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KT Spieletagebuch - Silent Hill HD Collection + SH2 Remake

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

indierocker schrieb:
Darum geht's auch nicht ... Es ist Dein Spieltagebuch, welches vollgestopft ist mit Deinen subjektiven Eindrücken während des Spielens. Da ist es doch ganz egal, wie andere das empfinden. Das Schöne an Deinem Bericht ist, dass man Deiner Kritik immer folgen kann, auch wenn man das Spiel selber nicht spielt und dann doch irgendwie den Eindruck hat, dass man es tatsächlich tut.

Für mich bis anhin eines der schönsten Spieltagebücher hier! Wirklich, grosses Lob, auch wenn, man möge mir verzeihen, einige Satzkonstruktionen etwas gar (Achtung, Wortspiel) gruselig sind ... :p

:lol:

Das kannn ich sehr gut verstehen. Im Nachhinein (wenn überhaupt) finde ich vieles von mir sehr gruselig. :ugly:
 
„Es war einmal ein Ungeheuer, das lebte vor den Toren eines Dorfs. Es war ein furchtbar böses Monster. Es verfolgte die Leute und zerbiss sie mit seinen großen Zähnen. Die Dorfbewohner hatten Angst vor dem Ungeheuer, und niemand traute sich an die Tore heran. Niemand konnte das Dorf verlassen. Als der König davon hörte, rief er seine Ritter zu sich. Die Ritter ritten bereitwillig hinaus, um das Ungeheuer zu besiegen. „Ha! Nimm das!“ Ihre Schwerter blitzten und ihre Speere flitzten, doch sie konnten das Ungeheuer nicht töten- Das Ungeheuer warf sich die Ritter in sein Maul, einen nach dem anderen, mitsamt den Pferden. Was sollte der König tun? Er machte sich Sorgen und regte sich auf und ging auf und ab, aber ihm fiel keine Lösung ein. Bald darauf kam die Dorfpriesterin ins Schloss. Sie war ein sehr gütiger und guter Mensch. Der König bat sie, das die Tore bewachende Ungeheuer zu besiegen.“ – Kindergeschichte aus Silent Hill 3, Kapitel 1


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Drache gegen Ritter. Gut gegen Böse.

Zwei Stunden gespielt.

Bürokomplex, Psychiatrie und Apartment

Silent Hill 3 hat es endlich geschafft. Ich habe Angst. Ja, wirklich Angst weiterzuspielen. Wie ich im vorherigen Bericht schon schrieb, war auch diesmal die Kombination aus „klappere jeden Raum ab“ und „Geräusche, die aus der Hölle kommen“, sehr intensiv. Einerseits hatte ich die ganze Zeit das Bedürfnis zu kotzen (weil ich 6 Stockwerke abklappern musste), andererseits löste diese Ungewissheit wieder ein absolutes Unbehagen in mir aus. Schrecklich war es, wie ich einen Raum unter die Lupe nahm und plötzlich einen Schrei von einer Frau hörte, die anscheinend von irgendwo herunterfiel. Wer aber letztendlich geschrien hatte und von wo es genau kam, konnte ich nicht herausfinden. Die Rätsel sind allgemein nicht wirklich schwer, aber für mich als absoluten Laien in diesem Genre teilweise haarsträubend. Bei einer Aufzugstür war ein kleiner Spalt offen. Also musste ich erst auf verschiedenen Etagen einen Wagenheber und einen Schraubenschlüssel finden. Mit Letzterem öffnete ich in einem Büro eine Schublade, fand darin ein Seil und ging wieder zu der Aufzugstür.

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Ein schönes Bild.

