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Puh, also das war jetzt mal überhaupt nix.

„Unverschämt!“ - Thema Rente bringt Angela Merkel im TV ins Schlingern

https://www.merkur.de/politik/unver...a-merkel-im-tv-ins-schlingern-zr-8685440.html

Das fand ich auch sehr ungewohnt unsouverän von ihr.

Dass sie in einer Bürgertalkrunde auf Rente angesprochen wird, ist eigentlich ein Selbstgänger. Sie verweist dann auf Wohngeld oder Sozialhilfe, aber ich denke genau darum ging es der Dame im Publikum doch. 40 Jahre arbeiten um am Ende dann noch auf Sozialhilfeniveau aufgestockt werden zu müssen, was eh jeder kriegt, selbst wenn er in dem Alter überhaupt kein eigenes Einkommen hat.

Hab ich jeden Tag (als exekutive Kraft) mit zu tun und verstehe es als junger Bengel selbst nicht.
 
Das ist eine Interpretation.
Meine Interpretation ist eher, dass eine systematische Dämonisierung der Linken (selbst durch die SPD) dazu geführt hat, dass sich Menschen, die sich - teilweise mit gutem Grund - von der etablierten Politik und ihren Parteien im Stich gelassen fühlen, nicht im linken Lager sondern im rechten Lager sammeln.
Ist auch mein subjektives Empfinden. Kann da nur aus eigenen Beobachtungen sprechen. Aber in meinem Bekanntenkreis scheint es mir, als würde alle, die ein diffuses Gefühl der Unzufriedenheit haben, mittlerweile eher zum rechten Lager tendieren. Da rollen sich mir teilweise die Zehennägel, wenn ich deren Unterhaltungen lausche.

Obwohl ich eher ein Konservativer bin, bin ich trotzdem der Meinung, es fehlt eine starke Linke in unserem Land. Gestern eine Doku über die Entwicklung der Wirtschaft der ehemaligen DDR gesehen, und da kam auch der Weselsky (GdL) zu Wort, und ich muss sagen, solche Typen müsste es definitv mehr geben. Ja, ich hab mich auch über die Streiks aufgeregt, aber der vertritt wenigstens ohne wenn und aber die Meinung der Arbeiter und ist sehr arbeitgeberkritisch. Und recht hat er, wenn er sagt, nur so kann die soziale Marktwirtschaft weiter bestehen bleiben.
Aber das führt jetzt hier zu weit.
 
das problem ist doch, dass es eigentlich sehr einfach sein müsste, die afd bloßzustellen. das tut nur keiner. stattdessen nimmt man deren parolen auf und macht sie zum thema. dabei ignoriert man vollkommen, dass deutlich über 80% der deutschen/wähler mit denen nix anfangen können. man lässt sich aber weiter von deren rumgepolter den schneid abkaufen.

gleichzeitig hat dann eine spd das problem schlicht und ergreifend keinerlei erkennbares profil zu haben. durch jahre der großen koalition sind sie kaum von der cdu zu unterscheiden. eigene erfolge in der groko bekommen sie nicht für sich verkauft (mindestlohn), sondern schauen dabei zu, wie merkel das für sich proklamiert. die unzufriedenheit im sozialen vieler menschen in diesem land ist hoch (auch wenns für einen großen teil von denen vermutlich gar keinen grund gibt) und die sozialdemokratische partei macht da nichts draus. das ist doch lachhaft.

ganz nebenbei gibt es auch einfach keinen politker, der menschen mal mitreißen kann. wenn ich mir die anderen trantüten so ansehe ist das doch kein wunder, wenn ein lindner erfolg hat. es wird auch ständig möglichst wachsweich geantwortet. klare positionen sind doch bei vielen politikern in vielen themen überhaupt nicht mehr erkennbar.

die politiker, dabei insbesondere unsere regierung, vermittelt doch den leuten keinerlei bindung zu ihnen zu haben. von interesse ganz zu schweigen. es wird ein lächerlicher dieselgipfel einberufen, der die industrie schützt, statt den bürger. beim breitbandausbau eiert man seit jahren rum und kriegt nix geregelt. die störerhaftung ist ein ähnlich schwieriges thema. medikamentenpreise & pharmalobby. ausbau der überwachungsgesetze, usw usf.
 
Das ist imo auch das Hauptproblem. Sie merken, dass Merkels Regierung Dinge nur anpackt, wenn der Wähler oder die äußeren Umstände sie dazu zwingt. Es sei denn es geht um Schwachsinn wie Maut, Rente mit 63 oder Betreuungsgeld. Eine Strategie oder eigene Pläne sind nirgendwo erkennbar. Wenn Politik aber nicht versucht zu gestalten, sondern möglichst ohne Aufwand zu verwalten, dann kriegen die Leute nen Hals. Vor allem wenn sie dann auch noch nur bei den Sachen reagieren, für die man sie gar nicht gewählt hat. So kann man eine Demokratie jedenfalls auch gründlich zerstören.
 
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