Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Politiktalk - immer aktuell informiert...

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Ja gut, in diesem speziellen Fall ist das wirklich ungünstig gewählt. Da hätte man sich einfach direkt auf jene beziehen können um die es geht, die Schülerinnen. Finde ich aber trotzdem jetzt nicht so schlimm, da es dennoch aus dem Artikel hervorging worum es geht.
Diskutiert ihr eigentlich über den von mir verlinkten Artikel mit der Überschrift: "Ansage an die SCHÜLERINNEN?
 
"Deutlich strengeres Vorgehen". Würde gerne mal ausformuliert hören, was man sich darunter vorstellt, aber die Mehrheit findet's geil. Das ist doch alles nur noch ein schlechter Scherz, nicht mal die angeblich linken Parteien stellen sich geschlossen dagegen. Zum Kotzen.

Anhang anzeigen 87343
Es gibt tatsächlich einen weit grösseren Anteil der Grünen Wähler die das gut finden als Afd Wähler, die dagegen sind. Das hätte ich nicht erwartet.
 
Aber dann bitte auch bei sowas konsequent sein:

giphy.gif


Petze
 
"Deutlich strengeres Vorgehen". Würde gerne mal ausformuliert hören, was man sich darunter vorstellt, aber die Mehrheit findet's geil.

Sie einfach schlecht behandeln, schlechter als weiße Deutsche. Das würd den meisten dieser Unterstützer doch schon reichen. Wie oft ich hier im Amt Sätze wie "Ausländer bin ich ja leider nicht!", "Flüchtling müsste man sein!" oder ähnlichen Dummfug höre kann ich schon gar nicht mehr zählen. Solange fremd aussehende Menschen nicht in Lumpen gehüllt um eine Feuertonne stehen und ne Ratte braten, werden diese Kleingeister eh nicht zufrieden sein.
 
Sie einfach schlecht behandeln, schlechter als weiße Deutsche. Das würd den meisten dieser Unterstützer doch schon reichen. Wie oft ich hier im Amt Sätze wie "Ausländer bin ich ja leider nicht!", "Flüchtling müsste man sein!" oder ähnlichen Dummfug höre kann ich schon gar nicht mehr zählen. Solange fremd aussehende Menschen nicht in Lumpen gehüllt um eine Feuertonne stehen und ne Ratte braten, werden diese Kleingeister eh nicht zufrieden sein.
Ich kann auch nur spekulieren, aber für mich gewinnt die These immer mehr an Gewicht, dass über eine gewisse Zeit eine laute und verschworene Minderheit am Ende auch das Mindset der Mehrheit setzen kann.
Wenn jetzt sogar fast die Hälfte der Linken und ein Drittel der Grünen ein (noch) härteres Vorgehen, nach Vorbild der CSU wünschen, dann scheint es geklappt zu haben.

Bleibt nur die Frage, wo es enden wird? Aus der Zivilgesellschaft sehe ich keinen wirklichen Widerstand, es bleibt bei ein paar Aktionen von Böhmermann, dem Zentrum für Politische Schönheit und Co., ein Teil der Medien steht dem Irrsinn noch entgegen und natürlich NGOs wir Pro Asyl, aber wer interessiert sich schon für die, leider.

Das Bild hat sich ja schon festgesetzt in den Köpfen, dass wenn du mal in Deutschland bist, dass du nicht mehr abgeschoben werden kannst (seien es die bösen Armutsflüchtlinge und Asyltouristen oder der fußballspielende ministrierende Neger, frei nach Scheuer).
Wenn ich dann aber sowas lese wie folgenden Artikel in der FR und selbst weiß und mitbekomme, dass das System hat in Bayern, dann weiß ich nicht, wie man noch rigoroser und härter durchgreifen will.
Oder wie man es sich überhaupt wünschen kann.

„Die CSU ist von allen guten Geistern verlassen“

Bayern macht bei den Abschiebungen kurzen Prozess. Im letzten Abschiebeflieger saß ein integrierter 27-jähriger Afghane mit einem Ausbildungsvertrag. Er ist kein Einzelfall.

