Foren Aktuelles Erstellen Mitglieder Anmelden

Politiktalk - immer aktuell informiert...

Benutzer, welche sich diesen Thread anschauen:

Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Exakt. Niemand behauptet, der Iran seinen irgendwie die Guten. Jedem ist klar, dass Iran trotz des Abkommens hinterrücks Terroristen finanziert und nicht "auf unserer Seite" steht.

Aber trotzdem ist/war es ein Abkommen, das die komplette Forschungs- und Produktionskette für angereichertes Uran transparent gemacht hat. Und hier hat sich der Iran an die Abmachungen gehalten und ist vom vorher verfolgten Plan, eine eigene Atombombe zu bauen, abgerückt.

Das ist das, was hier zählte, was für die Welt im Ganzen und den mittleren Osten im speziellen sehr gut war und was Trump in seiner Kurzsichtigkeit und seinem fanatischen Wahn, alles, was die Obama-Regierung hinterlassen hat zu zerstören, torpedierte.


Und das ist ja nicht alles: Gleichzeitig wurde jedem Land, das "Deals" (wie ich dieses Wort hasse) mit dem Iran eingeht, sanktioniert wird. Tja, die anderen Länder des Abkommens werden weiterhin "Deals" mit dem Iran eingehen, da das Abkommen von Seiten der EU, UK, Russland und China noch besteht. Das heißt, neben der abstrusen Aufkündigung des Abkommens hat Trump offen gedroht, so gut wie sämtliche Alliierten hart zu bestrafen...


Und ganz allgemein ist auch noch das ein Faktor, was MKS schrieb. Trump hat die komplette Glaubwürdigkeit der USA als Vertragspartner unterminiert. Wie soll man denn einem Land glauben, das wider jede Vernunft plötzlich Abkommen aufkündigt und das potenziell nach jedem Regierungswechsel einen 180 hinlegen könnte?

Direkter: Wie soll Nordkorea in den anstehenden Verhandlungen den USA auch nur ein Wort glauben?







Naja, dieses "die anderen werden am Abkommen festhalten" ist imo zweifelhaft. Offiziell ja, China und Russland bestimmt. Aber ich arbeite ja in einem Bereich, der viel mit USD und generell Wirtschaftsbeziehungen mit den USA zu tun hat und die amerikanische OFAC hat da einen sehr langen Arm, dem sich vor allem europäische Banken und Firmen nicht entziehen können. Wenn die Amerikaner wollen, dann wird Europa sich zwangsläufig ebenfalls an den Sanktionen beteiligen, wenn auch durch die Hintertür.
 
Naja, dieses "die anderen werden am Abkommen festhalten" ist imo zweifelhaft. Offiziell ja, China und Russland bestimmt. Aber ich arbeite ja in einem Bereich, der viel mit USD und generell Wirtschaftsbeziehungen mit den USA zu tun hat und die amerikanische OFAC hat da einen sehr langen Arm, dem sich vor allem europäische Banken und Firmen nicht entziehen können. Wenn die Amerikaner wollen, dann wird Europa sich zwangsläufig ebenfalls an den Sanktionen beteiligen, wenn auch durch die Hintertür.
mag sein, aber europa bekommt momentan eine vorlage nach der nächsten vor die nase gesetzt, sich endlich von den amis zu emanzipieren. wie weit die das noch treiben (und wie lange das dann dauert) wird man sehen. die mühlen in der EU mahlen ja nun mal eher langsam. aber am ende des tages kann uns trumps idiotie in europa durchaus nach vorne bringen. und dann reichen die arme irgendwann nicht mehr übers meer.
 
Sehe das auch wie Bitbyter. Natürlich wird man jetzt nicht sofort offen in diplomatische Konfrontation mit den USA gehen.
Aber Trump bewirkt gerade bewusst oder unbewusst, dass sich die restliche westliche Welt von den USA abkehrt und mittel- bis langfristig die Führungsrolle der USA torpediert wird. Wer weiß, ob daraus dann z.B. eine Weltordnung entsteht, in der die EU und China die Geschicke der Welt lenken, weil sich die USA mehr und mehr einigeln? Oder die EU alleine die Führungsmacht wird?

Folgenlos kann so ein nationalistisches, rücksichtsloses Verhalten nicht sein, wenn es nicht bald beendet wird.
 
Die Politik ist da das kleinste Problem, da kann man durchaus auf Konfrontation gehen. Das Problem ist die Privatwirtschaft. Keine europäische Bank und kein großes europäisches Unternehmen wird sein US Geschäft und seine USD Devisen gefährden wollen.
 
Ich sehe leider auch langfristig nicht, dass die USA ihre Führungsrolle verlieren werden. Es ist leider so, dass der, der am lautesten schreit, am meisten gehört wird...

Allerdings wäre es nun wirklich an der Zeit, dass Europa sich klar emanzipiert und eine starke, gleichberechtigte Position erlangt.

China wird sicher weiter verfahren wie heute auch. Der leise Gigant im Hintergrund, der im Zweifelsfall über das Geld die Muskeln spielen lässt (und einfach Veto einlegt).
 
Die Politik ist da das kleinste Problem, da kann man durchaus auf Konfrontation gehen. Das Problem ist die Privatwirtschaft. Keine europäische Bank und kein großes europäisches Unternehmen wird sein US Geschäft und seine USD Devisen gefährden wollen.
falls (!!) die amerikaner politisch tatsächlich an gewicht verlieren, wird es irgendwann (!!) auch deren wirtschaft treffen.
 
Vermutlich, ja. Wenn man die europäische Historie nach dem 2. Weltkrieg sieht werden es aber nicht die Europäer sein, die dieses Vakuum füllen. Dazu sind sie schlicht nicht in der Lage. Vermutlich enden wir in 75 Jahren als chinesische Kolonie, wenn den Chinesen die eigene Mittelschicht nicht irgendwann um die Ohren fliegt. Das ist ja das Traurige. Die Europäer werden durch die verrückten Amerikaner geradewegs in die Arme Chinas getrieben. Aber nur weil die einen anlächeln, während sie einem das Messer in die Brust rammen, sind sie noch lange nicht die Guten :D.
 
Die Politik ist da das kleinste Problem, da kann man durchaus auf Konfrontation gehen. Das Problem ist die Privatwirtschaft. Keine europäische Bank und kein großes europäisches Unternehmen wird sein US Geschäft und seine USD Devisen gefährden wollen.

Wenn die USA weiter so vorgehen, wird das irgendwann das kleinere Übel sein.

Edit: Ich habe aber noch die leise Hoffnung, dass das schlimmste nach den Wahlen im November in den USA vorbei ist.
 
Ja gut. :D

Die Halbzeitwahlen sind aber schon immer eher negativ für den amtierenden Präsidenten und seine Partei. Wenn ich mich richtig an meine alten Vorlesungen über amerikanische Politik erinnere, verlor in über 90% der Fälle die Partei des Präsidenten Sitze im Repräsentantenhaus.
Je unbeliebter der Präsident, desto mehr Sitze verlor diejenige Partei.

Und es gibt schon viele Indizien dafür, dass die Republikaner nicht nur viele Sitze, sondern auch die Mehrheit verlieren dürften.
 
Wahl zum Repräsentantenhaus, die sog. midterm elections stehen an und die Demokraten führen dort in den Umfragen.

Nicht nur Rep, auch Senatswahlen (34 in dem Fall). Kongresswahlen war also schon richtig :D

Edit: Das Problem ist m.E., dass im Repräsentantenhaus die Demokraten eine deutliche Mehrheit beim Popular Vote erringen müssten (~4%?), um ne einigermaßen gute Chance auf die Mehrheit der Sitze zu haben (gerrymandering...).
Und im Senat stehen größtenteils demokratische Sitze zur Neuwahl, die Demokraten müssten also z.B. alle eigenen 25 Sitze halten und dann noch 2 der 9 republikanischen erobern. Kann passieren, muss aber nicht.
 
Ich pack das mal hier rein, hat nix direkt mit politik zu tun aber ich weiss nicht wohin damit (gibt es ein tech news thread?)

googles ki framework macht nun auf digital assistent und einfach nur krass, lest kurz den spiegel artikel um zu verstehen um was es genau geht und hört euch dann mal die Gespräche auf den zweiten link an. der der anruft ist der Computer mit der ki.

das die schon so weit sind haut selbst mich um, sowohl was die sprachsynthese betrift als auch wie die ki reagiert.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/...rs-gefaehrliche-kinder-kolumne-a-1207239.html

https://ai.googleblog.com/2018/05/duplex-ai-system-for-natural-conversation.html
 
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
Zurück
Oben