Ehrlich gesagt finde ich diesen Weg, den Zimtzicke oder Frequenzer vorschlagen auch furchtbar. Das ist ja quasi der öffentlich legitimierte. Nach dem Motto: Wenn Bildschirm, dann bitte pädagogisch wertvoll. Das Kind hat gefällgst dabei in erster Linie etwas zu lernen. Und wenn das Kind lieb war, dann darf es auch mal das ipad in die Hand nehmen.
Dieser Geist zieht sich ja durch die gesamte Kindheit, heutzutage. Insbesondere bei Kleinkindern! Alles muss irgendwie einen Mehrwert haben. Reine Unterhaltung für Kinder, wie man sie selbst früher stundenlang in sich reingefressen hat? Oh my god!
Anderseits finde ich es auch nicht cool, ein Kleinkind gezielt an Videospiele heranzuführen und es systematisch zum Zockpartner heranzuziehen. Ich weiß jetzt nicht genau, ob du das vorhattest. Aber beispielsweise der Herr Voigt, Ex-Mitarbeiter von AreaGames hat sowas ja in seinen Podcasts öfter mal erzählt. Da kam es mir zumindest so vor.
Für mich war der Ansatz immer so, dass meine Kinder damit natürlich aufwachsen sollen und es als eine von vielen Optionen ansehen. Mein Sohn hat mir z.B. glaub ich mit vier liebend gern dabei zugeschaut, wenn ich Windwaker gezockt habe. Wir haben das quasi zusammen durchgespielt, über einen längeren Zeitraum und das war für uns beide ein schönes Erlebnis. Für ihn war das wie ein interaktiver Film und das ist eben das tolle an den Spielen. Es gibt diese aktive Ebene, die Kinder natürlich reizt. Papa mach mal hier, nein, geh lieber nicht da rein. Warum hast du das nicht gemacht? Hier, willst du mal selber lenken? NEEEEEEIN!
So ging das mit einigen Games bei uns ab. Insbesondere die Zelda-Reihe hatte es ihm angetan.
Heute, mit sechs, spielt er liebend gerne Mario-Kart. Das hat er sich selbst quasi ausgesucht. Es ist auch das einzige Game, das er selbst steuern mag. Trotzdem geht er mir jetzt nicht jeden Tag damit auf den Keks, dass er es spielen will. Meine Strategie ist bis dato aufgegangen. Für ihn ist es eine ganze natürliche Option von vielen.
Ich finde auch dieses Abzirkeln von Zeiten nicht besonders sinnvoll. Klar sollte kein Kind 2-3 Stunden am Tag vor dem TV sitzen, aber ich will nicht irgendwann nur noch um halbe Stunden rumfeilschen müssen. Die Kinder müssen irgendwann mal selbständig werden, mit ihrem Medienkonsum. Ich will den TV nicht hüten, wie einen geheimnisvollen, aber irgendwie gefährlichen Schatz. Ich denke, damit mache ich ihn für sie nur noch interessanter. Ich kann das gut an meinem Kleinen (3 Jahre) beobachten. Der sieht natürlich heute schon ganz andere Dinge, als sein großer Bruder in dem Alter gesehen hat. Das lässt sich natürlich schlecht trennen. Der entwickelte aber von Anfang an eine tolle Selbstständigkeit damit. Wenn der keine Lust auf ne Sendung hat, dann wendet der sich einfach davon ab, geht in sein Zimmer und spielt irgendwas. Genau so wünsche ich mir das!