Mit dem Wagenheber öffnete ich die Tür und mit dem Seil kletterte ich hinunter. Das Problem ist für mich, dass ich mir etwas schwer beim Nachvollziehen dieser Dinge tue. Erst gehe ich in einen Bürokomplex, wechsle im fünften Stock (durch ein offenes Fenster) das Gebäude, nur um letzten Endes wieder alles herunterzuklettern. Auch bei dem Fahrstuhl gab es keine expliziten Hinweise, sodass es fast an reines Glück grenzte, dass ich mit der Zeit die Gegenstände dort ausprobierte. Irgendwann fand ich durch Zufall ein … Katana! Yeah, ich fühlte mich exakt wie Bruce Willis in Pulp Fiction, als er zuerst abhauen wollte, aber dann das Katana mit leuchtenden Augen und einem bösartigen Grinsen entdeckte. Vor dem Raum, in dem ich dieses Schwert fand, lauerten drei dieser Hundsviecher, wegen denen ich die ganze Zeit hetzen musste.

"Die Priesterin kam der Bitte des Königs nach und ging zu den Toren des Dorfs. Aber als das Ungeheuer sah, versuchte sie es mit Worten zu überzeugen, statt es zu töten. „Schweig still, du! Ich werde dich auffressen!“ Das Ungeheuer schenkte den Worten der Priesterin keine Beachtung. Doch sie versuchte ohne Unterlass, das Ungeheuer zum Aufgeben zu bewegen. „Es ist falsch, Menschen zu fressen, weißt du.“ Dies erzürnte das Ungeheuer dermaßen, dass es die Priesterin mit einem einzigen mächtigen Schlag tötete." - Kindergeschichte aus Silent Hill 3, Kapitel 2

Wie ein junger Gott schnetzelte ich mich durch die Massen und verlangte nach mehr. Mit jedem getöteten Feind, mit jedem Schlag, wich die Angst von mir und Heroismus nahm stattdessen den Platz ein. Dies hielt aber nicht lange. In der psychiatrischen Abteilung lernte ich eine neue Monsterart kennen. Eigentlich sahen sie wie die anderen Viecher in Silent Hill 3 aus, außer dass sie am Boden schnell wie ein Blitz krochen. Ich musste lernen, dass diese Gegnerart einfach extrem unfair ist. Sie bewegen sich schneller als diese Hundsviecher, und im Nahkampf schlägt man oftmals über sie ins Leere. Besonders grandios war es wieder einmal, als ich einen Flur betrat und sofort, ohne eine Chance zu haben, von diesen Monstern angegriffen wurde. Dies passierte sogar öfter. Dafür würde ich jeden einzelnen Entwickler am liebsten schlagen. Man könnte auch sagen, ich habe die volle Silent Hill-Spielmechanik und Einzigartigkeit erlebt. Das Design in seinem klebrigen, dreckigen Look und der Spielesound sind grandios (der Sound ist richtig gut, auch wenn es nicht den genialen Soundtrack vom zweiten Teil hat), das Gameplay dafür kacke und frustrierend. Erwähnenswert fand ich eine Szene, als ich einen Heiltrank von einem Bett in einem Krankenabteil nehmen wollte und überraschend so ein kriechendes Viech unter dem Bett hervorkam. Ein bisschen Lulu kam da sicher mit …

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Der Detektiv...

Die Geschichte, die ich mir während des Spielens mitgeschrieben habe (im Netz habe ich nichts gefunden), hatte im Endeffekt einen gewissen Bezug zum eigentlichen Spielverlauf. Ein Monster versperrte im ersten Stockwerk den Ausgang. Das Design fand ich zu meiner Überraschung richtig bedrohlich und damit auch gut. Als Heather Mason (die Hauptprotagonistin) eine Zeile vom letzten Kapitel der Geschichte vorlas, verschwand unerklärlicherweise dieses Monster und zeigt, dass jede Geschichte ein Körnchen Wahrheit in sich trägt. Die Story, warum dies alles eigentlich passiert, nahm währenddessen langsam Fahrt auf. Im Apartment (man lief durch leere Straßen, die an SH2 erinnerten) angekommen, musste man mit Entsetzen feststellen (Achtung Spoiler!), dass ihr Vater getötet wurde. Mit Wut und Trauer im Geiste folgten wir einer Blutspur, die uns auf das Dach führte. Oben angekommen, trafen wir eine mysteriöse Frau (die wir im Kaufhaus schon kurz getroffen haben), die meinte, dass sie ihren Vater umgebracht hatte, weil er sie (Heather) vor 17 Jahren aus Silent Hill mitnahm. Es folgte ein Bosskampf – nicht gegen sie, sondern gegen ein komisches Viech mit Rasierklingen statt Armen, das sich sehr schnell bewegen konnte.