Während in Berlin Machtkämpfe zelebriert und um Begriffe debattiert wird, macht Bayern in Sachen Abschiebung längst kurzen Prozess. Der Bayerische Flüchtlingsrat schlägt Alarm, weil der Freistaat aktuell mehr Menschen als alle anderen Bundesländer nach Afghanistan abschiebt, obwohl in dem Land am Hindukusch nach wie vor der Terror der Taliban und immer stärker auch der Terror durch den „IS“ regieren. In einem im März veröffentlichten Sicherheitsbericht der Bundesregierung heißt es, die Lage sei so gefährlich, dass eine zivile Hilfe nicht mehr möglich sei.

Trotzdem startete am 3. Juli der bislang größte Abschiebeflug nach Afghanistan von München aus, 51 der 69 Insassen waren Menschen aus Flüchtlingsunterkünften in Bayern. Zunächst war es eigentlich Konsens, dass nur Straftäter, Gefährder und Menschen, die ihre Identität nicht preisgeben wollen, in das Krisengebiet abgeschoben würden – bis Kanzlerin Merkel am 6. Juni in ihrer Fragestunde diese informelle Einschränkung als nicht mehr erforderlich einordnete. Trotzdem halten sich die meisten Bundesländer daran, nicht so das CSU-regierte Bayern.

Wie der Bayerische Flüchtlingsrat mitteilt, gehe die Bayerische Staatsregierung mittlerweile „besonders rigide“ vor. Selbst gut integrierte Menschen und Leute aus Jugendhilfeeinrichtungen blieben von der Abschiebung beziehungsweise der Abschiebehaft nicht verschont. So wurde ein 19-jähriger Berufsschüler aus einer Jugendeinrichtung heraus verhaftet. Ein anderer Afghane, der seit sieben Jahren in Deutschland lebt und seit fünf Jahren einen Arbeitsvertrag hat, wurde im Krankenstand in einer psychiatrischen Klinik an die Polizei ausgeliefert.

Ein weiterer Fall ist der des 27-jährigen Esam aus München, der seit 2015 versucht, sich in Deutschland eine Zukunft aufzubauen. Er hatte ein Praktikum in einer Bäckerei absolviert, das Unternehmen hatte dem jungen Mann einen Ausbildungsvertrag angeboten, doch die Behörden zögerten den Bescheid einer Ausbildungserlaubnis um beinahe ein Jahr hinaus. Mit dem Ergebnis, ihn in Abschiebehaft zu nehmen und ein Ticket nach Afghanistan zu buchen. Am 3. Juli wurde Esam abgeschoben. Verständnis will für diese Maßnahme schon gar nicht bei der betroffenen Bäckerei aufkommen, denn Handwerksbetriebe suchen händeringend nach Auszubildenden.

Nach Angaben des Flüchtlingsrates begründeten die Behörden die Abschiebehaft wie folgt: „Der Versuch, eine Arbeits- und Ausbildungserlaubnis zu erhalten, wird als eindeutiges Zeichen gedeutet, nicht freiwillig auszureisen.“ Damit werde die Abschiebehaft vor der eigentlichen Abschiebung gerechtfertigt. Tatsächlich war Esam rechtskräftig abgelehnt worden, doch gilt in anderen Bundesländern eine Ausbildungsduldung, die es auch abgelehnten Menschen erlaubt, eine Lehre zu absolvieren, die Sprache zu erlernen und ihre Chance auf eine Aufenthaltserlaubnis durch Integration zu verbessern. Diese Duldung kommt in Bayern nicht vor, der Lebenssituation des Einzelnen wird kein Wert beigemessen. Stephan Dünnwald vom Flüchtlingsrat äußert sich ob der bayrischen Handlungspraxis empört. „Die CSU ist von allen guten Geistern verlassen. Der Fall Esam zeigt, dass die bayerische Regierung auch gewillt ist, handfeste wirtschaftliche Interessen zu ignorieren, wenn es um die Durchsetzung der Abschiebung geht. Es ist höchste Zeit, wieder zu einer pragmatischen Flüchtlingspolitik zurückzukommen, die auch die Integrationsleistungen von Flüchtlingen, Ehrenamtlichen und Betrieben würdigt.“

