Ich bin, wie wohl jeder meines Alters, ein großer Fan der Turtles. Sei es Comics, die 80er TV Show oder die Beat'mUps der 90er, selbst die Kinofilme waren klasse (okay, der Teil in Japan vielleicht nicht). Nach Michael Bay versucht nun aber ausgerechnet Platinum (Bayonetta, Wonderful 101, Vanquish, Mad World) die Kröten zu Gabe zu tragen.
Eins vorneweg, ich habe es nicht durchgespielt. Auch wenn es nur gute drei Stunden lang ist, habe ich mich nicht durchringen können. Dabei war es nicht das eintönige Gameplay oder die miese Grafik, was mich zur Verzweiflung gebracht hat, war das Writing. Es war mir körperlich nicht mehr möglich, mir diesen Rotz weiter anzutun.
„Who said teamwork's just for whims?“
Niemand, Raphael. Niemand in der Geschichte der Menschheit hat dies oder etwas ähnliches jemals gesagt oder gedacht.
Michelangelo ruiniert von „All your base“ zu „Fastball Special“ alles, was das Internet und Comics hergeben. In einer Szene meint er zu Geld zu kommen und bestellt 2.000 Pizzen. Der Witz ist, dass er Pizza mag, versteht ihr? Warum er aber 2.000 Pizzen auf einmal bestellen muss anstatt die nächsten anderthalb Jahre je drei am Tag, damit er sie auch tatsächlich essen kann, ist mir nicht ersichtlich, aber gut.
In einer frühen Szene bezeichnet Splinter die Aktionen des FootClan als „mischief“, ein Begriff, der im Englischen eher für Klingelstreiche als für organisiertes Verbrechen geeignet ist. (Dankenswerterweise korrigiert ihn Donatello sofort.)
Später futtert Splinter Michelangelo das letzte Stück Pizza weg, sodass Michelangelo beim Essen leer ausgeht. Splinters Kommentar: „You snooze, you lose.“ Das ganze Familiengelaber gilt scheinbar nicht, wenn es um das faire Verteilen des Essens geht, wie? Und nebenbei: Nur, weil beim Sprechen jedes Mal japanische Gongs läuten, wird der Blödsinn, den die Ratte von sich gibt, auch nicht tiefgründiger.
Am schlimmsten aber ist April, die als eure „Questgeberin“ fungiert. „Ich habe Feinde entdeckt. Böse Jungs machen Böses. Was auch immer die bösen Jungs machen, es kann nichts Gutes sein. Es ist ruhig, zu ruhig. War etwas zu leicht, hier rein zu kommen? Ich habe ein ungutes Gefühl.“
Bitch, wenn du nichts zu sagen hast, dann halt doch einfach ein paar Sekunden die Fresse!!!
Nicht, dass die „bösen Jungs“ besser wären.
„Ich bin der König der Ozeane. Ich bin der Beste, den es gibt. (Bret Hart ist da anderer Ansicht!) Bis hierher habt ihr es geschafft, aber nicht weiter. Stellt euch meinem Zorn!“
Hat das Ding wirklich ein Mensch geschrieben oder hat ein Computer wahllos Sprüche aus 80er Cartoons für Dreijährige zusammen gewürfelt? In aller Fairness, die vielen amerikanischen Reviewseiten, die das Skript (zu Recht) kritisieren, kommen etwas ironisch rüber,wenn sie alle irgendeine Form von „half-baked shell“ Wortwitz einbauen.
Nicht, dass das Gameplay entschädigen würde, was mehr als entsetzt, da es immerhin von Platinum kommt, die nicht nur für eingangs genannte Spiele verantwortlich sind, sondern auch für das jüngste Transformers: Devastation, mit dem sie eindrucksvoll bewiesen haben, dass sie in Rekordzeit und mit minimalem Budget Wunder vollbringen können. Sicher, Transformers war kurz und man sah der Grafik das Budget an, aber das Gameplay war über alle Zweifel erhaben. Erhaben ist an Mutants in Manhattan nichts.
Oh sicher, das Tutorial tut so, als hätte es ein Kampfsystem, einschließlich schnellen und starken Attacken, Block, Ausweichrolle und Teamwork, aber inmitten des eigentlichen Chaos könnt ihr all das komplett knicken. Zwischen vier Turtles, einem halben Dutzend Gegner, Projektilen und einer Kamera, die den ersten Tag im Job ist, könnt ihr von Glück reden, wenn ihr kurzzeitig erkennt, welchen Turtle ihr gerade steuert. Von Ausweichen oder Kontern kann keine Rede sein. Nach den anfänglichen Fußsoldaten erscheinen sehr schnell Gegner mit Gesundheitsleisten von hier bis Timbuktu. Normale Schläge bringen praktisch nichts, selbst wenn man mit vier Mann gleichzeitig los prügelt. Hier sollen die Ninjutsu zum Tragen kommen, im Prinzip halt Specialmoves mit etwas mehr Power. Das Problem ist, dass diese teilweise auf Cooldowns von bis zu fünf Minuten liegen. Bei Leveln, die selten 20 Minuten überschreiten, wenig hilfreich.
Diese Spezialfähigkeiten sind auch nicht an die Turtles gebunden. Ihr könnt diese nach Lust und Laune tauschen, was die Individualität der Kröten deutlich absenkt. Auch konnte ich die üblichen Charakteristika der Brüder nicht feststellen. (Leonardo ist ausgeglichen, Raphael der stärkste, Donatello hat die größere Reichweite, Michelangelo ist ein Idiot etc.)
Insgesamt gibt es etwa drei Locations, die das Spiel wieder holt. Stadt, Häuser und Kanalisation. Dort rennt ihr herum wie Hühner, haut endlos spawnenden Typen auf die Mütze und erfüllt zufallsgenierte Aufgaben wie „Beschützt die Geldautomaten“ (im englischen: Protect the ATM machines... was meint wofür das M in ATM steht?), entschärft vier Bomben (durch minutenlanges Halten einer Taste) und „haut alle Gegner platt“. Sehr gut gefallen hat mir auch, wenn das Spiel ohne jede Vorwarnung zum xten Mal den Hubschrauber zeigt, der über der Stadt fliegt, während ich gerade von einem Hochhaus zum anderen springe.
Die Belohnung dafür ist ein Bosskampf gegen einen von neun Antagonisten der Turtles, allen voran Bebop und Rocksteady. Diese Bosse verfügen über eine Gesundheitsleiste von hier bis Ecuador und zurück und können jeden der Turtles mit ein bis zwei Attacken zurück in den Gulli hauen. Minutenlang kann man sich an diesen Biestern die Zähne ausbeißen, bis sie irgendwann einfach aufgeben. Angriffe der Kröten sind so ineffektiv, dass es zum Weinen ist und aus benanntem Grund helfen die Spezialfähigkeiten nur begrenzt weiter.
Als wäre das alles nicht genug, scheint es, als würden sich die Entwickler selbst untertreffen wollen. Nach einigen der schlechtesten Missionen und Kapiteln überhaupt setzten sie mit der Königsdisziplin des schlechten Designs einen drauf und bieten einen Bossrush, bevor das Finale wieder im ersten Level statt findet, nur mit miesen Feuereffekten.
Die Upgradesysteme, mit denen ihr neue Jutsus sowie passive Fähigkeiten erwerben könnt, wirken nicht nur deplatziert, sondern zwingen auch noch in hässliche Menüs, nur um festzustellen, dass ihre Auswirkungen auf die Fights praktisch null sind. Abgesehen davon gehört so etwas wie „5% Chance zum Vergiften“ schlicht und ergreifend nicht in dieses Genre.
Mutants in Manhatten bewertet euch nach jedem Kampf, wie alle Spiele von Platinum, weil die Japaner glauben, wir vermissen alle unsere Schulzeit so sehr und können nicht leben, wenn man uns nicht alle fünf Minuten erzählt, dass wir maximal durchschnittlich begabt sind. Ich habe nie weniger als ein A Ranking erhalten und sehr häufig ein S, manchmal ohne selbst groß etwas zu tun. In einige Fights habe ich das Feld einfach der KI überlassen, die für mich locker ein S heraus geholt haben. Danke dafür.
Mutants in Manhattan ist das, was passiert, wenn der Publisher eines Morgens zum Entwickler geht und sagt:
Wir haben die Turtles Lizenz. Macht uns ein Spiel bis zum nächsten Frühjahr. Hier sind fünftausend Dollar für eure Aufwendungen und es wäre schon, etwas Wechselgeld zu sehen!
Eins vorneweg, ich habe es nicht durchgespielt. Auch wenn es nur gute drei Stunden lang ist, habe ich mich nicht durchringen können. Dabei war es nicht das eintönige Gameplay oder die miese Grafik, was mich zur Verzweiflung gebracht hat, war das Writing. Es war mir körperlich nicht mehr möglich, mir diesen Rotz weiter anzutun.
„Who said teamwork's just for whims?“
Niemand, Raphael. Niemand in der Geschichte der Menschheit hat dies oder etwas ähnliches jemals gesagt oder gedacht.
Michelangelo ruiniert von „All your base“ zu „Fastball Special“ alles, was das Internet und Comics hergeben. In einer Szene meint er zu Geld zu kommen und bestellt 2.000 Pizzen. Der Witz ist, dass er Pizza mag, versteht ihr? Warum er aber 2.000 Pizzen auf einmal bestellen muss anstatt die nächsten anderthalb Jahre je drei am Tag, damit er sie auch tatsächlich essen kann, ist mir nicht ersichtlich, aber gut.
In einer frühen Szene bezeichnet Splinter die Aktionen des FootClan als „mischief“, ein Begriff, der im Englischen eher für Klingelstreiche als für organisiertes Verbrechen geeignet ist. (Dankenswerterweise korrigiert ihn Donatello sofort.)
Später futtert Splinter Michelangelo das letzte Stück Pizza weg, sodass Michelangelo beim Essen leer ausgeht. Splinters Kommentar: „You snooze, you lose.“ Das ganze Familiengelaber gilt scheinbar nicht, wenn es um das faire Verteilen des Essens geht, wie? Und nebenbei: Nur, weil beim Sprechen jedes Mal japanische Gongs läuten, wird der Blödsinn, den die Ratte von sich gibt, auch nicht tiefgründiger.
Am schlimmsten aber ist April, die als eure „Questgeberin“ fungiert. „Ich habe Feinde entdeckt. Böse Jungs machen Böses. Was auch immer die bösen Jungs machen, es kann nichts Gutes sein. Es ist ruhig, zu ruhig. War etwas zu leicht, hier rein zu kommen? Ich habe ein ungutes Gefühl.“
Bitch, wenn du nichts zu sagen hast, dann halt doch einfach ein paar Sekunden die Fresse!!!
Nicht, dass die „bösen Jungs“ besser wären.
„Ich bin der König der Ozeane. Ich bin der Beste, den es gibt. (Bret Hart ist da anderer Ansicht!) Bis hierher habt ihr es geschafft, aber nicht weiter. Stellt euch meinem Zorn!“
Hat das Ding wirklich ein Mensch geschrieben oder hat ein Computer wahllos Sprüche aus 80er Cartoons für Dreijährige zusammen gewürfelt? In aller Fairness, die vielen amerikanischen Reviewseiten, die das Skript (zu Recht) kritisieren, kommen etwas ironisch rüber,wenn sie alle irgendeine Form von „half-baked shell“ Wortwitz einbauen.
Nicht, dass das Gameplay entschädigen würde, was mehr als entsetzt, da es immerhin von Platinum kommt, die nicht nur für eingangs genannte Spiele verantwortlich sind, sondern auch für das jüngste Transformers: Devastation, mit dem sie eindrucksvoll bewiesen haben, dass sie in Rekordzeit und mit minimalem Budget Wunder vollbringen können. Sicher, Transformers war kurz und man sah der Grafik das Budget an, aber das Gameplay war über alle Zweifel erhaben. Erhaben ist an Mutants in Manhattan nichts.
Oh sicher, das Tutorial tut so, als hätte es ein Kampfsystem, einschließlich schnellen und starken Attacken, Block, Ausweichrolle und Teamwork, aber inmitten des eigentlichen Chaos könnt ihr all das komplett knicken. Zwischen vier Turtles, einem halben Dutzend Gegner, Projektilen und einer Kamera, die den ersten Tag im Job ist, könnt ihr von Glück reden, wenn ihr kurzzeitig erkennt, welchen Turtle ihr gerade steuert. Von Ausweichen oder Kontern kann keine Rede sein. Nach den anfänglichen Fußsoldaten erscheinen sehr schnell Gegner mit Gesundheitsleisten von hier bis Timbuktu. Normale Schläge bringen praktisch nichts, selbst wenn man mit vier Mann gleichzeitig los prügelt. Hier sollen die Ninjutsu zum Tragen kommen, im Prinzip halt Specialmoves mit etwas mehr Power. Das Problem ist, dass diese teilweise auf Cooldowns von bis zu fünf Minuten liegen. Bei Leveln, die selten 20 Minuten überschreiten, wenig hilfreich.
Diese Spezialfähigkeiten sind auch nicht an die Turtles gebunden. Ihr könnt diese nach Lust und Laune tauschen, was die Individualität der Kröten deutlich absenkt. Auch konnte ich die üblichen Charakteristika der Brüder nicht feststellen. (Leonardo ist ausgeglichen, Raphael der stärkste, Donatello hat die größere Reichweite, Michelangelo ist ein Idiot etc.)
Insgesamt gibt es etwa drei Locations, die das Spiel wieder holt. Stadt, Häuser und Kanalisation. Dort rennt ihr herum wie Hühner, haut endlos spawnenden Typen auf die Mütze und erfüllt zufallsgenierte Aufgaben wie „Beschützt die Geldautomaten“ (im englischen: Protect the ATM machines... was meint wofür das M in ATM steht?), entschärft vier Bomben (durch minutenlanges Halten einer Taste) und „haut alle Gegner platt“. Sehr gut gefallen hat mir auch, wenn das Spiel ohne jede Vorwarnung zum xten Mal den Hubschrauber zeigt, der über der Stadt fliegt, während ich gerade von einem Hochhaus zum anderen springe.
Die Belohnung dafür ist ein Bosskampf gegen einen von neun Antagonisten der Turtles, allen voran Bebop und Rocksteady. Diese Bosse verfügen über eine Gesundheitsleiste von hier bis Ecuador und zurück und können jeden der Turtles mit ein bis zwei Attacken zurück in den Gulli hauen. Minutenlang kann man sich an diesen Biestern die Zähne ausbeißen, bis sie irgendwann einfach aufgeben. Angriffe der Kröten sind so ineffektiv, dass es zum Weinen ist und aus benanntem Grund helfen die Spezialfähigkeiten nur begrenzt weiter.
Als wäre das alles nicht genug, scheint es, als würden sich die Entwickler selbst untertreffen wollen. Nach einigen der schlechtesten Missionen und Kapiteln überhaupt setzten sie mit der Königsdisziplin des schlechten Designs einen drauf und bieten einen Bossrush, bevor das Finale wieder im ersten Level statt findet, nur mit miesen Feuereffekten.
Die Upgradesysteme, mit denen ihr neue Jutsus sowie passive Fähigkeiten erwerben könnt, wirken nicht nur deplatziert, sondern zwingen auch noch in hässliche Menüs, nur um festzustellen, dass ihre Auswirkungen auf die Fights praktisch null sind. Abgesehen davon gehört so etwas wie „5% Chance zum Vergiften“ schlicht und ergreifend nicht in dieses Genre.
Mutants in Manhatten bewertet euch nach jedem Kampf, wie alle Spiele von Platinum, weil die Japaner glauben, wir vermissen alle unsere Schulzeit so sehr und können nicht leben, wenn man uns nicht alle fünf Minuten erzählt, dass wir maximal durchschnittlich begabt sind. Ich habe nie weniger als ein A Ranking erhalten und sehr häufig ein S, manchmal ohne selbst groß etwas zu tun. In einige Fights habe ich das Feld einfach der KI überlassen, die für mich locker ein S heraus geholt haben. Danke dafür.
Mutants in Manhattan ist das, was passiert, wenn der Publisher eines Morgens zum Entwickler geht und sagt:
Wir haben die Turtles Lizenz. Macht uns ein Spiel bis zum nächsten Frühjahr. Hier sind fünftausend Dollar für eure Aufwendungen und es wäre schon, etwas Wechselgeld zu sehen!
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