Ich liebe Remakes. Nicht von Filmen, von Spielen. Filme und Musik lässt sich fast immer besorgen, auch Jahrzehnte nach Erscheinen. Egal, ob es nun ein Klassiker wie Der Pate ist (Satte 37 Jahre alt!) oder ein eher unbekannter Film. Kommt alle zehn Jahre ein neues Medium, so wird der Film auf dieses gespielt und ist weiterhin verfügbar. Michael Jacksons Thriller ist auch schon 27 Jahre alt, liegt aber in aller Regel in den Plattenläden aus als wäre es gestern erschienen. Nicht so Videospiele. Videospiele werden nicht zu Klassikern, sie werden alt. Sie werden obsolet. Filme bleiben gleich, trotz moderner CGI Technologie (die nicht mal jedem gefällt) hat sich das Farbfernsehen, die Schauspielkunst, Regie und Kamera niemals so weiter entwickelt, dass klassische Filme irgendwann als "unschaubar" galten angesichts moderner Filme. Neue Technik, neue, inkompatible Systeme machen hingegen die alten Spiele überflüssig. Pixelige Männchen und Sprites werden durch Polygone und HighDefinition ersetzt. Dies gilt jedoch nicht nur für vergangene Konsolengenerationen. Versuche, ein Spiel zu kaufen, welches ein Jahr oder älter ist, scheitern in aller Regel. Maximal gebraucht kann ein solches Spiel noch erworben werden. Selbst für aktuelle Geräte verschwinden Games in Rekordzeit vom Markt, Spiele vergangener Generationen könnten genauso gut nie existiert haben. Das ist angesichts vieler, guter Spiele sehr schade. Anstatt des Shooter-einerleis, der die Regale aktuell überschwemmt, wären ein paar modernisierte Versionen älterer Spiele durchaus willkommen. Wie genial ein richtiges Remake sein kann, hat Capcom mit dem Ur-Resident Evil bewiesen. Auch das Remake des ersten Tomb Raider erfreute sowohl Fans als auch Neulinge, die so zum ersten Mal in den Genuss des Spiels kamen. Natürlich darf es nie so weit kommen, dass Entwickler ihre alten Schinken rauskramen, alle fünf Jahre hochskalieren und für Vollpreis neu auf den Markt werfen. Aber so viele Spiele haben es einfach verdient, neu veröffentlicht zu werden anstatt in Vergessenheit zu geraten. Die Liste dieser Games ist ewig lang(Wing Commander III und Final Fantasy VII stehen da auf meiner persönlichen auf den Plätzen 1 und 2... in dieser Reihenfolge.).
Als jemand, der Escape from Butcher Bay niemals gespielt, aber nur immer das Allerbeste davon gehört hat (ähnlich wie Golden Eye 64), begrüße ich also das Remake/Sequel Package, das The Chronicles of Riddick: Assault on Dark Athena darstellt. Dass ich Vin Diesel durchaus mag und Pitch Black für einen genialen Film halte, kann auch nicht schaden. Und so schlecht war der Nachfolger auch nicht. Immerhin haben Eomer und M mitgespielt.
Blaue Pille oder rote Pille?
Nach dem Starten bietet das Spiel die Wahl zwischen den beiden Szenarien Escape from Butcher Bay und Assault on Dark Athena. Da es nur einen Autosaveslot gibt, ist die Entscheidung auch endgültig, man kann also nicht zwei Kampagnen parallel spielen oder mal kurz in eine reinschnuppern. Ich nehme zuerst EFBB. Johns liefert Riddick im Hochsicherheitsgefängnis Butcher Bay ab und Richard B. muss zusehen, wie er von dort möglichst schnell wieder weg kommt. Klingt simpel genug, aber in der Praxis erweist sich dieses Unterfangen als recht langwierig. Ihr spielt das Spiel aus der FirstPersonView und obwohl ihr irgendwann mal Schusswaffen bekommt, ist EFBB bei weitem kein FirstPersonShooter. Eher ist Riddick eine Art Stealth-RPG mit eingeworfenen FirstPerson Beat'em Up und Shootereinlagen. Es geht in Riddick eben nicht darum, Feinde zu besiegen oder den Weg zu finden, auch wenn man beides zur Genüge tun muss. Es geht darum, sich mit der Welt zu arrangieren, mit dem Gefängnis, den Insassen, den Wärtern. Um voran zu schreiten, muss Riddick mit diversen Mitgefangenen zusammen arbeiten, um Infos oder anderweitig Hilfe zu erhalten. Dies ist gleichzeitig Riddicks größte Stärke und Schwäche. Ich habe es schon andernorts illustriert und wiederhole die Zeilen hier. Das Grundprinzip Riddicks läuft ab wie folgt:
Riddick:"Hey, ich muss raus aus dem Knast, frag ich mal den Horst. Hi, Horst, wie komme ich aus dem Knast?"
Horst: "Klar, du musst nur in die Grube."
Riddick: "Grube?"
Horst: "Grube. Von dort kommst du zu den Quartieren der Wächter und zum Hangar."
Riddick: "Wieso haben die so was hier?"
Horst: "Ich helfe dir nicht mehr, bis du mir mein Quietscheentchen besorgt hast."
Riddick: "Nein."
Horst: "..."
Riddick: "Ok, wo ist dein Quietscheentchen?"
Horst: "Weiß nicht, frag den Heinz!"
Riddick: "Wo ist Heinz?"
Horst: "Im Hof. Aber der wird von Hermann bewacht."
Riddick: "Ich will in den Hof."
Hermann: "Nein."
Heinie: "Psst, hey Riddick, tu mir mal'n Gefallen und ich helf dir in den Hof."
Riddick: "Nein."
Heinie: "..."
Riddick: "Motherfucker, was willste?"
Heinie: "Ey, ich hab voll Stress mit dem Hubert, vermöbel den mal ein bisschen und ich helf dir mit Hermann."
Riddick: "Wo ist der Hubert?"
Heinie: "Frag Herbert!"
Riddick: "Wo ist Herbert?"
Heinie: "In seiner Zelle im anderen Block, aber der wird von Hagen bewacht."
Riddick: "Lass mich in den Zellenblock!"
Hagen: "Nein. Es sei denn, du bringst mir einen Stein, leicht kratzig und rau, 10 cm im Durchmesser, möglichst spitzzulaufend."
Riddick: "Wozu brauchst du den denn?"
Hagen: "... Es ist einsam hier..."
Und als Riddick den Stein vom toten Körper des Hans nimmt, auf den ihn Henry angesetzt hat, nachdem Riddick ihm einen Gallenstein des Hendrick gebracht hat, überlegt sich Riddick, dass seine Strafzeit fast abgelaufen ist und er sowieso vergessen hat, was er nach dem Stein machen wollte.
Um es hart zu sagen, EFBB ist letzten Endes nichts anderes als eine glorifizierte Schnitzeljagd. Es kann durchaus nerven, wenn man bei jedem Gespräch statt der erhofften Lösung nur eine weitere Aufgabe aufgetragen bekommt und wirklich auf einem Notizblock aufschreiben muss, wem man nun was bringen muss und warum. Davon abgesehen hat Riddick in den Filmen nie den Eindruck gemacht, als wäre er der hilfsbereite Typ.
Messer zwischen die Rippen oder Kugel durch den Kopf, Sie entscheiden!
Eine Stärke des Titels ist der geschickte Wechsel zwischen Gameplaytypen gerade in solchen Intervallen, dass man nicht zulange das Gleiche macht. Gespräche mit den Insassen folgen ein paar Schlägereien bevor man zur Waffe greift und einen Mech ausschaltet. Zwischendurch darf auch ein wenig geschlichen oder geklettert werden. Abwechslungsreich ist Riddick immer. Allerdings, wo immer ein Spiel viele Gameplayelemente einbaut, besteht die Gefahr, dass nicht alle auf gleichem Niveau bestehen können.
Nahkämpfe sind relativ simpel im Konzept, aber schwierig in Timing und Ausführung. Mit L2 wird geblockt während R2 angreift. Nun kommt es auf den richtigen Moment an, in dem ihr den Block lösen und eine Attacke ansetzen könnt. Es dauert ein Weilchen, bis man das System raus hat, aber dann erweist es sich als grundsolide und Riddicks Finishingmoves entschädigen für so manchen frustigen Kampf. Schleichen erfolgt durch Ducken in den Schatten. Riddicks Gesundheitsbalken färben sich blau, um anzuzeigen, dass er unsichtbar ist. Nun können fröhlich Hälse gebrochen werden, wenn man sich nah genug an die Feinde anschleichen kann. Wie immer in FirstPersonStealth Spielen ist es manchmal etwas schwierig, den Überblick nicht zu verlieren. Davon ab allerdings funktioniert das Schleichen. Die Anzeige ist meistens genau und verlässlich, allerdings gibt es einige gescriptete Stellen, an denen das Game einen Kampf möchte. Euer Gegner weiß also von eurem Kommen und euer Stealthmodus funktioniert nicht.
Am schwächsten erweisen sich die Shooterelemente. Die Steuerung ist etwas lose und ungenau, die Waffen unspektakulär, das Feedback der Gegner bei Treffern verwirrend. Eine automatische Zielhilfe erleichtert das Spiel, täuscht aber mehr über die Schwächen hinweg, als dass sie sie ausmerzt. Schwierig wird das Game nicht zuletzt durch das Gesundheitssystem, dass aus einer Reihe von Blöcken besteht. Ein einzelner Block kann sich regenerieren, ist er aber völlig verschwunden, so bleibt er verloren, bis ihr an eine stationäre Medizineinrichtung kommt. Das Problem ist, dass die Blöcke in Sekundenschnelle verschwinden, wenn ihr unter Feuer steht. Bevor ihr die Gefahr ausgemacht habt, ist die halbe Leiste schon mal weg.
Potpourri, für 10
Schlussendlich ist die Steuerung gut bis sehr gut, mit leichten Abstrichen bei den Shooterneinlagen, die gegen Ende sehr nerven. Tatsächlich ist Riddicks größtes Problem in meinen Augen ist das, was ihm andernorts als größte Stärke beschienen wird. Der GameplayMix ist einfach ohne jeden Hauch von Homogenität. Knapp ab der Hälfte des Spiels werden die Faustkämpfe nahezu ad acta gelegt und das Game mutiert zum reinen Shooter. Die Gefängnisatmosphäre und die Infiltration verschwinden nahezu völlig. Nun ist es nichts mehr als ein reiner Korridorshooter in metallischen Gängen, die sich überall befinden könnten, ein Shooter der Sorte, wie man sie im Dutzend billiger findet. Ständig wiederholen sich dieselben Kämpfe gegen übermächtige Mechs, das Stealthgameplay, das Anschleichen und leise Ausschalten der Gegner tritt in den Hintergrund. Gegen Ende des Spiels kommen auch noch extrem nervige kleine Biester auf euch zu, gegen die ihr euch mit einer Shotgun wehren müsst, die so ungefähr null Streuung besitzt. Blöde Frage zwischendurch: Wieso sind die Waffen DNA-codiert, aber die Mechs nicht? Und wo wir dabei sind: Wieso werden einige dunkle Innenräume von Wachen mit Scheinwerfern abgesucht anstatt einfach das Licht anzumachen?
Und weiter geht's...
Nach dem Abspann folgt sodann der kurze Ausflug auf die Dark Athena. Ulkigerweise verbringt ihr auf dem namensgebenden Söldnerschiff kaum vier Stunden bis das Setting sich wieder ändert. Dark Athena nutzt das identische Steuerungssystem, als neue Waffen kommen lediglich die Ulaks hinzu (geile Dinger!). Das Spiel startet genau wie EFBB mit einem Tutorial, das Riddick nur träumt während er und Johns von der Dark Athena eingefangen werden. Nebenbei endet das Game auch auf dieselbe Art, nämlich mit einem der stärksten Mechs im Spiel, mit dem man durch die Privatgefilde des Oberbosses stapft.
Riddick entkommt den Fängen der leicht flippigen Captain Revas knapp, muss sich sodann aber dem Problem stellen, wie er nun von der Athena wieder runter kommt. Vom Prinzip her stehen ihm alle Möglichkeiten offen, die ihm schon bei der Flucht von Butcher Bay geholfen haben. Anfangs kann man viel schleichen, auch in einem Gefangenensektor lassen sich schnell Gespräche führen und schon hat man wieder ein Dutzend "Bring mir dies und ich tu dir das!"-Aufgaben am Hals. Das Ganze ändert sich relativ schnell, wenn Dark Athena euch mit Feuerwaffen regelrecht erschlägt und einen reinrassigen Shooter aus dem Game macht. Spätestens auf dem Planeten, welcher in hellem Tageslicht spielt, sind Stealth und Eyeshine abgemeldet. Nach wie vor werden stattdessen einige der schlechtesten Gegnerdesignverbrechen auf den Spieler losgelassen, die man sich vorstellen kann. Es scheint, als habe Starbreeze regelrecht überlegt, womit man Spielern den letzten Spaß nehmen kann. Da wären zum einen die Raketen schmeißenden Mechs, die nur im Nahkampf endgültig besiegt werden können. Zum anderen wären da laufende Wandgeschütze, die nahezu unsichtbar sind, aber dafür mit zwei Salven Riddicks gesamte Gesundheitsleiste dezimieren können. Zu allem Überfluss schenkt euch das Game an dieser Stelle eine "Waffe", die an Nutzlosigkeit kaum zu überbieten ist. Sie feuert Kugeln an, die per Knopfdruck explodieren. Nicht nur ist die Feuerrate und Schussfrequenz der Waffe extrem langsam, dadurch dass man noch einen zweiten Knopf drücken muss, um überhaupt eine Wirkung zu erzielen, werden Kämpfe gegen ein halbes Dutzend Dronen mit MGen zur echten Qual. An der Stelle ist erwähnenswert, dass Waffen nur in Echtzeit gewechselt werden können, was im Gefecht ebenfalls nervt.
Ich mal mir 'ne Karte...
Beide Kampagnen leider zudem daran, dass es dem Spieler schwer gemacht wird, den richtigen Weg zu finden. Extrem vage Missionsbeschreibungen (Arbeite dich durch das Schiff/Finde einen Weg vom Planeten), wenig Beschilderung, oft gleich aussehende Räume und kaum Ingamehilfe erschweren das Erkunden sowohl des Gefängnisses als auch des Raumschiffes. Beide Kampagnen lassen sich außerdem in insgesamt 14 Stunden locker durchspielen. Das schließt das leidige Wegesuchen bereits mit ein. Dark Athena ist dabei dem aktuellen Trend folgend noch deutlich kürzer als EFBB. Zudem sind sowohl der finale Bosskampf als auch die Endsequenz in Dark Athena äußerst schwach und enttäuschend. Optional lassen sich in Dark Athena übrigens Steckbriefe von allerlei Gangstern finden. Ich habe nichts überprüft, auf Grund der Namen (klingen durch die Bank recht schwedisch) und der Tatsache, dass die abgebildeten Flüchtlinge eher wie Nerds als Schwerverbrecher aussehen, gehe ich mal stark davon aus, dass sich hier die Programmierer von Starbreeze selbst verewigt haben. Wenn nicht, ist auch egal.
Nahezu einhellig galt in Reviews der Tenor, dass EFBB deutlich besser sei als AODA. Einhellig wurde dies geschrieben von Leuten, die anno 2004 EFBB gespielt hatten. Ich erkläre mir die Ergebnisse daher mit dem Nostalgiefaktor. Denn rein objektiv betrachtet haben beide Kampagnen die exakt gleichen Stärken und Schwächen. Beide kreieren eine gewisse gefährliche Atmosphäre und Spannung, leiden aber am fehlenden Pacing und an unausgewogenen Gameplayversatzstücken, die nie wirklich ein homogenes Ganzes ergeben. Schlechte Designentscheidungen und stetige Wiederholung lassen bei beiden Titeln das Ende regelrecht herbei sehnen. Dass Dark Athena hart gesagt nur eine billige Kopie eines Last Generation Titels ist, hilft da nicht wirklich.
...achtneunzehn, such mich!
Neu ist auch der Multiplayer, der aus einer Reihe von Standardmodi besteht, die allesamt deswegen Rohrkrepierer sind, weil das Schießen in Riddick nun mal nicht besonders gut gelöst ist. Einzig der PitchBlack Modus kann auf Grund seiner Originalität gefallen. In einem dunklen Raum kämpfen Söldner gegen Riddick. Während Riddick seine Eyeshinefähigkeit hat, sind die Söldner auf ihre Lampen angewiesen. Der Clou: Je stärker die Lampe, desto schwächer die Waffe und umgekehrt. Nicht realistisch, aber es bringt eine gewisse taktische Komponente ins Spiel rein. Das Match erinnert ein wenig an Dark Sektor, wo eine Gruppe Soldaten Jagd auf den mutierten Helden machen musste. Klingt gut und macht Spaß... solange man Riddick ist. Als Söldner... nicht so sehr. Entweder man dreht sich wie ein Wirbelwind im Kreis, um RBR zu finden oder man wird von ihm erledigt oder man kriegt rundenlang nur eingeblendet, was Riddick am anderen Ende der Karte gemacht oder wer ihn erledigt hat. Es hatte schon einen guten Grund, warum EFBB damals keinen Multiplayer hatte.
Technisch beeindrucken bei beiden Titeln vor allem die Lichteffekte. Auch die Gesichter sind gut getroffen und Animationen sind meistens flüssig. Schön ist auch der überfällige Tapetenwechsel am Ende von Dark Athena. Die Liste der negativen Elemente ist jedoch lang. Zum einen glitcht sich das Game nur so durch die Kampagnen. Gefallene Gegner zittern und bibbern sich meist durch Wand oder Fußboden, Waffen bleiben in der Luft schweben, Gegner schauen halb durch geschlossene Türen. Es handelt sich hier auch nicht um Einzelfälle, sondern all diese Probleme können in nahezu jedem Gefecht beobachtet werden. Erinnert ihr euch außerdem an die Ladezeiten mitten im Level aus EFBB? Nicht nur sind diese im Remake nicht beseitigt worden, sie haben ihren Weg sogar noch auf die Dark Athena geschafft. Nichts ruiniert die Stimmung und Spannung so sehr wie ein Ladebalken mitten auf dem Schirm. Sie sind zudem zahlreich und lang genug, um zu einem richtigen Störfaktor zu werden. Außerdem ist die PlayStation 3 Version dadurch gekennzeichnet, dass sie extrem unscharf daher kommt. Teilweise könnte man glatt meinen, man habe es mit den Augen.
Besser hingegen sieht es beim Sound aus. Die Musik wiederholt sich zwar oft, passt sich aber dem Spielgeschehen an und schwankt mit guten Übergängen zwischen actionreich und schnell und ruhig und bedrohlich. Beeindruckend ist die Liste der Voiceactor, die nahezu nur aus Profis aus Film und Fernsehen besteht. Eine komplette Liste aller Namen hier zu nennen, würde den Rahmen sprengen, lediglich Michelle Forbes als Captain Revas soll noch einmal ausdrücklich lobend hervor gehoben werden. Innerhalb weniger Minuten erschafft sie einen herausragenden Antagonisten. Am meisten fällt Mr. Vin und zu Diesel selbst ab. In den Filmen hat er noch wie ein Mensch geklungen, hier hingegen brummt er jeden Satz so zusammen, dass man meinen könnte, er wäre auf Valium und würde gerade noch so seinen letzten Satz vollenden können bevor er das Bewusstsein verliert. Schwach leider auch der Sound, dessen fehlende Liebe zum Detail sich nicht nur bei schlappen Waffensounds, sondern vor allem bei der kurzen Szene zeigt, in der man außerhalb des Schiffes unterwegs ist und der Sound sich im Vergleich zum Schiffsinneren kein Stück verändert. Dead Space hat gezeigt, wie es richtig geht.
Some people kill for pleasure. -
There are worse reasons to kill.
Die künstliche Trennung, die viele vornehmen, ist im Grunde überflüssig. The Chronicles of Riddick ist im Grunde ein Spiel. Dark Athena ist nichts weiter als eine Verlängerung von Escape from Butcher Bay, kaum schlechter, kaum besser. Wenn überhaupt hat mir am Ende Dark Athena fast doch noch ein Stück besser gefallen als EFBB. Begeistert war ich von beiden nicht. Dabei haben beide Titel geniale Momente. Die Gefängnisatmosphäre zu Beginn von EFBB ist hervorragend, die Nahkämpfe und Finishingmoves in Dark Athena sind klasse. Auch gelegentliche Stealthsektionen, in denen man einen Gegner nach dem anderen ausschaltet oder aber sich unbemerkt an ihnen vorbei schleicht, können gefallen. Und genau hier kommt das große Problem des Genremix ins Spiel. Es ist einfach zuviel und nicht alles ist gelungen. Unpassende Mechabschnitte, nervende und frustrierend schwere Shootereinlagen, fürchterlich designte Gegner am Ende beider Kampagnen, die sich dutzende Male wiederholen und das völlige Vernachlässigen des ursprünglichen Stealthgameplays ziehen den Gesamteindruck gewaltig in den Keller. So wie ich das sehe, haben wir hier ein Spiel, dass gewaltige Stärken hat, die die Entwickler aber selber nie gesehen und deshalb am Ende nur einen halbgaren Genremix kreiert haben, gepaart mit elementaren Fehlern in Gameplay und Technik, die vor fünf Jahren schon ausgerottet gehört hätten. The Chronicles of Riddick ist sicher keine Gurke, aber gleichzeitig auch meilenweit entfernt von dem Klassiker, als der EFBB allgemein gefeiert wird.