Cannibalpinhead
RETRO CRYPTKEEPER
Story:
Der junge Ark lebt in einem Dorf in der Unterwelt im Haus des Weisen. Dort gibt es eine verschlossene Tür die nie geöffnet werden soll. Natürlich tut der neugierige Ark genau dies und löst damit Ereignis aus die ihn durch die Unterwelt, die Oberwelt incl. aller Kontinente und Zeitepochen führt...
Gameplay:
Ark steuert man Genretypisch aus der Vogelperskeptive und die Kämpfe werden in Echtzeit ausgetragen. Es gibt viele Dialoge zu führen in denen man ab und an sogar zwischen 2 Möglichkeiten auswählen darf. Neben der Hauptquest gibt es unzählige Nebenquest zu erfüllen. Hier und da gibt es recht einfach Rätsel zu lösen.
Technik:
Dass Terranigma gegen Ende der SNES-Äre erscheint sieht man ihm an. Die Grafik ist durchgehend schön gezeichnet und glänzt mit vielen Mode 7 3D-Effkten. Diese wurden aber nicht überzogen, sondern sinnvoll z.B. für die Übersichtkarte eingesetzt. Das einzige was man Terranigma negativ anrechnen könnte, ist dass viele Levelabschnitte sich äußerst ähneln. Gerade in Höhlen oder Waldabschnitten sieht alles identisch aus... Da hätte man etwas mehr Abwechslung rein bringen können. Die grafische Spitze wird mit einem der letzen Abschnitte erreicht. Die Sequenzen auf dem Luftschiff schauen fantastisch aus.
Die Musikqualität schwankt zwischen absolut genialen Ohrwürmern und lieblosen langweiligen Gedudel. Ich habe mich dabei ertappt wie ich nach dem Spielen manche Stücke noch lang vor mich hergepfiffen habe. Das schaffen nicht viele Spiele. Aber wie gesagt, manche Abschnitte waren diesbezüglich auch langweilig und mit der Zeit nervig.
FAZIT:
Mal Zelda ausgenommen war Terranigma mein erstes RPG (oder Action-Adventure) auf dem SNES. Und es hat gemischte Gefühle in mir hinterlassen. Die ersten Stunden des Spiels gestalteten sich dermaßen Linear und ohne jeglicher Dialoge dass ich fast schon das Spielen abgebrochen habe. Erst nach ca. 3 Stunden kommt langsam Leben in das Spiel (im wahrsten Sinne des Wortes
Die Spielmechanik hat mich nicht sehr überzeugt. Das Kampfsystem ist äußerst simpel. Es gibt im Grunde nur 3 Möglichkeiten anzugreifen. Der normale Schlag, der Schlag aus dem Rennen und der Schlag aus dem Sprung. Davon nutzt man zu 90% nur den Renn-Schlag. Der Sprungschlag ist nur für einen Gegner wirklich nötig. Von daher gestalten sich die Kämpfe äußerst monoton und auf Dauer langweilig.
Das Magiesystem ist quasi sinnfrei. Es gibt keine Manapunkte sondern man findet Kristalle die man gegen einmalig einsetzbare Zaubersprüche umtauschen kann. Da findet man einzelne Angrifszauber bis hin zu Massenvernichtungswaffen (kein Witz!). Auch Heilzauber kann man anwenden. Soweit so gut... leider ist es recht umständlich diese Zauber zu wirken und vor allem ist es nicht nötig. Im kompletten Spiel ist es nie notwendig diese zu benutzen. Der Held ist auch so stark genug. Von daher habe ich sie auch komplett ignoriert.
Die Story ist im Grunde recht interessant und auch außergewöhnlich... allerdings wird sie tw. recht wirr erzählt und lässt den Spieler oft ratlos zurück. Ein großer Teil der Spielzeit habe ich damit verbracht sinnlos durch die Gegend zu irren weil ich nicht wusste was ich jetzt genau machen muss bzw. wohin ich muss um die Story voranzubringen. Evtl. wurde deshalb das Spiel mit einer Komplettlösung verkauft. Diese stand mir allerdings nicht zur Verfügung.
Alles zusammen ist Terranigma kein schlechtes Spiel, allerdings habe ich mir durch die ganzen Lobgesänge deutlich mehr erhofft. Trotzdem wurde ich 15 Stunden gut unterhalten und ich bereue es nicht es gespielt zu haben. Nochmals werde ich allerdings wohl nicht in die Welt von Terranigma zurückkehren. Es gäbe zwar noch einiges mehr zu endecken... aber das gibt es in den anderen vielen SNES-Action-RGPs auch...


