Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Politiktalk - immer aktuell informiert...

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Ich finde es ehrlich gesagt schade, dass Atomkraft derzeit so geächtet ist in Deutschland. Ich glaube, in dieser Technologie steckt viel Potenzial, wenn man weiter daran forscht und die ungeklärten Fragen angeht. Steinalte AKW und auch die Atomkraft nach dem heutigen Wissensstand halte ich hingegen für nicht tragbar. Da muss erst noch einige Menge im Bereich Forschung passieren. Generell befürworte ich aber, diese Technologie nicht gleich völlig abzuschreiben.

An der Fusion wird ja auch noch weiter geforscht, die "Atom"kraft ist somit nicht völlig vom Tisch. Nur bei der Atomspaltung ist so langsam das Finale angesagt. Die Technologie ist ja nun nicht unbedingt neu und die Verbesserungen in den letzten Jahrzehnten halten sich trotzdem in Grenzen. Atomspaltung hat nun mal ein inhärentes Risiko, daß nur begrenzt beherrschbar ist. Dazu kommen halt noch die ganzen anderen Probleme.

Zudem braucht man auch hier Brennstoff und das Plutonium hält nun mal nicht ewig vor. Je nach Prognose könnte es uns bei heutigem Verbrauch noch vor dem Öl ausgehen. Eine "Zukunftstechnologie" ist es somit auch nicht. Gibt kein Grund dieser Technik hinterherzuweinen.

Insbesondere, wenn doch bessere Alternativen vor der Tür stehen.
 
Zuletzt bearbeitet:
ich hab gelesen/gehört, dass es wohl möglich sei, kohlekraftwerke sauber zu kriegen in dem man filter in die schornsteine setzt. die kosten dafür beliefen sich auf angeblich etwa 1 milliarde pro kohlekraftwerk. angeblich wäre es damit günstiger als AKW (oder so ähnlich). falls das so stimmt, stellt sich mir schon die frage, warum man das nicht tut (ja, scheiße teuer, ist mir klar)
 
Was eine Filteranlage genau kostet, weiß ich jetzt auch nicht, aber ich denke nicht, daß man pauschal 1 Mrd. pro Kraftwerk ansetzen kann. Die reinen Installationskosten dürften überschaubar sein, allerdings braucht eine solche Waschanlage auch Energie, so daß insgesamt der Wirkungsgrad des Kraftwerks herabgesetzt wird. Außerdem muß das CO² auch irgendwo gelagert werden. Alles das kostet Geld und deshalb wird es auch nur gemacht, wenn man dazu verpflichtet wird.
 
Es ist ja nicht so dass das ganze Rauchgas ungereinigt in die Atmosphäre geblasen wird. Da herrschen in Europa recht strenge Auflagen. Ein Großteil der großen Anlagenteile die du siehst wenn du dir ein Kraftwerk anschaust, dienen nicht der Stromerzeugung sonder eben dieser Rauchgasreinigung. Du hast die Rauchgasentstickung in der Denox, dann gehts durch den E-Filter der Staub und Schwermetalle heraus filtert, und dann abschließend durch die Rauchgasentschwefelung (Wäscher). Das Kohlendioxid lässt sich nicht einfach heraus filtern, aber durch moderne Prozesstechnik (unterstöchiometrische Verbrennung, Rauchgasrückführung...) auf ein minimum reduzieren. Nichtsdestotrotz wird parallel an einen System geforscht das CO2 abzuscheiden. Aber erstens ist das System noch nicht ausgereift und zweitens stellt sich dann die Frage der Speicherung.
 
Es gibt bessere, günstigere Alternativen. Wir brauchen keine Kohle- und Atomenergie.

Noch brauchen wir zumindest eines von Beiden (leider) und da ziehe ich die Kohle dem AKW vor. Und wenn König Horst von Bayern so weiter macht, werden wir wohl noch ein Weilchen brauchen, bis wir bessere Alternativen flächendeckend hinbekommen :|
 
Natürlich kann man nicht von einen Tag auf den anderen komplett auf regenerative Energien umsteigen, trotzdem ist es bereits kurz- bis mittelfristig günstiger das so schnell wie möglich zu tun. Es gibt keinerlei Gründe an den alten Verfahren zu hängen, wenn man nicht gerade bestimmten Menschen in die Tasche wirtschaften will.
 
Oh, ich meinte mit meinen Beitrag zum Thema "Weiterforschen an der Kernenergie" übrigens wirklich ein langfristiges Weiterforschen ... vielleicht über hunderte von Jahren hinweg. Solange Atommüll entsteht, der nicht abbaubar ist, und solange die Gefahr eines Supergaus real ist, möchte ich keine AKW in unserem Land sehen. Aber man weiß ja nie, vielleicht ist diese Technologie irgendwann so weit, dass man wirklich sicher und günstig per Atomkraft Energie erzeugen kann.

Ansonsten halte ich regen. Energiequellen für die beste Zukunftsoption (kurz- bis mittelfristig). Vor allem macht sie unsere Gesellschaft weniger anfällig, da die Energieproduktion auf viele viele Schultern verteilt wird. Verlässt man sich aber nur auf Großkraftwerke, reicht es schon, wenn eines ausfällt ... und ganze Regionen stehen ohne Strom dar.
 
Ohne jetzt die letzten Seiten des Threads gelesen zu haben, wäre mein Vorschlag zur Lösung der Ukraine-Krise folgender:

[...]

Ohne auf deinen Vorschlag im Detail entgegnen zu wollen, weil mir gerade auch dafür die Zeit fehlt: Auch wenn er sicher gut gemeint ist, ist dein Vorschlag für eine nachhaltige Konfliktlösung, gerade auch im globalen Kontext, leider ungeeignet.

Im Kern würde dein Vorschlag nämlich daraus hinauslaufen, einen Staat (Russland) für schwerste Völkerrechtsbrüche (Verstoß gegen das Gewaltverbot, Verstoß gegen das Interventionsverbot, Versuch der Annexion fremdes Territoriums) gegenüber seinem Nachbarstaat (Ukraine) zu belohnen.

Auch würde die Umsetzung dieses Vorschlages separatistischen Bewegungen auf der ganzen Welt einen großen Anreiz dazu geben, den bewaffneten Kampf gegen den Staat aufzunehmen. Denn am Ende würden sie ja, wenn man deinen Vorschlag als Vorbild betrachtet, wenn sie nur lange und entschlossen genug kämpfen, eine Abstimmung in Bezug auf eine Abspaltung des von ihnen beanspruchten Territoriums von ihrem Staat bekommen.

Das also zu der gesamten Stoßrichtung deines Vorschlages und warum er deswegen leider keinen Beitrag zur Lösung des Konflikts beitragen kann.

Exemplarisch möchte ich aber einen Punkt herausgreifen, der das besonders gut zeigt:

- Wiederholung der Volksabstimmung auf der Krim gemäß der oben genannten Kriterien sowie verbindliche und dauerhafte Anerkennung des Votums von allen Konfliktparteien. Sollte die Krim unter diesen Bedingungen für eine Rückkehr zur Ukraine stimmen, soll die Konfliktpartei Russland seitens anderer nicht-ukrainischer Konfliktparteien dafür wirtschaftlich entlohnt werden.

An dieser Stelle habe ich mich beim Lesen deines Vorschlags kurz gefragt, ob dieses ganze Posting dein Ernst ist, oder vielleicht nur Spaß.

Nicht nur, dass die Ukraine unter dem Druck der russischen Besetzung der Krim und der militärischen Gewalt in der Ostukraine dazu gezwungen werden soll, einer Volksabstimmung über die Abspaltung der Krim zuzustimmen, nein, selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Volksabstimmung gegen eine Abspaltung der Krim von der Ukraine ausgeht, soll Russland dafür entschädigt werden, dass sie das völkerrechtswidrig von ihnen besetzte Territorium nicht länger in Beschlag nehmen können?

Das kann doch unmöglich dein Ernst sein?

Völkerrechtlich müsste nicht nur Russland sofort seine Truppen vom gesamten ukrainischen Territorium (Ostukraine und Krim) abziehen, sondern natürlich auch für die durch die Besatzung entstandene Schäden Kompensation leisten.
Dein Vorschlag läuft, in einer unglaublichen Täter-Opfer-Umkehr, darauf hinaus, dass Russland entschädigt werden soll, wenn sie die Krim nicht weiter völkerrechtswidrig besetzen können?

Wie gesagt, dieser Punkt ist nur ein besonders krasses Beispiel, warum dein Vorschlag für die meisten Staaten dieser Welt nicht annehmbar ist.
 
Keine Technik, und sei sie noch so erforscht und modern, ist 100%tig sicher. Sonst würden ja auch keine Flugzeuge mehr abstürzen.

Jepp, so ist es. Deswegen sollten wir ja auch diejenigen Technologie aussortieren, die bei einem Fail einen derartigen Kollateralschadfen verutsachen :D

@Weasel1988 Die Gefahr eines flächendeckenden Stromausfalls ist auch mit Großkraftwerken relativ gering, jedenfalls langfristig. Dafür haben sorgt schon das euuropäische Stromnetz. Wenn, dann scheitert es eher an zerstörten Leitungen (und da ist mir auch nur ein Fall in den letzten Jahren im Gedächtnis).
 
Wie gesagt, dieser Punkt ist nur ein besonders krasses Beispiel, warum dein Vorschlag für die meisten Staaten dieser Welt nicht annehmbar ist.

Insbesondere für Russland nicht. Oder glaubt wirklich einer, daß Putin in Russland irgendwelchen Regionen ernsthaft Volksabstimmungen über eine Abspaltung gestatten würde? Ich wüßte schon, wie sie z.B. in Tschtschenien ausgehen würde :grins:
 
@Osa-chan

Nun ja, man könnte nach der Umsetzung des Vorschlags dafür sorgen, dass solche Aktionen wie die von Russland künftig nicht mehr durchgeführt werden dürfen (bspw. mittels neuer, effektiverer internationaler Verträge und in diesen angeführte Sanktionen bzw. militärische Konsequenzen im Falle eines Verstoßes). Das gleiche gilt für die Separatistenbewegungen.

Was die Belohnung Russlands angeht, das eine Besetzung der Krim nach einem für Russland negativen Votum beenden müsste: Man muss die Lage auch von Russland aus betrachten. Die EU und die Nato haben sich nach Ende des Kalten Krieges unentwegt Richtung Osten ausgedehnt. Das ist auch eine Art von "Annexion" (aus der Sicht Russlands!). Ok, man kann sagen, die Bevölkerung dort hat frei entscheiden aber würde es sich nicht gleich verhalten, wenn auch in der Ukraine die Bevölkerung entscheiden dürfte? Während das Vorgänger-Regime in Kiew enge Beziehungen zu Russland pflegte und Russland seinerseits seine Flotte auf der Krim stationieren durfte, hat sich das mit neuen Regime aus Russlands Sicht geändert. Es bestünde die Gefahr, dass wenn sich die Ukraine vollständig dem Westen angliedert, auch noch die russische Flotte von der Krim verschwinden müsste. Ganz zu sprechen von möglichen wirtschaftlichen Folgen. Dies würde einen weiteren geopolitischen Rückschlag für Russland bedeuten, das nunmehr schon eingekreist ist von westlichen Staaten und Militär (NATO!). Jetzt kann man sagen: Warum soll Russland vor dem Westen Angst haben? Der Westen tut doch keinem was! Demgegenüber erwidere ich, dass das eben Russland nicht so sieht. Russland sieht sich selbst gefährdet und verliert seiner Meinung nach ständig an militärischen und geostrategischen Terrain. Ja, dass ist eine alte konservative Meinung aber so ist eben die Politik der derzeitigen russischen Regierung und solange die Menschen dort nicht was anderes wählen und wünschen, wird das erst mal so bleiben.
Ich meine, man muss Russlands Bedenken, so sinnlos sie aus der Sicht des Westens auch sein mögen, sehr ernst nehmen und dem Land entgegenkommen. Die angedachte wirtschaftliche Entschädigung wäre also eine Art Gegenleistung für die geostrategische und militärische Schwächung, die Russland im Falle des Verlusts der Krim bzw. des Verlusts guter Beziehungen mit der Ukraine erleidet.

Allerdings bin ich auch für alternative Lösungsvorschläge offen, welche die territoriale Integrität der Ukraine nicht negativ beeinflussen könnten.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Sache mit der Kohlekraft ist auch son Ding. Dieser ganze überhastete, unüberlegte Energieumschwung gefährdet momentan unglaublich viele Arbeitsplätze in unserer Region.

Das Arbeitsplatzargument kann ich nicht mehr hören.
Wo war denn der Aufschrei als die wegen dem EU Undertaking zehntausende Arbeitsplätze in der PV weggefallen sind (vielen Dank nochmal an Herrn Asbeck an dieser Stelle)!?

Ich gebe Dir aber natürlich Recht, dass die Politik hier mal wieder auf ganzer Linie komplett versagt hat. Kohle wird weiterhin mit Millarden pro Jahr (Rechnung auch im Forum) gefördert, anstatt man das Geld in Umschulungen und Übergang in erneuerbare Energien steckt.

@Atomkraft

Nein, nein.
 
Eben. Solarworld sah das anders.

Dabei rausgekommen ist, dass die Produktionsstandorte natürlich trotzdem aufgegeben wurden, aber 10.000e Arbeitsplätze entland der Wertschöpfungskette verschwunden sind und nicht zu vergessen, die Qualität der Anlagen extrem gelitten hat.
 
Kann man sicher so sehen. Man könnte es aber auch so sehen, dass man einen gewissen politischen Rahmen geschaffen hat um gewisse Ziele (in dem Fall Klimaziele) zu erreichen.
Um das umzusetzen wurden Arbeitsplätze geschaffen (war damals auch gewollt). Dann hat man sich um entschieden - warum auch immer - und auf lässt die Leute im Regen stehen.

Das hatte ich analog schonmal bezüglich des angeblichen Dumpings chinesischer Solarhersteller geschrieben. Das Prinzip ist da das gleiche.

Hätten wir eine so gute Lobby wie die Kohleindustrie wäre das mit Sicherheit nicht passiert.
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben