Im September 1998 bricht in der Stadt Raccoon City eine tödliche Epidemie aus – verursacht durch das T-Virus, ein biologischer Kampfstoff, der von der mächtigen Umbrella Corporation entwickelt wurde. Das Virus breitet sich rasend schnell aus, infiziert Menschen, Tiere – alles Leben – und verwandelt sie in blutrünstige Zombies oder groteske Mutanten. Die Stadt versinkt in Chaos, während Regierung und Militär zu spät reagieren. Inmitten dieser Katastrophe folgen wir einer Gruppe von acht ganz normalen Bürgern: einem Polizisten, einer Kellnerin, einem Sicherheitsmann, einer Ärztin, einer Nachrichtensprecherin, einem Krankenpfleger, einem Elektriker und einem Studenten. Jeder von ihnen ist zur falschen Zeit am falschen Ort – und plötzlich gezwungen, ums nackte Überleben zu kämpfen.
Die Geschichte beginnt im Szenario „Outbreak“, im J’s Bar, einer kleinen Kneipe im Herzen der Stadt. Die Charaktere feiern dort oder arbeiten, nichtsahnend, dass draußen schon die Hölle losbricht. Plötzlich kracht ein Zombie durch die Tür – und alles eskaliert. Sie müssen durch die Kanalisation entkommen, während die Infektion sich bereits ausbreitet. Dieses erste Szenario ist wie ein Weckruf: Niemand ist mehr sicher.
Im nächsten Kapitel, „Below Freezing Point“, führt ihr Weg die Überlebenden in das unterirdische Forschungslabor von Umbrella, wo einst das T-Virus entwickelt wurde. Sie stoßen dort auf weitere Beweise für die Experimente und begegnen grausigen Kreaturen wie den riesigen Hunters. Die Atmosphäre ist frostig – buchstäblich, denn viele Labore sind eingefroren, und die Situation ist angespannt. Wieder einmal ist der einzige Weg hinaus, sich durchzuschlagen und nicht infiziert zu werden.
Dann folgt „The Hive“, ein Kapitel, das in einem Krankenhaus spielt. Klingt erstmal nach einem sicheren Zufluchtsort – ist es aber nicht. Das Virus hat längst auch hier Einzug gehalten, und besonders unheimlich ist der sogenannte „Leech Man“, ein Monster, das sich aus Blutegel-Schwärmen zusammensetzt und die Spieler durch die Gänge jagt. Das Szenario ist besonders intensiv, weil die Atmosphäre so klaustrophobisch ist und die Charaktere ständig von ihrer eigenen Infektion bedroht werden.
Im vierten Szenario, „Hellfire“, verschlägt es die Gruppe in ein brennendes Hotel. Hier begegnen sie nicht nur dem Feuer und Zombies, sondern auch den Lickers – Kreaturen mit entstellten Gehirnen, die sich mit rasender Geschwindigkeit bewegen und mit ihren langen Zungen angreifen. Die Überlebenden müssen einen Weg finden, sich durch das Feuer und die Gegner zu kämpfen und dabei einen kühlen Kopf zu bewahren, bevor alles in Flammen aufgeht.
Schließlich endet die Geschichte mit dem Szenario „Decisions, Decisions“. Die Gruppe erreicht die Raccoon University, wo ein weiterer biotechnischer Alptraum auf sie wartet: ein mutiertes Pflanzenwesen, das aus einem weiteren Umbrella-Experiment hervorgegangen ist. Hier offenbaren sich letzte Hinweise auf die wahre Dimension von Umbrellas Machenschaften. Die Spieler treffen auf einen Wissenschaftler, der entweder gerettet oder getötet wird – je nach den Entscheidungen, die man trifft. Auch das Schicksal der Stadt beginnt sich endgültig zu besiegeln.
Was Resident Evil Outbreak so besonders macht, ist, dass es zwar keine epische, durchgehende Story wie die Hauptreihe bietet, aber durch diese fünf Szenarien eine ganz andere, menschlichere Perspektive auf die Ereignisse in Raccoon City zeigt. Es ist der Blick von unten – von Menschen, die keine Helden sein wollen, aber dazu gezwungen werden. Man fühlt sich näher dran, verletzlicher, und das macht die Geschichte auf ihre Weise ziemlich packend. Am Ende gibt es kein Happy End – die Stadt wird in einer gewaltigen Explosion ausgelöscht, um die Infektion einzudämmen. Aber die Geschichten dieser acht Überlebenden bleiben ein stilles Zeugnis für all die, die nicht überlebt haben.