film an diesen Punkt gebracht.
Aus Enttäuschung wurde fast Verägerung, als plötzlich Tarantino selbst auf der Leinwand erschien. Für wenige Minuten dachte ich, fuck, der tauscht doch jetzt nicht den Waltz gegen sich selbst aus??? :nein: Das hatte sich ja glücklicherweise nicht bestätigt.

Wenn der Film ohnehin die ganze Zeit von einer angehauchten, manchmal kaum spürbaren Meta-Ebene des Explotationkinos umweht war, so bricht diese Ebene von dem Moment an, als Tarantino auftaucht, komplett durch und übernimmt den Film. Eigentlich ist der Film in dem Moment zuende, als Django einsehen muss, dass er unter dem Tisch, mit keiner Patrone im Revolver, dass er keine Chance hat. Nicht in dieser Welt, in der er fortan nur noch Feinde hat und keinen einzigen Freund. Game Over! Damit verlässt der Film jede realistische Ebene und spinnt ein Märchen-Ende zusammen, dass absurder nicht sein könnte.
Tja, etwas in mir möchte dieses Ende mögen, auch wenn es auf Anhieb nicht geklappt hat. Vielleicht beim zweiten Versuch!

Ich gebe trotzdem 9/10
 
Saß gestern an des oben genannten Lords zu seiner Rechten und kann dem nur zustimmen, ich fasse Urgs und den Film trotzdem kurz zusammen:

[vid]http://www.youtube.com/watch?v=Fgk4Cd7h6ak&feature=youtube_gdata_player[/vid]
 
Ich fand den Klasse!
Die erste Stunde überstrahlt C.Waltz eh alles.....

Ja,ja Dr.King Schultz wird überraschend und zu früh aus dem Bild genommen ....:heul:
....Aber wie er halt sagt(e):
Ich konnte nicht widerstehen :ugly:

dann ist De Caprio Time(ich fange langsam echt an den besser zu finden)
...und etwas habe ich in der letzten Phase dann dem Jamie auch die "Sauerness" abgenommen,passt(e) schon.
 
Ich finde, die Innenansichten auf Sklaverei und Rassismus, sind eine der großen Stärken des Films. Die machten auf mich einen sehr detailversessenen Eindruck und Tarantino schien mir da sehr großen Wert darauf zu legen, das aus einer Perspektive zu zeigen, die man so noch nicht gesehen hat. Und das spiegelt sich auch im gesprochenen Wort eindrucksvoll wieder. Auf der anderen Seite hat man riesigen Spaß dabei, dieses provokante Anarcho-Duo durch diese Welt reiten zu sehen und die Reaktion der Menschen dabei zu beobachten. Das hat Tarantino schon wirklich sehr sehr gut hingekriegt.
 
ich geh mit meinem Dad heute zum 2.Mal rein (hatte schon Karten gekauft als er gefragt hatte) und dann kann ich den Film etwas mehr geniessen undmich nur auf die Dialoge konzentrieren :D
 
Habe mich selbst eher durchgequält. Klar, Tarantinos Message in Sachen Sklaverei und Rassismus ist angekommen, aber rein von einer Massage kann kein Fim leben, insbesondere wenn man mir die Message so penetrant einprügeln möchte und es dabei nicht einmal wirklich originell ist...

Der Film hatte zwar seine Momente und insbesondere die überzogenen Charaktere des DiCaprio und Waltz bzw. die Dialoge dieser Charaktere, haben den Film für mich über Wasser gehalten, ansonsten wurden meine Erwartungen aber nicht einmal ansatzweise erfüllt.

Es kränkelte einfach an allen Ecken und Enden. Ich bin ja eigentlich niemand, der bei einem Film schreit, dass er zu lang wäre (eher im Gegenteil), aber Django war definitiv zu gestreckt und langatmig, dazu eine recht flache Charakterzeichnung, eine dünne Story (für die ich nicht weiß, wieso Tarantino hier für einen Oscar nominiert wurde...WTF?) und ein nur minimalst vorhandener Spannungsbogen. Kann ihm eigentlich nur die Dialoge (hauptsächlich auf Waltz und DiCaprio bezogen) und die heftigen Schießereien (die allerdings vor allem zum Schluss schon etwas too much waren) zu Gute halten.

Den Hype um Django kann ich damit nicht nachvollziehen. Für mich ganz klar zusammen mit Death Proof der bisher schlechteste Tarantino. Kommt nicht in meine Sammlung.
 
Der Film war der absolute Hammer. Auch wenn sich für mich Tarantinos Plan nicht so entfaltet hat. Für mich sind da ziemliche Brüche. Aber das kann dann jeder für sich entscheiden, ob er dem folgt oder nicht. Für mich ist es trotzdem der beste Tarantino, den er je gemacht hat.
 
Also die ersten 1,5 Stunden sind wie im Flug vergangen. Da war überhaupt nichts langatmig, fand ich. Später dann nimmt Tarantino das Tempo raus und konzentriert sich auf Dialoge. Das ist ja bei ihm eh sehr umstritten. Allerdings hat es mir hier besser gefallen, als in Inglourious Basterds die Keller-Szene.
 
Mich hat bei IB v.a. gestört das da viele dt. Schauspieler dabei waren, die sind qualitativ einfach ne ganz andere Liga (wohl am ehesten Kreisliga).
 
Die Kellerszene war schon sehr stimmig. Da hat man richtig gemerkt das die Luft brennt.

Allerdings kein Vergleich zur Szene auf Candieland als Leo den Hammer in der Hand hatte.
 
Blacky, spoiler doch mal den letzten Satz oder änder mal einer den Threadtitel. Nicht das hier jmd. reinschnuppert um Meinungen zu bekommen und den halben Film liest....
 
Die Keller Szene ist doch der absolute Hammer. An Spannung kaum zu überbieten. Erreicht fast die Klasse der Szene in der Hütte zu Beginn. Inglorious Basterds ist Django imo eigentlich in allen Belangen überlegen. Und wenn ich mir so alle seiner Werke Revue passieren lasse gefällt mir eigentlich auch nur Death Proof weniger gut. Damit will ich Django nicht seine Qualitäten absprechen, mir gefällt ja auch Death Proof sehr gut.

Gerri schrieb:
Mich hat bei IB v.a. gestört das da viele dt. Schauspieler dabei waren, die sind qualitativ einfach ne ganz andere Liga (wohl am ehesten Kreisliga).

Das kannste jetzt aber nicht Ernst meinen. Gerade Christoph Waltz (ja, ich weiss dass er eigentlich Österreicher ist) und August Diel waren doch der absolute Wahnsinn und haben so ziemlich alle an die Wand gespielt.
 
Das da oben gilt als Spoiler? Ich bitte dich Gerri....

Das ist ähnlich als würde man sagen "Die Szene in der Django nen Revolver in der Hand hatte."

@Zhadow: Diehl war imo eh das Highlight eines extrem guten Films. Der Mann braucht mehr internationale Rollen.
 
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