Wie es schon zu erahnen war, versuchten die Entwickler wirklich mehr Abwechslung in die Bosskämpfe reinzubringen, die in SH2 völlig fehlte. Aber so einen beschissenen Endkampf habe ich selten erlebt. Durch die Mischung aus der schlechten Kamera und miesen Steuerung war es geradezu eine Verarsche seitens der Entwickler, einen Endgegner zu kreieren, der sich fast schneller bewegt, als man folgen kann. Gott sei Dank hatte ich genug Items und Munition. Deswegen konnte ich den Kampf relativ schnell zu Ende bringen. Im weiteren Spielverlauf trafen wir diesen komischen Detektiv wieder, der uns sofort seine Hilfe anbot. Heather und er nahmen im Schlafzimmer Abschied von ihrem (toten) Vater und machten sich bereit, dorthin zu fahren, wo alles seinen Ursprung zu scheinen hat -> Silent Hill.

Bis jetzt war es wieder extrem gruselig und auch irgendwie aufregend. Die Angst nahm kurze Zeit wirklich stark zu. Dafür offenbarten sich mir wieder eklatante Design-/Gameplayschwächen. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass ich nach SH3 kein SH-Spiel mehr spielen werde. Zumindest nicht mehr alleine. Es ist zwar ein extrem atmosphärisches Genre, wie es fast kein anderes gibt, aber das Gameplay und auch die nervliche Belastung (positiv wie negativ) sind mir zu viel. Aja, die Übersetzung ist wirklich teilweise grandios! Ein „I will kill you, bitch“ wird übersetzt mit „Das wirst du mir büßen“.

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Geh mir aus dem Weg!

"Der König und sein Volk weinten bittere Tränen über den Tod der gütigen Priesterin. Gott erbarmte sich ihrer. Er erfüllte ihren Wunsch und heilte die Priesterin. Die Priesterin öffnete ihre Augen, genauso wie sie es an jedem Morgen in ihrem Leben getan hatte. Dann ging sie noch einmal zur Höhle des Ungeheuers. „Närrin“ Willst du noch einmal sterben?“ „Nein. Dieses Mal bist du dran.“ Die Priesterin war gekommen, um das Ungeheuer ein für allemal zu besiegen. Da die Priesterin sehr, sehr gütig war, machte sie ihre Aufgabe traurig. Aber es musste getan werden. „Mit Schwertern und Speeren kommst du mir nicht bei. Pfeile und Kugel prallen ab. Du kannst mich nicht töten,“ lachte das Ungeheuer. Aber die Priesterin nahm weder Schwert noch Speer. Sie sang nur einen Zauberspruch. „TU FUI, EGO ERIS.“ Wisst ihr, was dann geschah? Das Ungeheuer brüllte laut, dann starb es und verschwand! Da konnten die Dorfbewohner wieder ihre Tore öffnen. Alle überschüttet die Priesterin mit Dank, und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute." - Kindergeschichte aus Silent Hill 3, Kapitel 3
 
Zuletzt bearbeitet:
Letzteres, wobei ich jetzt doch weiterzocke. :grins: Am Abend habe ich nicht so viel Zeit und bei uns ist das Wetter gerade sehr trüb -> optimal um Silent Hill zu spielen.
Ich kann aber jetzt schon sagen, dass sie bei der Portierung extrem geschlampt haben.
 
Wie gesagt, ich spiele es jetzt schon. Natürlich ist mein Wohnzimmer abgedunkelt :deal:
Für mehr Spannung und Aufregung, liegt sogar meine furzende Katze neben mir :ugly:
 
Fanmake schrieb:
Schrecklich war es, wie ich einen Raum unter die Lupe nahm und plötzlich einen Schrei von einer Frau hörte,

Oh ja, an der Stelle ging bei mir richtig die Düse. Ähnlich wie in einem der Toilettenräume im Gefängnis aus SH2.

Bin gerade nach Silent Hill gekommen und freue mich richtig wieder durch die Straßen aus Silent Hill 2 zu laufen. Bin gespannt wie sich jetzt die Story noch so weiterentwickelt
 
Ich hab übrigens gar kein Interesse an den Spielen, aber dein Spieltagebuch lese ich sehr gerne und wünsche mir, dass noch mehr Leute deinem Vorbild folgen!
 
5 bis 6 Stunden gespielt.

Silent Hill, Krankenhaus, Vergnügungspark und Kirche

Ich finde Silent Hill 2 super

Die Straßen ohne Licht beleckt, die Dunkelheit streckt ihre Finger nach mir aus. Im Verborgenen bewegen sich Schatten, die mehr sein müssen als bloße Ratten. Ich höre im Nichts ein Radio rauschen und kann furchtbar klingende Schritte lauschen. Eine Mistgestalt vom Teufel befleckt, wartet in der Dunkelheit nicht mehr ganz versteckt. Mein Herz beginnt zu schlagen, ich höre die Raben meinen Namen sagen. Der Tod ist mir gewiss, doch Silent Hill 3 war der reinste Beschiss. Fehler, die mir die Atmosphäre versaut haben, gehören zu Konami, dem Sauladen. Jetzt lasse ich es mit dem Reimen und beginne meinen Bericht zu schreiben.

Wir fuhren mit dem Detektiv nach Silent Hill. Die Autofahrt wurde mit einer netten Sequenz präsentiert, in der die Geschichte um Heather und auch ihren Vater erklärt wurde. Was ich nicht wusste, ist, dass sie die Stieftochter vom Hauptcharakter aus Teil 1 ist. Das dürfte für viele Silent Hill 1-Fans ein absolut überraschendes Erlebnis gewesen sein, als man Harry Mason (ihren Papa und Hauptcharakter aus dem ersten Silent Hill) tot im Apartment wiedergefunden hat. Hier sieht man, warum man solche Dinge normalerweise chronologisch angehen sollte. Hätte ich damals den ersten Teil gespielt und wohlmöglich gemocht, wäre meine Kinnlade wegen Teil 3 durch den Boden gebrochen. Aber so ist es nur ein Typ, den ich nicht kannte und mir auch egal ist.

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Harry Mason, ihr Papa.

Heather Mason ist … wie soll ich das erklären? Ich blicke selbst nicht ganz durch. Deswegen zitiere ich:

„Am Ende von Harry Masons Abenteuer in Silent Hill übergibt ihm die sterbende Alessa Gillespie ihr Baby. Zusammen mit dem Baby verlässt er Silent Hill und zieht sie als seine Tochter groß. Er sieht sie als Reinkarnation seiner früheren Adoptivtochter Cheryl Mason. Nach 12 Jahren findet der Orden von Silent Hill die beiden und versucht Cheryl zu entführen, in der Vermutung, sie könne die Reinkarnation von Alessa gebären. Harry rettet sie und erschießt dabei ein Ordensmitglied. Die Tat kommt vor Gericht, wird jedoch als Notwehr gewertet. Zusammen mit Cheryl zieht er in eine Stadt in New England und ändert seine und Cheryls Identität. So kam Heather zu ihrem Namen. Außerdem färbte sie sich ihre schwarzen Haare blond.“ – Quelle: www.wikia.com

Im Endeffekt ist Heather Mason (unsere Protagonistin), Alessa und Cheryl dieselbe Person, so wie ich es im Spiel zumindest verstanden habe. Sie ist auserwählt, Gott zu gebären, um das Jüngste Gericht in die Wege zu leiten und die Leute in Silent Hill ins Paradies zu führen. Punkt und aus, mehr gibt es nicht. Ich habe wirklich keine Ahnung, was ich von dieser Geschichte halten soll. Mir liegt vielleicht noch SH2 zu sehr im Gedächtnis, um das irgendwie gut bewerten zu können. SH2 hat einen Schatten geworfen, aus dem sich kein anderer Teil mehr entziehen kann und der einfach zum Untergang bestimmt ist. Der Detektiv und Heather haben ihren Hauptsitz in einem Motel in Silent Hill aufgeschlagen. Aus (idiotischer Natur der Videospiele) trennten wir uns und ich ging ins für SH-Fans geliebte, aber von mir gehasste Krankenhaus. Aber zuerst durfte ich die Straßen von Silent Hill nochmals beschreiten. Für die Leute, die nach Teil 2 einige Jahre auf Teil 3 warten mussten, war das sicher ein glücklicher Zug von den Entwicklern – genauso wie mit dem Krankenhaus. Für mich ist es aber nur eine Woche her, seit ich das letzte Mal die gruseligen Wege in der Stadt betreten habe.

Bild vom zweiten Teil, aber das gleiche Setting.


Abgesehen von der etwas besseren Grafik sah es noch genauso aus wie im zweiten Teil, was ich auch sehr sympathisch fand. Trotzdem haben sich speziell die Monster, die im Nebel lauerten, wie Fremdkörper angefühlt. In SH2 waren es menschenähnliche Kreaturen, die als gewisse Metaphern für James’ psychische Verfassung darstellten und abgesehen davon auch total bedrohlich wirkten. Im dritten Teil liefen diese hundsähnlichen Monster herum. Das Problem ist, dass sie nicht annähernd diese schleichende Gefahr ausstrahlen wie die Viecher im zweiten Teil. Sie rennen sofort mit Vollgas auf dich zu und genehmigen keine bedrohliche Atmosphäre. Ich würde wieder den Vergleich mit Dawn of the Dead Original und Remake ziehen. Nur diesmal hätten mir die langsamen Zombies, die in ihrer tödlichen Ruhe eine Gefahr ausstrahlten, besser gefallen als die schnellen Zombies im Remake, die sofort losliefen, wenn sie etwas Menschliches sahen. Nur waren sie beim DotD-Remake wirklich eine Gefahr. Die Monster (Hunde) wirkten dagegen auf der offenen Straße in Silent Hill 3 fast schon belustigend. Ich lief eine Straße hinauf und sah am unteren Bildschirmrand, wie so ein Viech mich die ganze Zeit schnappen wollte, aber dauernd daneben sprang. Bis hierhin hatte ich aber dennoch noch Spaß, der mir im Krankenhaus schnell vergehen sollte.

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Claudia. Antagonist aus SH3

Kurze Beschreibung:

Ich gehe um eine Ecke, ein kriechendes Viech taucht auf, greift mich an, ich falle um. Ich stehe auf, möchte weiterlaufen, ein zweites kriechendes Viech kommt an, ich falle um. Vorbeilaufen geht jetzt nicht mehr, weil die zwei Viecher mir den Weg versperren. Also werde ich noch kräftig gefistet, bevor ich weiterkommen kann. Ich sehe eine Krankenschwester und es beginnt, wie die Hölle zu ruckeln. Matrix wäre neidisch gewesen. Ich gehe wieder um eine Ecke, wieder ein kriechender Gegner, ich falle um. Ich besuche ein neues Stockwerk, diesmal kommen wieder ein paar Krankenschwestern, und es ruckelt wie die Hölle. Schnell aus dieser Ruckelhölle entkommen, was aber nicht geht, weil ein kriechendes Viech mich angreift und ich umfalle.

Ungelogen, ich möchte nicht übertreiben, aber das ist mir sicher 10 - 15-mal passiert. Ich habe bestimmt Dutzende Tränke verbraucht. Meine Nachbarn haben sicher auch mitbekommen, dass ich zu Hause bin, weil ich so geflucht habe wie das letzte Mal beim Endboss von Gears of War 3 auf „wahnsinnig“. Jedes Mal, wenn eine Krankenschwester auftauchte, spielte ich nicht mehr SH3, sondern Matrix 4. Bis jetzt war die Collection weitgehend in Ordnung, und ich konnte die schlechten Kritiken nicht ganz nachvollziehen, aber dieser Abschnitt im Krankenhaus war der reinste Rotz. Ein an sich atmosphärischer Abschnitt wurde mir komplett zerstört. Danke, Konami, für diese Top-Portierung. Aber gut, alleine die kriechenden Gegner sind das Beschissenste, was ich seit geraumer Zeit erlebt habe. Ninja Gaiden und unfair? Da haben die Leute noch nicht Silent Hill 3 gespielt.

Ich hasse euch alle!
Irgendwann nach dem grauenvollen Krankenhausabschnitt, den ich übrigens in Silent Hill 2 auch schon scheiße fand, waren wir in diesem Park, den wir schon anfangs gespielt hatten. Am besten hat mir der Abschnitt mit dem „Mördermuseum“ gefallen. Man geht von einem gestellten Mörderszenario zum nächsten, und ein Sprecher erklärt dir, wie, warum und wer diese Verbrechen verübt hatte. Am Ende mussten wir in einem langen Gang von einem roten Licht davonlaufen, das uns bei Berührung sonst getötet hätte. Im Nachhinein eine lustige Szene, weil das neue Silent Hill: Downpour die gleiche Spielmechanik mit seinem „schwarzen Nichts“ als Kernelement beinhaltet. Für mich hat es im Endeffekt nur von SH3 abgekupfert und wohlmöglich erweitert. Wenn also neue Silent Hill-Spieler in Downpour denken „Boah, fett Alter, coole Idee“, ne, sorry Jungs, das gab es schon im dritten Teil.

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Ziemlich ähnlich, oder?

Im Großen und Ganzen war ich aber immer noch angefressen. Normalerweise hätte ich bei mittlerweile 3 Stunden Spielzeit abgespeichert und es beendet, aber aus Wut über dieses Spiel wollte ich es unbedingt hinter mich bringen und durchzocken. Wir kommen also zum letzten Kapitel – die Kirche.

Was kann ich dazu schreiben? Silent Hill 3 sieht vom Artdesign ja großartig aus. Ich würde es von den Levels sogar höher als den zweiten Teil einstufen, aber das Gameplay ist sowas von altbacken. Ich hatte wieder die gleichen Probleme mit den kriechenden, aber diesmal auch mit fliegenden Gegnern. Wenn unfaires Spieldesign bedeutet, Spielern Angst einzujagen, ja, dann kack ich auf solche Spiele.

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Ich gehe durch eine Tür, sehe einen fetten weißen Dingsbums am Boden liegen und schnalle natürlich, dass ich schnell vorbeilaufen muss, bevor er aufsteht. Bevor ich aber reagieren konnte, bewegte er sich schon, und ein Körperteil behinderte das Vorbeigehen. Natürlich versuchte ich noch, um ihn herumzulaufen, aber da kam noch ein zweiter dieser Art und versperrte mir komplett den Weg. Bevor ich über meine weiteren Schritte nachdenken konnte, bekam ich nur auf die Fresse. Verglichen mit Teil 2 hatte ich beim Endboss fast keine Munition und nur einen (!!!) Heiltrank zur Verfügung.

Im Krankenhaus gab es eine richtig gut gemachte Szene. In einem Raum stand ein riesiger Spiegel. Der Boden und die Wände waren mit Blut und Schmutz überzogen. Als man nichts findet und aus der Tür wieder hinausgehen möchte, ist die Tür versperrt. Auf einmal strömt aus einer Blutlache tentakelähnliches Blut und überzieht langsam den Raum und auch den eigenen Charakter. Besonders im Spiegel lässt sich dies wunderschön beobachten. Man wird natürlich panisch und möchte so schnell wie möglich aus dem Raum, kann aber nicht. Der eigene Charakter ist schon komplett rot und schwarz von dem Zeug. Erst der Blick in den Spiegel zeigt den Charakter, wie er wieder normal aussieht und sich nicht bewegt. Das war das Signal, um den Raum verlassen zu können. Geil, richtig geil gemacht. Auch in der Kirche gab es etwas Beeindruckendes. Man geht durch einen Flur und hört ein Mädchen weinen. Man weiß aber nicht, woher es kommt. Im Gang steht ein wunderschönes Gemälde, das wirklich fehl am Platz wirkt. Der Boden unter dem Bild ist die einzige Stelle, die nicht beschmutzt ist. Das Heulen des Mädchens hört nicht auf, und man sieht, wie sich blutige Fußabdrücke auf dem Boden bilden und Schritt für Schritt zum Bild führen. Als man sich das Bild dann noch mal ansieht, entsteht ein geheimer Durchgang. Das sind Erlebnisse! Dafür könnte ich SH3 wirklich lieben! Könnte, wenn es nicht so viele Schwachstellen hätte.