Solche Fälle lassen ehrenamtliche Flüchtlingshelfer*innen resigniert zurück. Sie begleiten die Menschen, helfen beim Erlernen der Sprache, helfen dabei, Fuß zu fassen und sich zu integrieren. Wenn einer, mit dem jahrelanger Kontakt gepflegt wurde, aus einem geerdeten Zusammenhang gerissen wird, stellt sich die Ohnmacht ein gegen eine scheinbare staatliche Willkür. Ob die Resignation nicht irgendwann entmutigt und zum Aufgeben bewegt?

„Daten und Fakten allein lassen einen abstumpfen, der persönliche Kontakt lässt einen lebendig bleiben. Es geht um Menschen, um Menschen, um Menschen. Und deren Schicksal geht mir nah“, sagt Heinrich Kolb von der Bamberger Mahnwache Asyl. „Man sperrt Menschen nicht in Lager. Nicht in Afrika, nicht an Grenzen und nicht vor unserer Nase, egal wie man sie bezeichnet. Man darf die Würde von Menschen nicht mit Füßen treten, um politisches Kapital daraus zu schlagen. Und kein bayerischer Politiker hat das Recht, Bürger zu Feinden zu erklären, nur weil sie der Logik der CSU nicht folgen wollen. Dagegen verwahre ich mich, dagegen geh ich auf die Straße. Jede Woche wieder.“
http://www.fr.de/politik/flucht-zuw...=Social&utm_source=Twitter#Echobox=1530710107
 
„Der Versuch, eine Arbeits- und Ausbildungserlaubnis zu erhalten, wird als eindeutiges Zeichen gedeutet, nicht freiwillig auszureisen.“
das zeigt doch, wie perfide das alles ist: die flüchtlinge/migranten/asylbewerber können doch überhaupt nichts richtig machen: entweder liegen sie dem staat auf der tasche (wenn sie keine arbeit haben) oder sie wollen nie wieder weg (wenn sie arbeit haben).

wobei mir das problem einfach nicht erklärbar ist, dass ein arbeitstätiger migrant darstellen soll. er zahlt steuern, rente, KK.........
 
Ich kann auch nur spekulieren, aber für mich gewinnt die These immer mehr an Gewicht, dass über eine gewisse Zeit eine laute und verschworene Minderheit am Ende auch das Mindset der Mehrheit setzen kann.
Wenn jetzt sogar fast die Hälfte der Linken und ein Drittel der Grünen ein (noch) härteres Vorgehen, nach Vorbild der CSU wünschen, dann scheint es geklappt zu haben.

Bleibt nur die Frage, wo es enden wird? Aus der Zivilgesellschaft sehe ich keinen wirklichen Widerstand, es bleibt bei ein paar Aktionen von Böhmermann, dem Zentrum für Politische Schönheit und Co., ein Teil der Medien steht dem Irrsinn noch entgegen und natürlich NGOs wir Pro Asyl, aber wer interessiert sich schon für die, leider.

Das Bild hat sich ja schon festgesetzt in den Köpfen, dass wenn du mal in Deutschland bist, dass du nicht mehr abgeschoben werden kannst (seien es die bösen Armutsflüchtlinge und Asyltouristen oder der fußballspielende ministrierende Neger, frei nach Scheuer).
Wenn ich dann aber sowas lese wie folgenden Artikel in der FR und selbst weiß und mitbekomme, dass das System hat in Bayern, dann weiß ich nicht, wie man noch rigoroser und härter durchgreifen will.
Oder wie man es sich überhaupt wünschen kann.

