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Doch, das habe ich schon verstanden.
Wie gesagt heutzutage gibts ja Strom und fließend Wasser und sowas für alle.
Heutzutage hat jeder einen Fernseher und Internet.
Aber das schreitet so nicht voran, weil es so drastische Veränderungen und Verbesserungen in der Lebensqualität nicht mehr gibt dass da alle von profitieren.

du weißt aber schon was für Lebensqualität entscheidend ist? Gesellschaftliches dazugehören, gebraucht werden, sich etwas leisten können außer Wasser?
 
du weißt aber schon was für Lebensqualität entscheidend ist? Gesellschaftliches dazugehören, gebraucht werden, sich etwas leisten können außer Wasser?

Aber das kann man den Leuten nicht per Gesetz verordnen.
Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, dem muß man Rechnung tragen.
Und hier haben wir es doch noch gut, hier gibt es ein Netz dass alle vor dem totalen Absturz bewahrt.
Sowas gibt es andererorts nicht. Mir tuts auch leid für jeden, der Arbeiten und sich einbringen will, der aber keine Chance hat.
Um jeden Härtefall. Um jedes Einzelschicksal. Um jede Alleinerziehende Mutter, die Ihren Kindern gerne mehr ermöglichen würde oder jede Familie.
Aber das kann man halt nicht ändern in der Welt wie sie gestrickt ist. Wir leben nicht im Schlaraffenland, wo Milch und Honig fließt und wir uns täglich nur die Bäuche reiben. Da hilft es eben nur sich zu strecken, wie habe ich schon gesagt. Schulisch, in der Arbeit, per Fort- oder Weiterbildung. Spezialisieren und sich unverzichtbarer machen. Das geht natürlich nicht immer und überall.
Hier können ja auch nicht nur Ärzte und diplomierte Maschinenbauer rumlaufen. Aber man muß halt auch ein bisschen Eigeninitiative entwickeln, ein bißchen vorausschauend agieren und das möglichste aus seinen Möglichkeiten machen wenn man bestehen möchte.
 
Die Leistungsgesellschaft exisitert aber nur so lange, wie man eben durch Leistung Arbeit bekommen kann. Das wird nicht mehr lange so sein.
Da bringt auch Bildung in Zukunft nur sehr begrenzt Abhilfe.
Du verstehst nicht, das wir gerade mitten in einem gesellschaftlichen Wandel sind, den es so noch nie gegeben hat, ähnlich der Industrialisierung vor 150? Jahren.
Ich weiß nicht warum du das nicht verstehen willst? Auch Piloten, Ärzte und Ingenieure werden keine Arbeit mehr haben weil Maschinen es besser erledigen werden.
 
Ach, da warte ich erstmal auf die Zeit, bis es eine Maschine gibt, die einen Arzt komplett überflüssig macht bevor ich mir darüber Gedanken mache. :D
 
Ich sehe aber auch einen ansteigenden "Rückschritt", der sich irgendwie doch eigentlich sehr mit dem deckt, was du auch schon angeschnitten hast: Diese Sehnsucht nach Entschleunigung, gutem, alten Handwerk, Besinnung auf gemeinschaftliches-familiäres...

Die Lücken, die sich da auftun, diese Nachfragen, die nach Angebot verlangen. Die werden aber - oh Wunder! - dann auch nur wahrgenommen und besetzt von und mit Leuten, die ihre Schule und ihr Studium absolviert haben und/oder wirklich was tun wollen.

Da werden handgepflückte Bioäpfel wieder langsam transportiert und in eigens dafür hochgezogene Läden angeboten. Da werden handgemachte Vollholzmöbel und selbstgestrickte Pullover in gut laufenden Online DIY Shops verkauft und der Verschwendung entgegen gewirkt, in dem Dinge wieder geteilt und weiterverwendet werden oder gleich solche Shops gegründet (Etsy, DaWanda, Kleiderkreisel, etc.... )

Nur stellen dann alle fest: Huch., sowas kostet ja ZEIT und MEHR GELD und dann kostet es auch mehr und dann hassen es nämlich auch wieder alle, weil es sich nur die "reichen Biodeutschen" leisten können. Aber genau so läuft es nämlich, wenn Dinge wieder selbst und kleiner und langsamer gemacht werden.

Da werden Start-Ups für Dampfzigaretten gegründet und florieren, weil die Bevölkerung plötzlich wieder auf ihre Gesundheit achtet.
Einzelhandelskaufleute machen Umschulungen und werden Yoga-LehrerInnen, Physio- und ErgotherapeutInnen, weil die Nachfrage plötzlich da ist.
KiTas werden gegründet, weil plötzlich irgendwie ja doch wieder mehr Kinder da sind und weil man so 'ne Kita eben doch schneller aus dem Boden stampfen kann und darf als eine (ebenso benötigte...) Grundschule.
Nagelstudios ploppen in jeder kleinen Ladennische auf, weil plötzlich alle Ladies ihre Gelnägel wöchentlich poliert und beklebt haben wollen.

Es hält einen ja niemand davon ab, all diese Nachfragen, die sich da immer wieder auftun, auch zu besetzen und zu bedienen. Aber dafür braucht man eben auch ein kleines Handels-1x1 und muss sich mal damit beschäftigen. Oh und wer selbstständig ist, arbeitet natürlich "selbst und "ständig", aber die 70 Stunden Woche will sich dann ja auch keienr antun. Da ist jammern halt leichter.

Just sayin'
 
Ja, dieser Entschleunigungstrend ist auch in der Zeitschriftenbranche zu finden. Eigentlich ist Print ja ein schrumpfendes Segment, aber innerhalb dieser gibt es zum Einen Landlust und seine Nachahmer Liebes Land, Daheim in Deutschland und regionale Ableger in diesem Stil sowie Magazine, die sich um bewusste Ernährung drehen: Food & Farm ist da so ein Beispiel.

Diese Magazine kosten aber alles gutes Geld und die Inhalte richten sich eher an Besserverdiener.

Anderer Exkurs:
In den 90ern ging der Trend stark zu Convenience-Food auf dem SB-Tablett. Heute ist Service und Natürlichkeit wieder viel mehr gefragt, auf mich wirkt das Ganze wie eine sinuskurvenförmige Entwicklung der Ansprüche. Ich kann nicht erkennen, dass wir vor einer ähnlichen Schwelle wie die vor der Industrialisierung stehen - nur halt im negativen Sinne.
 
Diese Magazine kosten aber alles gutes Geld und die Inhalte richten sich eher an Besserverdiener.

Das ist aber eben das Problem. Nochmal anderes Beispiel:
Porto für Onlinebestellungen. Es muss immer billig, am besten gratis, aber trotzdem innerhalb von 24-Stunden schnell sein.
Ich kann nicht einerseits dieses erwarten und mich dann wundern, wenn die DHL immer ungenauer und schlampiger arbeitet oder wenn dann eben in Kürze die Drohne mein Päckchen passgenau in mein Wohnzimmer fliegt und der arme DHL Bote keinen Job mehr hat.

EDIT: Vielleicht wäre es eine Idee, dass man beim Onlinekauf auswählen kann, ob man für 1€ mehr Aufschlag eine sorgfältige, langsamere und freundlichere Lieferung bekommt...
So wie die Umwelt-Spende bei einer Flixbus-Buchung. *_*
 
Klar aber das sind alles nischen und bringen nicht Millionen Menschen in Lohn und Brot.

Ehem doch... wenn ich da z.B. an den reichlich belächelten Mann denke, der die veganen Veganz-Supermärkte gegründet hat und mittlerweile eher Zulieferer für große reguläre Supermarktketten ist.

Oder eben DaWanda, die Plattform, die mit einer kleinen Zahl von Leuten angefangen hat und mittlerweile immerhin 100 Leuten Jobs bietet. Aber da dauert es dann halt auch mal 5 Jahre, bis man erstmals schwarze Zahlen schreibt.
Und solche kleinen Start-Ups, die größer werden, gibt es eben viele. Momentan blühen in Großstädten die Lieferantendienste für frisches, gesundes Mittagessen.
 
Naja, Denn's Biomärkte gibt es in Deutschland und Österreich mittlerweile auch über 250, die werden wohl auch ein paar Leute sowie Zulieferer beschäftigen.
 
Du weißt aber schon wieviele Leute Arbeit brauchen, oder? :ugly:

100 Leute :lol:

Bei 100.000 können wir weiter reden.

Und Veganz ist ja kurz vor der Pleite

https://www.google.de/amp/www.manag...t-angemeldet-a-1130144-amp.html?client=safari

Die Meldung wurde wohl zurückgezogen aber geht gehts denen wohl nicht.

Nischen sind schön und toll (wirklich) aber nix um Nationen in Lohn und Brot zu halten.
dir ist klar, dass den großteil der arbeitsplätze in deutschland der mittelstand trägt? und mit 100 mitarbeitern ist man schon lange kein kleiner mehr...
 
Ich interpretiere das dann mal so:
Gerri hätte lieber den anonymen internationalen Megakonzern (nehmen wir als Beispiel doch mal Amazon), der weltweit 300000 Leute beschäftigt, aber ausbeutet und lokalen Einzelhandel, Verlage und Autoren langfristig in die Pleite treibt, als kreative Geschäftsideen, die "nur" lokal 100 Jobs auf Augenhöhe schaffen. Nice.
 
Ganz interessanter Artikel dazu, wie Fake News enstehen und verbreitet werden. Handelt sich in dem Artikel um ein Beispiel, das nicht wirklich erfolgreich, aber dafür leicht nachzuvollziehen war.

Spread it on Reddit

Germany holds elections in late 2017. Analysts have already reported that Chancellor Angela Merkel is being targeted with fake news and online attacks, espceially from hyperpartisan and conspiracy sites. In this report, the DFRLab tracks one fake story about Merkel posted on Reddit, revealing a cluster of sites supporting populist and far-right politicians in Europe.
https://medium.com/@DFRLab/spread-it-on-reddit-3170a463e787#.vc6ecmwrb
 
Schäuble vergleicht Schulz mit Trump

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sieht Gemeinsamkeiten zwischen SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz und US-Präsident Donald Trump. "Wenn Schulz seine Unterstützer 'Make Europe great again' rufen lässt, dann ist das fast wortwörtlich Trump", sagte Schäuble in einem Interview mit dem SPIEGEL. Die Art, wie Schulz populistisch die angebliche Spaltung der Gesellschaft beschwöre, folge der postfaktischen Methode des US-Wahlkampfs.
http://www.spiegel.de/politik/deuts...martin-schulz-mit-donald-trump-a-1133973.html

Ganz niedrige Energie, Herr Schäuble. Da hat wohl jemand Angst, dass er vom Schulzzug überrollt wird. Keine Bremsen!
 
Ganz interessanter Artikel dazu, wie Fake News enstehen und verbreitet werden. Handelt sich in dem Artikel um ein Beispiel, das nicht wirklich erfolgreich, aber dafür leicht nachzuvollziehen war.


https://medium.com/@DFRLab/spread-it-on-reddit-3170a463e787#.vc6ecmwrb

the_frauke :O_o:


edit:

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Ich interpretiere das dann mal so:
Gerri hätte lieber den anonymen internationalen Megakonzern (nehmen wir als Beispiel doch mal Amazon), der weltweit 300000 Leute beschäftigt, aber ausbeutet und lokalen Einzelhandel, Verlage und Autoren langfristig in die Pleite treibt, als kreative Geschäftsideen, die "nur" lokal 100 Jobs auf Augenhöhe schaffen. Nice.

Nope, ist mir völlig egal wer die Jobs schafft. Aber nur durch Nischen deckst du sowas nicht ab, deshalb sind es Nischen, weil die Nachfrage endlich ist.

und lass das besser mit dem interpretieren, hast nämlich komplett daneben gelegen.

und dann immer noch mit deinen Buchvergleichen. Der Buchhandel stirbt zu Recht aus, weil er eben nicht mehr benötigt wird, das ist doch das was du uns sagen willst? Kreativ ist da nämlich nichts dran.

Genau so wirds z.b. auch Supermärkten ergehen, egal ob vegan oder nicht. Es werden zukünftig weder Kassierer, noch Leute benötigt die Waren einräumen. Aber irgendwie scheint da keiner mal weiter zu denken.
 
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