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Ach, war das gut.

Der Endboss war Claudia, die man im Einkaufscenter schon getroffen hatte. Sie will, dass Heather Gott gebärt, um uns ins Paradies zu führen. Aber ein Gott, der nur aus Schmerz geboren wurde, wäre kein guter Gott. Die Fanatikerin sieht das natürlich nicht ein. Heather hatte während des Spiels manchmal Bauchschmerzen, und auch diesmal bringen sie sie auf die Knie. Alles wurde natürlich durch eine Sequenz präsentiert. Man konnte dann Heather wieder steuern, und ich entschied mich, ohne lange zu überlegen (eigentlich war das Spiel kaum mit dem Laden fertig), mir meine Shotgun zu nehmen und die alte Hexe sofort zu durchlöchern – FEHLER! Wenn man das macht, ist das Spiel beendet und man beginnt von dort, wo man das letzte Mal gespeichert hat. Super … Man muss ihren Talisman, den sie von ihrem Vater geschenkt bekam, nehmen und eine Pille, die darin verschlossen war, runterschlucken. In der nächsten Szene sieht man, wie Heather ein Embryo auskotzt. Voller Entsetzen nimmt Claudia (mir ist der Name der alten Hexe wieder eingefallen!) diesen Embryo und schluckt/frisst ihn. Ich weiß nicht, aber ich musste lachen, als ich das gesehen habe. Die Japaner, ein geiles Volk. Man kämpft natürlich gegen Gott. Ja, ein hässlicher Gott mit schwarzen Haaren, der ab und zu Feuer auf einen schießt, aber ein Gott. Wie gesagt, ich hatte nur einen Heiltrank und fast keine Munition. Ich bin etwa sieben- bis achtmal gestorben, bevor ich in einem 12-minütigen Kampf diese Gottheit besiegen konnte.

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Wenn Gott so ausschaut, wie schaut dann Jesus aus?

Die Endsequenz war sehr unspektakulär. Man trifft den verletzten Detektiv wieder und scherzt mit ihm. Dann sieht man ein Bild von Heather, wie sie am Grab ihres Stiefvaters hockt, und das war’s. Naja, nicht ganz, weil direkt nach dem Kampf begann Heather loszuheulen, wegen des Todes ihres Vaters, den sie bisher nicht betrauern konnte. Eigentlich eine wirklich schöne Szene, aber alles danach war einfach nur 08/15. Ich will aber langsam zum Ende kommen.

Silent Hill 3 ist für Genrefans sicherlich ein gutes Spiel. Es bietet ein aufregendes Leveldesign (Blut, Schmutz, Rost, verschiedene Locations – was will man mehr), gruslige/erschreckende Stellen, einen sehr guten Spielesound und nette Rätsel. Für mich ist es aber ein Spiel, das ich, wenn ich es heute bewerten müsste, niemandem wirklich empfehlen würde. Konami hat bei der Portierung in Teil 3 ziemlich geschlampt und mir einen Teil meines Spielerlebnisses versaut. Aber nicht nur die Technik ist der Grund, warum es mich nicht überzeugen konnte, sondern auch das Gameplay. Warum das so ist, brauche ich mittlerweile nicht mehr ausführen, aber ich empfinde es als mehr als unfair und unnötig. Die Geschichte kann einen bei der Stange halten, aber wenn man wie ich noch Teil 2 im Hinterkopf hat, dann wird man enttäuscht sein. Wenn Videospieler behaupten, Teil 2 habe die Videospielkultur geprägt und jeder solle es gezockt haben, würde ich mittlerweile, je länger ich darüber nachdenke, absolut zustimmen. Teil 2 hat natürlich auch Schwächen bzw. Dinge, die heute altbacken sind, aber eine so psychologische Tiefe, die tatsächlich Spaß macht und am Ende absolut mitnimmt, gibt es kaum ein zweites Mal. Und den mitunter besten Soundtrack (Lost Odyssey, Skyrim, Oblivion, Mass Effect und Halo würde ich noch dazu zählen), den ich in dieser Generation gehört habe.

Die Silent Hill Collection hat sich für mich wegen Teil 2 absolut gelohnt. Wäre Teil 3 nicht dabei gewesen, wäre ich nicht weniger angetan. Teil 3 wäre aber auch ohne starke technische Defizite ein Spiel, das ich nicht gespielt haben muss. Eine nette Draufgabe – mehr nicht.

So, mein zweites Tagebuch geht zu Ende, und wie schon beim ersten Mal fand ich es sehr interessant. Abgesehen von der Grammatik und der Rechtschreibung, die bei mir sowieso nicht zu 100 % hinhaut, ist es immer wieder interessant zu überlegen, wie man so einen Bericht schreibt. Welche Informationen man noch im Hinterkopf hat oder welche man auch mitteilen möchte. Danke fürs Mitlesen. So, genug gesagt. Leute, spielt Silent Hill 2.

[vid]http://www.youtube.com/watch?v=_qasnp026MY[/vid]
 
Zuletzt bearbeitet:
Und schon ist es wieder vorbei!

Beim Spiegel-Raum habe ich mir damals in die Hose geschissen! Ungelogen! :schreck:
Hatte das spätabends gezockt, meine Schwester war dabei. Uns standen beide die Haare zu Berge. Als sie dann ging, konnte ich nicht mehr allein weiterspielen ...
 
Ja, war auch eine extrem geile Szene. Wenn man aber Pech hat, rennt man an diesem Raum vorbei und wird diese Szene nie erleben. Eigentlich genial eingebaut von den Entwicklern, wenn man bedenkt, dass man eigentlich am Fliehen ist (der Gang ist voller Gegner) und schnell einen Raum nach dem anderen abgklappert. Wenn man von Anfang an wüsste, das man mit dem Aufzug fahren muss, dann hätte dieser Raum keine Bedeutung.
 
Danke für das tolle Tagebuch, Fanmake! Mit Begeisterung habe ich hier mitgelesen und mich jedes Mal gefreut, wenn Du weiter gespielt hast. Ich hab' Dir leider schon eine Positive gegeben, ansonsten wäre sie spätestens jetzt fällig!

Bleibt zu hoffen, dass Du beim nächsten Game wieder eines verfasst und auch auf die Gefahr hin mich zu wiederholen; ich hatte wirklich das Gefühl, Silent Hill mit Dir zusammen gespielt zu haben.

Top!

:huldig:
 
Bin durch und finds' absolut genial und faszinierend. Im Großen und Ganzen war zwar SH2 besser, als SH3, aber bin dennoch mehr als zufrieden und froh darüber mir die Collection geholt zu haben. Werde mir wohl auch noch SH1 und Downpour zulegen.

Besonders die letzten 3 Stunden in SH3 waren einfach nur purer Terror und Anspannung bis zum geht nicht mehr. Bin gerade echt noch ziemlich geflasht
 
Fanmake schrieb:
@indirocker

Danke :bier:

@Gears2extrem

Hat das Spiel bei den Krankenschwestern auch so stark geruckelt? Alleine die Soundaussetzer waren extrem fies :staun:

Geruckelt hat's kaum bis gar nicht. Soundaussetzer gabs allerdings, meistens nur im Kampf, aber da ich in SH extrem selten in den Kampf gehe, hat's mich nicht weiter gestört. Nach den Krankenhaus lief wieder alles top
 
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