http://www.fr.de/politik/flucht-zuw...=Social&utm_source=Twitter#Echobox=1530710107

Geh leck, da ist Österreich mit seiner Rechtsregierung (die das Ausländerthema eigentlich nur des Populismus wegen schwingt, um ungehindert ihre neoliberale Scheiße durchzuhämmern) ja harmloser :ugly:
 
Geh leck, da ist Österreich mit seiner Rechtsregierung (die das Ausländerthema eigentlich nur des Populismus wegen schwingt, um ungehindert ihre neoliberale Scheiße durchzuhämmern) ja harmloser :ugly:
Und öffentlich tritt man das Bild breit, man wäre machtlos gegen die Horden an Geflüchteten und hätte keine andere Chance, sie loszuwerden. Deshalb ja TZs an der Grenze zu Österreich (was auch wieder populistischer Müll ist, da gerade mal ein Viertel aller "illegal Eingereisten" über die österreichische Grenze kommen).
Manchmal frage ich mich schon, wie die Entscheider dessen Nachts ruhig schlafen können.
 
Das Bild hat sich ja schon festgesetzt in den Köpfen, dass wenn du mal in Deutschland bist, dass du nicht mehr abgeschoben werden kannst

Beim Verhältnis Ausreisepflichtige zu Abschiebungen ist das ja auch (bisher) nicht weit von der Wahrheit entfernt. Das schlimme ist eher, dass sie auch die Guten abschieben, während die, die es drauf anlegen und mit krimineller Energie ihren Status verschleiern, geduldet werden (müssen).
 
Beim Verhältnis Ausreisepflichtige zu Abschiebungen ist das ja auch (bisher) nicht weit von der Wahrheit entfernt. Das schlimme ist eher, dass sie auch die Guten abschieben, während die, die es drauf anlegen und mit krimineller Energie ihren Status verschleiern, geduldet werden (müssen).
Ja und selbst die, die quasi illegal hier sind, schränken mich in meinem alltäglichen Leben so wenig ein (ergo gar nicht), dass ich nicht verstehen kann, mit welchem Eifer verbreitet wird, dass diese Horden das gesellschaftliche Zusammenleben zerstören.

Bullshit. Die, die das propagieren, spalten und zerstören. Und darunter leidet dann auch besonders die überwiegende Mehrheit der Geflüchteten, wie du schon geschrieben hast.
 
Und dann kommen ein paar satte, überwiegend pensionsreife Bayern daher und erzählen uns allen wegen einer Landtagswahl, das Boot sei mal wieder voll. Nein. Das Boot geht im Mittelmeer unter und es ersaufen jämmerlich hunderte Menschen. Menschen, die geliebt wurden. Es sterben der Klassenclown, der Musikliebhaber, die Mathelehrerin, die schönste Frau von allen, kleine Helden, große Träumer. Es sind Menschen. Witzige Menschen, ängstliche Menschen und - wie in jeder größeren Gruppe - auch einige Betrüger und Verbrecher.

Um diese Inhalte anzuzeigen, benötigen wir die Zustimmung zum Setzen von Drittanbieter-Cookies.
Für weitere Informationen siehe die Seite Verwendung von Cookies.
 
Ja und selbst die, die quasi illegal hier sind, schränken mich in meinem alltäglichen Leben so wenig ein (ergo gar nicht), dass ich nicht verstehen kann, mit welchem Eifer verbreitet wird, dass diese Horden das gesellschaftliche Zusammenleben zerstören.

Bullshit. Die, die das propagieren, spalten und zerstören. Und darunter leidet dann auch besonders die überwiegende Mehrheit der Geflüchteten, wie du schon geschrieben hast.

Du bist nicht betroffen, ich bisher auch noch nicht, andere vielleicht schon. Immerhin sind gerade die aus den Maghreb-Staaten für nicht gerade wenige Straftaten verantwortlich. Ist es so schwer nachzuvollziehen, dass solche Zustände in weiten Teilen der Bevölkerung Frustration verursachen?
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben