5 bis 6 Stunden gespielt.
Silent Hill, Krankenhaus, Vergnügungspark und Kirche
Ich finde Silent Hill 2 super
Die Straßen ohne Licht beleckt, die Dunkelheit streckt ihre Finger nach mir aus. Im Verborgenen bewegen sich Schatten, die mehr sein müssen als bloße Ratten. Ich höre im Nichts ein Radio rauschen und kann furchtbar klingende Schritte lauschen. Eine Mistgestalt vom Teufel befleckt, wartet in der Dunkelheit nicht mehr ganz versteckt. Mein Herz beginnt zu schlagen, ich höre die Raben meinen Namen sagen. Der Tod ist mir gewiss, doch
Silent Hill 3 war der reinste Beschiss. Fehler, die mir die Atmosphäre versaut haben, gehören zu Konami, dem Sauladen. Jetzt lasse ich es mit dem Reimen und beginne meinen Bericht zu schreiben.
Wir fuhren mit dem Detektiv nach
Silent Hill. Die Autofahrt wurde mit einer netten Sequenz präsentiert, in der die Geschichte um Heather und auch ihren Vater erklärt wurde. Was ich nicht wusste, ist, dass sie die Stieftochter vom Hauptcharakter aus Teil 1 ist. Das dürfte für viele
Silent Hill 1-Fans ein absolut überraschendes Erlebnis gewesen sein, als man Harry Mason (ihren Papa und Hauptcharakter aus dem ersten
Silent Hill) tot im Apartment wiedergefunden hat. Hier sieht man, warum man solche Dinge normalerweise chronologisch angehen sollte. Hätte ich damals den ersten Teil gespielt und wohlmöglich gemocht, wäre meine Kinnlade wegen Teil 3 durch den Boden gebrochen. Aber so ist es nur ein Typ, den ich nicht kannte und mir auch egal ist.
Harry Mason, ihr Papa.
Heather Mason ist … wie soll ich das erklären? Ich blicke selbst nicht ganz durch. Deswegen zitiere ich:
„Am Ende von Harry Masons Abenteuer in
Silent Hill übergibt ihm die sterbende Alessa Gillespie ihr Baby. Zusammen mit dem Baby verlässt er
Silent Hill und zieht sie als seine Tochter groß. Er sieht sie als Reinkarnation seiner früheren Adoptivtochter Cheryl Mason. Nach 12 Jahren findet der Orden von
Silent Hill die beiden und versucht Cheryl zu entführen, in der Vermutung, sie könne die Reinkarnation von Alessa gebären. Harry rettet sie und erschießt dabei ein Ordensmitglied. Die Tat kommt vor Gericht, wird jedoch als Notwehr gewertet. Zusammen mit Cheryl zieht er in eine Stadt in New England und ändert seine und Cheryls Identität. So kam Heather zu ihrem Namen. Außerdem färbte sie sich ihre schwarzen Haare blond.“ – Quelle:
www.wikia.com
Im Endeffekt ist Heather Mason (unsere Protagonistin), Alessa und Cheryl dieselbe Person, so wie ich es im Spiel zumindest verstanden habe. Sie ist auserwählt, Gott zu gebären, um das Jüngste Gericht in die Wege zu leiten und die Leute in
Silent Hill ins Paradies zu führen. Punkt und aus, mehr gibt es nicht. Ich habe wirklich keine Ahnung, was ich von dieser Geschichte halten soll. Mir liegt vielleicht noch
SH2 zu sehr im Gedächtnis, um das irgendwie gut bewerten zu können.
SH2 hat einen Schatten geworfen, aus dem sich kein anderer Teil mehr entziehen kann und der einfach zum Untergang bestimmt ist. Der Detektiv und Heather haben ihren Hauptsitz in einem Motel in
Silent Hill aufgeschlagen. Aus (idiotischer Natur der Videospiele) trennten wir uns und ich ging ins für
SH-Fans geliebte, aber von mir gehasste Krankenhaus. Aber zuerst durfte ich die Straßen von
Silent Hill nochmals beschreiten. Für die Leute, die nach Teil 2 einige Jahre auf Teil 3 warten mussten, war das sicher ein glücklicher Zug von den Entwicklern – genauso wie mit dem Krankenhaus. Für mich ist es aber nur eine Woche her, seit ich das letzte Mal die gruseligen Wege in der Stadt betreten habe.
Bild vom zweiten Teil, aber das gleiche Setting.
Abgesehen von der etwas besseren Grafik sah es noch genauso aus wie im zweiten Teil, was ich auch sehr sympathisch fand. Trotzdem haben sich speziell die Monster, die im Nebel lauerten, wie Fremdkörper angefühlt. In
SH2 waren es menschenähnliche Kreaturen, die als gewisse Metaphern für James’ psychische Verfassung darstellten und abgesehen davon auch total bedrohlich wirkten. Im dritten Teil liefen diese hundsähnlichen Monster herum. Das Problem ist, dass sie nicht annähernd diese schleichende Gefahr ausstrahlen wie die Viecher im zweiten Teil. Sie rennen sofort mit Vollgas auf dich zu und genehmigen keine bedrohliche Atmosphäre. Ich würde wieder den Vergleich mit
Dawn of the Dead Original und Remake ziehen. Nur diesmal hätten mir die langsamen Zombies, die in ihrer tödlichen Ruhe eine Gefahr ausstrahlten, besser gefallen als die schnellen Zombies im Remake, die sofort losliefen, wenn sie etwas Menschliches sahen. Nur waren sie beim
DotD-Remake wirklich eine Gefahr. Die Monster (Hunde) wirkten dagegen auf der offenen Straße in
Silent Hill 3 fast schon belustigend. Ich lief eine Straße hinauf und sah am unteren Bildschirmrand, wie so ein Viech mich die ganze Zeit schnappen wollte, aber dauernd daneben sprang. Bis hierhin hatte ich aber dennoch noch Spaß, der mir im Krankenhaus schnell vergehen sollte.
Claudia. Antagonist aus SH3
Kurze Beschreibung:
Ich gehe um eine Ecke, ein kriechendes Viech taucht auf, greift mich an, ich falle um. Ich stehe auf, möchte weiterlaufen, ein zweites kriechendes Viech kommt an, ich falle um. Vorbeilaufen geht jetzt nicht mehr, weil die zwei Viecher mir den Weg versperren. Also werde ich noch kräftig gefistet, bevor ich weiterkommen kann. Ich sehe eine Krankenschwester und es beginnt, wie die Hölle zu ruckeln.
Matrix wäre neidisch gewesen. Ich gehe wieder um eine Ecke, wieder ein kriechender Gegner, ich falle um. Ich besuche ein neues Stockwerk, diesmal kommen wieder ein paar Krankenschwestern, und es ruckelt wie die Hölle. Schnell aus dieser Ruckelhölle entkommen, was aber nicht geht, weil ein kriechendes Viech mich angreift und ich umfalle.
Ungelogen, ich möchte nicht übertreiben, aber das ist mir sicher 10 - 15-mal passiert. Ich habe bestimmt Dutzende Tränke verbraucht. Meine Nachbarn haben sicher auch mitbekommen, dass ich zu Hause bin, weil ich so geflucht habe wie das letzte Mal beim Endboss von
Gears of War 3 auf „wahnsinnig“. Jedes Mal, wenn eine Krankenschwester auftauchte, spielte ich nicht mehr
SH3, sondern
Matrix 4. Bis jetzt war die Collection weitgehend in Ordnung, und ich konnte die schlechten Kritiken nicht ganz nachvollziehen, aber dieser Abschnitt im Krankenhaus war der reinste Rotz. Ein an sich atmosphärischer Abschnitt wurde mir komplett zerstört. Danke, Konami, für diese Top-Portierung. Aber gut, alleine die kriechenden Gegner sind das Beschissenste, was ich seit geraumer Zeit erlebt habe.
Ninja Gaiden und unfair? Da haben die Leute noch nicht
Silent Hill 3 gespielt.
Ich hasse euch alle!
Irgendwann nach dem grauenvollen Krankenhausabschnitt, den ich übrigens in
Silent Hill 2 auch schon scheiße fand, waren wir in diesem Park, den wir schon anfangs gespielt hatten. Am besten hat mir der Abschnitt mit dem „Mördermuseum“ gefallen. Man geht von einem gestellten Mörderszenario zum nächsten, und ein Sprecher erklärt dir, wie, warum und wer diese Verbrechen verübt hatte. Am Ende mussten wir in einem langen Gang von einem roten Licht davonlaufen, das uns bei Berührung sonst getötet hätte. Im Nachhinein eine lustige Szene, weil das neue
Silent Hill: Downpour die gleiche Spielmechanik mit seinem „schwarzen Nichts“ als Kernelement beinhaltet. Für mich hat es im Endeffekt nur von
SH3 abgekupfert und wohlmöglich erweitert. Wenn also neue
Silent Hill-Spieler in
Downpour denken „Boah, fett Alter, coole Idee“, ne, sorry Jungs, das gab es schon im dritten Teil.
Ziemlich ähnlich, oder?
Im Großen und Ganzen war ich aber immer noch angefressen. Normalerweise hätte ich bei mittlerweile 3 Stunden Spielzeit abgespeichert und es beendet, aber aus Wut über dieses Spiel wollte ich es unbedingt hinter mich bringen und durchzocken. Wir kommen also zum letzten Kapitel – die Kirche.
Was kann ich dazu schreiben?
Silent Hill 3 sieht vom Artdesign ja großartig aus. Ich würde es von den Levels sogar höher als den zweiten Teil einstufen, aber das Gameplay ist sowas von altbacken. Ich hatte wieder die gleichen Probleme mit den kriechenden, aber diesmal auch mit fliegenden Gegnern. Wenn unfaires Spieldesign bedeutet, Spielern Angst einzujagen, ja, dann kack ich auf solche Spiele.
Ich gehe durch eine Tür, sehe einen fetten weißen Dingsbums am Boden liegen und schnalle natürlich, dass ich schnell vorbeilaufen muss, bevor er aufsteht. Bevor ich aber reagieren konnte, bewegte er sich schon, und ein Körperteil behinderte das Vorbeigehen. Natürlich versuchte ich noch, um ihn herumzulaufen, aber da kam noch ein zweiter dieser Art und versperrte mir komplett den Weg. Bevor ich über meine weiteren Schritte nachdenken konnte, bekam ich nur auf die Fresse. Verglichen mit Teil 2 hatte ich beim Endboss fast keine Munition und nur einen (!!!) Heiltrank zur Verfügung.
Im Krankenhaus gab es eine richtig gut gemachte Szene. In einem Raum stand ein riesiger Spiegel. Der Boden und die Wände waren mit Blut und Schmutz überzogen. Als man nichts findet und aus der Tür wieder hinausgehen möchte, ist die Tür versperrt. Auf einmal strömt aus einer Blutlache tentakelähnliches Blut und überzieht langsam den Raum und auch den eigenen Charakter. Besonders im Spiegel lässt sich dies wunderschön beobachten. Man wird natürlich panisch und möchte so schnell wie möglich aus dem Raum, kann aber nicht. Der eigene Charakter ist schon komplett rot und schwarz von dem Zeug. Erst der Blick in den Spiegel zeigt den Charakter, wie er wieder normal aussieht und sich nicht bewegt. Das war das Signal, um den Raum verlassen zu können. Geil, richtig geil gemacht. Auch in der Kirche gab es etwas Beeindruckendes. Man geht durch einen Flur und hört ein Mädchen weinen. Man weiß aber nicht, woher es kommt. Im Gang steht ein wunderschönes Gemälde, das wirklich fehl am Platz wirkt. Der Boden unter dem Bild ist die einzige Stelle, die nicht beschmutzt ist. Das Heulen des Mädchens hört nicht auf, und man sieht, wie sich blutige Fußabdrücke auf dem Boden bilden und Schritt für Schritt zum Bild führen. Als man sich das Bild dann noch mal ansieht, entsteht ein geheimer Durchgang. Das sind Erlebnisse! Dafür könnte ich
SH3 wirklich lieben! Könnte, wenn es nicht so viele Schwachstellen hätte.
Ach, war das gut.
Der Endboss war Claudia, die man im Einkaufscenter schon getroffen hatte. Sie will, dass Heather Gott gebärt, um uns ins Paradies zu führen. Aber ein Gott, der nur aus Schmerz geboren wurde, wäre kein guter Gott. Die Fanatikerin sieht das natürlich nicht ein. Heather hatte während des Spiels manchmal Bauchschmerzen, und auch diesmal bringen sie sie auf die Knie. Alles wurde natürlich durch eine Sequenz präsentiert. Man konnte dann Heather wieder steuern, und ich entschied mich, ohne lange zu überlegen (eigentlich war das Spiel kaum mit dem Laden fertig), mir meine Shotgun zu nehmen und die alte Hexe sofort zu durchlöchern – FEHLER! Wenn man das macht, ist das Spiel beendet und man beginnt von dort, wo man das letzte Mal gespeichert hat. Super … Man muss ihren Talisman, den sie von ihrem Vater geschenkt bekam, nehmen und eine Pille, die darin verschlossen war, runterschlucken. In der nächsten Szene sieht man, wie Heather ein Embryo auskotzt. Voller Entsetzen nimmt Claudia (mir ist der Name der alten Hexe wieder eingefallen!) diesen Embryo und schluckt/frisst ihn. Ich weiß nicht, aber ich musste lachen, als ich das gesehen habe. Die Japaner, ein geiles Volk. Man kämpft natürlich gegen Gott. Ja, ein hässlicher Gott mit schwarzen Haaren, der ab und zu Feuer auf einen schießt, aber ein Gott. Wie gesagt, ich hatte nur einen Heiltrank und fast keine Munition. Ich bin etwa sieben- bis achtmal gestorben, bevor ich in einem 12-minütigen Kampf diese Gottheit besiegen konnte.
Wenn Gott so ausschaut, wie schaut dann Jesus aus?
Die Endsequenz war sehr unspektakulär. Man trifft den verletzten Detektiv wieder und scherzt mit ihm. Dann sieht man ein Bild von Heather, wie sie am Grab ihres Stiefvaters hockt, und das war’s. Naja, nicht ganz, weil direkt nach dem Kampf begann Heather loszuheulen, wegen des Todes ihres Vaters, den sie bisher nicht betrauern konnte. Eigentlich eine wirklich schöne Szene, aber alles danach war einfach nur 08/15. Ich will aber langsam zum Ende kommen.
Silent Hill 3 ist für Genrefans sicherlich ein gutes Spiel. Es bietet ein aufregendes Leveldesign (Blut, Schmutz, Rost, verschiedene Locations – was will man mehr), gruslige/erschreckende Stellen, einen sehr guten Spielesound und nette Rätsel. Für mich ist es aber ein Spiel, das ich, wenn ich es heute bewerten müsste, niemandem wirklich empfehlen würde. Konami hat bei der Portierung in Teil 3 ziemlich geschlampt und mir einen Teil meines Spielerlebnisses versaut. Aber nicht nur die Technik ist der Grund, warum es mich nicht überzeugen konnte, sondern auch das Gameplay. Warum das so ist, brauche ich mittlerweile nicht mehr ausführen, aber ich empfinde es als mehr als unfair und unnötig. Die Geschichte kann einen bei der Stange halten, aber wenn man wie ich noch Teil 2 im Hinterkopf hat, dann wird man enttäuscht sein. Wenn Videospieler behaupten, Teil 2 habe die Videospielkultur geprägt und jeder solle es gezockt haben, würde ich mittlerweile, je länger ich darüber nachdenke, absolut zustimmen. Teil 2 hat natürlich auch Schwächen bzw. Dinge, die heute altbacken sind, aber eine so psychologische Tiefe, die tatsächlich Spaß macht und am Ende absolut mitnimmt, gibt es kaum ein zweites Mal. Und den mitunter besten Soundtrack (Lost Odyssey, Skyrim, Oblivion, Mass Effect und Halo würde ich noch dazu zählen), den ich in dieser Generation gehört habe.
Die
Silent Hill Collection hat sich für mich wegen Teil 2 absolut gelohnt. Wäre Teil 3 nicht dabei gewesen, wäre ich nicht weniger angetan. Teil 3 wäre aber auch ohne starke technische Defizite ein Spiel, das ich nicht gespielt haben muss. Eine nette Draufgabe – mehr nicht.
So, mein zweites Tagebuch geht zu Ende, und wie schon beim ersten Mal fand ich es sehr interessant. Abgesehen von der Grammatik und der Rechtschreibung, die bei mir sowieso nicht zu 100 % hinhaut, ist es immer wieder interessant zu überlegen, wie man so einen Bericht schreibt. Welche Informationen man noch im Hinterkopf hat oder welche man auch mitteilen möchte. Danke fürs Mitlesen. So, genug gesagt. Leute, spielt
Silent Hill 2.
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http://www.youtube.com/watch?v=_qasnp026MY[/vid]